Almwirtschaft

Die Almwirtschaft hat im Land Salzburg eine jahrhundertealte Tradition. Rund 25 Prozent des Landes sind Almflächen.

Almhütte im Hintergrund Dachstein
© Land Salzburg
Im Pinzgau und Pongau befinden sich die meisten Melkalmen, während im Lungau, Tennengau und Flachgau die Jungviehalpung einen großen Stellenwert hat. Neben der für die bäuerlichen Betriebe sehr wichtigen Produktionsfunktion der Almen - sie liefern für viele Bergbauernbetriebe bis zu 1/3 der Futtergrundlage - gewinnen die Schutz- und Erholungsfunktion immer mehr an Bedeutung. Aufgelassene Almen bedeuten nämlich eine erhöhte Lawinen- und Murengefahr, da die Vegetationsdecke nur stabil bleibt, wenn sich die an den Biss und Tritt der Weidetiere angepasste Pflanzengesellschaft nicht verändert. Auch verbessert eine gut gepflegte Almweide das Wasserspeicherungsvermögen des Bodens, was angesichts zunehmender Starkregenereignisse besonders wichtig ist.

Attraktiver Erholungsraum

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Erst durch die Offenhaltung des Geländes findet man auf den Almen einen attraktiven Erholungsraum vor, in dem man sich vom Alltagsstress befreien und wieder neue Energien tanken kann. Gerade die bewirtschafteten Hütten mit ihrem Angebot an hochwertigen Almspezialitäten laden zum Verweilen ein. Da sich im Land Salzburg rund zwei Drittel aller Skilifte und Seilbahnen sowie der Großteil der Wanderwege im Almbereich befinden, leistet die Almwirtschaft direkt und indirekt einen wesentlichen Beitrag für den wichtigsten Wirtschaftszweig des Landes, den Tourismus.
Das Offenhalten der Landschaft trägt zur Erhaltung der Biodiversität bei. Die Aufrechterhaltung der Almbewirtschaftung ist somit auch ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Artenvielfalt.

Auftriebszahlen konstant

Im Jahr 2014 wurden auf die rund 1.719 bewirtschafteten Almen 8.713 Milchkühe, 58.672 sonstige Rinder, 2.568 Pferde sowie ca. 19.013 Schafe und Ziegen aufgetrieben. Bis in die Siebziger Jahre war ein starker Rückgang der Auftriebszahlen festzustellen. Unter anderem mit Einführung der Alpungsprämie durch das Land Salzburg im Jahr 1972 gelang es, die Auftriebszahlen bis Anfang der Achtziger Jahre wieder kontinuierlich zu steigern. Sie befinden sich seither auf etwa konstantem Niveau. Vergleicht man die Anzahl der aufgetriebenen Rinder und Pferde aus dem Jahr 2007 mit dem Jahr 1994 (vor dem EU-Beitritt), so zeigt sich, dass die Zahl der gealpten Tiere nach einem leichten Rückgang in den ersten Jahren nach dem EU-Beitritt mittlerweile wieder das Niveau von 1994 erreicht hat.


1952 .................... 68.138 Stück

1994 .................... 70.433 Stück

2000 .................... 67.779 Stück

2007 .................... 70.471 Stück

10 Prozent nur zu Fuß zu erreichen


mehrere Almhütten auf der Loferer Alm
© Haupolter
Mit einem zeitgemäßen Zufahrtsweg und somit ausreichend erschlossen sind 82,7 % der Salzburger Almen. 10,3 % sind nur über einen Fuß- oder Viehtriebweg erreichbar, 7,0 % sind entweder mit einer Materialseilbahn erschlossen oder können zumindest mit Spezialfahrzeugen erreicht werden.







Förderbare Maßnahmen in der Almwirtschaft 2014-2020


Almhütten auf der Schwarzeckalm/Unken
© Haupolter
Grundlage ist das österreichische Programm für ländliche Entwicklung 2014-2020.