Walderschließung

Der landschaftschonende moderne Forstwegebau ist Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Bauernwaldes. Je naturnäher und kleinflächiger der Wald künftig bewirtschaftet werden muß, umso notwendiger ist eine dauerhafte Erschließung mit Lkw- und traktorbefahrbaren Wegen.

Eine ausreichende Mindesterschließung ist aus folgenden Gründen eine sehr berechtigte Forderung der Forstwirtschaft:
  • Umsetzung von naturnahen Waldbehandlungsverfahren (Verzicht auf Kahlschlag; Intensivierung der Pflege; dadurch Senkung des Produktionsrisikos, Erhöhung des Ertrages);
  • Rasche Erreichbarkeit des Waldortes zur Optimierung des Arbeitseinsatzes u. Minimierung der Personalkosten;
  • Sicherer Arbeitsplatz im Straßenbereich (wesentliche Arbeitserleichterung);
  • Wirtschaftliche Bringung der Holzprodukte (Lager- Verladeplatz; Transport auch v. Kleinmengen );
  • Schadensminimierung bei Katastrophenereignissen;
  • Intensiver Schutz u. Kontrolldienst durch Forst(schutz)organe;
  • Touristisches Angebot an Waldbesucher.
Nach den bisherigen Erfahrungen sind im Hinblick auf Besitzstruktur, Maschinenausstattung und topographische Verhältnisse im Bauernwald Zielwegenetzdichten von 40 - 80 lfm/ha, mit durchschnittlichen Wegabständen (Lkw - einschl. Traktorwege) von 250 m bis fallweise unter 150 m erforderlich.

Nach dem Ergebnis der österreichischen Forstinventur (Auswertung 81- 90) liegt die derzeit. vorhandene forstlich nutzbare LKW - Straßendichte bei 30 lfm / ha. Der derzeit durchschnittliche Wegabstand beträgt über 300 m.

Es gilt daher für die Zukunft, weitere Erschließungskompromisse zu suchen und durch sinnvolle Kombination von Haupt- u. Feinaufschließung (Seiltrassen u. Rückegassen) optimale Voraussetzungen für eine naturnahe, nachhaltige Waldwirtschaft zu schaffen.
Landschaftsverträgliche Straßenbauleistung hat aber ihren Preis und ein lfm Forststraßenneubau
(Lkw-Weg) kostet derzeit durchschnittlich € 29,0 - 36,0.- / lfm, bei schwierigen Geländeverhältnissen auch  bis zu € 73,0.-/lfm.

Da die Holzerträgnisse kaum die Finanzierung der immer mehr gewünschten und zur Existenzfrage gewordenen Forstaufschließung ermöglichen, wird zur Erhaltung und Verbesserung des Waldzustandes aus landeskulturellem und öffentlichem Interesse ein mit EU-, Bundes- und Landesmitteln gefördertes Forststraßenneubau- und qualitätsverbesserndes Ausbauprogramm bestehender Wege umgesetzt.

Nach den forstgesetzlichen Bestimmungen dürfen nur befugte Forstfachkräfte Forststraßen planen und bauen.
Von den zuständigen Forstdienststellen des Landes werden in Salzburg jährlich ca. 50 - 60 km Forststraßen mit Gesamtkosten von 1,8 - 2,2 Mio € errichtet. An öffentlichen Mitteln werden dafür ca.1,1 Mio € eingesetzt.

Ansprechpartner in den folgenden Forstdienststellen

Flach- und Tennengau
Landesforstdirektion
Fanny von Lehnertstr. 1
5020 Salzburg
Tel.: (0662) 8042- 3683

Pongau
Bezirkshauptmannschaft, 5600 St. Johann i. Pg.
Tel.: (06412) 6101 - 207

Lungau
Bezirkshauptmannschaft, 5580 Tamsweg
Tel.: (06474) 6541 - 207

Pinzgau
Bezirkshauptmannschaft, 5700 Zell am See
Tel.: (06542) 760 - 6746