Salzburg und Kultur gehören untrennbar zusammen und sind weltberühmt. Die Museen sowie die Burgen und Schlösser des Landes bieten einzigartige und besonders vielfältige Einblicke in Geschichte und Gegenwart.
Die EDV-Inventarisierung ist ein Projekt des Landes Salzburg in Kooperation mit der Salzburger Volkskultur und dem Landesverband Salzburger Museen und Sammlungen. Derzeit sind rund 154.000 Kulturgüter aus den Regionalmuseen samt ihrer Objektgeschichte digital erfasst. Einen Teil davon kann man auch bereits online unter www.salzburgerregionalmuseen.at bei einer digitalen Zeitreise bestaunen.
Das Land Salzburg besitzt Kunst- und Kulturgüter, an denen es Eigentum oder Miteigentum hält. Die Bestände werden vorwiegend durch drei Institutionen verwaltet: DomQuartier Salzburg (Sammlung Residenzgalerie), Museum der Moderne Salzburg und Salzburg Museum. Diese Häuser betreiben die Provenienzforschung in unterschiedlicher Ausprägung und machen Ergebnisse in ihren Online-Sammlungen sowie über Ausstellungen und Publikationen zugänglich.
Auf der Landeswebsite werden die Bestände und Grundsätze transparent dargestellt und zur weiteren Vertiefung auf die Online-Angebote der Museen verwiesen. Weitere Bestände werden durch die Salzburger Burgen und Schlösser Betriebsführung sowie das Salzburger Freilichtmuseum verwaltet.
Die Landesgalerie Salzburg entstand 1939–1944 in einem Kunstmarkt, der in „Großdeutschland“ und besonders in der „Ostmark“ mit enteignetem – vorwiegend jüdischem – Besitz überschwemmt war. Diese Entstehung prägt die heutige Verantwortung im Umgang mit den Beständen. Der Verleger und Kunsthändler Friedrich Welz spielte dabei eine Schlüsselrolle: 1940/41 erwarb er in Paris mehrfach Kunst und Ausstattungsgüter und ließ 1942 insgesamt 312 Objekte für die Landesgalerie inventarisieren. Der Großteil wurde nachweislich im Kunsthandel gekauft. Die Besatzungszeit speiste den Pariser Markt ebenfalls mit Objekten zweifelhafter Herkunft. Welz kaufte mitunter bei Händlern mit teils problematischen Netzwerken, auch wenn ihm kein Zugang zur Raubkunst nachgewiesen ist.
Im Inland trat Welz häufig als Zwischenhändler zwischen seinen Galerien und der Landesgalerie auf. Trotz der dafür vereinbarten 10‑%‑Provision erzielte er durchschnittlich etwa 70‑%‑Spannen – ein Interessenkonflikt, der die Notwendigkeit heutiger, kritisch‑reflektierter Provenienzprüfungen unterstreicht. Besonders prüfbedürftig sind Tauschvorgänge in den Jahren 1943/44: Aus der Galerie Welz kamen u. a. Werke aus Wiener Kontexten in die Landesgalerie, darunter mehrere aus der Sammlung Rieger oder aus dem Umfeld „Würthle“/Bondi‑Jaray. Im Gegenzug entnahm Welz französische Bilder als wertbeständige Anlage. Für die aus Wien eingebrachten Werke gilt eine „höhere Stufe an Bedenklichkeit“.
Daraus leitet das Land Salzburg seine Verantwortung ab: Das Land Salzburg überprüft seit 1987 die Herkunfts- und Eigentumsgeschichte seiner Bestände. Provenienzforschung klärt Erwerbungskontexte, dokumentiert transparent und führt – wo geboten – zur Rückstellung.
Die Provenienzforschung ist in allen der drei oben angeführten Häusern Teil der musealen Praxis. Die Ausgangslage unterscheidet sich je nach Sammlungsprofil, historischer Belastung, personellen Ressourcen und Digitalisierungsstand. Alle drei Institutionen verfügen über Online-Sammlungen und nutzen Webformate, Publikationen und Ausstellungen für Transparenz.
1998 wurden die Washingtoner Prinzipien zu von den Nationalsozialisten entzogenen Kunstwerken verabschiedet. Noch im selben Jahr setzte sie Österreich mit dem Bundesgesetz über die Rückgabe von Kunstgegenständen und sonstigem beweglichen Kulturgut (BGBl. I Nr. 181/1998, novelliert 2009, 2023 und 2026) um, dessen Geltungsbereich sich jedoch ausschließlich auf Objekte im Bundeseigentum erstreckt.
Das Land Salzburg bekennt sich mit dem Beschluss der Salzburger Landesregierung vom 9. Dezember 2002 zur Rückübereignung von im Landeseigentum befindlichen Kunst- und Kulturgütern, sofern die dafür festgelegten Voraussetzungen vorliegen.
Die Provenienzforschung erfolgt derzeit fallbezogen und auf Anfrage. Wesentliche Grundlagenarbeit leisteten folgende Publikationen:
Aus den aktuellen Beständen der Residenzgalerie wurden bislang keine Werke restituiert. Die Residenzgalerie Sammlung-Online ist seit Ende Juni 2022 abrufbar, Provenienzangaben werden dort noch nicht angezeigt.
Die historischen Kernbestände bis 1945 wurden systematisch aufgearbeitet. Die Ergebnisse sind in den Bestandskatalogen zu Gemälden und Wandobjekten (2005/2006) dokumentiert:
Die Provenienzen der Gemälde und Wandobjekte bis 1945 sind online abrufbar, die Grafik bis 1945 wird sukzessive ergänzt. Insgesamt wurden zwei Werke restituiert.
Das Salzburg Museum betreibt seit 2011 eine proaktive, systematische Provenienzforschung mit einer eigenen Fachstelle. Umfangreiche Bestände sind online sichtbar, im Feld Creditline sind derzeit – soweit bekannt - die jüngsten Provenienzeinträge (wie das Objekt in den Besitz oder das Eigentum des Salzburg Museum kam) zu sehen. Fälle und Restitutionen werden in einer eigenen Webrubrik dokumentiert. Provenienzen werden seit gut einem Jahr auch in Ausstellungen auf den Objektlabels ausgewiesen.
Anfragen zur Provenienzforschung und zu Restitutionen richten Sie bitte an das jeweilige Museum.