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Die Seen im Land Salzburg

Das Bundesland Salzburg beheimatet eine beeindruckende Vielfalt an stehenden Gewässern, die von den weiten Vorlandseen bis hin zu den kristallklaren Hochgebirgsseen der Hohen Tauern reichen. Diese Gewässer sind nicht nur landschaftsprägende Elemente, sondern auch besondere ökologische Lebensräume, wertvolle Archive der Erd- und Klimageschichte und beliebte Erholungsräume für die Menschen in Salzburg.

Im Land Salzburg existieren mindestens 747 natürliche und künstlich entstandene Stillgewässer, wovon etwa 610 als Seen im weiteren Sinne bezeichnet werden.

Große Seen - Juwelen der Landschaft

Gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie werden Seen mit einer Fläche von mehr als 0,5 Quadratkilometern als „Große Seen“ eingestuft. Salzburg besitzt acht natürliche Gewässer dieser Kategorie: den Wallersee, Mattsee, Obertrumer See und Grabensee im Alpenvorland sowie den Fuschlsee, Wolfgangsee, Hintersee und den Zeller See im Gebirgsraum. Ergänzt wird diese Liste durch bedeutende künstliche Wasserkörper wie den Wiestalstausee und die großen Hochgebirgsspeicher Mooserboden, Wasserfallboden, Tauernmoos und Durlaßboden.

Kleine Seen – Perlen in Salzburgs Bergen

Die rund 600 Kleinseen Salzburgs mit einer Fläche unter 0,5 km² können nach ihrer Höhenlage kategorisiert werden. 103 Kleinseen befinden sich in den Talbereichen. Die Höhenstufe der Bergseen zwischen 800 und 1.600 Metern Seehöhe weist insgesamt 71 künstliche und natürliche Seen auf. 426 Kleinseen finden sich im Hochgebirge über 1.600 Meter Meereshöhe. Die größte Anzahl (378) an Hochgebirgsseen liegt in der Höhenstufe von 1.600 bis 2.400 Meter zwischen Baumgrenze und Gletschereis.

Ökologie und Wasserqualität

Dank jahrzehntelanger Sanierungsbemühungen, wie dem Bau von Ringkanalisationen seit den 1970er-Jahren, konnte die Wasserqualität massiv verbessert werden. Heute befinden sich die meisten großen Seen wieder in einem nährstoffarmen (oligotrophen) bis mäßig nährstoffreichen (mesotrophen) Zustand und erreichen EU-weit Spitzenwerte. Diese intakten Ökosysteme bieten Lebensraum für eine artenreiche Flora und Fauna, darunter historisch etwa 42 Fischarten und zwei Neunaugenarten. Ob als sensibles Ökosystem, Trinkwasserreserve oder Erholungsraum – Salzburgs Seen sind ein wertvolles Gut, das es nachhaltig zu bewahren gilt. Die großen Seen werden durch den Gewässerschutz des Landes viermal jährlich, im Frühling, Sommer, Herbst und Winter, untersucht. Ausgewählte kleine Seen werden einmal pro Jahr unter die Lupe genommen. Die Hygieneuntersuchung der Badewasserqualität wird fünfmal während der Badesaison (Juni bis August) an den offiziellen EU-Badestellen durchgeführt.

Entstehung und Lage

Fast alle natürlichen Stillgewässer Salzburgs sind ein Produkt der letzten Eiszeit und entstanden durch die Schürftätigkeit der Gletscher. Ein bemerkenswerter Aspekt der Salzburger Seenlandschaft ist ihre Höhenverteilung: Rund 85 % der natürlichen Seen befinden sich im Hochgebirge über 1.800 m ü. A.. Während der Badesee St. Georgen mit 380 m ü. A. den tiefsten Punkt markiert, gilt der Sparangersee (2.775 m ü. A.) als der höchstgelegene beständige See des Landes.