Vor allem das Jahr 2012 zeigte, wie markant ein Temperatursturz während der Eisheiligen sein kann. Laut Zahlen der GeoSphere Austria wurde am 11. Mai 2012 in Salzburg-Freisaal ein Tageshöchstwert von 31,4 Grad Celsius gemessen. Am 15. Mai betrug der Tiefstwert gerade einmal noch 0,9 Grad Celsius. In Mariapfarr im Lungau fiel die Temperatur von 26,7 Grad am 11. Mai auf minus 4,7 Grad Celsius am 15. Mai. Auch Neuschnee gibt es während der Eisheiligen, vor allem bei Wetterstationen oberhalb von etwa 800 Metern. In Tamsweg lagen beispielsweise am 14. Mai 1987 drei Zentimeter Neuschnee.
„Verschiebung“ der Eisheiligen
„Landwirte und Gärtner fürchten seit Jahrhunderten im Mai den späten Kaltluftvorstoß aus dem Norden. Die Tagesmitteltemperaturen steigen derzeit kontinuierlich an, die kalte Luft aus den nördlichen Breiten führt aber zu einer recht markanten Delle in der Temperaturkurve. Diese Unterbrechung der frühsommerlichen Erwärmung tritt allerdings nicht zu den Eisheiligen laut Kalender auf, sondern etwa sieben bis zehn Tage später. Grund dafür ist die Kalenderreform von Papst Gregor XIII. Ende des 16. Jahrhunderts. Der Termin der damals bereits bekannten Eisheiligen hat sich damit verschoben. Die Wahrscheinlichkeit für Kaltlufteinbrüche ist somit nicht zwischen 11. und 15. Mai, sondern zwischen 20. und 24. Mai deutlich erhöht“, informiert Alexander Ohms von der GeoSphere Austria.
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Die Tagesmitteltemperaturen steigen derzeit kontinuierlich an, die kalte Luft aus den nördlichen Breiten führt aber zu einer recht markanten Delle in der Temperaturkurve. Diese Unterbrechung der frühsommerlichen Erwärmung tritt allerdings nicht zu den Eisheiligen laut Kalender auf, sondern etwa sieben bis zehn Tage später. Grund dafür ist die Kalenderreform von Papst Gregor XIII. Ende des 16. Jahrhunderts.
Alexander Ohms, Meteorologe
Vornamen unterschiedlich beliebt
Stefan Senn von der Landesstatistik hat sich die Vornamen der Eisheiligen näher angesehen. „Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius spielen als Bubennamen keine Rolle. Seit 1984 wurden sie österreichweit kein einziges Mal vergeben. Anders sieht es bei Sophia oder Sophie aus. Beide Varianten sind äußerst beliebt. Sophia wurde seit 2008 exakt 764-mal in Salzburg als erster Vorname registriert, bei Sophie waren es 559-mal. Der Spitzenwert mit 110 Mädchen mit diesen Vornamen wurde 2017 erzielt. In diesem Jahr kam am 15. Mai auch jeweils eine Sophia und eine Sophie in Salzburg zur Welt. Am 15. Mai 2023 folgte nochmals eine Sophia.“ Für rund 7.800 Personen im Bundesland sind die Tage der Eisheiligen der persönliche Höhepunkt des Jahres. Sie feiern zwischen 11. und 15. Mai Geburtstag.
Eisheilige mit weniger „Kraft“
Liesenbauer Josef Braunwieser in Bergheim bewirtschaftet die Felder rund um die Wallfahrtsbasilika Maria Plain. „Die Eisheiligen haben durch die Klimaerwärmung nicht mehr jene Kraft, die sie noch in meiner Jugendzeit hatten. Zwei Beispiele: Vor 30 oder 40 Jahren war es etwas Besonderes, wenn man am 1. Mai den ersten Grasschnitt für das Vieh machen konnte. Auch wurde der Silomais nicht vor den Eisheiligen ausgesät. Heute ist das aber anders, da die Vegetation einfach früher beginnt und der Boden nicht mehr gefriert. In der landwirtschaftlichen Tradition haben die Tage aber noch immer ihren festen Platz, vor allem in exponierten Lagen halten sich die Landwirte an die alten Bauernregeln“, so Braunwieser, der auch Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Salzburg ist. REP_260507_90 (msc/grs)