An der Volksschule Pfarrwerfen beginnen die Vorbereitungen für die Karwoche bereits frühzeitig im Werkunterricht. Die rund 65 Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen basteln unter fachmännischer Anleitung eine Osterratsche und gestalten mit ihren Werklehrerinnen den Palmbuschen. „Der heimische Künstler Wilhelm Kleine engagiert sich ehrenamtlich in der Gemeinde, kommt seit 15 Jahren an die Schule und bastelt mit den Kindern Osterratschen. Der Palmbuschen wird am Sonntag geweiht. Die Ratschen geben am Karfreitag und Karsamstag die Uhrzeit an. Dann ist auch die eigens angefertigte große ,Schul-Osterratsche‘ im Einsatz“, berichtet Direktorin Sonja Zechner. Die Schule wurde 2015 für das Projekt mit dem Brauchtumspreis „Salzburger Löwe“ ausgezeichnet.
Palmesel „geht“ durch Puch
Er bringt mehr als 100 Kilogramm auf die Waage und ist fast 140 Zentimeter groß: Der Pucher Palmesel ist der Hauptdarsteller beim Palmsonntagsumzug in der Tennengauer Gemeinde. Die Holzfigur zeigt Jesus beim Einzug in Jerusalem. „Der Brauch wird seit 1949 von unserem Trachtenverein gepflegt. Früher durften nur unverheiratete Männer die Figur tragen, heute sind wir nicht mehr so streng. In der Regel übernehmen aber die vier jüngsten Mitglieder die Aufgabe. Die Frauen tragen dafür die Erntedankkrone im Herbst“, sagt die Obfrau des Trachtenvereins D’Puachstoana, Katharina Lengauer, und ergänzt: „Seit Ende des 18. Jahrhunderts finden die ersten Palmprozessionen mit der Holzfigur statt.“
Ratschenkinder in St. Andrä
Auch in der Lungauer Gemeinde St. Andrä ziehen von Gründonnerstag bis Karsamstag „Ratschenkinder“ durch den Ort und ersetzen so die Kirchenglocken, die zu Ostern nach Rom ausfliegen. „Die Kinder im Ort halten die Tradition hoch und gehen jedes Jahr von Haus zu Haus. Besonders für unsere älteren Mitbürgerinnen und -bürger ist der Besuch in der Karwoche eine schöne Abwechslung. Der Brauch wird, seit ich mich erinnern kann, durchgeführt. Ab dem Volksschulalter ziehen die Mädchen und Buben durch die Gemeinde. Sie kommen natürlich auch beim Gemeindeamt vorbei, wo ich sie auf ein Mittagessen im Ort einlade“, berichtet Bürgermeister Heinrich Perner.
Kunstvolle Passionsdarstellungen in Grödig
Das Untersbergmuseum Grödig-Fürstenbrunn widmet sich zu Ostern den Passionskrippen. „Zu Weihnachten kennt jeder die Tradition. Zu Ostern ist der Brauch eher selten. Der Verrat und die Festnahme von Jesus im Garten Gethsemane, der Kreuzweg oder auch die Kreuzigung selbst sind beliebte Motive für Passionskrippen. Unser Krippenbaumeister Bertl Beran organisiert die kunstvollen Darstellungen aus anderen Bundesländern und sogar aus Bayern“, informiert Museumsobmann Heinz Schierhuber. Die Ausstellung in der Flachgauer Gemeinde können Interessierte von Karsamstag, dem 4. April, bis zum Pfingstwochenende (25. Mai) sehen.
Größtes Fest der Christenheit
Im Kloster St. Peter begeht der Konvent Ostern geteilt. „Der Hauskonvent mit derzeit 19 Brüdern verbleibt in der Altstadt. Die anderen Mitbrüder sind in den Stiftspfarren in Grödig, Maria Plain oder im Lammertal tätig. Die Auferstehung wird bei uns am Sonntag um 5 Uhr mit den Gläubigen gefeiert. Traditionell wird dann auch das Osterfeuer angezündet. Neben den klassischen Traditionen haben wir auch noch klösterliche Riten. So gibt es etwa von Gründonnerstag bis Karsamstag am Morgen ein eigenes Chorgebet. Das unterstreicht den besonderen Charakter dieser Tage. Am Gründonnerstag mache ich als Erzabt den Tischdienst und der Prior die Tischlesung. Am Karfreitag tauschen wir die Rollen. Nach dem Vorbild Jesu dienen wir unseren Mitbrüdern“, informiert Erzabt Jakob Auer OSB, für den Ostern das größte Fest der Christenheit ist: „Ohne Auferstehung ist der Glaube leer.“
Sportlicher Osterausklang in Fusch
Seit mittlerweile Jahrzehnten endet die Osterzeit in Fusch an der Großglocknerstraße sportlich. Am Ostermontag findet das traditionelle Asphaltstockschießen nach Pinzgauer Art statt. „Zahlreiche Mannschaften treten dabei gegeneinander an und ermitteln in einem Turnier über den ganzen Tag hinweg den Sieger - jede Gruppe misst sich dabei mit den anderen Teams. Mit dabei sind die Feuerwehr, Vereine, Freundesgruppen sowie Familienteams. Für den sportlichen Wettkampf wird die Gemeindestraße gesperrt, damit ausreichend Bahnen zur Verfügung stehen. Der Termin hat sich über die Jahre so eingebürgert, dass an diesem Tag auch viele Fuscher nach Hause kommen, die heute in anderen Teilen Salzburgs leben“, sagt Bürgermeister Hannes Schernthaner. REP_260326_90 (msc/bk)