Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Die Kinder- und Jugendhilfe dient dem Ziel, das Wohl der Kinder und Jugendlichen zu sichern. Dazu gehört das Recht des jungen Menschen auf die Förderung der Entwicklung seiner körperlichen, seelischen und geistigen Kräfte, auf den Schutz seines Lebens, die Sicherung seiner körperlichen und seelischen Gesundheit und die Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.

Können Eltern oder Erziehungsberechtigte das Wohl von Minderjährigen nicht oder nicht ausreichend gewährleisten, stellt die Kinder- und Jugendhilfe Hilfestellungen und Beratungsmöglichkeiten bereit und unterstützt dabei die Familie bei der Erfüllung ihrer Aufgaben in der Pflege und Erziehung Minderjähriger.

Das Land Salzburg als Kinder- und Jugendhilfeträger lädt Sie hiermit ein, bis spätestens 30.4.2019 ein Angebot für die Anstellung und Begleitung von Bereitschaftspflegepersonen im Bundesland Salzburg – zu nachfolgend angeführten Rahmenbedingungen – einzureichen.

Derzeit gibt es im Bundesland Salzburg fünf bis sieben Bereitschaftspflegepersonen. Diese betreuen vorrangig Säuglinge und Kleinkinder in Krisensituationen und stellen so eine intensive Betreuung in einer familiären Umgebung zur Verfügung. Bereitschaftspflegepersonen werden, während der Zeit der Betreuung eines Kindes, von der Kinder- und Jugendhilfe betreut und begleitet und können alle qualitätssichernden Maßnahmen in Anspruch nehmen. Die gesetzlichen Bestimmungen zu den Voraussetzungen, Aufgaben sowie zur fachlichen Begleitung sind in §§ 26 bis 28 S.KJHG geregelt.

Bereitschaftspflegepersonen erhalten zur Abgeltung des mit der Pflege und Erziehung verbundenen Aufwandes ein um 50% erhöhtes Pflegekindergeld und einem finanziellen Mehraufwand auf Grund der besonderen Umstände in Krisensituationen. Zusätzlich haben sie die Möglichkeit, für die besonderen Tätigkeiten im Zusammenhang mit der vorübergehenden Betreuung und Erziehung eines Kindes, mit dem Land einen freien Dienstvertrag (§ 4 Abs 4 Z 2 ASVG) abzuschließen.

Nunmehr hat sich das Land Salzburg zum Ziel gesetzt, Bereitschaftspflegepersonen im Rahmen echter Dienstverhältnisse bei einer privaten Kinder- und Jugendhilfeorganisation durchgängig anzustellen. Die Beschreibung der Tätigkeiten bzw. Ziele sind im Produkt (Anhang) angeführt.

Das Tätigkeitsgebiet der Anstellung der Bereitschaftspflegepersonen auf Grundlage eines Dienstverhältnisses im Rahmen der vollen Erziehung im Sinne des § 27 Salzburger Kinder- und Jugendhilfegesetz (S.KJHG) umfasst ausschließlich den sozialpädagogischen Mehraufwand und zwar insbesondere folgende Bereiche:

  • Mehraufwand zur Pflege und Erziehung des Pflegekindes (bedingt durch die Krisensituation/Krisenunterbringung) im Innenverhältnis, nach absolvierter vorbereitender Ausbildung
  • Durchgehende Erreichbarkeit
  • uneingeschränkte Bereitschaft zur Aufnahme eines Kindes
  • Teilnahme an Fortbildungen
  • Regelmäßige Supervisionen
  • Verlaufsbesprechungen mit Mitarbeiter*innen der Kinder- und Jugendhilfe
  • Besprechungen mit dem Arbeitgeber
  • Besprechungen/Kontakte mit weiteren, in das konkrete Pflegeverhältnis involvierte Personen bzw. Institutionen
  • Ermöglichen von Besuchskontakten/Kontaktpflege zu Bezugspersonen
  • Dokumentation des Mehraufwandes wie z.B. Supervision, Fortbildung, Besuchskontakte, Besprechungen ua
  • Biographiearbeit
  • Anzeige- und Mitwirkungspflichten nach §§ 33 und 34 S.KJHG
  • Einhaltung der sonstigen einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere nach dem S.KJHG

Der Aufwand für diese Tätigkeiten wird mit 10 Stunden wöchentlich (Durchrechnung halbjährlich) angesetzt.

Das vorzulegende Angebot soll ein fachlich-inhaltlich-organisatorisches Konzept für die Anstellung und Begleitung von Bereitschaftspflegepersonen im Bundesland Salzburg beinhalten, welches den folgenden Mindeststandards entspricht bzw. darlegt, wie diesen Mindeststandards entsprochen werden kann:

  • Echte Dienstverhältnisse (Anstellung) von Bereitschaftspflegepersonen nach positiver Eignungsfeststellung durch die Kinder- und Jugendhilfe bzw. auf Verlangen der bereits tätigen          Bereitschaftspflegepersonen und der Kinder- und Jugendhilfe
  • Schaffung einer Infrastruktur zur Begleitung der Bereitschaftspflegepersonen wie Räumlichkeiten, Fachkräfte zur Organisation und Durchführung von Fortbildungen, Supervisionen einzeln und in der Gruppe, Besuchskontakte/Kontaktpflege, Begleitung des konkreten, vorübergehenden Pflegeverhältnisses in Absprache mit der Kinder- und Jugendhilfe
  • Durchführung des Zusatzmoduls Bereitschaftspflege im Rahmen der Pflegeelternausbildung
  • Flächendeckendes Angebot für Bereitschaftspflegepersonen im Bundesland Salzburg
  • Anerkannte private Organisation der Kinder- und Jugendhilfe (spätestens zum Zeitpunkt der Umsetzung)

Das Konzept übermitteln Sie bitte bis spätestens 30.4.2019 in Format pdf an soziales@salzburg.gv.at. Dieses wird an die zuständigen Mitarbeiter*innen weitergeleitet und ansonsten vertraulich behandelt.

Nach Prüfung der Konzepte werden jene privaten Organisationen, welche die Mindestvoraussetzungen erfüllen, zu einer Präsentation der Konzepte (voraussichtlich Mitte Mai 2019) vor einer Auswahlkommission eingeladen, auch Fragen der Mitglieder der Auswahlkommission sollen beantwortet werden.

Die Erstellung des Entscheidungsvorschlages erfolgt anhand folgender Kriterien:

  • Qualität des eingereichten Konzeptes (60 % der möglichen Punktezahl)
  • Erfahrung der privaten Organisation/Referenzen mit Kleinkindern und Kindern in voller    Erziehung im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe (20 %)
  • Erfahrungen der Kinder- und Jugendhilfe in der Zusammenarbeit mit der privaten Organisation (10 %)
  • Kostenkalkulation (5 %)
  • Zeitpunkt der Umsetzung der Anstellung (5 %)

Wir behalten uns vor, für den Fall, dass mehr als 5 Konzepte eingereicht werden sollten, eine Vorauswahl unter Einbindung der Auswahlkommission durchzuführen und nicht (mehr) alle Interessent*innen zur Präsentation einzuladen. Ebenso behalten wir uns vor, Angebote, die die Mindestvoraussetzungen nicht erfüllen, bereits im Vorfeld auszuscheiden. Die Betroffenen werden darüber gegebenenfalls gesondert verständigt.