Salzburgs Landwirtschaft

Überblick über die Öko-Region Salzburg

Kühe auf Weide
© Land Salzburg
Die Kulturlandschaft im Bundesland Salzburg ist traditionell von der Bewirtschaftung durch bäuerliche Familienbetriebe charakterisiert. Im europäischen Vergleich ist die Salzburger Landwirtschaft, bedingt durch die naturräumlichen Gegebenheiten und historischen Entwicklungen relativ kleinstrukturiert. Es dominieren Grünlandbetriebe mit Rinderhaltung, die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt 16,1 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche.
Die Landesfläche Salzburgs beträgt 715.391 Hektar. Davon werden 195.000 Hektar landwirtschaftlich genutzt; das sind 27 Prozent der Katasterfläche. Rund 110.000 Hektar werden von unseren Bauern als Grünland oder Acker genutzt. Der größere, restliche Teil sind Almen und Bergmähder ca. 85.000 Hektar (siehe auch Tabelle 5).

Im Vergleich mit der Landwirtschaft in der Europäischen Union kann Salzburg mit Recht als "Die Öko-Region Europas" angesehen werden.
In Salzburg nehmen mehr als 84 Prozent der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe am "Österreichischen Programm für eine Umweltgerechte und den natürlichen Lebensraum schützende Landwirtschaft" (ÖPUL) teil. Als aktive Betriebe werden hier jene angesehen, die, unter gewissen Voraussetzungen, einen wesentlichen Beitrag zum Produktionswert der Landwirtschaft in Salzburg leisten und nicht ausschließlich forstwirtschaftliche Flächen bewirtschaften. Die ÖPUL-Betriebe Betriebe bewirtschaften 94 Prozent des Acker- und Grünlandes gemäß den strengen Auflagen des Umweltprogramms. 47 Prozent aller Betriebe wirtschaften biologisch und weitere 41 % verzichten auf den Einsatz von synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Insgesamt werden im Rahmen dieses Programms, mit Einbeziehung der Almen und Bergmähder, 96 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzflächen ohne jeglichen Einsatz von leichtlöslichen Handelsdüngern und Pflanzenschutzmitteln bewirtschaftet.



Tabelle 1: Einbeziehung von Acker- und Grünlandflächen in das Umweltprogramm ÖPUL in Salzburg für das Jahr 2012

Anzahl der aktiven Betriebe
(Anteil in %)
Flächen in ha
(Anteil in %)
Aktive Betriebe insgesamt 9.050 (100 %) 110.000 (100 %)
Betriebe die am ÖPUL teilnehmen 7.603 (84,1 %) 100.076 (90,9 %)
Maßnahme Biologische Wirtschaftsweise 3.592 (39,6 %) 52.164 (47,4 %)
Maßnahme Betriebsmittelverzicht 3.081 (34,0 %) 35.372 (32,2 %)

In Salzburg gibt es insgesamt 9.785 land- und forstwirtschaftliche Betriebe.

Rund 45 Prozent aller land- und forstwirtschaftlichen Betriebe Salzburgs wirtschaften im Haupterwerb und beinahe 90 Prozent liegen im Berggebiet oder in sonstigen benachteiligten Gebieten (Tabellen 2 und 3).


Tabelle 2: Anzahl der Betriebe im Bundesland Salzburg (bzw. in Österreich) nach der Erwerbsform im Jahr 2010 (2013)

Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe sowie jur. Personen Anzahl der Betriebe Anteil in % Betriebe in Österreich Anteil in %
Haupterwerbsbetriebe 4.358 44,5 61.955 37,2
Nebenerwerbsbetriebe 4.685 47,9 91.560 55,1
Personengemeinschaften/Betriebe jur. Personen 742 7,6 12.795 7,7
SUMME 9.785 100 166.310 100



Tabelle 3: Betriebe im Berggebiet und in Benachteiligten Gebieten, aufgegliedert nach BHK-Gruppen (Berghöfekataster-Gruppen) im Jahr 2005
(Agrarstrukturerhebung 2005)

Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe sowie Personengemeinschaften/jur. Personen Anzahl der Betriebe Anteil in % Betriebe in Österreich Anteil in %
Betriebe insgesamt 10.023 100 189.591 100
Nichtbenachteiligte Gebiete 1.183 11,8 54.485 28,7
Berggebiete/ sonst. benachteiligte Gebiete 8.840 88,2 138.106 72,8
Davon Berggebiete 8.303 82,9 101.601 53,6
BHK-Gruppe 1 1.565 15,6 22.329 11,8
BHK-Gruppe 2 2.235 22,3 29.969 15,8
BHK-Gruppe 3 1.466 14,6 13.088 6,9
BHK-Gruppe 4 772 7,7 6.767 3,6
 
Leistungen der Landwirtschaft

Die Landwirtschaft erbringt für die Gesellschaft eine Vielzahl von unverzichtbaren Leistungen. Die grundsätzliche Aufgabe unserer Bauern ist die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen, naturnahen und gesunden Lebensmitteln. Zu dieser Grundaufgabe kommt noch eine Reihe unentgeltlich erbrachter Zusatzleistungen. Alle Leistungen, die von der Landwirtschaft erbracht werden, sind unter dem Begriff der "Multifunktionalität" zusammengefasst.

 

1. Produktionsfunktion
  • Bereitstellung qualitativ hochwertiger, naturnaher, gesunder Lebensmittel und Gewährleistung der Ernährungssicherheit
  • Produktion von nachwachsenden Rohstoffen
2. Soziale Funktion
  • Bewahrung und Pflege "bäuerlicher" Werte, Lebensformen und Kulturgüter
  • Erwirtschaftung eines angemessenen Ein-kommens und Erhaltung des Arbeitsplatzes Bauernhof
  • Sicherung von Arbeitsplätzen im vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereich
  • Schaffung der Basis für die Tourismuswirtschaft
3. Ökologische Funktion
  • Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft
  • Schutz der Lebensgrundlagen (Boden, Wasser, etc.) und deren nachhaltige Nutzung durch naturnahe Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung
  • Erhaltung der biologischen Artenvielfalt
  • Schutz vor Naturkatastrophen
  • Verbesserung der CO2-Bilanz
4. Räumliche Funktion
  • Aufrechterhaltung einer Mindestbesiedlungsdichte in den ländlichen Gebieten
  • Bereitstellung von Infrastruktur im ländlichen Raum


Landwirtschaftliche Produktion im Bundesland Salzburg

Salzburg hat Anteil an folgenden österreichischen Hauptproduktionsgebieten:
  • Alpenvorland (Flachgau)
  • Voralpen (Flachgau, Tennengau)
  • Hochalpen (Tennengau, Pongau, Pinzgau, Lungau)
Produktionsorientierte landwirtschaftliche Betriebe finden sich vor allem im Alpenvorland und in Teilen der Voralpen im Flachgau. Diese Betriebe sind hauptsächlich in der Milchproduktion tätig.
In den Voralpen und Hochalpen sind eher extensiv wirtschaftende Betriebe mit vielseitigen Erwerbskombinationen anzutreffen. Viele dieser Betriebe erwirtschaften Nebeneinkommen durch Angebote im Tourismus (z.B.: Urlaub am Bau
ernhof)
Ein Großteil der Salzburger Betriebe bewirtschaftet Grünland als Futtergrundlage für die Rinderhaltung. Die Haltung weiterer Tierarten sowie die Bewirtschaftung von Ackerland sind nur für wenige Betriebe von großer wirtschaftlicher Bedeutung (Tabelle 5).



Tabelle 5: Viehhaltung und Kulturartenverteilung in Salzburg im Jahr 2010

Viehhaltung bzw. Kulturart Anzahl der Betriebe Stück bzw. Hektar Durchschnitt /Betrieb
Rinder 6.663 167.636 25,2
Davon Milchkühe 5.069 58.686 11,6
Schweine 1.664 10.260 6,2
Hühner 3.517 150.483 42,8
Einhufer 2.043 8.472 4,1
Schafe 1.338 29.53322,1

Im Milchwirtschaftsjahr 2010-2012 lieferten 4.399 Salzburger Betriebe insgesamt 378.043 t Milch an Milchbe- und verarbeitungsbetriebe. Davon entfielen 123.060 t (29 Prozent) auf Biomilch Die Gesamtanlieferungsmenge entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Milchlieferleistung pro Betrieb von 85.938 kg.