Autor:
Stefan Mayer,
Fotos:
Johanna Paulus-Jenner, Roland Hölzl
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Kultur

Goldegger Kulturjuwele aufpoliert

Der Reichtum historischen Kleinode im Land lebt vor allem davon, dass ihr Wert erkannt wird und den Menschen etwas ‚wert‘ ist. Die finanzielle Unterstützung des Landes wirkt als Hebel für private Initiativen zur Erhaltung. Einige sehr gute Beispiele dafür findet man in der Pongauer Gemeinde Goldegg.
 

"Sowohl kleine als auch große Vorhaben werden unterstützt. 2021 hat das Land 50 Sanierungsprojekte alter Kulturgüter in allen Bezirken mit mehr als 1,4 Millionen Euro unterstützt“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn, der in der Pongauer Gemeinde Goldegg drei Beispielprojekte besichtigte. Unter anderem: Das alte Weberhaus, laut Dorfchronik stammt es aus dem Jahr 1569.

Handgemachte Schindeln

„Das Weberhaus ist eine echte Rarität mit einem für diese Gegend früher typischem Legschindeldach. Die Neueindeckung wurde vom Land unterstützt“, so Schellhorn. Die Schindeln müssen der Faser nach gespalten werden, damit sie lange halten. Nur noch wenige Holzverarbeiter beherrschen diese traditionelle und aufwändige Arbeit, die früher im Winter gemacht wurden. 1582 wurde laut Gemeindechronik im Haus eine Badstube errichtet. Heute wohnt in dem Haus auch ein „Bader“, Eigentümer Walter Schmidjell: „Ich bin in Goldegg aufgewachsen und habe das Haus über mehrere Jahrzehnte saniert sowie immer darauf achtend, dass die historische Substanz erhalten bleibt.“

In der Kirche war der Wurm drin

Ein anderes Beispiel für den Erhalt wichtiger Kulturgüter: Der Goldegger Pfarrkirche haben Holzwürmer dem Dachstuhl und der Holzdecke zugesetzt. Die Schädlinge konnten erfolgreich bekämpft werden. Dafür wurde die Kirche in Folie eingepackt. „Ein Vorbild für die vielen laufenden Kircheninstandhaltungen und -sanierungen, für die das Land zehn Prozent der förderbaren Kosten übernimmt“, so Schellhorn.

Vom Marterl bis zur Pfarrkirche, vom Bauernhof bis zum Schloss – all das ist wertvolles, kulturelles Erbe und macht Salzburg einzigartig.
Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn

Seekirchener Kulturschätze „mitbehandelt“

„Nicht nur die Hinterlassenschaften der Holzmahlzeiten sind jetzt Geschichte, sondern der Hunger der Würmer wäre dem Dachstuhl über kurz oder lang an die Substanz gegangen“, ist Pfarramtsleiter Toni Fersterer erleichtert. Ein Kreuz der Filialkirche Zell am Wallersee sowie ein hölzerner Ambo der Stiftspfarrkirche Seekirchen – beide ebenfalls vom Holzwurm geplagt - konnten dabei gleich „mitbehandelt“ werden. Zum Schutz der Tiere im Dachstuhl wurde eng mit der Fledermausbeauftragten des Landes zusammengearbeitet.

Virtuelles Schloss Goldegg

Und das dritte Beispiel: Schloss Goldegg ist für seinen prunkvollen Rittersaal aus dem 16. Jahrhundert mit mittelalterlichen Wandverkleidungen und als Tagungszentrum überregional bekannt und beherbergt ein Heimatmuseum. Entstanden mit Unterstützung des Landes und bis zum Sommer online ist ein virtueller Rundgang durch die Räume. „Die Musikerempore im Rittersaal oder medizinische Werkzeuge im Heimatmuseum können jetzt zum Beispiel online unter die Lupe genommen werden. Und man bekommt Lust auf einen Echtbesuch“, berichtet Kulturvereinsleiter Cyriak Schwaighofer. REP_220615_60 (sm/mel)

Kultur; Pongau; Schellhorn
Info
Land unterstützt Erhaltung
  • 1,4 Millionen Euro für 50 Sanierungen 2021
  • 30 Vorhaben heuer
  •  Förderzusagen für 20 Projekte 
Beispiele
  • Troadkasten (Lessach) 
  • Venetianergattersäge (Ramingstein )
  • Sanierung Schlackenputzhauses (Obertrum)
  • Sicherung Kapelle(Saalfelden)
  • Restaurierung Mauracherorgel (Unken)