Autor:
Stefan Mayer,
Fotos:
Franz Neumayr, Land Salzburg
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Energie

Energietipps von den Profis

Klimawandel, Preisexplosion, Heizungstausch – hier selber die richtigen Entscheidungen zu treffen, fällt schwer. Die Energieberatung des Landes verzeichnet Rekordzahlen, der Trend geht klar in Richtung erneuerbar, klimafreundlich und unabhängig.
 
Eine neue Heizung ist eine Investition für Jahrzehnte. Bauherrinnen und Bauherren von neuen Häusern haben die Chance auf die zukunftsfähigsten Energieformen. Steht die Gasttherme oder der Öltank bereits im Keller, beschäftigt die Besitzer immer mehr die Frage: Soll ich jetzt wechseln? Und wenn ja, auf welches Heizsystem? Denn neben den Anschaffungskosten rücken auch diese Fragen immer mehr ins Blickfeld: Mit welchen Betriebskosten muss ich rechnen? Wie unabhängig werde ich von der Rohstoffversorgung? Und wie schone ich das Klima?

Rekordwerte bei der Energieberatung

Dem Ausstieg aus Öl und Umstieg auf erneuerbare Energien geht meist eine professionelle Beratung voraus. Die große Nachfrage nach der Energieberatung Salzburg reißt nicht ab und erreicht neue Rekordwerte: Insgesamt 4.133 wurden im abgelaufenen Jahr durchgeführt. Das ist eine Steigerung um ein Drittel oder um mehr als 1.000 Beratungsgespräche im Vergleich zum Jahr 2020. Auch für das Jahr 2022 wird eine weitere Steigerung erwartet.

Raus aus der Abhängigkeit

Schon 2021 suchten um doppelt so viele Haushalte um Förderung für den Ölkesseltausch an als im Jahr davor. „Der Krieg und die rasant steigenden Preise zeigen uns, dass wir die Energiewende und den Ausstieg aus fossilen Quellen dringend brauchen. Wir sehen nun noch deutlicher, dass wir unsere Import-Abhängigkeit beenden und auf erneuerbare und regionale Rohstoffe umsteigen müssen“, ist Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn überzeugt und er betont. „Es stehen heuer zehn Millionen Euro für den Heizungstausch und für die kostenlose Energieberatung Salzburg zur Verfügung.“


Bevor der Weg zur kostenlosen, produktneutralen und unabhängigen Energieberatung eingeschlagen wird, finden "Wechselbereite" bereits Antworten auf grundsätzliche Fragen. "Ich empfehle allen, die sich fragen, wie sie ihr Haus oder ihre Wohnung effizienter machen können, einen Besuch auf der Website der Energieberatung unter www.salzburg.gv.at/energieberatung. Dort sind jede Menge Informationen für Salzburgerinnen und Salzburger zusammengefasst", sagt Georg Thor vom Referat Energiewirtschaft und -beratung des Landes. Die wichtigsten Tipps: 

1. Neu denken

Der Markt und die Trends bei Technik und Material ändern sich rasant. Was bisher abgasreich eingeheizt werden musste, kommt gratis von der Sonne oder aus dem Boden.

2. Vorher informieren

Förderungen werden oft nur dann ausbezahlt, wenn der erste Antragsschritt vor der Maßnahme gesetzt wurde. Die beste Sonnenausbeute für einen Standort lässt sich mit ein paar Klicks vorberechnen.

3. Geld von Bund und Land

Geld vom Land gibt es entweder als Energieförderung oder fürs Sanieren über die Wohnbauförderung. Nicht beides. Aber Bundesförderungen (Umwelt, Raus aus Öl, Sanierungsscheck, ÖMAG) können zusätzlich beantragt werden. Auch einige Gemeinden unterstützen.

4. Keine halben Sachen beim Dämmen

„Gut gemeint" beim Stopfen von Kältebrücken kann das Problem oft schlimmer machen. "Also vor der Sanierung zum Profi, bevor der Schimmel grüßt", so Georg Thor.

5. Die passende Größe

Für Photovoltaik: Was soll künftig damit gespeist werden? Auch das Auto? Wann wird am meisten verbraucht? Will ich eine Notstromversorgung? Wieviel kann ich mit Rückspeisung verdienen? Ideal ist eine Kombination mit einer Wärmepumpe. Angesichts gestiegener Energiepreise ist es sinnvoll, geeignete Flächen maximal auszunutzen. Hilft der Umwelt, freut das Geldbörsel.

6. Speicher: Bitte warten

Überschüssigen Sonnenstrom für später zwischenspeichern klingt toll. Ist aber bei derzeitigen Preisen und trotz Förderungen noch nicht wirtschaftlich.

7. Erneuerbar: Aber womit?

Die Klassiker: Wärmepumpe - mit Luft, Grundwasser, Erdkollektor oder Tiefenbohrung, Holzheizung -mit Pellets, Hackschnitzel oder Scheitholz, Fernwärme - immer mehr aus erneuerbaren Quellen. REP_220511_60 (sm/pp)

Energieberatung; Umwelt