Autor:
Mario Scheiber,
Fotos:
Franz Neumayr/Melanie Hutter
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Kultur

Salzburg ist das Land der Volkskultur

Die rund 60.000 Mitglieder der sechs Verbände im Forum Salzburger Volkskultur bereichern mit ihrem breiten und vielfältigen Kulturangebot unser Bundesland. Tausende ehrenamtliche Mitglieder und Mitarbeiter engagieren sich bei den unterschiedlichen Vereinen. Egal ob bei den Schützen, bei den Heimatvereinen, bei der „Musi“, beim Singen oder im Museum. Sie sind das Rückgrat der heimischen Volkskultur. Ein Blick in die Bezirke und auf seine (Volkskultur)Menschen.
 

Ein Beispiel für die lebendige Volkskultur in Salzburg: unsere Schützen. Mit rund 6.500 Mitgliedern und 110 Kompanien und Garden sind sie eine fixe Größe im Vereinsleben jeder Salzburger Gemeinde - die Schützen. Der größte „Schützen-Bezirk“ ist mit 41 Kompanien und rund 3.400 Mitgliedern der Flachgau. Dahinter folgt mit 19 Kompanien und rund 1.900 Mitgliedern der Tennengau. Der Pongau verfügt über 18 Kompanien, der Pinzgau über 13 Kompanien, die Stadt Salzburg über elf Kompanien und der Lungau über acht Kompanien.

Neuer "Oberschütze"

Landesschützenobrist ist seit letzten Jahr der Bergheimer Josef Braunwieser. Ihm wurde die „Berufung“ Schütze zu sein bereits in die Wiege gelegt. „Ich bin seit vierter Generation Schützen. Schon die Großväter waren aktive Hauptmänner, auch in meiner Heimatgemeinde. Die Kameradschaft, das Hochalten der Tradition und die Heimatverbundenheit gefallen mir bei unserem Brauch besonders“, so Braunwieser.

Die Vereine lassen es schnalzen

Bei den Salzburger Heimatvereinen kommen alle auf ihre Kosten. Egal ob man es gerne trachtig mag, es „schnalzen“ lässt, mit den Perchten unterwegs ist, das Brauchtum pflegen, tanzen oder singen möchte. 368 Mitgliedsvereine mit über 26.400 Mitglieder zeigen, wie vielfältig Volkskultur sein kann. „Hier betätigen sich generationsübergreifend Menschen aus allen Bevölkerungsschichten. Sie vermitteln Wissen über die Vergangenheit, engagieren sich mit umfangreichen Projekten ehrenamtlich in der Gegenwart. Sie sind sich ihrer Verantwortung für die Zukunft bewusst und machen die Gesellschaft in unserem Bundesland bunt. So sind sie eine unverzichtbare soziale Stütze in den Gemeinden“, sagt der Landesobmann Hannes Brugger aus der Stadt Salzburg. Über die meisten Vereine – 90 an der Zahl – verfügt der Pinzgau. Im Flachgau sind es um neun Vereine weniger, dafür gibt es um fast 2.000 Mitglieder mehr. 60 Vereine zählt der Lungau, 57 der Pongau, 45 der Tennengau und 35 die Stadt Salzburg.

Soizburgerisch aufg'spielt

Der Salzburger Blasmusikverband zählte im vergangenen Jahr 147 Musikkapellen, rund 8.300 aktive und rund 7.900 unterstützende Mitglieder. „Blasmusik ist für mich ein lebenslanger Begleiter, meine Leidenschaft, hat kein Ablaufdatum, verbindet Generationen und ist jung und innovativ. Die Musi ist Heimat und im öffentlichen, gesellschaftlichen und sozialen Miteinander nicht mehr wegzudenken“, sagt deren Obmann, der Gollinger Matthäus Rieger. Mit 39 Musikkapellen ging 2021 der Flachgau im Bezirksranking als Sieger hervor. 33 gab es im Pinzgau, 32 im Pongau, 16 im Lungau, 15 im Tennengau und zwölf in der Stadt Salzburg.

Die Volkskultur macht die Gesellschaft in unserem Bundesland bunt
Hannes Brugger, Landesobmann der Salzburger Heimatvereine.

Echter Volksmusi Genuss

Egal ob man gemeinsam musizieren oder singen will. Im Salzburger Volksliedwerk fühlen sind Sänger und Musikanten gleichermaßen wohl. 918 Mitgliedsvereine sind im Verband engagiert. 220 davon im Flachgau, 140 in der Stadt Salzburg 126 im Pongau, 80 im Pinzgau, 74 im Tenngau und 23 im Lungau. Dazu kommen noch weitere 156 Mitgliedsvereine, die in ganz Österreich, und 99 die weltweit engagiert sind. Neben der Musik nimmt im Volksliedwerk auch die Forschung einen wichtigen Platz ein. Rund 1.000 Titel, teilweise aus dem 19. Jahrhundert, umfasst der Liederbuchbestand im „Salzburger" Archiv im Haus der Volkskultur in Salzburg-Nonntal. Es dient dabei als „Gedächtnisspeicher" für die alle Vereine und Organisationen. Seit letzten Jahr ist Anni Haitzmann aus Unken die neue Vorsitzende.

G'sunga wird gemeinsam

Der Chorverband Salzburg zählt 351 Mitgliedsvereine, rund 7.500 Sängerinnen und Sänger sind aktiv. Die meisten Chöre im Bundesland gibt es mit 99 im Flachgau. Knapp dahinter folgt die Stadt Salzburg mit 85 Chöre. 51 gibt es im Pongau, 47 im Pingau, 35 im Lungau und 34 im Tennengau. Die Geschicke als Präsident führt der Stadt Salzburger Dieter Schaffer.

Kulturgenuss für jedermann

Die vielen ehrenamtlichen Helfer im Landesverband Salzburger Museen und Sammlungen bieten den Besuchern einen vielseitigen und spannenden Kunst- und Kulturgenuss. Insgesamt zählt der Verband 98 Mitgliedsvereine im Bundesland. Auch hier liegt mit 32 Museen der Flachgau auf dem ersten Platz. 22 Attraktionen kann man in Pongau besuchen, 17 im Pinzgau, elf im Tennengau, acht im Lungau und in der Stadt Salzburg. Obfrau ist Andrea Dillinger aus Saalfelden.

Flachgau ist Bezirkskaiser

Salzburgs einwohnerstärkster Bezirk, der Flachgau, ist in Punkto Blasmusik, Volkslieder, Chören und Museen der Platzhirsch. 512 Mitgliedsvereine im Forum Salzburger Volkskultur gibt es dort und bieten für Interessierte ein umfassendes Angebot. Dahinter folgt mit 306 Mitgliedsvereinen der Pongau, 291 gibt es in der Stadt Salzburg, 280 im Pinzgau, 198 im Tennengau und 150 im Lungau. REP_220623_90 (msc/mel)

Kultur; Flachgau; Pongau; Pinzgau; Lungau; Tennengau; Stadt Salzburg; Gesellschaft
Info

Forum Salzburger Volkskultur

  • Rund 60.000 Mitglieder zählt die Salzburger Volkskultur.
  • Vorsitzender des Forums Salzburger Volkskultur ist Landtagspräsident außer Dienst Simon Illmer, mit der Geschäftsführung ist Berta Wagner betraut.
  • Das Forum ist die Servicestelle für Vereine und Interessierte und bietet den Vereinen Infrastruktur, Administration und Personal, gibt Fachpublikationen heraus, organisiert Projekte, und noch vieles mehr.