Schimmel und seine Bekämpfung

Schimmelbildung in Innenräumen ist ein hygienischer Missstand und eine Gesundheitsgefahr. Befallene Räume müssen daher umgehend saniert werden.

Tipps bei Schimmel im Wohnbereich

  1. Überblick verschaffen

    Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Ausdehnung des Schimmelbefalls. Dazu eventuell Möbelstücke (Kasten, Sofa etc.) von der Wand abrücken. Es gibt auch sogenannten versteckten Schimmel hinter Einbaukästen, Holzverschalungen und Gipskartonplatten. Bei allfälligen rechtlichen Konsequenzen ist eine Fotodokumentation vor Durchführung der nachfolgenden Maßnahmen zu überlegen.
  2. Bei oberflächlichem Schimmelbefall

    Besorgen Sie sich einen breiten Pinsel und 1 Liter Brennspiritus, erhältlich bei Farbenhandlungen und Baumärkten. Bestreichen Sie die vom Schimmelpilz befallenen Flächen mittels Pinsel einmal mit dem Brennspiritus (Alkohol). Damit kann eine vorübergehende Wachstumshemmung erzielt werden und bei Entfernung von Materialien auch eine Sporenfreisetzung in die Luft. Die Verwendung von Essig oder chlorhältigen Mitteln wird nicht empfohlen. Lüften Sie den Raum gut.
  3. Bei weitergehendem Schimmelbefall

    Die Sanierung von mikrobiell befallenen Materialien muss das Ziel haben, sämtliche vorhandenen mikrobiellen Bestandteile wie Sporen, Mycel, Bakterien usw. zu entfernen. Bei Leichtbaukonstruktionen ist auch die Innenseite der Konstruktion auf ein mikrobielles Wachstum zu prüfen. Befallene, einfach zu demontierende Wand- und Deckenkonstruktionen oder Verschalungen sind in jedem Fall zu ersetzen. Eine bloße Abtötung der Mikroorganismen reicht nicht aus, da auch abgetötete Organismen sowie deren Metaboliten und Bruchstücke von gesundheitlicher Relevanz sind und z.B. allergische Reaktionen auslösen können. Entfernen Sie die vom Schimmel befallenen Materialien wie zB Tapeten, Holzverschalung, Holzfußboden, Sesselleisten, Teppich, Gipskartonplatten. Wandfarben sollten mit einer Spachtel bis zum Feinputz entfernt werden. Verwenden Sie eine Atemschutzmaske Feinstaubmaske) und Arbeitskleidung.
  4. Oberflächen trocknen

    Versuchen Sie die befallenen Oberflächen zu trocknen und die Temperatur im Bauteil zu erhöhen. Dies gelingt zB durch entsprechendes Aufheizen des Raumes mittels der vorgesehenen Raumheizung bzw. zusätzlich durch Einsatz von elektrischen Heizlüftern oder mobilen Elektroheizkörpern. Soweit erforderlich können auch Entfeuchtungsgeräte eingesetzt werden. Bautrockner auf der Basis von Flüssig- oder Erdgas werden wegen des zusätzlichen Anfalles von Feuchtigkeit aus dem Verbrennungsabgas nicht empfohlen.
  5. Ursachen suchen und beseitigen

    Versuchen Sie in jedem Fall die Ursache des Schimmelbefalles herauszufinden, eventuell unter Heranziehung eines baubiologischen Messtechnikers oder eines bautechnischen Sachverständigen, und diese zu beseitigen.
  6. Schlafzimmer – Feuchtigkeit nachts ablüften

    Eine wichtige Maßnahme zur Verhinderung von Schimmelbildung in Schlafräumen ist, die Räume richtig zu lüften – auch im Winter. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte bei 50 Prozent und die Raumtemperatur in der Nacht nicht unter ca. 15°C, am Tag bei ca. 20 - 21°C, liegen. Wir geben beim Atmen und über die Haut größere Mengen Wasser ab. Diese Feuchtigkeit sollte laufend über Fenster abgelüftet werden und die Schlafzimmertür dabei geschlossen sein. Da im Winter ein normales Kippen der Fenster zu großen Wärmeverlusten führen würde, ist eine der Außentemperatur angepasste Kippstellung nötig. Dies gelingt z.B. mit einem einfachen Lüftungsstab, der selbst leicht herzustellen ist. Dazu einen runden Holzstab aus einem beliebigen Holz herstellen: Durchmesser ca. 3 cm, Länge je nach Erforderniss abmessen = Distanz zwischen Dreh-Kipp-Hebel und Fensterbank bzw. bei Balkontüren zum Fußboden. An der Stabspitze mit einer Holzraspel eine Hohlkehle anbringen und den Fuß mit einem Gummistoppel versehen. Das Fenster / die Tür nun durch entsprechende Veränderung der Fußposition soweit kippen, dass die Raumtemperatur in der Nacht nicht unter 15°C fällt. In der Früh dann das Fenster schließen und den Raum mit dem Heizkörper (Thermostatventil) auf ca. 20-21°C aufheizen. Ein Thermometer kann dabei hilfreich sein.

Tipps bei Schimmel in Betrieben

  1. Schimmel Gefahr für die Gesundheit der Mitarbeiter

    Schimmelsporen werden über die Luft verbreitet und erhöhen ua das Risiko für allergischen Schnupfen (Niesreiz), Bindehautentzündung und Asthma (pfeifende Atemgeräusche) sowie für weitere Lungenerkrankungen. Bestimmte Schimmelpilze können starke Gifte (Mykotoxine) produzieren, die bei Menschen und Tieren bereits in geringen Konzentrationen toxische Wirkungen zeigen: Chronische Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Antriebslosigkeit, Leber- und Nierenschädigungen, Beeinträchtigungen des Immunsystems, Hautreizungen oder hormonelle Auswirkungen wie Fruchtbarkeitsstörungen. Manche Mykotoxine sind auch krebserregend. Bestimmte Schimmelpilze, wie etwa der Gattung Aspergillus, können bei sehr stark immunsupprimierten Menschen zu schwersten, auch tödlich verlaufenden Infektionen führen.
  2. Schimmel Gefahr für das Lebensmittel

    In Räumen mit Schimmelbildung liegt eine erhöhte Sporenkonzentration vor. Dabei werden auch alle unverpackten Lebensmittel mit Sporen besetzt. Unter geeigneten Umweltbedingungen kommt es dadurch uU zum vorzeitigen Verderb da nun aus den Sporen ein neuer Pilz wächst. Damit steigt auch das Risiko für den Verderb des Lebensmittels und einer Gefährdung des Konsumenten durch Mykotoxinbildung.
  3. Überblick verschaffen

    Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Ausdehnung des Schimmelbefalls. Dazu eventuell Möbelstücke (Kasten, Sofa etc.) von der Wand abrücken. Es gibt auch sogenannten versteckten Schimmel hinter Einbaukästen, Holzverschalungen und Gipskartonplatten. Bei allfälligen rechtlichen Konsequenzen ist eine Fotodokumentation vor Durchführung der nachfolgenden Maßnahmen zu überlegen.
  4. Bei oberflächlichem Schimmelbefall

    Besorgen Sie sich einen breiten Pinsel und 1 Liter Brennspiritus, erhältlich bei Farbenhandlungen und Baumärkten. Zur Desinfektion bestreichen Sie die vom Schimmelpilz befallenen Flächen mittels Pinsel einmal mit dem Brennspiritus (Alkohol). Die Verwendung von Essig oder chlorhältigen Mitteln wird nicht empfohlen. Lüften Sie den Raum gut.
  5. Bei weitergehendem Schimmelbefall

    Die Sanierung von mikrobiell befallenen Materialien muss das Ziel haben, sämtliche vorhandenen mikrobiellen Bestandteile wie Sporen, Mycel, Bakterien usw. zu entfernen. Bei Leichtbaukonstruktionen ist auch die Innenseite der Konstruktion auf ein mikrobielles Wachstum zu prüfen. Befallene, einfach zu demontierende Wand- und Deckenkonstruktionen oder Verschalungen sind in jedem Fall zu ersetzen. Eine bloße Abtötung der Mikroorganismen reicht nicht aus, da auch abgetötete Organismen sowie deren Metaboliten und Bruchstücke von gesundheitlicher Relevanz sind und z.B. allergische Reaktionen auslösen können. Entfernen Sie die vom Schimmel befallenen Materialien wie zB Tapeten, Holzverschalung, Holzfußboden, Sesselleisten, Teppich, Gipskartonplatten. Wandfarben sollten mit einer Spachtel bis zum Feinputz entfernt werden. Verwenden Sie eine Atemschutzmaske Feinstaubmaske) und Arbeitskleidung.
  6. Oberflächen trocknen

    Versuchen Sie die befallenen Oberflächen zu trocknen und die Temperatur im Bauteil zu erhöhen. Dies gelingt zB durch entsprechendes Aufheizen des Raumes mittels der vorgesehenen Raumheizung bzw. zusätzlich durch Einsatz von elektrischen Heizlüftern oder mobilen Elektroheizkörpern. Soweit erforderlich können auch Entfeuchtungsgeräte eingesetzt werden. Bautrockner auf der Basis von Flüssig- oder Erdgas werden wegen des zusätzlichen Anfalles von Feuchtigkeit aus dem Verbrennungsabgas nicht empfohlen.
  7. Lebensmittel verpacken und Staub regelmäßig entfernen!

    Lebensmittel sollten zur Vorbeugung eines Schimmelpilzbefalls nicht offen gelagert werden.
    Weiters sollte Staub regelmäßig entfernt werden, da im Staub auch Schimmelpilze wachsen können.
  8. Ursachen suchen und beseitigen

    Versuchen Sie in jedem Fall die Ursache des Schimmelbefalles herauszufinden, eventuell unter Heranziehung eines baubiologischen Messtechnikers oder eines bautechnischen Sachverständigen, und diese zu beseitigen.
  9. Feuchtigkeit und Temperatur automatisch messen und gezielt ablüften

    Zur Feuchtigkeitsabfuhr in Lagerräumen und speziell in Kellerräumen haben sich spezielle Regelungen (zB Logidry®) die etwa Zu- und Abluftventilatoren in Wänden steuern bewährt. http://www.logivent-de.de/logidry/
    Diese Steuerung ermittelt über einen kombinierten Fühler aus Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit den absoluten Feuchtigkeitsgehalt und vergleicht den Wert der Innenluft mit der Außenluft. Sobald die absolute Feuchtigkeit außen geringer ist als innen, werden zB Ventilatoren mit Strom versorgt. Damit Räume im Winter nicht auskühlen, wird die minimale Temperatur im Raum eingestellt. Damit gelingt bei minimalem Stromverbrauch eine dauerhafte Reduktion der Feuchtelast.
    Im Sommer ist unter Umständen der Einsatz von Luftentfeuchtern erforderlich.