Invasive Arten

Invasive Arten sind nicht-heimische Pflanzen und Tiere. Manche davon sind auch gesundheitlich relevant, wie etwa der Riesen-Bärenklau, der 2017 in der Gemeinde Ramingstein zum Thema wurde.

​Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)

Schutzmaßnahmen bei der Bekämpfung des Riesen-Bärenklau

Die Vernichtung des Riesenbärenklaus erfordert besondere Schutzmaßnahmen© Land Salzburg/Alexander Leitner
Der Pflanzensaft des Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude genannt, enthält Substanzen, die in Verbindung mit dem Sonnenlicht / UV-Licht zu teils schweren Entzündungen der betroffenen Hautareale führen. Die Substanzen sind photosensibilisierende Furanocumarine  (Psoralene) und können zur sg. Phytophotodermatitis, also einer durch Pflanzen und Sonnenlicht ausgelösten Hautentzündung führen.Diese tritt in abgeschwächter Form auch bei anderen Pflanzen (z.B. Wiesen-Bärenklau, Meisterwurz, Engelwurz, Pastinake, Sellerie) auf. Als s.g. Wiesengräserdermatitis wird eine streifige, oft blasenbildende Variante bezeichnet, die praktisch als Abdruck der Grashalme entsteht.
Je nach UV-Intensität kann sich zum Teil schon innerhalb von 2 Stunden, eine bizarr konfigurierte, scharf begrenzte Rötung und Schwellung der Haut die mit zunehmendem Juckreiz und brennenden Missempfindungen einhergeht, zeigen. Ohne Therapie entwickeln sich Bläschen und Blasen, wie bei einem schweren Sonnenbrand. Bei einer Infektion können lang anhaltende nässende Wunden auftreten. Nach Abheilung kann sich eine vermehrte Pigmentierung zeigen. Diese hyperpigmentierten Areale sind erhöht UV-empfindlich und sollten vor Sonne geschützt werden.
Bei schwacher UV-Exposition kann eine starke entzündliche Reaktion fehlen und nach ein bis zwei Wochen direkt die Hyperpigmentierung auftreten.
Bei besonders empfindlichen Menschen können Reaktionen schon bei einfacher Berührung mit der Pflanze auftreten. Kinder gelten als besonders gefährdet, wenn sie in unmittelbarer Nähe dieser Pflanzen oder mit Pflanzenteilen spielen.  
Jeglicher Umgang mit dem Riesen-Bärenklau sollte mit besonderer Vorsicht erfolgen.
  1. Ideal für die Bekämpfung sind trübe, kühlere Tage bzw. in schattigen Lagen die frühen Morgenstunden.
  2. Bei der Bekämpfung sollten keine Freischneider eingesetzt werden, da dabei der giftige Pflanzensaft verspritzt wird.
  3. Vor der Bekämpfung sollte die Strategie gut überlegt werden wie z.B. Bekämpfung der Bestände von außen nach innen, oder was genau zu tun ist.
  4. Die erforderliche Schutzausrüstung hängt von der Tätigkeit ab.
    1. Beim Abstechen von Jungpflanzen sowie generell: Stiefel / festes Schuhwerk, wasserabweisende lange Hose (z.B. Regenüberhose zum Radfahren/Wandern), wasserabweisende Jacke, flüssigkeitsdichte lange Handschuhe (z.B. lange gelbe Haushaltshandschuhe, lange Gummi-/ Nitrilhandschuhe).
    2. Das Abschneiden von Blüten- und Samenständen (Dolden) über Kopf sollte vermieden werden. Dazu besser den Pflanzenstamm in Brusthöhe mit der Astschere / Astsäge abschneiden und dann die Blüten- und Samenstände mit einer Gartenschere in den Sammelsack hinein abschneiden. Wenn erforderlich: Kopfbedeckung und  Gesichtsschutzschirm  aus durchsichtigem Kunststoff (erhältlich bei Arbeitsschutzanbietern) verwenden.
  5. Soweit ein Haut- oder Schleimhautkontakt mit Pflanzensaft erfolgte, sollte dieser sofort mit Wasser abgewaschen werden – z.B. auch bei versehentlichem Kontakt beim Ablegen benetzter Schutzkleidung. Daher umbedingt Wasser (z.B. in Flaschen und Kanistern) mitnehmen.
  6. Nach dem Ablegen der Schutzkleidung sofort die Hände waschen.
  7. Schutzkleidung und Arbeitsgeräte sofort nach dem Einsatz mit Wasser abspülen.
  8. Sollte es trotz Vorsichtsmaßnahmen zu einer Hautentzündung kommen, ärztliche Hilfe aufsuchen.
  9. Auch Hunde können mit Hautentzündungen reagieren.