Autor:
Gerhard Scheidler,
Fotos:
Melanie Hutter
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Verkehr

Salzburg radelt

Es gibt die wirklich harten Hunde. Die fahren mit dem Rad, egal ob es draußen regnet, Minusgrade hat oder die Wege im Schnee versinken. So hart im Nehmen sind wir nicht alle, aber: Nicht erst seit der Corona-Krise treten wir Salzburgerinnen und Salzburger gerne in die Pedale. Radfahren ist in, spart Nerven, schont die Umwelt und hält uns fit. Ein kleiner Blick ins Radland Salzburg.
 

Kaum Kosten und schon gar keine Mühen scheuen das Land und die Salzburger Gemeinden, wenn es darum geht, die Infrastruktur für die Radlerinnen und Radler zu verbessern. Seit heuer gibt es eine neue Förderung für Gemeinden zum Ausbau der Infrastruktur. Konkret: Radrouten, die im Besitz einer Gemeinde sind, werden mit 60 Prozent gefördert. Darunter fallen neben dem Bau neuer Wege auch Markierungsarbeiten, Belagsverbesserungen oder Verbreiterungen von bestehenden Wegen. Sechs Millionen Euro sind alleine heuer im Budget für Radwege reserviert. Ein Beispiel für den Ausbau: In Thalgau wurde heuer ein wichtiges Teilstück fertig gestellt, mehr Sicherheit und eine lückenlose Route von Salzburg bis Mondsee bedeuten einen großen Gewinn für die Rad-Community.

Grenzen überbrücken für die Pedalritter

Die Radl-Offensive macht auch vor Grenzen nicht Halt. Dort, wo sonst streng kontrolliert wird, werden für Radlerinnen und Radler Brücken gebaut. Geplant sind zwei neue Übergänge über die Salzach zwischen Salzburg und Freilassing sowie Anthering und Saaldorf-Surheim. Die Planungskosten werden zu 75 Prozent von der EU getragen. Den Rest teilen sich das Land Salzburg und die Gemeinden Anthering, Freilassing und Saaldorf-Surheim. Eingereicht hat das Projekt die EuRegio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein.

Wo geradelt wird, wird gefördert

Weiters unterstützt das Land mit der Erstellung eines Routenkonzepts. Gefördert werden außerdem Anhänger und Transportfahrräder in der Stadt Salzburg und einigen Gemeinden im Land. In bestimmten Fällen fördert auch der Bund. Finanzielle Unterstützung gewährt das Land weiters für überdachte Radständer bei Haltestellen.

Vorrang für Radler – von Gesetzes wegen

Seit April des Vorjahres sind auch gesetzliche Verbesserungen für Radelnde in Kraft. So dürfen sie sich am Ende eines Radfahrstreifens im Reißverschluss-System in den Fließverkehr einordnen. Vorher war die Wartepflicht gesetzlich verankert. Auch Transporträder bis 100 Zentimeter Breite dürfen nun Radwege benützen. Bisher galt diese Regelung für eine maximale Breite von 80 Zentimeter. Und drittens profitieren auch die Kinder: Sie mussten bisher nach der erfolgreichen Radfahrprüfung bis zum zehnten Geburtstag warten. Nun dürfen Neunjährige sofort losradeln.

Radfahren stärkt Immunsystem und Abwehrkräfte. Man ist einfach fitter und weniger krank.
Ursula Hemetsberger, Radverkehrskoordinatorin des Landes

Sicherheit geht vor

Für die einen ist es ein Sportgerät zum Fitbleiben, für die anderen Mittel zum Zweck, um von A nach B zu kommen. Aber für alle gilt: Sicherheit geht vor! Damit das Radeln auch Vergnügen bleibt. Mehrere Aktionen von Land und Stadt Salzburg, der Polizei und vieler anderer Verkehrsinstitutionen sorgen für mehr Fahrrad-Schutz auf Salzburgs Straßen und schaffen Bewusstsein zur Rücksichtnahme auf ungeschützte Verkehrsteilnehmer.

Mit Abstand mehr Sicherheit

So werden beispielsweise Autofahrer an speziellen Aktionstagen auf den Sicherheitsabstand beim Überholen von Radlern hingewiesen. Der Abstand muss bei Tempo 50 km/h mindestens eineinhalb Meter sein. Je schneller das Tempo, desto mehr Abstand. Und die Aktion „Sichtbar am Rad“ kümmert sich um die Jüngsten im Straßenverkehr. Im Vorjahr erhielten 2.500 Kinder nach bestandener Fahrradprüfung gut sichtbare Reflexschärpen.

Die Verdreifachung des Budgets für die Rad-Infrastruktur ist ein wichtiges Signal an die Rad-Community.
Verkehrslandesrat Stefan Schnöll

Hör auf das Respektier in dir!

Wobei: Die beste Sicherheitsmaßnahme ist noch immer gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt voreinander. Daran appelliert die Aktion „Hör auf das Respektier in dir!“ Also Augen auf: Das knuffige gelbe Maskottchen ist auch heuer wieder unterwegs.

Die Extraportion Motivation

Wer dann noch immer extra motiviert werden muss, ist bei der Aktion „Salzburg radelt“ richtig. Mitmachen ist ganz einfach: In einer App trägt man die mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer ein. Am Ende der Aktion werden tolle Preise wie Gutscheine, Helme, Schlösser, Urlaube und nagelneue Fahrräder verlost. Im Vorjahr machten mehr als 3.000 Teilnehmer mit. Die heurige Aktion läuft schon, zum Mitmachen ist es noch nicht zu spät. „Salzburg radelt“ ist Teil der österreichweiten Kampagne „Österreich radelt“ und eine gemeinsame Aktion von Land und Stadt Salzburg, Gebietskrankenkasse, Landeskliniken, AUVA, Universität, Arbeiterkammer, ORF und klimaaktiv und wird vom Klimabündnis durchgeführt. REP_200529_50 (grs/mel)

Verkehr; Sport; Schnöll; Salzburg radelt; Respektier
Info

Fahrrad-Check im Überblick

  • Das Fahrrad reinigen: So sind mögliche Defekte besser zu erkennen.
  • Die beweglichen Teile fetten und die Kette ölen.
  • Alle Schraubverbindungen überprüfen und – wenn nötig – festziehen, bei Leichtbau- und Carbonteilen mit einem Drehmomentschlüssel.
  • Schaltung und Bremsen überprüfen: Sind bei den Bremsbelägen die Rillen auf dem Gummi nicht mehr zu sehen, dann unbedingt durch neue ersetzen.
  • Die Beleuchtungsanlage vorne und hinten sowie die Rückstrahler testen.
  • Das Fahrrad mit allen vorgeschriebenen Reflektoren ausrüsten.
  • Beim Sattel die richtige Höhe einstellen.
  • Die Funktion der Klingel kontrollieren.
  • Die Reifen aufpumpen.

Akku checken: Akkus von Elektrofahrrädern können in der Winterpause Kapazität verlieren. Gegebenenfalls sollte dies bei einem Fachhändler überprüft werden. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, sollte sich an die Fachleute wenden: Die meisten Fahrrad-Werkstätten bieten einen umfangreichen Check an. Vor dem nächsten Einwintern sollte der Akku nur zu zirka 70 Prozent aufgeladen werden.