Autor:
Melanie Hutter,
Fotos:
Neumayr-Hofer
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Agrar/Wald

Die Hundeleine rettet Leben

„Respektiere deine Grenzen“ ist eine Aktion des Landes Salzburg mit einem wichtigen Ziel: Das Miteinander von Mensch und Natur, Wintersportler und Wald sowie Wild. Um allen Platz zu bieten, gibt es im Bundesland wichtige Partner der Aktion, auch die Skigebiete helfen mit. Schilder weisen auf die Ruhezonen des Wildes hin, es gibt eigene Freeride- und Skitourenrouten abseits der sensiblen Bereiche. Das neueste Angebot: Eine Langlaufloipe auf der Postalm, auf der explizit Hunde erlaubt sind - angeleint. Denn die Leine rettet das Leben der Wildtiere.
 

Die Pfoten sausen über den Schnee, die Zunge hängt heraus, die Freude ist sichtbar. „Mavic“ ist mit seinen zwölf Jahren zwar schon ein Schlittenhunde-Senior, aber die Loipe auf der Postalm ist für ihn eine tolle Trainingsmöglichkeit. „Das gibt es nicht oft, dass man Hunde auf die Loipe mitnehmen darf. Natürlich ist die Leine Pflicht und selbstverständlich - das sollte sie übrigens überall sein“, sind sich Elisabeth Smejkal-Hayn und Lisa Klaushofer vom Österreichischen Schlittenhundesportclub einig. Sie sind gerne auf der Postalm und schätzen das Miteinander. „Auch wir als Hundebsitzer sind bemüht aufzuklären. So genannte schwarze Schafe schaden allen und verhärten die Fronten. Das muss nicht sein. ,Respektiere deine Grenzen‘ ist eine tolle Aktion“, so die beiden. 

Es gab in letzter Zeit in Salzburg vermehrt Risse von Wildtieren durch Hunde. Aber auch, wenn das Wild durch einen frei laufenden Hund aufgescheucht wird, kann das lebensbedrohend sein. Die Leine rettet also wirklich Leben.
Landesrat Josef Schwaiger
Es ist nicht leicht, alle Interessen zu vereinen. Aber wir schaffen es und an ein paar Regeln muss man sich einfach halten.
Johann Fürst, Hegemeister

Respekt vor Mensch und Natur

„Die Postalm ist so wie andere Skigebiete wichtiger Partner von ,Respektiere deine Grenzen. Ich bin sehr dankbar, dass hier umfassend informiert wird, zum Beispiel am Einstieg für die Skitourengeher und auch entlang der Loipe, wo unter anderem auf die Leinenpflicht hingewiesen wird. Mein Zugang ist einfach, dass jeder Platz hat, wenn gewisse Regeln eingehalten werden und Rücksicht genommen wird. Wintersport und Wald, Wildtiere sowie Natur widersprechen sich nicht“, so Agrar-Landesrat Josef Schwaiger. 

Alternativen

Um alles in Bahnen zu lenken, hat Linus Pilar, Geschäftsführer des Winterpark Postalm, die Loipe in Zusammenarbeit mit der Jägerschaft und den Grundstückbesitzern umgesetzt. „Die Interessen zu vereinen ist mir persönlich sehr wichtig und funktioniert auf der Postalm. Hier ganz in der Nähe der Lopie ist eine Wildfütterung, aber das funktioniert durch die Leinenpflicht sehr gut“, so Pilar und er fügt hinzu: „Regeln sind wichtig, aber Alternativen auch. So eine Loipe mit der Lizenz für Vierbeiner kenne ich in dieser Form bisher noch nicht.“ REP_220217_70 (mel)

Agrar/Wald; Schwaiger
Info

​Botschafterin für mehr Respekt

Alexandra Meissnitzer engagiert sich für „Respektiere deine Grenzen“. Die Doppelweltmeisterin und Moderatorin aus Abtenau brennt für die Sache und ist die neue Botschafterin der Aktion des Landes Salzburg. 

Tipps zu „Respektiere deine Grenzen“ im Winter
  • Schilder und Markierungen bitte beachten. Vor allem die Ruhezonen müssen respektiert werden, auf markierten Routen und Wegen bleiben. Grund: So bleibt das Wild möglichst ungestört, flüchtet nicht und verbraucht weniger Energie, was im Winter das Überleben sichert.
  • Hunde bitte an die Leine nehmen. Grund: Sie stören die Wildtiere und „verschrecken“ sie.
  • Fütterungszonen und schneefreie Äsungsflächen bitte meiden. Grund: Im Winter ist das Futter knapp, das Leben für die Wildtiere im Schnee sehr beschwerlich. Wird die Nahrungsaufnahme gestört, knabbern die Tiere oft Baumwipfel und Rinde ab, ein großer Schaden am Wald entsteht.
  • Wiederaufforstungsflächen und Jungwald bitte meiden. Grund: Die Skikanten fügen den Bäumchen Schaden zu.
  • Besondere Rücksicht bitte in den Dämmerungs- und Nachtstunden. Grund: Das ist die „Essenszeit“ des Wildes.
  • Bitte Ruhe in den Bergen! Das gilt nicht nur, aber ganz besonders zu Silvester. Grund: Auch Lärm schreckt das Wild auf, es verliert bei der Flucht sehr viel Energie im Schnee und das Überleben im harten Winter ist gefährdet.