Ein Kind adoptieren

Die erste Anlaufstelle für die Vermittlung eines Adoptivkinds sind bei Inlands- und Auslandsadoptionen die Jugendämter in den Bezirken. Sie prüfen auch alle Eignungsvoraussetzungen von Adoptivelternwerber.

Voraussetzungen für eine Adoption

Wer ein Kind adoptieren will, muss unter anderem 25 Jahre alt sein. Der Altersunterschied zwischen dem Wahlkind und dem Annehmenden soll 16 Jahre betragen. Diese Altersgrenzen können unterschritten werden, wenn z.B. das leibliche Kind des Ehepartners adoptiert werden soll. Adoptieren können Erwachsene, die allein, in einer Lebensgemeinschaft oder Partnerschaft leben. Ehepaare müssen aber gemeinsam adoptieren. Dass der Annehmende schon Kinder hat, steht der Adoption nicht entgegen, sofern der Lebensunterhalt der leiblichen Kinder nicht bedroht wird. Die Prüfung der Eignungsvoraussetzungen von Adoptivelternwerbern erfolgt durch die Jugendämter in den Bezirken.

Vorbereitungsseminare für mögliche Adoptiveltern
Adoptivelternwerber/innen müssen, nach erfolgter Eignungsprüfung durch das Jugendamt, vor der Adoption an einer vorbereitenden Ausbildung teilnehmen.

Die Seminare umfassen die Themen Motivation, Entwicklung und Bindung, Recht und Praxis sowie Adoption und Partnerschaft.

 

Adoptionsvermittlung

Inlandsadoptionen: Die Jugendämter übernehmen die Vermittlung von Adoptivkindern. Sie begleiten die Eltern/Mutter des Kindes und die Adoptiveltern bis zum Adoptionsabschluss. Die Auswahl von geeigneten Adoptiveltern obliegt der Landesregierung.

Auslandsadoptionen: Bei Auslandsadoptionen ist zu unterscheiden, ob ein Staat dem Haager Adoptionsübereinkommen beigetreten ist. Dabei gilt grundsätzlich:

  • Typ A: Die meisten internationalen Adoptionen (in das und aus dem Ausland) werden nach dem „Haager Übereinkommen" abgewickelt. Die Adoption wird gemeinsam vom Heimat- und Aufnahmestaat durchgeführt. Welche Staaten dem Haager Übereinkommen beigetreten sind, finden Sie hier: www.hcch.net
  • Typ B: Wird eine Adoption in einem Staat abgewickelt, der nicht dem Haager Übereinkommen beigetreten ist, kommt die Adoption nach den Bestimmungen des Heimatlandes zustande und wird im Inland (Österreich) nicht förmlich anerkannt. Aber: Werden bei einer Behörde aufgrund der ausländischen Adoption Anträge gestellt (zB Verleihung der Staatsbürgerschaft, Familienbeihilfe,…), dann prüfen die österreichischen Behörden, ob die Adoption rechtswirksam zustande gekommen ist und kein Verstoß gegen die österreichische Rechtsordnung (zB Doppelehe, Kinderarbeit,…) vorliegt.


Zustandekommen einer Adoption

Eine Adoption kommt zustande, wenn die Annehmenden und das Wahlkind einen schriftlichen Vertrag über die Adoption abschließen und das Gericht diesem Vertrag zustimmt (bewilligt).
Ist das Wahlkind zB. aufgrund des Alterns nicht eigenberechtigt wird der Vertrag zwischen den Annehmenden und dem Jugendamt abgeschlossen.

Eine Adoption kommt nicht zustande wenn:

  • Die Kindesmutter die Einwilligung zur Adoption bis zur gerichtlichen Zustimmung zurücknimmt.
  • Das Gericht die Adoption nicht bewilligt, weil Personen dem Adoptionsvertrag nicht zustimmen (zB die Eltern des Kindes) oder nicht angehört wurden (z.B. das Jugendamt).
  • Die Eltern der Mutter über den Willen der Kindesmutter hinweg die Adoption veranlassen. Die Zustimmung der Eltern/Mutter ist auch dann erforderlich, wenn sie noch nicht 18 Jahre alt sind.

Nach der Vermittlung eines Adoptivkindes

Wird das Kind in den Haushalt der Adoptiveltern aufgenommen, dann sind etliche Behördenwege mit Hilfe des Jugendamtes zu erledigen. Zu den ersten Behördenwegen gehören:

  • Wohnsitzanmeldung (innerhalb von 2 Wochen)
  • Krankenversicherung (Meldung bei der Krankenkasse betreffend Mitversicherung)
  • Familienförderung (Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld,…) beantragen