Autor:
Martin Wautischer,
Fotos:
Martin Wautischer
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Agrar/Wald

Bambie-Rettung mit Drohne

Bevor im Frühjahr die Traktoren mit Mähwerken bei der ersten Heumahd im Einsatz sind, fliegt am Gelände der Landwirtschaftlichen Fachschule Kleßheim bereits in den frühen Morgenstunden eine Drohne mit Wärmebildkamera über die Wiesen. Das Ziel: Rehkitze, die sich im hohen Gras verstecken, zu finden und in Sicherheit zu bringen.
 

Traktor und Mähwerk stehen bereits am Wiesenrand und sind bereit für die erste Mahd. Gleich daneben steht die zweite Klasse der Landwirtschaftsschule Kleßheim und der Drohnenpilot der Gemeindejagd Wals-Siezenheim, in der Luft die Drohne mit Wärmebildkamera auf der Suche nach Rehkitzen im Gras. „Heuer haben wir erstmals die Drohne im Einsatz. Die Schüler sind die Landwirte von morgen. Wenn sie lernen, dass es so einfach ist, die Tiere zu retten, dann hoffen wir, dass sie es auch zu Hause weitergeben und so viel Tierleid verhindern", so Georg Brötzner, Leiter der Gemeindejagd Wals-Siezenheim.

So rettet High-Tech Leben

Die Drohnen mit Wärmebildkamera sind eine schnelle und wirkungsvolle Methode, um Rehkitze im hohen Gras vor der Heumahd zu finden und zu retten. „Die moderne Technologie hilft den Jägern und den Bauern sehr effektiv, zahlreiche Jungtiere zu finden und zu retten. Bisher mussten dabei viele Personen mithelfen und es war auch zeitintensiv", so Landeshauptmann-Stellvertreterin Marlene Svazek. „Die Landwirtschaftsschulen sind auch bei der Rehkitzrettung am Stand der Zeit und Technik und mit dem praktischen Unterricht schaffen wir auch bei den nächsten Generationen ein Bewusstsein für den Schutz der Wildtiere", erklärt Agrar-Landesrat Josef Schwaiger.

Die Drohne ist es eigentlich die einzige effektive Möglichkeit die Rehkitze zu retten.
Drohnenpilot der Walser Jäger, Franz Hasenöhrl

Wenig Aufwand, große Wirkung

Begonnen wird die Suche nach den Jungtieren zeitig in der Früh. „Da liefert die Wärmebildkamera die besten Ergebnisse", so der Drohnenpilot der Walser Jäger, Franz Hasenöhrl und er erklärt: „Wir fliegen dann mit der Drohne systematisch die Wiesen ab und wenn da ein Tier ist, zeigt uns die Infrarotkamera das mit einem roten Punkt oder auch Warnton an. Mit der Drohne ist es eigentlich die einzige effektive Möglichkeit die Rehkitze zu retten, weil man einen sehr großen Bereich in kürzester Zeit abfliegen kann." Gefundene Tiere werden vorsichtig in einen Karton mit Gras gelegt, diesen stellt man an einen schattigen Platz. Nach der Heuernte holen die Rehgeißen ihre Jungtiere wieder ab.

Schüler wollen Drohnen auch selbst einsetzen

Die Schüler der zweiten Klasse der LFS Kleßheim sind mit großem Interesse dabei, teils kennen sie diese Methode der Rehkitzrettung auch schon sehr gut. „Es ist unsere Pflicht, dass man es den Mädels und Burschen erklärt, wie einfach es heute schon möglich ist, Tierleben zu retten", so Direktorin Walburga Kaiser. „Bis jetzt sind wir vor dem Mähen immer selber über die Wiesen gegangen und haben gesucht. Ich überlege aber, das gemeinsam mit den Nachbarn zu machen, so retten wir viele Rehkitze und sparen auch noch Zeit dabei", sagt Bruno Schwarz aus der zweiten Klasse.REP_240510_30 (mw/mel)

Agrar/Wald; Flachgau; Natur; Schwaiger; Svazek
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