Autor:
Mario Scheiber,
Fotos:
Melanie Hutter, TVB Krimml, Gemeinde Pfarrwerfen
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Salzburg

Elf Gemeinden feiern heuer einen "Runden"

Abtenau, Hüttschlag, Krimml, Mauterndorf, Pfarrwerfen, Radstadt, Schleedorf, Schwarzach, Seeham, Thomatal und Zederhaus. Für diese elf Salzburger Gemeinden ist 2024 ein besonders Jahr. Sie alle feiern runde Jubiläen bei der ersten urkundlichen Erwähnung ihres Ortsnamens. Das älteste Jubiläum begeht dabei die Flachgauer Kommune Schleedorf. 874, also vor exakt 1.150 Jahren wurde der Ort erstmals erwähnt.
 

​Rund 1.150 Menschen leben derzeit in Schleedorf, im nördlichen Flachgau. Die Geschichte des Ortes ist eine der ältesten im Bundesland. Im Jahr 874 – zu dieser Zeit regierten die Karolinger Europa – wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Das Besondere an dieser Erwähnung ist dabei ihre Beiläufigkeit. Im Abtausch mit dem Bistum Passau erhält ein Priester den Ort „Slehdorf“, das heutige Schleedorf. Näher wird darauf nicht in der schriftlichen Quelle des Stiftes im heutigen Bayern eingegangen.

Dreifaches Jubiläum im Pongau

Die Pongauer Gemeinden Pfarrwerfen, Radstadt und Schwarzach wurden erstmalig 1074, also vor 950 Jahren, urkundlich erwähnt. Erst im 19. Jahrhundert erhielt Pfarrwerfen seinen heutigen Ortsnahmen. Längere Zeit war die Kommune unter den Namen „Pfarre zum Heiligen Cyriak bekannt. So wurde diese auch 1074 in einem Schenkungsbrief durch Erzbischof Gebhard von Helfenstein genannt. Der Name Radstadt kommt ursprünglich von Rastat, der mittelalterlichen Raststätte und war ein Pausenort für Fuhrleute. Schwarzach im Pongau wurde vor 950 Jahren als Swarzaha erstmals dokumentiert.

Abtenau feiert 900 Jahre

Abtenau wurde 1124 erstmals in einer Urkunde von St. Peter erwähnt. Erzbischof Konrad I. schenke den Benediktinern des Erzstiftes eine Siedlung, die damals Appanowa hieß, sowie weitere Güter im Lammertal. Bereits 67 Jahre nach der ersten Erwähnung wurde in Abtenau eine Kirche beurkundet. Das Kloster in der Landeshauptstadt ist heute noch eng mit dem Gebiet im Tennengau verbunden. Die Pfarren Abtenau, Annaberg und Rußbach sind im Pfarrverband Lammertal zusammengefasst.

„Verspätung in Mauterndorf

Bereits im Römischen Reich war Mauterndorf besiedelt. Römersteine sind heute noch stille Zeugen und zeigen, wie wichtig der Handelsweg über den Radstädter Tauern für das Imperium war. Kurz nach der Jahrtausendwende, im Jahr 1002, erhielt der Salzburger Erzbischof vom deutschen König das Recht, eine Maut einzuheben. Der Grundstein für Mauterndorf als wichtigen Handelsplatz im Mittelalter wurde so gelegt. Bis zur ersten urkundlichen Nennung dauerte es aber noch mehr als 140 Jahre. Erst 1144 und somit mit etlicher Verspätung wurde Mutelsdorf erstmals erwähnt. Das berühmte Wahrzeichen des Orts, die Burg, stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Runder „Geburtstag in Krimml

Die Besiedelungsgeschichte Krimmls reicht in das zweite Jahrtausend vor Christi Geburt zurück. Später kamen die Kelten und vor allem zur Römerzeit erlebte das Gebiet des heutigen Krimmls durch die Römerstraße über den Krimmler Tauern einen ersten bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts setze eine verstärkte Besiedelung des Oberpinzgaus ein und gut 120 Jahre später wurde 1224 in einem Kaufvertrag mit dem Salzburger Erzbischof erstmals ein Gut mit dem Namen „apud Chrumbel – bei Krimml – erwähnt.

Thomatal und Zederhaus „vereint

Die ehemalige Bergbaugemeinde Thomatal wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts, exakt 1314, erstmals in einem „Kaufvertrag Rudolfs von Vansdorf mit dem Salzburger Erzbischofs Weichart von Polheim urkundlich erwähnt. Bereits rund 170 Jahre zuvor wurde die in Thomatal liegende Burg Edenfest, damals noch unter dem Namen Lewenstein, genannt. Ebenfalls das 710-jährige Jubiläum feiert 2024 die Lungauer Gemeinde Zederhaus. Auch dieser Ort wurde in der gleichen Urkunde 1314 erwähnt.

640 Jahre Seeham

Die Geschichte der Flachgauer Gemeinde Seeham ist eng mit jener des Stifts Mattsee verknüpft. Aufzeichnungen des Stifts aus der Mitte des 12. Jahrhunderts weisen darauf hin, dass es kirchliches Leben in Seeham gab. 1310 wurde im Mattseer Stiftskalender die Formulierung „In plebe Seheim notiert. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es im Ort eine eigene Kirche mit einer Gemeinde gab. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die „Sehaimer Pfarre 1384, als vor 640 Jahren Grundstücke verkauft wurden.

Hüttschlag feiert „kürzestes Jubiläum

Der Bergbau war für das Großarlertal und somit auch für Hüttschlag prägend. Vor allem Kupfer und Schwefel wurden im Tal gefördert. Bereits im 14. Jahrhundert gab es Verhüttungsanlagen und Unterkünfte für Knappen. Um 1500 sollen die ersten Häuser und Hütten im Ort errichtet worden sein. Bis zur ersten Nennung des Ortsnamens solle es aber noch knapp 100 Jahre dauern. 1594 wurden die Besitzungen Sebastian Priefers in Holzenau Hüttschlag genannt. Der Ortsname leitet sich übrigens von Holzschlag für die Schmelzhütten ab. 

Aktuelle Informationen 

Alle aktuellen Informationen, etwa zu Terminen der Müllabfuhr, Ferienbetreuungen, Veranstaltungen oder Unterstützungen zu den elf Jubiläums-Gemeinden sowie zu allen weiteren 108 Kommunen im Bundesland Salzburg bietet die kostenlose Gem2Go-App. Alles zum Land Salzburg gibt es in der kostenlosen Land Salzburg App. Informationen, Videos, Grafiken und Fotos aus den Bezirken, Sofortnachrichten, Land Salzburg Ticker, Land Salzburg Magazin, Verkehrsinformationen inklusive Live-Kameras, Wetterwarnungen von GeoSphere Austria, Lawinenlagebericht oder auch Jobangebote beim Land Salzburg kann man hier finden. REP_240208_90 (msc/mel)

Salzburg; Flachgau; Tennengau; Lungau; Pinzgau; Pongau; Stadt Salzburg
Info

Jubiläumsgemeinden 2024 auf einen Blick

  • Zwischen 1.150 und 430 Jahren bewegen sich die Jubiläen der elf Salzburger Gemeinden.
  • Bezirksspitzenreiter in Punkto Jahrestage ist 2024 der Pongau mit vier Kommunen (Hüttschlag, Pfarrwerfen, Radstadt sowie Schwarzach). Drei kommen aus dem Lungau (Mauterndorf, Thomatal und Zederhaus), zwei aus dem Flachgau (Schleedorf und Seeham) und je eine aus dem Tennengau (Abtenau) und Pinzgau (Krimml).
  • Rund 25.000 Einwohner zählten die elf Orte mit 1. Januar 2023. Die meisten Menschen haben dabei mit rund 6.000 in Abtenau gelebt, in Thomatal waren es rund 350.