Autor:
Mario Scheiber,
Fotos:
Erzdiözese Salzburg/Evatrifft Fotografie
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Kultur

Runder Geburtstag für den Salzburger Dom

Er ist fast 102 Meter lang, rund 68 Meter breit, an seiner höchsten Stelle rund 78 Meter hoch und bietet bis zu 7.000 Menschen Platz. Der Salzburger Dom ist die Mutterkirche der Erzdiözese Salzburg und das größte sakrale Gebäude im Bundesland. 2024 feiert das Gotteshaus ein besonderes Jubiläum. Am 25. September 774, also exakt vor 1.250 Jahren, wurde der romanische Dom vom damaligen Bischof Virgil eingeweiht.
 

Der Salzburger Dom ist weit mehr als „nur" ein gewöhnliches Gotteshaus. Er ist Dom- und Metropolitankirchen und auch eine Pfarrkirche. Wöchentlich werden 14 Messen gefeiert, pro Jahr sind es zirka 740. Neben dem Haus des Gebets und der Spiritualität ist der Dom auch eines der bedeuteten Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt.

Italienisches „Knowhow"

Bereits der romanische Dom von 774 musst für seine Zeit ein sehr beeindruckendes Gebäude gewesen sein. Rund 400 Jahre nach seiner Fertigstellung wurde das von Bischof Virgil geweihte Gebäude 1167 nach einem Brand zerstört. Der Nachfolgebau fiel 1598 einem Brand zum Opfer. Unter Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau gab es mehrere nicht realisierte Dombauprojekte. Erzbischof Paris Graf Lodron weihte den unter seinem Vorgänger Erzbischof Marcus Sitticus Graf Hohenems begonnenen Dom am 25. September 1628 ein. Architekt des ersten barocken Dombaus nördlich der Alpen war der Italiener Santino Solari.

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

Seine schwärzeste Stunde erlebet die Kirche am 16. Oktober 1944. Beim ersten Bombenangriff auf die Landeshauptstadt wurde um 11.20 Uhr auch der Dom schwer getroffen und die Explosionen brachten die Domkuppel zum Einsturz. Am 30. April 1959, rund 15 Jahren nach seiner Zerstörung konnte Erzbischof Andreas Rohracher den Dom wieder feierlich eröffnen. Die Baukosten wurden dabei auch zu einem großen Teil von den Gläubigen der Diözese getragen. Sieben Glocken hat das Gotteshaus heute, sie tragen die Namen Barbara, Leonhard, Virgil, Josef, Marien, Rupertus sowie Salvator. 

Der Dom ist das Herz der Kirche Salzburgs und eines der meist besuchten Baudenkmäler im Land.
Roland Peter Kerschbaum, Diözesankonservator der Erzdiözese

Herz der Salzburger Kirche

Roland Peter Kerschbaum ist Pfarrer von Salzburg-Aigen und Elsbethen, Mitglied des Domkapitels und Diözesankonservator der Erzdiözese. Der Geistliche kennt den Dom wie seine Westentasche und klärt im Gespräch mit dem Landes-Medienzentrum (LMZ) unter anderem zu Mythen zum größten Gotteshauses des Landes auf.

LMZ: Der Dom feiert heuer ein rundes Jubiläum. Was wissen wir heute noch vom Bau vor 1.250 Jahren?

Kerschbaum: Eine Legende beim Dombau Virgils besagt, dass ihm das Geld nie ausgegangene sei und er immer die Arbeiter bezahlen konnte. Der wahre Hintergrund ist wohl die tatkräftige finanzielle Unterstützung durch den damaligen Bayernherzog Tassilo III.

LMZ: Im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom stark beschädigt. Gibt es beim Wiederaufbau eine Besonderheit?

Kerschbaum: Ja – es ist die „bucklige" Domkuppel. Beim Wiederaufbau der Domkuppel nach dem Krieg musste für die Feuerwehr im Falle eines Brandes ein Stiegenzugang in luftiger Höhe gemacht werden, weshalb die Domkuppel heute im Westen einen kleinen Buckel hat. Im Inneren sieht man das an den Fensterlaibungen der Kuppelfenster, die im Westen dicker sind wie im Osten und am Übergang abgeschrägt.

LMZ: Wie nehmen Sie das Spannungsfeld von Gotteshaus und Touristenmagnet wahr und welche Erfahrungen hat die Erzdiözese mit dem Erhaltungsbeitrag gemacht?

Kerschbaum: Der Dom das Herz der Kirche Salzburgs und selbst eben Kirche und kein Museum. Gleichzeitigt ist er ein Touristenmagnet und nach der Festung Hohensalzburg wohl das am meisten besuchte Baudenkmal im Bundesland. Der Erhaltungsbeitrag, den die Erzdiözese vor rund zweieinhalb Jahren eingeführt hat, ist der Versuch, den Dom wieder mehr als Kirche erfahrbar zu machen. Es ist seitdem ruhiger, geordneter und sauberer im Dom - so kann man ihn mehr als Kirche erleben, Stille erfahren und auch beten.

LMZ: Was ist Ihr persönlicher Lieblingsort im Dom?

Kerschbaum: Der Hochaltar mit dem Bild des auferstandenen Christus. Das ist der Brennpunkt im Programm des Doms und das Ziel des christlichen Lebens. Man kann sagen, das Bildprogramm des Salzburger Doms ist Jesus Christus. REP_2404015_90 (msc/mel) 

Kultur; Salzburg; Stadt Salzburg
Info

Die Maße des Doms:

  • Gesamtlänge: 101,94 Meter
  • Gesamtbreite: 68,05 Meter
  • Höhe der Türme: 78,26 Meter mit Kreuz
  • Fassadenhöhe bis zum Giebel: 43,11 Meter mit Figur
  • Höhe der Kuppel: 77,14 Meter mit Kreuz
  • Bebaute Fläche: 4.965 Quadratmeter
  • Stärke der Mauern: zwischen 2,20 Meter bis 3,20 Meter

Daten und Fakten zum Dom:

  • 800 Sitzplätze bis zu 7.000 Gläubige finden Platz
  • 128 Deckenmalereien
  • Jährlich werden rund 740 Messen gefeiert
  • Täglich außer sonn- und feiertags findet das Orgelkonzert „Musik zu Mittag" statt zur Advent- und Weihnachtszeit wird bei acht Konzerten Musik von den Emporen des Doms gespielt.
  • Adresse des Gotteshauses: Domplatz 1, 5020 Salzburg
  • Hauptaugenmerkt der Renovierungsarbeiten liegen 2024 auf der Schatzkammer.