Europäischer Sozialfonds

Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist das wichtigste Finanzierungsinstrument der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) zur Umsetzung der beschäftigungspolitischen Ziele im Rahmen der Wachstums- und Beschäftigungsstrategie.

 

Der ESF wurde 1957 gegründet und ist damit der älteste Fonds der Europäischen Union. Der ESF hilft dort, wo Unterstützung am Meisten gebraucht wird, und widmet sich den Zielgruppen, denen der Zugang zum Arbeitsmarkt erschwert ist.
Der ESF trägt mit der Förderung von sozialpolitischen Maßnahmen zu einer Erweiterung des Ausbildungsangebotes und zu einer verbesserten Funktionsweise des Arbeitsmarktes bei. Damit wird eine Aufwärtsspirale an Möglichkeiten für alle jene realisiert, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen sind.

Logo des Europäischen Sozialfonds - ESF© Copyright




Strategie Europa 2020


In der Zukunftsstrategie "Europa 2020" hat die EU eine "beschäftigungsintensive Wirtschaft mit starkem sozialen und territorialen Zusammenhalt" zur obersten Priorität für ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum erklärt.

Ein besonderer Schwerpunkt dieser Unionsstrategie ist dabei auf Beschäftigung, Bildung, Armut und soziale Inklusion gerichtet.

Das spezielle Salzburger Engagement mit EU-Förderungsmitteln aus dem Europäischen Sozialfonds gilt bis 2020 dem Brückenbauen – von Menschen zu Menschen und von Menschen zur Arbeit.


Strategie Europa 2020 auf nationaler Ebene


Zielsetzungen
Für Österreich ergeben sich innerhalb der Europa 2020 Strategie u.a. folgende Zielsetzungen, die im Operationellen Programms "Österreich Beschäftigung 2014 - 2020" zur Umsetzung des Europäischen Sozialfonds (ESF) als sog. "Prioritätenachsen" wie folgt ausgeprägt sind:

  • Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung und Unterstützung der Mobilität der Arbeitskräfte
  • Förderung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut und jeglicher Diskriminierung
  • Investition in Bildung, Ausbildung und Berufsbildung für Kompetenzen und lebenslanges Lernen


Im Folgenden fokussiert die Darstellung auf das Ziel der "Förderung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut und jeglicher Diskriminierung".

Zur Umsetzung von Maßnahmen in Verfolgung dieser Zielsetzung erhalten die Bundesländer und somit auch das Land Salzburg ESF-Mittel.

Das Land Salzburg erhält in der Förderungsperiode 2014 - 2020 für Maßnahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF) EU-Mittel bis zu EUR 6,3 Mio., die durch Landesmittel als Kofinanzierung auf EUR 12,6 Mio. verdoppelt werden.


Thematische Schwerpunktsetzungen für die Maßnahmensetzung zur Zielerreichung (sog. "Investitionsprioritäten")
Zur Umsetzung von Maßnahmen in Verfolgung des Zieles " Förderung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut und jeglicher Diskriminierung" gilt als sog. "Investitionspriorität": Aktive Inklusion mit dem Ziel der Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit.

Durch die Umsetzung von Unterstützungsangeboten, niederschwelligen Beschäftigungs-möglichkeiten und das Schließen von Betreuungslücken können arbeitsmarktferne Personen erreicht und in Unterstützungsangebote eingebunden werden.

Folgende Zielgruppen sollen damit erreicht werden:

  • BezieherInnen der bedarfsorientierten Mindestsicherung mit multiplen Problemlagen
  • Menschen mit Benachteiligungen, Beeinträchtigungen oder Behinderung,
  • arbeitsmarktferne Personen mit Migrationshintergrund
  • bildungsbenachteiligte und niedrig qualifizierte Personen,
  • sonstige marginalisierte Gruppen


Arbeitsgruppe "Soziale Eingliederung und Armutsbekämpfung"


Der ESF für Salzburg 2020 gehört als Teil der "Aktiven Arbeitsmarktpolitik des Landes Salzburg" zum Ressortbereich von LH Dr. Wilfried Haslauer.

Das Land Salzburg berät, plant und begleitet den Mitteleinsatz des Landes und des ESF zur Umsetzung des ESF-Beschäftigungsprogramms 2020 für Salzburg - in Fortsetzung der Zusammenarbeit der Salzburger Partner am Arbeitsmarkt - im Rahmen der Salzburger Allianz für Beschäftigung in enger Einbindung der Wirtschaft (Sozialpartner: Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer) und in Abstimmung mit den Finanzierungs-/Maßnahmenpartnern am Arbeitsmarkt (Arbeitsmarktservice, Sozialministeriumservice) in der "Arbeitsgruppe für Soziale Eingliederung und Armutsbekämpfung" unter Vorsitz der Abteilung 3 des Amtes als Zwischengeschaltete Stelle (ZwiSt).

Die ESF Umsetzung für Salzburg orientiert sich auch an einem „Stufenmodell zum Aufbau der Arbeitsfähigkeit": Der schrittweise Aufbau der Arbeitsfähigkeit zum Heranführen an eine Beschäftigung erfolgt durch niedrigschwellige Maßnahmen in Form von Inklusionsketten, die aus einer Kombination unterschiedlicher Angebote von Beratung, Betreuung, Qualifizierung und Beschäftigung bestehen und aufeinander aufbauen. Dabei kommen Case Management oder andere Formen fallführender Sozialarbeit und auch neue Formen von Angeboten, wie etwa stundenweise Beschäftigung, zum Einsatz. Es wird sichergestellt, dass bedarfsgerechte Unterstützungsangebote zeitgerecht bereitgestellt werden.

Dieses Stufenmodell und dessen Umsetzung können grafisch wie folgt dargestellt werden:

Salzburger Stufenmodell zum Aufbau der Arbeitsfähigkeit zur Integration von Beziehenden der Bedarfsorientierten Mindestsicherung im Arbeitsmarkt© Land Salzburg, Abteilung 3 - Soziales

Nähere Informationen können dem "Orientierungspapier" entnommen werden.

Zur Vorbereitung und Begleitung von Maßnahmen zum Thema Frauen - Armutsbekämpfung und Beschäftigung wird ergänzend eine Themenarbeitsgruppe unter Vorsitz der Abteilung 3 geführt.

Mit der Teilnahme am Programm "Beschäftigung 2014 - 2020" des Europäischen Sozialfonds (ESF) forcieren die Salzburger Partner am Arbeitsmarkt für arbeitsmarkt- und sozialpolitische Zielgruppen die (Wieder)Herstellung der Arbeitsfähigkeit, die Qualifizierung und (Re)Integration in den Arbeitsmarkt sowie die Verbesserung der Erwerbsmöglichkeiten.

Aktuelle Projekte

Aktuell befinden sich folgende ESF Projekte für Salzburg in Umsetzung:


Die Umsetzung des Stufenmodelles zum Aufbau der Arbeitsfähigkeit, insbesondere über die Sbg. ESF Projekte ReImpuls, ProActive und SAFI wird vom Internationalen Forschungszentrum für soziale und ethische Fragen, (IFZ), Salzburg wissenschaftlich begleitet.

Die Evaluierung der Umsetzung des ESF für Salzburg im Rahmen der Prioritätsachse 2 (Armutsbekämpfung) wird vom Institut für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung, (IBE), Linz durchgeführt. Dazu wird auch mit der laufenden Evaluierung der Umsetzung des ESF OP Österreich Beschäftigung 2014-2020 durch IHS und L&R Sozialforschung zusammengearbeitet.

Die Evaluierungsergebnisse werden in Form von Projektberichten dargestellt. Zudem wird im Frühjahr 2021 ein abschließender Gesamtbericht über die ESF Umsetzung in Salzburg insgesamt erstellt.

Bisher sind folgende Evaluierungsberichte erschienen:


Kontakt

Zur Umsetzung des ESF Programms 2014-2020 in Salzburg wird die Zwischengeschaltene Stelle (ZwiSt Salzburg) in der Abteilung 3 Soziales, Referat 3/03 Soziale Absicherung und Eingliederung, geführt. Die ZwiSt hat die Aufgabe der Verwaltung und Kontrolle, zudem gibt es auch die Möglichkeit bei Spezialfragen auf das Know-How anderer Abteilungen zurückgreifen zu können.


Amt der Salzburger Landesregierung
Referat 3/03 – Soziale Absicherung und Eingliederung
Fanny-von-Lehnert-Str. 1, 5020 Salzburg

Als Kontaktpersonen der ZwiSt Salzburg werden genannt:

  • Mag.a Petra Kocher, MA, MBA
  • Mag. Peter Tischler, MAS, MTD
  • Alexandra Strobl-Baumann, MA
  • Alexander Reiff


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