Renaturierung Bürmooser Moor

Vernässung Rodinger Winkel und Folgeprojekte

Kurzbeschreibung
Zur Aufwertung des Natur- und Europaschutzgebiets "Bürmooser Moor" wurde 2010 ein Projekt zur Wiedervernässung des sogenannten "Rodinger Winkels" im Westteil des Gebietes umgesetzt. Aufgrund von Aktivitäten des Bibers im Rodinger Winkel, der die eingestauten Flächen deutlich vergrößert hat, musste das Projekt 2017 und 2018 so angepasst werden, dass Schäden im Hochwasserfall vermieden werden. Hierzu wurde u.a. ein Hochwasserüberlauf errichtet. 2017 wurde eine ornithologische Revierkartierung im Bürmooser Moor durchgeführt. Die Ergebnisse des 2018 fertig gestellten Berichts bestätigen, dass aktuelle Gebietsmanagement durch den Torferneuerungsverein Bürmoos, unterstützt von der Schutzgebietsbetreuerin und der Naturschutzverwaltung des Landes, hervorragend dazu geeignet ist, das Bürmooser Moor als bedeutenden Vogellebensraum zu bewahren und weiter zu verbessern.

Projektstatus
Abgeschlossen

Projektlaufzeit
2010 bis 2018

Ziele
Wiedervernässung Rodinger Winkel:

  • Schaffung ausgedehnter Wasserschilfbestände mit eingelagerten offenen Wasserflächen
  • Erhöhung der Wasserstandsdynamik zur Förderung naturschutzfachlich besonders wertvoller Wechselwasserbereiche mit zeitweise trockenfallendem Boden
  • Hierdurch Verbesserung der Lebensbedingungen für wertgebende Vogelarten wie das Weißsternige Blaukehlchen

Adaptierung infolge von Biber-Aktivitäten:

  • Adaptierung des oben beschriebenen Projekts aufgrund von Biber-Dammbauaktivitäten   
  • Sicherung der durch die Biber-Aktivitäten zusätzlich erhöhten Lebensraumqualität des Rodinger Winkels (deutlich größere überstaute Fläche) bei gleichzeitiger Sicherstellung eines schadlosen Wasserabflusses bei Starkregenereignissen   

Vogelerhebung 2017:    

Kenntnisse über den aktuellen Vogelbestand im Natura 2000-Gebiet und über die Veränderungen seit der letzten Revierkartierung vor fünfzehn Jahren

Hinweise für das Gebietsmanagement.

Maßnahmen
Wiedervernässung Rodinger Winkel:     

    • Detail- und Einreichplanung
    • Durchführung des wasserrechtlichen Bewilligungsverfahrens
    • Durchführung der Naturschutz-Maßnahmen, insbesondere Anstau des Rodinger Bachs als Hauptvorfluter des Bürmooser Moores und hierdurch Schaffung einer rund drei Hektar großen Wasser- und Feuchtfläche

Biber-Folgeprojekt:

    • Detail- und Einreichplanung                   
    • Anpassung des seinerzeitigen wasserrechtlichen Bewilligungsbescheides
    • Adaptierungsmaßnahmen, insbesondere Errichtung eines Entlastungsgerinnes für den Starkregen-/Hochwasserfall
    • Erhaltung des nunmehr über fünf Hektar großen vernässten Gebietes

Vogelkartierung:                   

    • Quantitative Erhebung der Vogelwelt (Revierkartierung) inkl. Bewertung des Gebietsmanagements

Ergebnisse
Bereits durch das ursprüngliche Wiedervernässungsprojekt konnte ein mehrere Hektar große Flachwasser- und Feuchtfläche geschaffen werden, die das Natura 2000-Gebiet insbesondere als Lebensraum für Vögel, Amphibien und Libellen deutlich aufwertet. Durch die Biberaktivitäten hat sich das vernässte Gebiet beinahe verdoppelt mit entsprechend positiven Auswirkungen auf das Natura 2000-Gebiet. Die Vogelkartierung belegt, dass das eingestaute Gebiet mittlerweile ein ornithologischer „Hotspot" ist.

Projektträger
Torferneuerungsverein Bürmoos

Projektpartner
Land Salzburg, Abteilung 5 - Natur- und Umweltschutz, Gewerbe;
Gemeinde Bürmoos

Ansprechperson

Bernhard Riehl

Durch die Kombination von Wiedervernässungprojekt und Biberaktivitäten ist ein über fünf Hektar großes Sumpfgebiet entstanden – ein „Hotspot" der Artenvielfalt im Natura 2000-Gebiet Bürmooser Moor (Bild: B. Riehl)

Das großflächige Vernässungsgebiet im Rodinger Winkel ist im Orthophoto von 2017 bereits deutlich zu erkennen; gelb kreuzschraffiert das Natura 2000-Gebiet (Bild: SAGIS).