Blaukehlchen

Blaukehlchen kommen im Bundesland Salzburg in beiden Rassen vor

In Salzburg kommen das Rot- und Weißsternige Blaukehlchen vor. In Obertauern ist der einzige Brutplatz des Rotsternigen Blaukehlchens in Mitteleuropa, das Weißsternige Blaukehlchen ist häufiger und im Weidmoos und Wengermoor verbreitet.

  

Blaukehlchen sind  selten; sie werden systematisch zu den Drosseln gerechnet und sind mit dem Rotkehlchen oder auch der Nachtigall verwandt. Blaukehlchen sind knapp sperlingsgroß, brüten in verschilftem Weidengebüsch, in Latschenhochmooren, an Grabenrändern und in versumpftem Auwald. Bei uns im Bundesland Salzburg sind beide Rassen zu finden, das Rotsternige und das Weißsternige Blaukehlchen.

Blaukehlchen sind recht kleine, schlanke Vögel, die durch ein rostrotes Feld an den Schwanzseiten und einen hellen Überaugenstreif auffallen. Der helle Überaugenstreif ist in allen Kleidern außer dem Jugendkleid gut sichtbar. Untrüglich für die Bestimmung der Vögel,  weil sonst fast nirgends in der Vogelwelt zu finden, ist die leuchtend blaue Kehle der Männchen. Je nach Unterart (Weiß- oder Rotsterniges Blaukehlchen) hat der Vogel entweder einen roten oder weißen Fleck („Stern“) im  blauen Kehlfeld. Nach unten schließen ein schmales, dunkles und ein breiteres,  rostrotes Band an. Der Bauch des Vögel ist weiß, die Beine sind lang und dünn.  Im Schlichtkleid der Männchen ist die Kehle weißlich gefärbt. Der Kopf, der Rücken und der Schwanz der Vögel sind braun, der Schnabel wirkt kräftig.


Das Weißsternige Blaukehlchen kommt als wertgebende Art im Europaschutzgebiet Weidmoos vor. Durch die sekundäre Verschilfung des Gebietes nach der Aufgabe des Torfabbaues konnte sich hier dieser Nachtigallverwandte als Brutvogel ansiedeln. Weißsternige Blaukehlchen brüten bei uns weiters im Natura 2000-Gebiet Salzachauen sowie im Europaschutzgebiet-Gebiet Wallersee-Wengermoor.


Das Rotsternige Blaukehlchen kommt im Bundesland Salzburg im Natura 2000- Gebiet Hundsfeldmoor in Obertauern (Pongau) sowie im Lungau vor. Sein Lebensraum sind Latschenhochmoore.


Blaukehlchen brüten einmal im Jahr

Blaukehlchen brüten im nördlichen und mittleren Eurasien bis an den Pazifik, das rotsternige Blaukehlchen primär in Skandinavien und in Mitteleuropa in den Alpen. Blaukehlchen bauen ihre Nester dicht über dem Boden und verstecken sie in der Vegetation. Die napfartigen Nester werden mit Pflanzenmaterial ausgepolstert. Die Vögel legen 5-7 Eier, die glänzend, graugrünlich bis rostfarben sein können.
Die Eier werden hauptsächlich vom Weibchen bebrütet; die Küken schlüpfen nach etwa 13-15 Tagen. Beide Eltern füttern die Jungen, die nach etwa 2 Wochen das Nest verlassen. Blaukehlchen brüten einmal pro Jahr.
Die Vögel fressen Insekten und deren Larven, andere kleine Wirbellose und Beeren. Auch an ihrem charakteristischen Ruf sind sie leicht zu erkennen;
„tak-tak“  oder ein gutturales „track-track“, auch ein pfeifendes „hüd“ sind zu hören. Daneben gibt es aber auch oft Nachahmungslaute andere Vogelarten. Sie sind Kurzstreckenzieher und überwintern im Mittelmeergebiet und in Nordafrika.

Llautsprechersymbol  Gesang Rotsterniges Blaukelchen

Llautsprechersymbol  Gesang Weißsterniges Blaukehlchen

Blaukehlchen sind österreichweit gefährdet

Blaukehlchen gelten  gesamtösterreichisch gesehen als gefährdete Vogelart. Einerseits sind es großflächige Trockenlegungen, aber auch Abtorfung, Flussverbauung und Flussbegradigungen (und damit verbundene Grundwasserabsenkungen bzw. Austrocknung), andererseits touristische Erschließung, aber auch Zerstörung von Verlandungs- und Auengesellschaften, die den Lebensraum dieses seltenen Vogels einengen und damit zur Gefährdung dieser Vogelart beitragen.

Im Falle des Weißsternigen Blaukehlchens ist akuter Schutzbedarf gegeben. Dynamische Wasserstände sowie Erhaltung bzw. Renaturierung von Feucht- bzw. Nasslebensräumen und Monitoring  wären Maßnahmen für deren Erhaltung. Die Bestandessituation ist selten, die Bestandes- und Arealentwicklung abnehmend. Die Habitatverfügbarkeit dieses Vogels sehr gering, die Entwicklung ihrer Habitatsituation schwach negativ.  Die anthropogene Beeinflussung kann als gering negativ angesehen werden. Für die Erhaltung des Weißsternigen Blaukehlchens ist der Schutz von Gewässerufern sowie ein Schutz vor Eingriffen in die Ufervegetation wichtig.

Beide in Salzburg als Brutvögel vorkommende Rassen des Blaukehlchens sind geschützt: sie unterliegen einerseits dem Schutz der Salzburger Pflanzen- und Tierartenschutz- Verordnung; andererseits sind sie im Anh.I der Vogelschutzrichtlinie gelistet, d.h. dass die Mitgliedsstaaten verpflichtet sind, besondere Schutzmaßnahmen hinsichtlich ihrer Lebensräume zu  treffen.

Für das Rotsternige Blaukehlchen ist starke Verantwortlichkeit bzw. akuter Schutzbedarf gegeben. Sie gelten als vom Aussterben bedroht. In Salzburg sind Blaukehlchen nur in wenigen,  rezenten Populationen vorhanden. Ihre Bestandessituation ist sehr selten, jedoch die Bestandsentwicklung zunehmend; ihre Arealentwicklung ist stabil, die Habitatverfügbarkeit sehr gering. Die Entwicklung der Habitate ist gleich bleibend.

Nach ZULKA et al. (2005) wird diese Art nicht  negativ  direkt durch den Menschen (Jagd, o.ä.) beeinträchtigt. Schutzmaßnahmen für das Rotsternige Blaukehlchen sind ein effektiver Schutz des Hundsfeldmoores sowie seiner Wasserzufuhr und einer Überwachung des Betretungsverbotes. In Salzburg ist die Berg- und Naturwacht zur Überwachung desselben eingesetzt.

In Österreich brüten etwa 50% des mitteleuropäischen Bestandes; durch allgemeinen Lebensraumschutz muss es zur Unterschutzstellung der österreichischen Brutgebiete kommen. Unbekannte Brutgebiete sollten gesucht und Monitoring bekannter Brutgebiete betrieben werden.

Literatur




Weiterführende Links:

Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung

Rote Liste gefährdeter Tierarten

Abfrage - Rote Listen

Ursachen für die Gefährdung der Tiere

Vogelschutz-Richtlinie

Bonner Konvention

Biodiversität in Österreich

Birdlife

Umweltbundesamt