Das LIFE-Förderprogramm

Daten und Fakten

Projektgebiet: Natura 2000-Gebiet Salzachauen
Projektträger: Amt der Salzburger Landesregierung, Abteilung Natur und Umweltschutz, Gewerbe
Laufzeit: 10/2015 bis 12/2020
Budget: 10,5 Mio. EURO

Finanzierung:
• EU (LIFE): 6,3 Mio. EURO (60 Prozent)
• Land Salzburg: 4,15 Mio. EURO
• Ministerium für ein lebenswertes Österreich: 25.000 EURO
• Gemeinden Nußdorf am Haunsberg und St. Georgen bei Salzburg: je 12.500 EURO

Um die geschilderten ökologischen Probleme zu lösen, wurden im Oktober 2015 das LIFE-Projekt „Salzachauen“ gestartet. LIFE ist das zentrale Förderprogramm der Europäischen Union zur Unterstützung von Naturschutzprojekten in Natura 2000-Gebieten. LIFE-Projekte sollen mithelfen, das Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 in den Mitgliedsstaaten der EU umzusetzen und so einen Beitrag zur dauerhaften Erhaltung wildlebender Tier- und Pflanzenarten in Europa liefern. Das LIFE-Projekt „Salzachauen“ ist das mittlerweile vierte Salzburger LIFE-Projekt. Bisher gab es Projekte im Wengermoor, im Weidmoos und im Untersberg-Vorland.

Übergeordnetes Ziel

Die Salzachauen sollen durch umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen wieder in einen guten ökologischen Zustand gebracht werden. Zugleich sollen neue Besuchereinrichtungen ein spannendes Naturerlebnis ermöglichen. Das Projekt ist ein Auwald-Projekt. Die Salzach selbst wird vom Projekt nicht berührt. Schwerpunktgebiet ist die Weitwörther Au.

Folgende Maßnahmen sind geplant

In einem ersten Schritt werden in der Weitwörther Au 117 Hektar Auwald und der zehn Hektar große Ausee für Naturschutzzwecke angekauft. Dieser Schritt ist Voraussetzung für die Umsetzung großflächiger Renaturierungsmaßnahmen.

Natürlicher Auwald

  • Künstliche Fichtenmonokulturen und Hybridpappelbestände werden wieder zu artenreichen Auwäldern. Hierzu werden die Fichten und Hybridpappeln geerntet und dann entweder die natürliche Verjüngung abgewartet oder wenn nötig typische Auwaldbäume gepflanzt.
  • Bereits natürliche Auwaldbestände werden nicht mehr genutzt und können sich zu neuen Urwäldern entwickeln.
  • Nach den Renaturierungsmaßnahmen wird der gesamte angekaufte Auwald in Ruhe gelassen. Der Wald kann dann alle natürlichen Entwicklungsphasen durchlaufen, auch die ökologisch besonders bedeutsame Alters- und Zerfallsphase. Die Bäume erreichen ihr maximales Alter, werden morsch und sterben ab, junge Bäume nehmen ihren Platz ein. Dies alles geschieht ohne Eingreifen des Menschen. Vom Zulassen dieser natürlichen Prozesse im Auwaldökosystem profitieren viele typische Auwaldbewohner, etwa verschiedene Spechtarten, die in morschen Bäumen ihre Nahrung finden oder der EU-weit gefährdete Scharlachkäfer, der unter der Rinde von absterbenden oder toten Laubbäumen lebt.

Neuer Lebensraum für Gelbbauchunke & Co.

Für Gelbbauchunke und Kammmolch werden zahlreiche neue Tümpel angelegt.

Der Reitbach wird wild

Am Reitbach, einem wichtigen Nebengewässer der Salzach, soll die Entstehung von so genannten Prallufern unterstützt werden. In diese Steilufer in den Außenbögen des Baches kann der Eisvogel seine Brutröhren graben.

Die Au wird „tiefer gelegt“

Teile der Au, vor allem entlang des Reitbachs, werden im Mittel um zwei Meter „tiefer gelegt“, um sie wieder näher an das Niveau der Salzach zu bringen und somit einer natürlichen Überschwemmungs- und Grundwasserdynamik zu unterwerfen.

Der Ausee wird ein Fisch- und Vogelparadies

Der Ausee soll durch das Abflachen seiner Ufer und die Entwicklung eines Schilfgürtels sowie durch Abfischen exotischer und das Ausbringen heimischer Fischarten zu einem artenreichen Augewässer werden.

Die Au erleben

Damit Besucherinnen und Besucher die renaturierte Au besser erleben können und damit noch mehr schätzen und respektieren lernen, werden es verschiedene Naturerlebniseinrichtungen geschaffen:

  • Ein Au-Erlebnisweg
  • Ein Hide, also ein versteckter Platz zur Beobachtung der Vogelwelt
  • So genannte „Points of Interest“ entlang des Tauernradwegs, in denen man naturkundliche Besonderheiten zwischen Anthering und St. Georgen kennenlernt.
  • Der in die Jahre gekommene Vogellehrpfad in der Irlacher Au in St. Georgen wird erneuert
  • Es wird geführte Exkursionen und Aktionstage in der Au geben.

Daten und Fakten

  • Projektgebiet: Natura 2000-Salzachauen, 1.145 ha
  • Schwerpunktgebiet: Weitwörther Au, 128 ha
  • Größtes Renaturierungsprojekt Salzburgs
  • Projektbudget: 10,5 Millionen Euro, davon übernimmt die EU aus dem LIFE-Projekt 60 Prozent, kleinere Beträge tragen das das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und die Gemeinden St. Georgen und Nußdorf das Projekt bei. Den übrigen Teil finanziert das Land Salzburg über den Naturschutzfonds.
  • Laufzeit: Oktober 2015 bis Dezember 2020
  • Übergeordnetes Ziel ist Realisierung eines Musterprojekts für eine vorbildlich renaturierte und erlebbare Aulandschaft
  • Grundlage ist der Ankauf großer Teile der Weitwörther Au durch das Land