Wasser kann verdammt hart sein

Warum im Flachgau das Wasser härter ist als Innergebirg

Wasserhärte im Grundwasser

​Nicht nur die Luftgüte wird im Land Salzburg ständig überwacht, sondern auch Wasser. Neben der Luft braucht der Mensch auch Wasser zum Leben. Schlicht gesagt: Wasser ist Leben.

Deswegen überwacht der Gewässerschutz des Landes Salzburg großflächig die Grund- und Quellwasserqualität.

Dafür werden im Abstand von drei Monaten in Salzburg an insgesamt 164 Meßstellen Proben gezogen und im Wasser bis zu 70 physikalisch-chemische Parameter analysiert.

Neben Hinweisen auf Verschmutzung, z. B. aus Landwirtschaft, Gewerbe, Industrie etc., geben die Untersuchungen Auskunft über die natürliche mineralische Zusammensetzung des Wassers. Das erlaubt auch Rückschlüsse auf seine geologische Herkunft, da der Anteil der im Wasser gelösten Stoffe vom Angebot im Gestein und ihrer Lösungsbereitschaft abhängen.

Die Alkalimetalle Natrium, Kalium und die Erdalkalimetalle Calzium und Magnesium sind neben verschiedenen Salzen Hauptbestandteile der chemischen Wasseranalyse. Sie nehmen im Organismus des Menschen eine Konzentration von mehr als 50 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht ein und spielen in der Ernährung eine dementsprechend wichtige Rolle.

Neben der physiologischen Bedeutung der Mineralstoffzusammensetzung des (Trink-)Wassers spielt der Gehalt an Calzium- und Magnesiumsalzen, welcher die (Gesamt-) Härte des Wassers bedingt, auch im Leitungsnetz und im Haushalt eine nicht unwesentliche Rolle. Man bezeichnet Wasser mit hohem Kalk- und Magnesiumgehalt als hart, solches mit wenig Kalk- und Magnesiumsalzen als weich. Eine zahlenmäßige Festlegung der Härte geschieht durch Angabe der Härtegrade.

Gewisse Wasserhärte notwendig

Um Trinkwasser in Rohren weiterleiten zu können, ist eine gewisse Wasserhärte erforderlich. Weiche Wässer bilden nämlich keine Schutzschicht aus und greifen wegen der stets vorhandenen aggressiven Kohlensäure die Rohre an. Andererseits kann es bei hartem Wasser zu unerwünschten Kalkabscheidungen kommen. Sehr nachteilig ist, wie jede Hausfrau weiß, hartes Wasser beim Wäschewaschen. Je härter das Wasser ist, desto höher ist der Seifen- bzw. Waschmittelverbrauch, da mehr Seife /Waschmittel für die Ausfällung der Härtebildner verloren geht, bevor die Schaumbildung und damit die Waschwirkung eintritt.

Auch beim Kochen macht sich die Wasserhärte bemerkbar. Erbsen werden z. B. in hartem Wasser nicht weich oder das Aroma von Kaffee und Tee wird durch die Wasserhärte beeinträchtigt. Sowohl aus gesundheitlichen als auch technischen Erwägungen ist daher eine mittelmäßige bis mäßige Wasserhärte (etwa 8 – 12 °dH) am günstigsten.

Wasser aus den Tauern ist weicher

Aufgrund der Löslichkeitseigenschaften des Gesteins sind Wässer aus Kalk- und Dolomitgebieten (z. B. Salzburger Kalkalpen) härter als Wässer aus kristallinen Bereichen (z. B. Tauern). Diese Einteilung bezieht sich auf großflächige Aussagen, in der kleinräumigen Betrachtung finden sich viele Mischformen und Übergänge. So können etwa Einsprengungen anderer geologischer Formationen ein Quellwasser für das gegebene Gebiet völlig atypisch prägen (z. B. weisen die Hammer- und Walchhofquelle in Untertauern aufgrund enormer Sulfatgehalte Härtegrade zwischen 18 und 30 °dH auf).

Grundsätzlich muß zwischen den Quellwässern und dem Grundwasserkörper in den Talbereichen unterschieden werden. Der Schwerpunkt der Wasservorkommen im Land Salzburg liegt im Bereich der Kalkhochalpen. In den vom Gletscher übertieften Wannen des Salzburger Beckens lagern bis zu 150 Meter mächtige grundwasserführende Schotter. Sie werden hauptsächlich aus Karstgebieten des Tennen- und Hagengebirges und im Salzachdurchbruch Paß Lueg gespeist. Bereits aufgrund der Lösungsprozesse im Zuge des Durchgangs des Niederschlagswassers durch die Kalkstöcke reichert sich eine Menge an Härtebildnern an. Beim Übertritt des Karstwassers in die Talgrundwasserkörper erfolgt mit zunehmender Aufenthalts- bzw. Fließzeit eine weitere Aufhärtung.