Eisvogel

Eisvögel sind durch ihre Gefiederfärbung sehr auffällig

Systematisch gehört der Eisvogel zur gleichnamigen Familie „Eisvögel“ und ist von seinem Körperbau etwas kleiner als die Amsel. Er wirkt gedrungen, besitzt einen kurzen Schwanz und einen kräftigen, geraden, dolchförmigen Schnabel, der beim Weibchen eine rote Basis besitzt. Die Fiederfärbung ist bei beiden Geschlechtern gleich.
Auffällig sind vor allem beim Abflug die kobalt- bis türkisblaue Farbe des Rückens und der Flügel, die an der Oberseite einen smaragdgrünen Schimmer besitzen. Die Kopfoberseite weist eine weiße Sprenkelung auf; Kehle und Nacken sind weiß.  Bauch  und Wangen des Vogels sind rostbraun, die Beine korallenrot gefärbt. Die Farben der Jungvögel sind blasser als die der Adulttiere; auch ist bei ersteren der Schnabel noch nicht zu seiner vollen Länge herangewachsen.


Sie sind weit verbreitete, aber seltene Brutvögel

Eisvögel gelten über weite Teile Europas und Ostasiens als Brutvogel, jedoch sind sie überall sehr selten geworden. Eisvögel sind Höhlenbrüter. Bevorzugt suchen sie fischreiche, nicht zu schnell fließende Flüsse mit geeigneten Steilufern  für den Nestbau auf. Das Nest ist eine horizontale bzw. leicht ansteigende Röhre mit Nistkessel am Ende und kann öfters wieder verwendet werden. Legebeginn ist im März. Die Vögel legen  5-7, manchmal bis 9 Eier ins Nest und bebrüten sie abwechselnd. Die Brut dauert 18-21 Tage, die Jungen sind Nesthocker und verlassen nach 23-27 Tagen das Nest. 2-3 Jahresbruten.Bevorzugte Lebensräume sind Flüsse, Bäche, Seeufer, selten jedoch an der Meeresküste. Sie kommen als Brutvögel im Bundesland Salzburg in den Natura 2000 Gebieten Salzachauen und Wengermoor vor.
Eisvögel ernähren sich von kleinen Fischen, die sie von Ansitzwarten sitzend fangen; auch  Insekten, Fröschen und Kaulquappen stehen auf ihrem Speiseplan. Für die Jagd benötigen Eisvögel baumbestandene Ufer nicht zu schnell fließender Flüsse als Ansitzwarte; die Beute wird oft nach einem kurzen Rüttelflug gefangen, wobei der Vogel ins Wasser eintaucht. Der Fischfang dauert zumeist nur 1 Sekunde.
Sie sind Stand- und Strichvögel, aber auch Kurzstreckenzieher. Harte Winter können große Bestandseinbrüche verursachen. Der andere Teil zieht in die Winterquartiere in Südeuropa, Israel und Ägypten.
Lockruf der Eisvögel ist ein kurzer, scharfes, pfeifendes „zii“, manchmal ein zweisilbiges „zii-tiit“, das bei Erregung gereiht sein kann. Der Gesang wird etwas stammelnd und in variablem Rhythmus vorgetragen, oft werden auch Einzellaute zu kleinen Reihen geformt.

 Lockruf
 Erregung

Eisvögel sind durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren gefährdet

Deer Eisvogel ist in Österreich gefährdet. Der Gefährdungsgrad reicht je nach Bundesland von "stark gefährdet" bis "vom "Verschwinden bedroht" Nach ZULKA et al. (2005) ist ihre Bestandsentwicklung bei den Eisvögeln schwach negativ, ihre Areale sind mäßig eingeengt. Die Habitatverfügbarkeit dieser Art ist sehr negativ, die Entwicklung ihrer Habitatsituation schwach negativ.  Zahlreiche Aktivitäten des Menschen wie direkte Verfolgung des Eisvogels als Fischräuber, Gewässerverbauung, Gewässerverschmutzung durch Industrie- und Siedlungsabwässer,  Störung durch Angler, Touristen,  Bade- und Erholungsbetrieb sowie die Vernichtung von Brutplätzen durch Wasserbau gefährden diesen Vertreter aus der Ordnung Rackenvögel.
Zur Erhaltung der Eisvogelbestände ist Schutzbedarf gegeben, einerseits durch Renaturierung von Tieflandflüssen, andererseits durch partielle Offenhaltung von Fließgewässerufern sowie Monitoring der Bestände.

Bei uns im Bundesland Salzburg gehören Eisvögel zu den vollkommen geschützten Vogelarten : sie unterliegen den  Bestimmungen der Salzburger Pflanzen- und Tierartenschutz-Verordnung sowie  EU-rechtlichen Schutzbestimmungen und sind damit landesweit geschützt.

Literatur




Weiterführende Links:

Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung

Rote Liste gefährdeter Tierarten

Abfrage - Rote Listen

Ursachen für die Gefährdung der Tiere

Vogelschutz-Richtlinie

Bonner Konvention

Biodiversität in Österreich

Birdlife

Umweltbundesamt