Bergmolch (Alpenmolch)

Diese Amphibienart ist österreichweit gefährdet

Der Bergmolch ist ein leicht erkennbarer, eher seltener, jedoch europaweit verbreiteter Schwanzlurch. Er benötigt zum Überleben naturbelassene, gut strukurierte Lebensräume.

Bergmolche sind kleine bis mittelgroße Schwanzlurche, die an der bläulichen Körperfärbung, dem seitlichen schwarzweißen Fleckenmuster und dem orangeroten Bauch zu erkennen sind. Der Kopf ist rund, relativ flach und durch die Kehlfalte vom übrigen Körper abgesetzt. Der Rumpf wirkt gedrungen, der Schwanz, der nicht Kopf-Rumpf-Länge erreicht, ist seitlich zusammengedrückt. Das Männchen erreicht etwa 90, das Weibchen bis zu 120 mm Körperlänge. Die Weibchen sind massiger als die Männchen.


Diese Art ist selten und besiedelt zahlreiche Lebensräume

Bergmolche besiedeln Mittel-, Ost- und Teile Südeuropas, ebenso existieren isolierte Vorkommen auf der Iberischen Halbinsel. Gesamtösterreichisch gesehen kommt diese Art mehr oder weniger häufig in allen Bundesländern vor, fehlt jedoch in den östlichen Flach- und Beckenlagen. Die Kerngebiete der Verbreitung liegen im Alpen- und Voralpenraum sowie im Nördlichen Granithochland in Höhenlagen zwischen 200 m - 2000 m
Landlebensräume des Bergmolchs sind Grünland, Feuchtwiesen, Krautbestände, Moor-/Sumpfgebiete und Mischwäldern. Bevorzugte Lebensraumstrukturen sind Waldränder und -lichtungen,  Schutt- und Geröllfelder, Schluchten und Klammen, lichte Baumbestände und Feldgehölze.


Bergmolche benutzen Kleinstgewässer zur Fortpflanzung

Als Laichgewässer dienen Gewässer wie Fahr- oder Traktorspuren, Wildsuhlen, Tümpel, vegetationslose Wald- und Gebirgsseen und -tümpel. Die Größe der Stillgewässer schwankt von klein-seicht bis tief-groß; die Vegetation der Gewässer kann sich von üppig bis mäßig-entwickelt erstrecken. Bergmolche wandern in Mitteleuropa zwischen Februar und März zum Laichgewässer. In Anpassung an hohe Gebirgslagen pflanzt sich diese Art dort nur alle zwei Jahre fort. Das Weibchen legt pro Saison bis zu 250 Eier an Wasserpflanzenblättern ab. Abhängig von der Temperatur dauert die Embryonalentwicklung 14-30 Tagen. Die dunkel gefärbten Molchlarven schlüpfen mit ca. 7 mm und besitzen dreiästige Kiemenbüschel. Sie errreichen bis zur Metamorphose 50-70 mm Länge.  Die Tiere überwintern auch im Larvenstadium. Sie werden 2-3 Jahren geschlechtsreif und können ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen.


Diese Tierart ist durch anthropogene Eingriffe gefährdet

Bergmolche kommen aktuell in Österreich vor, doch die Entwicklung der die Bestandessituation ist schwach negativ. Die Habitatverfügbarkeit der Art  ist extrem positiv, während die Habitatentwicklung negativ ist. Ein negativer, anthropogener Einfluss ist nicht vorhanden. Eine Einwanderung auswärtiger Populationen ist nicht zu beobachten.

Die Art ist durch Lebensraumzerstörung wie Verfüllung von Gewässern, Verlust von Waldrändern und -lichtungen durch Heranmähen zum Waldrand, Bestandesumwandlungen von Mischwäldern in reine Nadelwälder, aber auch durch Düngeeintrag und Luftverschmutzung (Ozon) sowie vermehrte Forellenhaltung im Mittelgebirge gefährdet .

Nach der Roten Liste der Gefährdeten Tierarten Österreichs (Tiedemann & Häupl 1994, Umweltbundesamt 2004) ist der Bergmolch österreichweit gefährdet und gehört im Bundesland Salzburg zu den vollkommen geschützten Arten (Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung). GOLLMANN (2007) klassifiziert ihn als "nicht akut bedroht".

Literatur




Weiterführende Links

Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung (pdf, 116 kB)

Rote Liste gefährdeter Tierarten

Abfrage - Rote Liste

Ursachen für die Gefährdung der Tiere

FFH-Richtlinie

Berner Konvention

Stickstoffeintrag durch übermäßige Düngung

Reptilienlebensraum Magerwiese

Weltweites Amphibiensterben durch Chytridiomykose (pdf, 187 kB)

Biodiversität in Österreich (pdf, 415 kB)

Biogeographische Regionen

Umweltbundesamt