Klimawandelanpassung

Notwendigkeit zur Anpassung

2018 war in Österreich das wärmste Jahr seit Beginn der Messaufzeichnungen vor fast 250 Jahren. Es lag um ca. 2,6°C über dem  Mittel des letzten Jahrhunderts (1901-2000), gefolgt von den Jahren 2014 mit +2,5°C. Die 13 wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen in Österreich im Jahre 1768 fallen in die Zeit nach der Jahrtausendwende (vgl. Abb.1).

Abb. 1: Anomalien der Temperatur zum Mittel 1981-2010 in Österreich. Quelle: ZAMG 2018

Dies zeigt eindrucksvoll, dass der Klimawandel mitsamt seinen Folgen und Auswirkungen nicht etwas ist, das auf uns zukommen wird, sondern dass er bereits längst stattfindet. Um dem zu begegnen, hält der Weltklimarat (IPCC) in seinem aktuellen Sachstandsbericht vom März 2014 fest, dass Anpassungsmaßnahmen neben Klimaschutzmaßnahmen zunehmend in Politikprozesse integriert werden sollen. Auch die Pariser Klimaschutzvereinbarung vom Dezember 2015 sieht neben dem Klimaschutz dier Erarbeitung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel vor.

Die Klimawandelanpassung stellt damit neben dem Klimaschutz die zweite Säule der Klimapolitik dar.

Klimawandelanpassungsstrategie in Österreich und Salzburg

Die Klimawandelanpassungsstrategie Österreich fasst den Wissensstand über den Klimawandel in Österreich zusammen und beschreibt ein Handlungsprogramm, das mögliche Maßnahmen in 14 verschiedenen Handlungsfeldern, wie etwa Land- und Forstwirtschaft, Gesundheit, Energieversorgung oder Schutz von Infrastruktur, vorschlägt.

Mit der Strategie zur Anpassung an den Klimawandel in Salzburg stellt sich auch das Land Salzburg der Herausforderung des globalen Wandels auf regionaler Ebene und bereitet sich auf die bereits eingetretenen und die zu erwartenden klimatischen Veränderungen mit all ihren Facetten und Auswirkungen auf die unterschiedlichsten Bereiche vor. Die Strategie ermöglicht ein überlegtes und vorausschauendes Vorgehen zum Schutz vor negativen Auswirkungen des Klimawandels, zeigt aber auch Chancen des Klimawandels auf, die es frühzeitig zu nutzen gilt.

In enger Zusammenarbeit mit der Salzburger Seilbahnwirtschaft und der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) wurde nach dem aktuellsten Stand der Forschung die langfristige, räumlich und zeitlich hochauflösende Modellierung der Schneedeckenentwicklung in Salzburg und die Rahmenbedingungen für die Beschneiung angesichts des Klimawandels entwickelt.  Ziel dabei ist es, ein sachliches und fachliches Planungsinstrument für Skigebiete zur Verfügung zu stellen um sich vorausschauend mit erwartbaren Entwicklungen beschäftigen und frühzeitig reagieren zu können.

Klimawandelanpassung in den Gemeinden

In Sachen Klimawandelanpassung sind oftmals die Gemeinden selbst für viele Bereiche zuständig, die von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Dazu gehören zum Beispiel das Bauwesen, die Raumplanung, die Wasserver- und -entsorgung, der Katastrophenschutz oder die Errichtung und Erhaltung der Gemeindestraßen. Aufgrund dieser umfangreichen Kompetenzen und nicht zuletzt aufgrund ihrer Bürgerinnen- und Bürgernähe nehmen Gemeinden eine wesentliche Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel ein. In einer Good Practice Broschüre werden erfolgreich umgesetzte Praxisbeispiele aus ganz Österreich vorgestellt. Diese betreffen verschiedenste Aufgabenbereiche von Gemeinden und zeigen unterschiedliche Wege, wie auf den Klimawandel reagiert werden kann.