Landesgeschichte

• Gründung Salzburgs: In der Hand der Bayernherzoge
• Das Land und Erzstift Salzburg bis zur Säkularisierung
• Salzburg zwischen Bayern, Frankreich und Österreich
• 1816 kommt Salzburg endgültig zu Österreich
• Salzburgs Weg vom Kronland zum Bundesland
• Anschluss an das Deutsche Reich
• Das Land Salzburg in der Nachkriegszeit
• Salzburgs Landeshauptleute der Zweiten Republik

Gründung Salzburgs: In der Hand der Bayernherzoge

Um 600 war das salzburgische Land in der Hand der Bayernherzoge. Sie beriefen um 700 Bischof Rupert von Worms zu Missionszwecken in ihr Land, der das Kloster St. Peter in Juvavum (= Salzburg) als Stützpunkt für seine Missionsvorhaben auswählte. Durch umfangreiche Schenkungen der Bayernherzoge gelang es innerhalb eines Jahrhunderts, Salzburg zu einer der reichsten Kirchen im Frankenreich auszubauen. 739 wurde Salzburg zum Bistum und 798 zum Erzbistum erhoben. In diese Ära fiel auch der Bau des 774 eingeweihten Salzburger Domes durch den aus Irland stammenden Bischof Virgil. Kulturell und politisch waren die ersten Jahrhunderte der mittelalterlichen Geschichte Salzburgs von großer Bedeutung, da die Missionstätigkeit eine Ausdehnung des Einflussgebietes bis in den Raum des heutigen Kroatiens und Ungarns zur Folge hatte. Die Ungarn-Einfälle zu Beginn des 10. Jahrhunderts beendeten allerdings die erste Phase der Missionierung und Kolonisation im Osten. Ausgehend von großen grundherrschaftlichen Besitzungen als Machtbasis verdrängten die Erzbischöfe seit dem beginnenden 13. Jahrhundert immer mehr die großen Grafenfamilien und weiteten ihren Machtbereich aus. Seit dem Jahr 1292 kann man vom Land Salzburg sprechen, da sich bis dahin ein eigenes Salzburger Landesrecht ausgebildet hatte und der wohl bedeutendste Erzbischof dieser Zeit, Eberhard II., schon seit 1213 den Titel eines Fürsten führte.


Das Land und Erzstift Salzburg bis zur Säkularisierung

Bis ins späte 18. Jahrhundert hinein regierten die Erzbischöfe als Landesherren das Land im Sinne des fürstlichen Absolutismus. Als Regierung stand ihnen das Domkapitel zur Seite und als Versammlung der Stände der Landtag. Das Domkapitel setzte sich aus 24 Domherren, die wenigstens 14 adelige Ahnen nachweisen mussten, zusammen. Sie standen allen zentralen Stellen - ähnlich den heutigen Politikern - vor. Die tatsächliche Amtsführung war aber dafür ausgebildeten Laien übertragen. Die Mitglieder der Landschaft hatten sich 1327 zum ersten Mal zu einem Landtag versammelt. Während die kulturellen Leistungen Salzburgs fortwährend wuchsen, begann hingegen die politische Bedeutung des Landes gegen Ende des 16. Jahrhunderts abzunehmen. So versuchte Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (1587 bis 1612) als letzter Landesfürst, durch einen Angriffskrieg auf Berchtesgaden 1611 sein Territorium zu erweitern, was aber misslang. Er bleibt jedoch wegen der Neugestaltung der gesamten Salzburger Innenstadt rund um den neuen Dom sowie wegen der Erbauung des Schlosses Mirabell unvergessen. Allgemein bekannt ist heute auch noch Markus Sittikus von Hohenems (Erzbischof von 1612 bis 1619), auf den der Neubau des Salzburger Domes und der Bau von Schloss Hellbrunn zurückzuführen ist. Dem Welschtiroler Paris Graf von Lodron (1619 bis 1653) gelang es auf Grund seines diplomatischen Talentes, das Land weitgehend unversehrt durch den 30-jährigen Krieg zu führen. In seine Zeit fällt auch die Neugründung der Salzburger Universität 1622. Erzbischof Johann Ernst Graf Thun (1687 bis 1709) ließ in Salzburg die Dreifaltigkeits-, die Ursulinen- und die Kollegienkirche sowie das Priesterhaus und das St.-Johann-Spital (heutiges Landeskrankenhaus) erbauen. Unter den beiden letzten Kirchenfürsten Sigismund von Schrattenbach (1753 bis 1771) und Hieronymus Graf Colloredo (1772 bis 1803) konnte Salzburg dem ständigen Druck des bayerischen und österreichischen Nachbarn nur mehr schwer standhalten. Es gelang allerdings, die territoriale Integrität bis zum Ende des Jahrhunderts zu behaupten. Erzbischof Hieronymus führte das Land nochmals zu einer großen Blüte in Wirtschaft und Wissenschaft. Schließlich wurde im Jahr 1803 das geistliche Fürstentum säkularisiert, womit die weltliche Herrschaft der Salzburger Fürsterzbischöfe endete.


Salzburg zwischen Bayern, Frankreich und Österreich

Von 1803 bis 1805 war Salzburg ein Kurfürstentum des noch bis 1806 bestehenden Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. 1805 kam das Land nach dem Preßburger Frieden zu Österreich; aus dem selbstständigen Staat und dem Hauptteil des Kurfürstentums war nun die Provinz eines großen Reiches geworden. Die erste österreichische Zeit endete mit der neuerlichen Kriegserklärung des nunmehrigen Kaisertums Österreich an Frankreich 1809, und so stand Salzburg nach dem Sieg der französischen Truppen unter Napoleon für eineinhalb Jahre direkt unter französischer Verwaltung. Von 1810 bis 1816 gehörte das Land bis zum Leukental (Kitzbühel) als Salzachkreis wiederum zu Bayern. Während dieser Zeit wurde der Universitätsbetrieb in Salzburg eingestellt und 1811 der Landtag aufgelöst. (Erst 1861 sollte unter völlig geänderten Voraussetzungen wieder ein Salzburger Landtag gewählt werden, der seither mit der Unterbrechung der Jahre 1938 bis 1945 zusammentritt.) Schließlich beendeten der Wiener Kongress und die auf ihm ausgehandelte Neuordnung Europas die Bayernzeit in Salzburg.


1816 kommt Salzburg endgültig zu Österreich

Am 1. Mai 1816 kam Salzburg endgültig zu Österreich: An der Residenz wurde das bayerische Wappen abgenommen und der österreichische Doppeladler aufgezogen. Das um die Hälfte verkleinerte Land - der Rupertigau wurde bayerisch, Brixen- und Zillertal kamen zu Tirol - wurde zum fünften Kreis des Erzherzogtums Österreich ob der Enns degradiert. Linz war die Hauptstadt, Salzburg nur mehr ein Kreishauptort. Der wirtschaftliche Niedergang des Landes in dieser Zeit fand seinen Ausdruck auch im Rückgang der Bevölkerung. So zählte die Stadt Salzburg damals nur mehr rund 8.000 Einwohner. Von nun an galten die Rechtsvorschriften der österreichischen Monarchie. Erst das Revolutionsjahr 1848 änderte die Lage Salzburgs grundlegend. Zum 1. Jänner 1850 wurde Salzburg ein eigenes Kronland der Monarchie und erhielt das Recht auf eigene Verwaltung. Aber erst 1861 konnte mit den ersten Landtagswahlen eine eigene Landesregierung die Arbeit aufnehmen. Seit der Aufstellung des Mozartdenkmals 1842 und der damit verbundenen Mozart-Pflege im Andenken an den wohl größten Sohn Salzburgs, Wolfgang Amadeus Mozart, wurde bewusst der Fremdenverkehr gepflegt. Und mit dem Bahnbau seit 1860 setzte ein Wiedererstarken der Wirtschaftskraft ein. Die stetige Aufwärtsentwicklung endete jedoch mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914. Von 49.000 mobilisierten Salzburgern fielen rund 6.000 dem Krieg zum Opfer, viele gerieten in Gefangenschaft. Nach dem Zusammenbruch des Wirtschaftsraumes der Österreichisch-Ungarischen Monarchie war die Versorgung der Bevölkerung ein fast unlösbares Problem geworden.


Salzburgs Weg vom Kronland zum Bundesland

Nach der Abdankung Kaiser Karls wurde am 12. November 1918 die Republik Deutsch-Österreich ausgerufen, und seit dem Beschluss des Bundesverfassungsgesetzes 1920 wurde Österreich nach republikanischen, demokratischen, parlamentarischen und bundesstaatlichen Prinzipien gestaltet. Im Land Salzburg durften bei den ersten Landtagswahlen nach dem allgemeinen und gleichen Wahlrecht am 6. April 1919 erstmals auch Frauen wählen. Die Salzburger Landesverfassung, in der das historische Wappen des Erzstiftes als Landeswappen und die alten Landesfarben rot-weiß übernommen wurden, wurde am 16. Februar 1921 beschlossen. Unter Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl (1922 bis 1938) ging man daran, den Zusammenbruch des Wirtschaftsraumes Donau-Monarchie zu überwinden, die Arbeitslosigkeit stieg jedoch bis 1933 auf 32 Prozent. Rehrl setzte damals ganz auf die Förderung des Fremdenverkehrs. Mit der ersten Aufführung des "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal begann 1920 die Geschichte der Salzburger Festspiele, die bis heute Stadt und Land ein florierendes Wirtschaftsleben gewährleisten. Auch der Bau von Aussichtsstraßen, wie beispielsweise der Gaisbergstraße 1929 oder der Großglockner-Hochalpenstraße 1935, gab vielen Menschen Arbeit.


Anschluss an das Deutsche Reich

Mit dem Anschluss an das nationalsozialistische Dritte Deutsche Reich 1938 wurde Salzburg zum Reichsgau. Nach anfänglichen wirtschaftlichen Erfolgen innerhalb des großen deutschen Wirtschaftsraumes brachte der Kriegsbeginn im September 1939 großes Elend über Stadt und Land. Von 1944 an wurde die Stadt bei insgesamt 16 Angriffen bombardiert, wobei 531 Menschen ihr Leben verloren. Nach der kampflosen Übergabe der Stadt Salzburg an die einrückenden US-Truppen am 4. Mai 1945 und der Kapitulation des deutschen Heeres nahm eine provisorisch gebildete Landesregierung die Arbeit unter der Patronanz der amerikanischen Besatzungsmacht auf.


Das Land Salzburg in der Nachkriegszeit

Am 25. November 1945 konnten wieder Landtagswahlen abgehalten werden. Die ersten Nachkriegsmonate waren schwierig, öffentliche Ausspeisungen halfen der Bevölkerung durch den Winter. Vor allem aus der Schweiz kamen Hilfslieferungen, Lebensmittel und Kleidung. Schließlich konnte mit Hilfe des Marshall-Plans der Wiederaufbau in Stadt und Land in Angriff genommen werden. Die folgenden Jahre waren geprägt von wirtschaftlichem Aufstieg, und auch im Sozialbereich und in kultureller Hinsicht verzeichnete Salzburg eine gute Entwicklung. So fanden bereits am 13. August 1945 wieder Aufführungen der Salzburger Festspiele statt. Die Fertigstellung der Staatsbrücke sowie der Wiederaufbau des zerstörten Domes zeugten unter anderem vom Wiederaufbauwillen der Bevölkerung. Heute nimmt Salzburg eine wirtschaftliche Spitzenstellung innerhalb Österreichs ein und gehört europaweit zu den attraktivsten Unternehmensstandorten.


Salzburgs Landeshauptleute seit 1861

Österreichisch-Ungarische Monarchie:
  • Josef Freiherr von Weiß (31. März 1861 bis 30. September 1872)
  • Hugo Raimund Reichsgraf von Lamberg (30. September 1872 bis 14. Juni 1880)
  • Carl Graf von Chorinsky (17. Juni 1880 bis 13. Oktober 1890)
  • Dr. Albert Schumacher Ritter von Tännengau (21. September 1890 bis 17. Jänner 1897)
  • Prälat Alois Winkler (17. Jänner 1897 bis 29. Dezember 1902)
  • Dr. Albert Schumacher Ritter von Tännengau (12. Dezember 1902 bis 21. Juli 1909)
  • Prälat Alois Winkler (21. Juli 1909 bis 23. April 1919)

Republik Österreich:
  • Dipl.-Ing. Oskar Meyer (23. April 1919 bis 4. Mai 1922)
  • Dr. Franz Rehrl (4. Mai 1922 bis 12. März 1938)

Großdeutsches Reich (Gauleiter und Reichsstatthalter):
  • Dipl.-Ing. Anton Wintersteiger (13. März 1938 bis 22. Mai 1938)
  • Dr. Friedrich Rainer (22. Mai 1938 bis 29. November 1941)
  • Dr. Gustav Adolf Scheel (29. November 1941 bis 4. Mai 1945)

Republik Österreich:
  • Dr. Adolf Schemel (23. Mai 1945 bis 12. Dezember 1945)
  • Dipl.-Ing. Albert Hochleitner (12. Dezember 1945 bis 4. Dezember 1947)
  • Josef Rehrl (22. Dezember 1947 bis 1. Dezember 1949)
  • Dr. Josef Klaus (1. Dezember 1949 bis 17. April 1961)
  • Dipl.-Ing. DDr. Hans Lechner (17. April 1961 bis 20. April 1977)
  • Dr. Wilfried Haslauer (20. April 1977 bis 2. Mai 1989)
  • Dr. Hans Katschthaler (3. Mai 1989 bis 24. April 1996)
  • Univ.-Doz. Dr. Franz Schausberger (24. April 1996 bis 28. April 2004)
  • Mag. Gabi Burgstaller (28. April 2004 bis 19. Juni 2013)
  • Dr. Wilfried Haslauer junior (seit 19. Juni 2013)