20.09.2018 - Es wird natürlicher in der Au

 Knapp ein halbes Jahr nach Abschluss der Hauptrenaturierungsarbeiten sieht man bereits deutlich, wie rasch die Natur die neu geschaffenen Lebensräume erorbert.

Waren die renaturierten Flächen in der Weitwörther Au am Ende des Winters nach erfolgtem Geländeabtrag auf den Vorlandabsenkungen noch grau-braun und ohne Vegetation, so hat sich das Bild nun völlig verändert. Wer jetzt durch die Au spaziert, erlebt eine wieder ergrünte Landschaft und erkennt bei genauerem Hinsehen, dass die neue Pflanzenwelt, die das Terrain erobert, artenreich und autypisch ist. So breitet sich anstelle der hier zuvor dominierenden Fichtenmonokulturen ein Mosaik aus Hochstauden wie dem Wasserdost und – vor allem auf den Rohböden aus Sand und Kies – aus verschiedenen Weiden- und Pappelarten aus. Letztere sind die Zielarten der „Weichen Au“ und belegen, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht. Die Entwicklung steht erst am Anfang und wird genau beobachtet. Dazu wurde im Sommer ein vegetationskundliches Monitoring gestartet, das die kommenden Jahre fortgesetzt wird.

Damit die Vegetation sich weiterhin in die richtige Richtung entwickelt, wurden in den Sommermonaten Maßnahmen zur Eindämmung sogenannter „invasiver Neophyten“, also nicht heimischer Pflanzen mit starker Ausbreitungstendenz, durchgeführt. Vorrangig gibt es dabei um das Drüsige Springkraut, das auf den Vorlandabsenkungen in großer Zahl gekeimt hat. Durch zwei Schnitte im Abstand von rund vier Wochen konnte es mittlerweile deutlich zurückgedrängt werden. Diese Maßnahmen werden solange fortgesetzt, bis sich die Arten der Weichen Au auf Dauer durchgesetzt haben.

Abb. 1: Der neu gestaltete Ausee mit den ergrünten Vorlandabsenkungen Anfang September 2018 - von Norden gesehen© J. Semrad

Abb. 2: Die Vorlandabsenkung 4 Anfang September 2018© J. Semrad

Abb. 3: Weiden- und Pappelverjüngung auf Vorlandabsenkung 3, Ende Juli 2018© B. Riehl

Abb. 4: Springkrautmahd© MR Flachgau

Abb. 5: Feuchtstaudenbestand mit dem Wasserdost auf der Vorlandabsenkung im Osten des Ausees© B. Riehl