Kunstwerke des Monats

2015

November 2015
Josef Saller – aus der Serie „Oberflächen sind Räume“
2009, Bleistift auf Papier, 100 x 70 cm

Die Zeichnung zeigt ein typisches Wiener Gründerzeitensemble entlang einer Straßenflucht. Die Fassade versteht Josef Saller in diesem Bild als Grenzraum zwischen Innen und Außen. Sie scheint in der Zeichnung leicht und zugleich irritierend zu sein. Sie löst sich von dem Gebäude und dadurch entstehen Einblicke in das Gebäude selbst. Hinter der Fassade wird eine utopische, vom Künstler frei erfundene Raumkonstruktion sichtbar. Diese baut sich aus wirren geometrischen Formen zusammen, die jeder logischen, statischen Erklärung trotzt, also kein „realistisches“ Gestaltungsprinzip sein will.

Josef Saller arbeitet seit 2009 an der Serie „Oberflächen sind Räume“, aktuell umfasst diese 217 Zeichnungen, die alle mit Bleistift auf Papier im gleichen Format (hoch- und querformatig) gezeichnet sind.

Die Frage nach dem „Raum“ an sich ist eine sehr philosophische, was ist ein Raum, was ist unsere Vorstellung von Raum. Sprechen wir von einem konkreten Raum als ein in Höhe, Breite und Tiefe abgegrenzter Bereich (z. B. ein Zimmer, ein Haus etc.) oder von einem nicht klar umgrenzten Bereich (z.B. ein Freiraum, Bewegungsraum etc.)

Die allgemeine Wahrnehmung des Raumes verändert sich ständig, im Zuge der Globalisierung, der Raumfahrt etc. haben wir heute eine andere Sicht auf den uns umgebenden Raum als es früher der Fall war. „Fremdes“ begleitet das tägliche Leben viel häufiger.

Abgesehen von diesen Gedanken und Ansätzen ist es dem Künstler vor Allem wichtig, sinnliche Bildkompositionen zu schaffen, die den Betrachter dazu verführen in diese neuen Bild-Räume einzutauchen.

Josef Saller wurde 1971 in St. Johann im Pongau geboren. Er studierte Architektur in Graz, Wien und Oxford. 2004 gründete er gemeinsam mit Heribert Wolfmayr ein eigenes Architekturbüro – heri & salli in Wien. Gemeinsam arbeiten sie an architektonischen Konzepten. 2014 waren sie mit ihrem Projekt „Imagination Stadt“ bei der Architekturbiennale in Venedig vertreten. Mehr dazu unter: www.heriundsalli.com


Zwei Zeichnungen von Josef Saller aus dieser Serie wurden heuer vom Land Salzburg für die Kunstsammlung angekauft. Bis 5. Dezember sind diese mit vielen weiteren Kunstankäufen des Landes im Traklhaus zu sehen. (Eine weitere Ausstellung mit den Ankäufen Teil 2 folgt anschließend ab 10. Dezember)
www.salzburg.gv.at/traklhaus-ausstellungen_2015-7.htm

Kunstwerk des Monats November 2015



Kunstwerk des Monats Oktober 2015

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Oktober 2015
Kurt Fleckenstein – „350.000.000“
2015, Papiergeld, Schredder

Das Traklhaus zeigte bis 24. Oktober eine Installation aus 3.5 Millionen Geldscheinen. Diese ist anschließend (11. 11. – 5. 12. 2015) auch in der MAERZ Künstlerinnen- und Künstlervereinigung in Linz zu sehen:
www.salzburg.gv.at/traklhaus-ausstellungen_2015-6.htm

Kurt Fleckenstein entwickelt für seine Interventionen in verschiedenen Ausstellungsorten oder im öffentlichen Raum immer neue Arbeiten, die auf den jeweiligen Ort kritisch eingehen.

Als der Künstler sich im Internet über Aktuelles aus Salzburg und Linz informieren wollte, stieß er sofort und oft auf die beiden Finanzskandale. Nicht nur dieses Thema hat ihn interessiert, sondern er will mit dieser Arbeit generell auf die Problematik der öffentlichen Geldverschwendung hinweisen. Zur Installation gehört ein Schredder, wo die Besucher angeregt werden: Auch Sie dürfen unser Geld vernichten.

Kurt Fleckenstein’s Installation zieht sich durch die gesamten Galerieräume. Der Künstler hat Spielgeld in Form von € 100 Scheinen drucken lassen. Das Geld, insgesamt sind es 350 Millionen Euro, wurde über den gesamten Parkettboden der Ausstellungsräume ausgelegt. So entsteht ein Teppich, der teilweise mehrere Zentimeter dick ist, über den die Besucher gehen müssen.
Die Motive auf den Geldscheinen stammen aus Salzburg und Linz. Der Salzburger Hunderter ist mit Georg Trakls Portrait auf einer Seite und dem Chiemseehof auf der anderen Seite bedruckt. Die oberösterreichische Variante zeigt Klemens Brosch, den Gründer der MAERZ Galerie und auf der anderen Seite das alte Linzer Rathaus

Kurt Fleckenstein ist 1949 in Heddesheim, Deutschland geboren, lebt und arbeitet in Mannheim und Breslau. Er studierte Landschaftsarchitektur und Kunstgeschichte. Seit 2003 ist er als freischaffender Künstler tätig.
www.kurt-fleckenstein.com

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September 2015
Markus Hofer – „Wolke“
2015, Porzellan, Holzkonstruktion, Klebstoff

Die Festung Hohensalzburg ist immer einen Besuch wert, vor allem vielleicht, wenn nach dem Hochsommer die Touristenströme wieder etwas zurückgehen.

In der kleinen Kapelle im Festungsmuseum (Teil des Salzburg Museum) ist seit April dieses Jahres ein Kunstwerk von Markus Hofer. Über 100 Teller hat er zu einer Cumulus-Wolke verbunden, eine weiße Haufenwolke, die auf einem alten Altartisch emporsteigt. Die weißen Teller weisen alle unterschiedliche Formen und Größen auf. Sie wurden vom Künstler im Rahmen einer Aktion von Familien gesammelt. Somit sind sie auch indirekt ein Verweis auf die Menschen, die Gesellschaft.

In der Kunstgeschichte sind Wolken vor allem in der Landschaftsmalerei ein häufiges und wichtiges Motiv, das nicht nur die äußeren Formen wiedergibt, sondern oft symbolisch für innere Seelenzustände zu deuten ist.
Das Flüchtige, sich Auflösende fasziniert seit jeher die Künstler. Hinzu kommt in dieser Skulptur der Wiederspruch von festem, hartem Material zum leichten, schwebenden Themeninhalt.

Auch in der christlichen Symbolik spielen Wolken seit langem eine wichtige Rolle als Bindeglied zwischen Himmel und Erde. Auf Altären sind sie sehr häufig im Dekor zu finden. Markus Hofers Werk passt darum ideal hierher.
Bereits 2014 hat der Künstler in der Kirche St. Magdalena in Linz eine solche Wolkenskulptur aus Tellern realisiert.


Markus Hofer wurde 1977 in Haslach, OÖ geboren, lebt und arbeitet in Wien. Er studierte an der Universität für Künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz, an der Kunsthochschule, Berlin und an der Akademie der bildenden Künste in Wien (Diplom 2003).
Seither zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.
www.markushofer.at



Hofer Markus, Wolken
Foto: Salzburg Museum



Kunstwerk des Monats August 2015, Martin Lerch

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August 2015
Martin Lerch – „Turmbau zu Babel
2015, Holzgerüst, Audiogeräte

Über 300 Audiogeräte hat Martin Lerch an diesem Turm verarbeitet. Alle Generationen von Radios, Lautsprechern und Plattenspielern sind zu finden und wecken bei den Betrachtern Erinnerungen. Die Struktur des Turmes ist an ein Gemälde von Pieter Bruegel angelehnt, wo dieser spiralförmig nach oben wächst und im unfertigen, oberen Bereich die innere Konstruktion sichtbar bleibt.

Die Geschichte des Turmbaus zu Babel aus der Bibel ist bekannt. Die Menschen wollten einen Turm bis in den Himmel bauen; dieser Hochmut wurde von Gott bestraft, indem er die Sprachen verwirrte.

Auch heute ist das Thema aktueller denn je. Die Türme werden immer noch höher gebaut, jeder versucht die anderen zu übertreffen. Auch die Sprachverwirrung ist geblieben. Obwohl durch moderne Technik wie Internet etc. alle Menschen auf der Welt miteinander verbunden sind (bis in die entferntesten Gegenden), können sie sich deshalb nicht besser verstehen.
„Sich nicht verstehen“ nicht nur im Sinne der Sprachbarriere, sondern auch im übertragenen Sinn.

Nur 8 Lautsprecher des Turmes sind in Funktion. Die Toninstallation (Texte und Geräusche) ist von Anna und Stefan Wegenkittl.


Seit über 10 Jahren sammelt Martin Lerch Audiogeräte und hat mittlerweile bereits einige solche Türme damit aufgebaut.
Der Turm war im Hof des Traklhauses anässlich der Ausstellung "Lärm" im Sommer zu sehen

Martin Lerch wurde 1953 in Neukirchen am Großvenediger geboren. Nach seiner Goldschmiedelehre, die er 1976 mit der Meisterprüfung abschloss, wurde er als Schmuckkünstler vielfach ausgezeichnet. Er lebt und hat sein Atelier in Salzburg.

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Juli 2015
Daniel Domig und Markus Kircher – „Die Salzach-Flößer“
2015, Acryl-Wandmalerei im Eingang der Galerie im Traklhaus

Seit der Ausstellung „100“ (Arbeiten mit Salzburg-Bezug von 100 Kunstschaffenden) ist die farbintensive Wandmalerei im Traklhaus zu sehen.
Für die große Gruppenausstellung haben die beiden Maler einen gemeinsamen Beitrag vorgeschlagen. Sie haben für ihr Wandbild keine Ausstellungsfläche in den 4 Räumen beansprucht, sondern sich für den Eingangsbereich der Landesgalerie entschieden. Das hat den Vorteil, daß die Acrylmalerei nicht nach Ende der Ausstellung übermalt werden muß. Der Eingang in die Galerie im Traklhaus bleibt sicher für einige Jahre so gestaltet.

Die erste Idee der Künstler für das Zentralbild (ca. 130 x 200 cm) war die Salzach, auf die man aus den Ausstellungsräumen schaut. Zu der blauen Farbe kam immer mehr gelb und rot und es entstand ein vielteiliges Bild, in dem zahlreiche Details zu entdecken sind.
Das Bild, das sich auf die Wände rechts und links und in den Ecken bis zum Boden ausbreitet, erzählt vielleicht eine Geschichte von den Flößern, als der Fluss noch Verkehrsader war. Gleichzeitig spielt die Deckenmalerei mit dem Raum, seinem Gewölbe und den Gegenständen an der Wand darunter.

Den Künstlern ist es sehr gut gelungen, die Acrylfarbe durch verdünnten Auftrag, wie auf Papier wirken zu lassen. Die Galerie im Traklhaus hat ein neues Kunstwerk, das den Eingang bestimmt und gleichzeitig gute Malerei ist.


Markus Kircher ist 1970 in Salzburg geboren
http://markuskircher.net/index.htm

Daniel Domig ist 1983 in Vancouver geboren, aufgewachsen in Salzburg
http://currentlynowhere.com

Beide Maler haben an der Akademie der Bildenden Künste, bei Prof. Gunter Damisch studiert. Sie leben und arbeiten in Wien, kommen jedoch immer wieder nach Salzburg und Hallein.



Kunstwerk des Monats Juli 2015, Daniel Domig und Markus Kircher



Fabian Fink, Linsen

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Juni 2015
Fabian Fink – „Linsen“
2015, Styropor, Betonputz, 16 Teile, je ca. Ø 35 cm, Höhe 15 cm

Seit Ende Mai 2015 sind 16 Linsen des Salzburger Künstlers Fabian Fink verteilt im Gebäude des Kunstreferates der Salzburger Landesregierung (Franziskanergasse 5a) zu sehen.
Zwei konvexe Scheiben werden durch ein ca. 5 cm breites Band verbunden und bilden einen Körper. In der Oberfläche ist die Struktur des Betons gut erkennbar. Keines der Objekte wurde durch den Künstler farblich nachbehandelt, auch wenn ein paar der Linsen diesen Anschein erwecken könnten, da die Oberflächen manchmal sehr unterschiedlich wirken.

Für den Betrachter bieten die Formen ein sehr breites Spektrum an Assoziationsmöglichkeiten: z. B. zu botanischen oder optischen Linsen – wie die Namensgebung nahelegt; oder aber eine militärischere, katastrophale Sichtweise wiederum lässt die Linsen als bedrohliche Tellerminen erscheinen; von vielen werden sie vielleicht auch als überdimensionale pharmazeutische Tabletten oder als riesige Kekse wahrgenommen. Fabian Fink lässt hier allerdings keinem Konzept den Vorrang und behauptet die Skulpturen seien rein „abstrakte Ereignisse im Raum“. Die formalen Feinheiten der Oberfläche und der experimentelle Umgang mit dem Material stehen für ihn im Vordergrund. Der Ansatz des Künstlers erinnert damit stark an die „Konkrete Kunst“, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihren Anfang nahm und nichts abbilden wollte, sondern das Kunstwerk für sich selber steht.
„Konkrete Kunst ist die Bezeichnung für eine Kunst ohne jede Beziehung zur visuellen Wirklichkeit, in der die bildnerischen Elemente weder Abbild der Natur noch symbolisch gemeint sind, sondern in einem Wechselspiel von Formen nur sich selbst bedeuten.“, schrieb Theo van Doesburg in der Zeitschrift „Art Concret“ (1930)

Fabian Fink wurde 1979 in Salzburg geboren, er lebt als freischaffender Künstler in Wien.
1997 – 2004 Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien.
Stipendien für Auslandsaufenthalte in Budapest (2005), Paris (2008), Yogyakarta (2012) und Berlin (2014).
Ausstellungen u.a. in der Galerie Jünger, Wien (2014); Sewon Artspace, Yogyakarta, Indonesien (2012); Festung Hohensalzburg (2012); Galerie 5020, Salzburg (2011); Vesch, Wien (2009); Burgtheater, Wien (2008).

www.fabianfink.com

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Mai 2015:
Maria Morschitzky
Installation
ohne Titel, 2015

Maria Morschitzky ist als Künstlerin vielfältig und kombiniert oft verschiedene Medien: Von Zeichnung über Fotografie und Kurzfilm bis zu Objekten setzt sie alles in ihren Installationen ein. Diese auf den jeweiligen Raum eingehenden Arbeiten erzählen manchmal eine Geschichte und regen auf jeden Fall die Phantasie der Betrachtenden an.

Im Herbst hatte Maria Morschitzky ein Stipendium des Landes Salzburg für einen viermonatigen Atelieraufenthalt in Wien. Dort hat sie als Ergebnis eine Rauminstallation aus Zeichnungen, Objekten und Kurzfilmen präsentiert. Derzeit ist in Hallein im kunstraum pro arte in der Ausstellung "Möglichkeiten" eine ähnliche Arbeit zu sehen – vielleicht eine Krankenhaus-Situation? Was zeigt oder sagt der Monitor, der der Kopf des Patienten sein kann? Die Werke der jungen Künstlerin muss man besser anschauen als beschreiben. Das Foto dieses Mai-Kunstwerkes soll eine Anregung sein, den kunstraum pro arte in Hallein zu besuchen und die Installation von Maria Morschitzky zu entdecken – und auch die Arbeiten der beiden anderen Künstlerinnen dieser Ausstellung: Die Salzburgerin Gerlind Zeilner wurde für ihr malerisches Werk mit dem Faistauer-Preis ausgezeichnet. Julia Maurer aus Wien ist die dritte Künstlerin dieser Ausstellung. Bei allen drei hat die Zeichnung in dieser Präsentation in Hallein eine wichtige Bedeutung.

Maria Morschitzky wurde 1983 in Linz geboren und studierte an der Hochschule Mozarteum in Salzburg. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Salzburg und Wien.



Kunstwerk des Monats Mai 2015



Keramikpreis 2015 Louis Frank

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April 2015
Frank Louis
„Cumulus“, 2015, Steinzeugton, Glasur, 93 x 71 x 70 cm
„Cumulus mediocris“, 2015, Steinzeugton, Glasur, Flugzeugsicherheitsgurte, je ca. 52 x 92 x 21 cm

In der Kunstgeschichte waren Wolken schon immer ein beliebtes Studienobjekt und ein weit verbreitetes Motiv. Frank Louis überträgt dieses Sujet in ironischer Weise in die Keramikkunst: Ein Wolkenhaufen steigt vom Boden auf, drei Schäfchenwolken ziehen an der Wand vorbei.
Der Künstler schreibt dazu: „Wolken sind Sinnbilder des Flüchtigen, Ungreifbaren. Für die Arbeit „Cumulus mediocris“ wurden sie hingegen aus einer schweren, dichten Materie geformt, glasiert und gebrannt. So schweben sie vor der Wand, nur durch Flugzeug-Sicherheitsgurte gehalten. Mit einem Handgriff ließen sich die Gurte öffnen und die Wolken zögen davon.“

Unsichtbar für den Betrachter bleibt der Zwiespalt vom schweren Material zum leichten Erscheinungsbild, der durch die weiße Farbe noch verstärkt wird. Wären es graue Gewitterwolken, würden sie nicht so leicht schweben.
Das Gewicht ist nur an der Bodenskulptur zu erkennen. Hier scheint die Wolke doch so schwer zu werden, dass Sie auf den Grund herabgesunken ist.

Frank Louis wurde 1966 in Hannover geboren, seit 2009 lebt er in Linz, wo er seit 2005 an der Kunstuniversität unterrichtet. 1988–1993 studierte er an der Fachhochschule Niederrhein Krefeld und 1996–2001an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.
Für sein Werk wurde er bereits mit vielen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Westerwaldpreis für Keramik (2004), dem Preis der 5. Internationalen Keramikbiennale, Kapfenberg (2007) und dem Grand Prix, XXIIIème Biennale Internationale de céramique contemporaine, Vallauris/ Frankreich (2014) und zuletzt 2015 mit dem Salzburger Keramikpreis.
www.franklouis.de

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März 2015
Gerhard Himmer – ohne Titel, 2014
Öl auf Leinwand, 130 x 180 cm

Gerhard Himmer versteht seine Bilder als Weiterführung konkreter Malerei, die in den 1920er Jahren aufkam.
Diese Bilder sind ohne Beziehung zur visuellen Wirklichkeit; das bedeutet, sie bilden nichts ab, Farbe und Formen sind alleine Gegenstand dieser Bilder.
So unterscheidet sich die konkrete Kunst von der abstrakten Kunst, die - wenn auch stark reduziert – eine Abbildung der äußeren Wirklichkeit sein soll.

Auf den ersten, flüchtigen Blick wirkt das Bild beinahe monochrom. Erst bei genauerem Hinsehen entdeckt man die feine Struktur, das Chaos auf der zuerst scheinbar perfekten Oberfläche.
Durch den Einsatz von Terpentin auf dem noch feuchten Bild entstehen diese Rinnsale, die die Farbe wieder wegnehmen und so den gewünschten Effekt des Künstlers erzielen. Wie sehr dieser Prozess durch den Künstler beeinflussbar ist und welche Rolle der Zufall spielt, ist für den Betrachter nicht nachvollziehbar.

Zu sehen ist das Bild bis Ende Mai 2015 im Raiffeisen-Kunstfenster am Alten Markt, Salzburg

Gerhard Himmer ist 1969 in Salzburg geboren, lebt und arbeitet in Wien
1992–96 Studium an der Akademie der bildenden Künste, Wien
1996–98 Aufbaustudium an der Akademie der bildenden Künste, Stuttgart



Kunstwerk des Monats Himmer Gerhard



Petra Buchegger - Mondas

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Februar 2015
Petra Buchegger – aus der Serie „Mondas“, 2014
Kreide auf Papier, je 110 x 82 cm

Karottenschalen, Apfelreste, Eierschalen, die Schale einer Banane,…
Manches ist zu erkennen auf den schwarz-weißen Kreidezeichnungen, gerade so viel, dass der Bildinhalt als „Bio-Abfall“ identifizierbar ist. Vieles jedoch wird von der Künstlerin so stark abstrahiert dargestellt, dass die Phantasie des Betrachters herausgefordert wird. Die Räumlichkeit ist in den Zeichnungen vollkommen ausgelöscht, die einzelnen Abfall-Teile wirken nicht plastisch und auch wenn sich manche Schalen überschneiden entsteht kein Gefühl von Vorder-und Hintergrund. In scheinbarer Schwerelosigkeit sind die Dinge im Bild verteilt.
Eine neue und eigenwillige Auslegung der Gattung Stilleben?

In ihrer künstlerischen Arbeit thematisiert Petra Buchegger Dinge des Alltagslebens, hier sind es Obst- und Gemüseabfälle aus ihrem eigenen Haushalt. Die Wertschätzung der Hausarbeit als Überbegriff.
Da es sich bei diesen Bildern um nur zwei einer ganzen Serie handelt, wird die Wiederholung hervorgehoben. Eine Tätigkeit, die sich im Prinzip immer wiederholt, nicht sichtbar ist, und in unserer profitorientierten Gesellschaft kaum Anerkennung findet.

Petra Buchegger wurde 1970 in Graz geboren sie lebt und arbeitet in Wien. 1989-1991 studierte sie Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Anschließend von 1991–1999 an der Universität für Bodenkultur in Wien Landschaftsplanung und Landschaftspflege. Nähere Informationen auf www.petrabuchegger.at

Sechs Arbeiten aus der Serie und weitere Arbeiten der Künstlerin waren bis 28. Februar in der Galerie im Traklhaus in der Ausstellung „Salzburg-Luxemburg III“ zu sehen.
www.salzburg.gv.at/traklhaus-ausstellungen_2015-1.htm

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Jänner 2015:
Esther Moises – ohne Titel
Farbfotografie, 2014, 50 x 70 cm

Esther Moises stellt am Salzburger Flughafen eine Serie von 2013 und 2014 entstandenen Farbfotografien aus. Ein Teil dieser Arbeiten ist – wie die hier abgebildete – im vergangenen Herbst bei einem Atelier-Aufenthalt im Künstlerhaus in Tenno entstanden. Der kleine Ort liegt oberhalb des Gardasees in den Bergen, neben einem kleinen See. Dort hat die Künstlerin vorher produzierte, gelbe Wachsobjekte in der Landschaft inszeniert. Eine gefundene Holzleiter wurde verwendet, im Bergsee befestigt und bei ganz glatter Wasseroberfläche aufgenommen. Es sieht aus, als ob die aus dem Nichts kommenden Hände die endlos lange Leiter halten.
Die Malerin und Foto-Künstlerin setzt gern zufällig gefundene Gegenstände oder für diesen Zweck produzierte Artefakte in ihren Arbeiten in Szene. Fast jede Fotografie hat etwas Ungewöhnliches.

Für die Ausstellung im Winter 2014/15 am Artport wurden auch für dort gut passende Motive mit alten Koffern ausgewählt.
Immer wieder haben Gegenden oder Gebäude Esther Moises zu solchen Interventionen inspiriert. 2012 produzierte die Salzburgerin für ihre Ausstellung im Hödlmoser-Atelier auf der Festung große Eier aus Eis um sie im historischen Umfeld fotografieren zu können.

Esther Moises, geboren 1974 in Innsbruck, lebt und arbeitet in Salzburg.
1995–2002 studierte sie Malerei und Grafik an der Universität für angewandte Kunst in Wien bei Christian Ludwig Attersee.



Esther Moises

2014



Durchgang zum Domquartier mit Kunstwerk von Elmar Trenkwalder

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Dezember 2014:
Elmar Trenkwalder – Installation im Eingang der Salzburger Residenz, 2014
vielteiliges Keramik-Relief, ca. 200 m2 Flächen an den Wänden und der Decke

Der Maler und Bildhauer Elmar Trenkwalder gestaltete den Eingang in die Residenz, der nun auch der Zugang in das Domquartier ist, mit einem Relief, das aus mehr als 400 Einzelteilen besteht. „Mit meiner Arbeit an diesem prominenten Ort möchte ich einen Akzent setzen, der auf eine architektonische und bildhaft-plastische Verbindung aus Historie und Gegenwart zielt“, so definiert der Künstler das gelb und blau glasierte Keramik-Relief, das sich über die beiden Wände und die Decke des tonnengewölbten Durchgangs vom Residenzplatz erstreckt. Trenkwalder verbindet archaische Formen, wie sie in vielen Kulturen vorkommen, mit Anspielungen an Renaissance, Jugendstil und Motive, wie sie in der aktuellen Kunst auftauchen. Er arbeitet mit der bestehenden Architektur und weckt mit seinen vieldeutigen, intensiven und dichten Formen Assoziationen zum Barock, das dieses Gebäude dominiert. Gleichzeitig können die großformatigen Keramik-Wandobjekte auch Vergleiche mit anderen historischen Vorlagen von der Antike bis zur Gegenwart standhalten – eben die eigenständige, perfekt umgesetzte Kunstwelt von Elmar Trenkwalder.

Elmar Trenkwalder wurde 1959 geboren, lebt in Innsbruck.
Er hat seine Bilder, Zeichnungen und dreidimensionalen Arbeiten öfter im Traklhaus in Salzburg ausgestellt. 1993 zum ersten Mal, als er den Faistauer-Preis für Malerei des Landes Salzburg erhalten hat. 2004 wurde er mit dem Salzburger Keramikpreis ausgezeichnet. Zuletzt hat Trenkwalder 2014 im MUDAM, im Museum moderner Kunst in Luxemburg und im französischen Porzellan-Museum in Sèvres bei Paris ausgestellt.

Dieses Kunstwerk von Elmar Trenkwalder wurde aus Mitteln von Kunst am Bau vom Fonds Bauen und Kunst initiiert und finanziert. Weitere Werke im öffentlichen Raum in Salzburg finden Sie unter www.kunstambau.at

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November 2014:
Gerold Tusch – „Glanz & Gloria“, 2014
Keramik, glasiert, Schlagaluminium, ca. 2 m Hoch

Barocke Gemälde, weißer Stuck und ein wunderbares Licht stimmen den Besucher in der Langen Galerie von Sankt Peter am Weg durch diesen 70 Meter langen Raum ein. Am Ende steht ein in rotem Marmor prächtig gefasstes Tor. Dieses erreicht man über eine lange, zentrale Rampe nun auch barrierefrei. Seit 6. Oktober flankieren zwei Prunkvasen von Gerold Tusch auf hohen Sockeln neben der Rampe das Portal. Der Besucher wird von dem silbernen Vasenpaar, durch den Raum hin sichtbar, begrüßt und über die Rampe emporgehend in die „Schatzkammer“ von St. Peter begleitet.

Die beiden Vasen wirken wie Zwillinge und sind doch sehr unterschiedlich. Jede ist für sich in perfekter Harmonie abgestimmt. Aus den silbernen Objekten quillt Rauch empor, der zu Wolkentürmen erstarrt ist und sich auch nach unten über den Bauch der Vasen windet.

Die Wolken sind eine inhaltliche Entsprechung zum Leitmotiv des Domquartieres. Sie können symbolisch als Bindeglied zwischen Himmel und Erde gelesen werden. Obwohl sie kein religiöses Symbol im eigentlichen Sinn sind, signalisieren sie doch die Nähe zum Himmlischen.
Barock ist ein wichtiges, zentrales Thema des Domquartiers. Wolken waren in dieser Stilrichtung ein bevorzugtes Dekorationselement, ebenso wie das Vasen-Motiv.
Der Künstler isoliert in seinen Werken oft Elemente die ursprünglich rein als Dekoration verwendet wurden, um sie als selbständige Kunstwerke zu etablieren.


Gerold Tusch wurde 1969 in Villach geboren. Er studierte am Mozarteum in Salzburg und an der Gerrit Rietveld Akademie in Amsterdam. Seit 1994 lebt und arbeitet er mit eigenem Atelier in Salzburg. Er erhielt den Salzburger Keramikpreis und ist in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten.
www.geroldtusch.at



Bild von dem Kunstwerk des Künstlers Gerold Tusch



Kunstwerk Turmbau zu Wals

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Oktober 2014:
Wendelin Pressl – „Turmbau zu Wals“
Beton, ca. 6 m hoch

Im Rahmen von Kunst am Bau wurde dieses Kunstwerk am Vorplatz der Landesberufsschule Wals realisiert.
Viele kennen noch das Computerspiel „Tetris“, bei dem unterschiedlich geformte Bausteine so übereinander geschichtet werden müssen, dass keine Lücken entstehen. Wendelin Pressl hat dieses Prinzip für das Kunstprojekt übernommen.

Die Idee des Künstlers wurde von Lehrern und Schülern verschiedener Lehrgänge umgesetzt. In der Berufsschule Wals werden Lehrlinge für das Baugewerbe ausgebildet; so wurde von der Schalungsform über den Betonguss und das Einfärben bis zum Aufbau das Projekt von den Schulklassen realisiert. Auf einer Grundfläche von 160 x 160 cm haben die jungen Leute einen Turm von fast 6 m Höhe aufgebaut. Der spielerische Hintergrund dieses Kunstwerkes war sicher ein zusätzlicher Anreiz für die jugendliche Altersgruppe der Berufsschüler.
Die einzelnen Würfelbauteile sind aus gefärbtem Beton gegossen. Ganz authentisch haben gleiche Formen gleiche Farben, mit Ausnahme von zwei Formen, die jeweils in zwei unterschiedlichen Farben produziert sind. Auch im Computerspiel gibt es, wie hier, fünf unterschiedliche Formen und sieben Farben.

Weitere Informationen und Fotos auf der Website von Kunst am Bau: www.kunstambau.at

Wendelin Pressl wurde 1971 in Graz geboren und lebt in Wien.
1991 bis 1993 besuchte er die Ortweinschule in Graz und studierte von 1994 bis 2000 an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Auslandsstipendien in Rom (2004) und Budapest (2006). 2005 erhielt er ein Arbeitsstipendium am Dachstein „Dachstein:Cult“. 2009 wurde ihm der Kunstförderungspreis der Stadt Graz zugesprochen.
www.wendelinpressl.com

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September 2014:
Gelitin – ohne Titel

2009, Holz, Metall, Höhe 166 cm
Sammlung des Landes Salzburg

Dieses Ensemble besteht aus einem Stuhl mit dem dazu passenden Tisch. Die Künstlergruppe Gelitin hat Holz-Abfallstücken weiterverwertet und aus vielen kleinen Einzelteilen wie in einem Puzzle die Tischplatte zusammengeschraubt, die dadurch sehr bunt wird. Dieser Tisch hat nicht vier Tischbeine, sondern zehn Füße ragen unten heraus und verleihen dem Objekt beinahe einen lebendigen Charakter.

Der dazugehörige Stuhl behauptet sich durch seine außergewöhnliche Lehne. Die hinteren Stuhlbeine wurden durch Schlitten-Kufen ersetzt, die wiederum durch ein rundes Rahmenteil (vielleicht von einem Spiegel) miteinander verbunden wurden. So entsteht eine Spirale, die demjenigen, der auf dem Stuhl platz nehmen möchte, eine Aura vermacht. Oder eventuell auch einen Heiligenschein aufsetzt?

Dieser Stuhl aus dem Ensemble, das zur Sammlung des Landes gehört, passte ideal in die Sommerausstellung der Galerie im Traklhaus zum Thema Sessel, Stuhl, Hocker in der Kunst. Beide Objekte sind als Dauerleihgabe aus der Sammlung des Landes in der Galeriei m Traklhaus aufgestellt. www.salzburg.gv.at/traklhaus_ausstellung2014_5.htm

Gelitin
www.gelitin.net
Florian Reither (geb. 1970)
Tobias Urban (geb. 1970)
Wolfgang Gantner (geb. 1968)
Ali Janka (1970 in Salzburg geboren)
1978erstes Zusammentreffen
2001Biennale in Venedig (Österreich Pavillon)
leben und arbeiten in Wien



Kunstwerk Gelitin



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Juni 2014:
Julie Hayward – „catch me if you can”

2011, Polyurethan, Aluminium, 50 x 285 x 235 cm

Julie Hayward erhält den Salzburger Kunstpreis 2014.

Der Titel dieser Skulptur ist bezeichnend. Ein überdimensionales Objekt, das an einen Griff mit einem Knauf erinnert, dessen vordere Seite zu einer Lacke zerrinnt. Technische und organische Formen ergänzen sich zu einem Ganzen. Man möchte danach greifen, aber es ist nicht fassbar.
Die Materialität spielt eine große Rolle im Werk Haywards; Aluminium ist klar zu definieren, der Schwarze Teil, vor allem der Zerronnene kann weniger gut eingeschätzt werden. Die Oberfläche scheint durch die perfekte Lackierung wie eine Art Gummi.

Die Künstlerin spielt bewusst mit den Wünschen des Betrachters. Durch die Form und Oberflächengestaltung gerät dieser stark in Versuchung, die Skulptur zu berühren, weil er unbedingt herausfinden möchte, ob es ein weiches oder hartes Material ist.
Berühren ist jedoch in diesem Fall nicht gestattet, so bleibt der Ausstellungsbesucher im Ungewissen, wird bewusst auf Distanz gehalten und muss sich auf seine eigenen Assoziationen verlassen.

Julie Hayward wurde 1968 in Salzburg geboren, lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte von 1987 bis 1993 an der Universität für angewandte Kunst in Wien. 1997 bis 2007 hatte sie mehrere Assistenten- und Lehrtätigkeiten an der Sommerakademie Salzburg. Teilnahme an Workshops und Symposien (2006 „XYZ2“, Symposium Griffen und „Hweilan International Artist Workshop“ in Taiwan, 2008 „pathfinders“, Symposium Krastal). Atelierstipendien in New York und Berlin. www.juliehayward.com

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Mai 2014:
Franz Graf – „Georg Trakl”

2008, Graphit, Tusche auf Leinwand, 150 x 120 cm

2009 gab es in der Galerie im Traklhaus eine Ausstellung mit Arbeiten von Franz Graf zu Peter Handke und Georg Trakl. Anlässlich dieser Präsentation schuf der Künstler ein Portrait des berühmten Salzburger Dichters, das sich in der Sammlung des Landes Salzburg befindet.

Der Dichter wird im Profil dargestellt, das Antlitz scheint hell erleuchtet, während der Hintergrund schwarz bleibt. Der Kopf ist sehr detailliert wiedergegeben, im Halsbereich wird die Darstellung skizzenhaft.
Das Auge von Georg Trakl ist ein kleines Kunstwerk für sich. Franz Graf macht daraus ein Gespinst aus Schraffierungen – keine Lieder sind zu sehen, die Iris oder Pupille sind nur vage auszumachen, trotzdem ist es eindeutig als Auge zu erkennen.
Georg Trakl erhält so einen sehr verklärten Blick, der seiner Lyrik und seinem Wesen nachempfunden ist.
Florale Motive zieren den Hinterkopf des Dichters. Schablonenhafte Ornamentik, die im Werk Franz Grafs oft zu finden ist, setzt sich im Haarbereich des Kopfes fort.

Franz Graf wurde 1954 in Tulln, NÖ geboren, lebt und arbeitet in Wien und im Waldviertel.
1997 – 2006 Professur an der Universität für bildende Kunst in Wien.
Beschäftigung mit Zeichnung als zentrales Medium unter Einbeziehung von Sprache und Wörtern, und mit Musik und bewegten Bildern.
2008 realisierte er im Rahmen von „Kunst am Bau” der Bundesimmobiliengesellschaft im neuen Mozarteum in Salzburg ein Kunstprojekt im Eingangsbereich, welches auch bei Komm hör Kunst vorgestellt wurde:
www.salzburg.gv.at/kultur-komm-hoer-innenstadt.htm



Kunstwerk Mai 2014



Kunstwer April 2014 Oberthaler

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April 2014:
Nick Oberthaler – Untitled (la peinture est une chose étrange, alors bon souvenir)

2013, Acryl auf poliertem Edelstahl, 180 x 100 cm
Courtesy: Galerie Thaddaeus Ropac

Auf poliertem Edelstahl, der wie ein Spiegel funktioniert, malt der Künstler in genau berechneten gleichen Abständen senkrechte graue Streifen, die jeweils ca. 5 cm dick sind und in denen man als Musterung das An- und Absetzen des Pinsels sehen kann.
Oben und unten sind diese Streifen abgeschrägt, so dass nur ein Punkt die Bildkante berührt, dadurch erreicht der Künstler eine gewisse räumliche Wirkung dieser schmalen Bildelemente. Nick Oberthaler spricht auch davon, mit diesen Streifen die Oberfläche des Spiegels zu ‚zerschneiden‘.

Der Spiegel selber bringt den gesamten Ausstellungsraum ins Bild und macht ihn zum Bildinhalt – auch den Betrachter, der vor das Kunstwerk tritt. Immer wieder wird die Kunst als Spiegel der Gesellschaft bezeichnet oder das Bild als Spiegel der Seele, hier kann sich der Betrachter selbst in die Seele schauen.
Durch die strenge geometrische Ordnung im Bild wirkt es rationell, und unbewegt, ohne große Emotionen. Die Gefühle kommen erst durch die Einbindung des Umraumes und des gespiegelten Betrachters ins Bild.

Nick Oberthaler wurde 1981 in Bad Ischl geboren, lebt und arbeitet jetzt in Wien. 2000 – 2004 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien und an der École supérieure des beaux-arts Genève in der Schweiz. 2011 Artist in Residence, WIELS Centre d’Art Contemporain, Brüssel. 2014 wurde der Künstler vom Land Salzburg mit dem Anton Faistauer Preis für Malerei ausgezeichnet.

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März 2014:
Hans Pacher – „Georg Trakl“

1967-80, Bronze (Erstguss), Höhe 65 cm

Seit 20. Jänner 2014 steht im Hof des Traklhauses (Waagplatz 1a) eine Büste von Georg Trakl.
Die Tochter des Künstlers Hans Pacher hat die Büste dem Traklhaus als Dauerleihgabe überlassen.
Das Haus hat seinen Namen von dem berühmten Salzburger Dichter, der 1887 hier geboren wurde. Bis zu seinem sechsten Lebensjahr hat die Familie Trakl dort gewohnt bevor sie am Waagplatz umgezogen ist.

Die Signatur von Hans Pacher ist auf der Skulptur vorne rechts unten deutlich zu erkennen. Er hat die Büste nach einem Portraitfoto Trakls, das 1914 in Innsbruck aufgenommen wurde, gefertigt. Georg Trakl war damals 27 Jahre alt. Die Büste ist wenig überlebensgroß. Der Kopf ist leicht nach rechts gedreht, der Blick etwas geneigt. Sein ernstes Gesicht vermittelt eine Spur von Traurigkeit. Die oft besprochene Schwermut des Dichters wird deutlich spürbar.
Im Brustbereich sind sehr schematische Andeutungen von Krawatte und Sakko zu sehen, die Trakl auf dem Fotoportrait trug.

Hans Pacher wurde 1913 in St. Radegund bei Graz geboren. Er besuchte die Kunstakademien von Wien und Dresden. Seit 1945 war er in Salzburg als Bildhauer und Maler tätig, wo er 2002 gestorben ist.

Georg Trakl ist einer der bedeutendsten Repräsentanten der deutschsprachigen Lyrik des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 3. Februar 1887 in Salzburg geboren. Nach einer Ausbildung zum Apotheker studierte er Pharmazie in Wien. Gedichtveröffentlichungen ab 1908. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges ist er als Militärapotheker eingerückt und 1914 in Krakau gestorben.



Kunstwerk März 2014 Hans Pacher



Kunstwer Februar 2014 Mlineritsch

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Februar 2014:
Reinhard Mlineritsch – „Kitzlochklamm“

2012, C-Print auf Hartschaumplatte, 120 x 80 cm

Der Salzburger Reinhart Mlineritsch war bis jetzt vor allem durch seine ästhetischen und perfekten Schwarz-weiss-Fotografien bekannt. 2012 beginnt er damit, auch in Farbe zu fotografieren und so entsteht seine Serie „Salzburg in Farbe“. Dabei versteht er es, ganz besondere Augenblicke festzuhalten, die meist auch etwas Geheimnisvolles an sich haben. Das sind oft außergewöhnliche Momentaufnahmen, die nur einen kurze Zeitspanne andauern.
So hat der Künstler auch im hier gezeigten Bild etwas Mystisches mit eingefangen. Die Felswand und die Vegetation sind nicht im Licht, sie leuchten selbst durch ihre kräftigen Farben. Nur ein schmaler Streifen der Pflanzen ist links in der Sonne, wird ganz hell wie herabfließendes Gold. Was spiegelt sich unten in der Wasseroberfläche?

Reinhard Mlineritsch wurde 1950 in Wien geboren. Er studierte in Wien Handelswissenschaften und übersiedelte 1979 nach Salzburg. Seit 1991 setzt er sich intensiv mit Fotografie auseinander und nimmt an zahlreichen Workshops, unter anderem am Salzburg College, teil. Seit 1996 Mitarbeit in der Galerie Fotohof in Salzburg. Von Mlineritsch sind im Otto Müller Verlag folgende Bücher erschienen: „Wie ein Fremder“ (1999), „Velvet Curtain“ (2003) und „Cover of Darkness“ (2007).

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Jänner 2014:
Christian Boltanski – „Vanitas”

2009, Installation (Ton, Projektion, Metall-Objekte)
in der Krypta des romanischen Domes

Diesen Monat stellen wir kein „neues“ Kunstwerk vor, sondern eines, das sicher für viele Salzburger noch zu entdecken ist. Wissen Sie, daß in der Krypta des Domes eine Rauminstallation des bekannten französischen Künstlers und Biennale-Teilnehmers Christian Boltanski ist? Der Zugang ist vorne im linken Seitenschiff. In der Vorweihnachtszeit hat man es kaum in die Kirche geschafft, auch unten in der Chorkrypta des spätromanischen Salzburger Domes waren viele Touristen. Im Jänner wird es wieder ruhiger und besinnlicher.

Mit dieser Arbeit führt der Künstler den Betrachter an einen historischen Ort, der bis vor fünf Jahren unzugänglich war und eigens für dieses Kunstwerk wiederhergestellt wurde.
Christian Boltanski hat in diesem ältesten Bauabschnitt des Domes eine mehrteilige Arbeit installiert: Die Basis war für ihn ein Zeit-Ansage-Tonband. Dazu hat er ein Schattenspiel aus kleinen Metallfiguren, die von (jeden Tag erneuerten) Kerzen beleuchtet werden und eine Projektion im ehemaligen Altarraum geschaffen. Die zwölf schemenhaften Figuren aus Metallblech werfen, wenn man daran vorbei geht, im flackernden Licht Schatten an die Wand. Die drehende Projektion in der Apsis erinnert an einen Todesengel, der langsam seine Kreise zieht.

Diese Schattenspiel-Inszenierung ist wie ein Totentanz. „Ich möchte, dass man hier die Zeit hören und spüren kann“, sagte Christian Boltanski über sein Werk. „Die Menschen können viel tun, aber sie können nicht gegen die Zeit kämpfen. Gott ist der Herr der Zeit.“

Christian Boltanski wurde 1944 in Paris geboren. Er lebt und arbeitet in Malakoff, im Süden von Paris. Dreimal war er auf der wichtigsten Kunstausstellung, der documenta in Kassel, vertreten und hat bedeutende Preise für sein künstlerisches Schaffen erhalten. Erinnerung, Vergänglichkeit und Zeit sind zentrale Themen seines Schaffens.

Seit 2013 befindet sich „Vanitas“ im Eigentum der Würth-Gruppe und ist, wie die weiteren 11 Kunstwerke, die von der Salzburg Foundation initiiert wurden, der Stadt Salzburg als Leihgabe zur Verfügung gestellt.
Mehr über alle 12 Kunstwerke in der Stadt: www.salzburgfoundation.at



Kunstwerk Jänner 2014 Boltanski
Foto: Michael Baschata, Dez. 2013

2013



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Dezember 2013:
Bock Berthold –
aus der Serie „Nacht”
2012, Öl auf Leinwand, 60 x 50 cm

Vergangenes Jahr wurde Berthold Bock im Rahmen des Atelieraustauschprogrammes der Salzburger Landesregierung für einen Aufenthalt in Budapest ausgewählt. Die melancholische Herbststimmung dieser Stadt hat den Künstler dazu inspiriert, eine ganze Bilderserie zu schaffen, die dem Thema „Nacht“ gewidmet ist.
Wie viel Licht ist notwendig um in den Landschaften noch etwas erkennen zu können? Wo ist die Grenze zwischen Sichtbarkeit und tiefem Schwarz? In den Bildern spürt der Betrachter die Gratwanderung des Künstlers an dieser Fragestellung. Trotz der dunklen Farbpalette sind diese Nachtbilder jedoch nicht bedrohlich, sondern vermitteln eine harmonische Stille.

Berthold Bock ist auch bekannt als Filmemacher. Ebenfalls in Budapest hat der er einen Film begonnen, der die Welt des Malers widerspiegelt. Von der Idee, der Inspiration über das tatsächliche Tun, also das Malen selbst, bis hin zu inneren psychologischen Vorgängen gibt dieser Film auf experimentelle Weise einen Einblick in das Leben eines Künstlers.

Eine Serie der „Nacht“-Bilder war in der Ausstellung „Schwerpunkt Malerei“ in der Galerie im Traklhaus zu sehen. Berthold Bock stellte dort gemeinsam mit drei weiteren Künstlerinnen und Künstlern seine neuesten Bilder aus und präsentiert auch seinen Film „Dans la tête de l‘artiste“:
www.salzburg.gv.at/traklhaus_ausstellung2013_9.htm

Berthold Bock wurde 1967 in Salzburg geboren, lebt und arbeitet in Berlin. 1989 bis 1992 studierte er Geschichte und Philosophie an der Freien Universität Berlin. Von 1996 bis 2001 studierte er an der Hochschule für bildende Künste in Dresden und diplomierte im Bereich Malerei bei Prof. Hans Peter Adamski. 2003 besuchte er als Meisterschüler bei Prof. Lutz Dammbeck die Projektklasse Film und neue Medien. www.berthold-bock.de

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November 2013:
Benedikt Fischer – „Monocoque“

2013, Kunststoff, Schnur, 13,3 x 6 x 3 cm

Kunststoff ist das hauptsächliche Ausgangsmaterial, aus dem Benedikt Fischer seine Schmuck-Objekte schafft. Genauer gesagt sind es Schutzhelme, wie sie z. B. auf Baustellen verwendet werden, aus denen er Formen schneidet und diese dann mit Gravierstichel und Skalpell bearbeitet um raffinierte Muster auf der Oberfläche zu erzeugen. So entsteht ein spannender Kontrast zwischen dem glatten Industriematerial und den organisch anmutenden Mustern. Lüftungsschlitze und andere funktionale Merkmale der Helme werden vom Künstler bewusst in die Gestaltung mit einbezogen.
Aus diesen Plastik-Materialien formt Fischer sowohl Broschen als auch Anhänger, die eine starke Symbolwirkung in sich tragen. Der Künstler erzählt, er habe als Kind immer eine Schutzengelkette getragen, die ihn beschützen sollte. Nun wollte er Schmuck gestalten, der befreit von Religion eine gleiche Symbolik in sich trägt und den Werkstoff verwenden, der zum Schutz des Kopfes benützt wird.

Benedikt Fischer wurde 1984 in Fraham/OÖ geboren. 1998–2003 besuchte er die Höhere Lehranstalt für Kunsthandwerk und Design in Steyr. 2008–2011studierte er an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam und verbrachte ein Austauschsemester in Stockholm. Seit 2012 ist er künstlerischer Mitarbeiter in der Schmuckklasse Daniel Kruger an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein und lebt in Halle/Deutschland.
2013 wurde Benedikt Fischer vom Land Salzburg mit dem Eligius-Schmuck-Preis ausgezeichnet. Dieser wurde zum vierten Mal vergeben und ist österreichweit die einzige Auszeichnung in dieser Kategorie.
http://cargocollective.com/benediktfischer

    




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Oktober 2013:
Peter Fritzenwallner – „das öffentliche, demonstrative Herumzeigen von Formen aus den Bildern von fast vergessenen Malern“

2012; Dokumentation einer Performance (2h 30 min)

„Warum nicht Formen aus Bildern fast vergessener Maler in tragbare, zeichenartige Displays verwandeln? Formen, die in Bücherregalen vor sich hinschlummern? Warum nicht die Formen aus den Kompositionszusammenhängen ihrer Bilder reißen und damit den Blick auf die Stadt verändern?“ (Peter Fritzenwallner)

Der Titel des Kunstwerkes beschreibt im Grunde bereits die Art dieser Performance, die 2012 in Wien stattgefunden hat. Der Künstler Peter Fritzenwallner hat Freunde und Bekannte gebeten, aus Werkbänden von vorwiegend unbekannten Malern einzelne Bilder auszuwählen und aus diesen Bildern wiederum eine einzelne „Form“; damit meint er ein Detail oder einen Ausschnitt. Diese Partien aus den Bildern hat der Künstler stark vergrößert, aus Holz ausgeschnitten und Schilder daraus gebaut.
Zum sogenannten „Performance-Walk“ trafen sich alle Beteiligten und marschierten mit ihren „Formen“ durch die Stadt.

Der Künstler spielt mit den Erwartungshaltungen der Passanten. Ein Umzug, eine Demonstration ist großteils politischer Natur oder ein Protest für oder gegen etwas. Die Transparente, die durch die Stadt getragen werden, vermitteln üblicherweise eindeutige Botschaften. Bei Fritzenwallner werden sie jedoch durch abstrakte Zeichen ersetzt, die Botschaft bleibt aus, ist nur ein optischer Reiz.

Peter Fritzenwallner wurde 1983 in Neukirchen am Großvenediger geboren und studierte an der Universität für angewandte Kunst in Wien bei Johanna Kandl.
2009 war er mit einem Atelierstipendium des Landes Salzburg in Budapest, 2012 in Paliano bei Rom.
2012 erhielt er den Förderpreis für bildende Kunst der Stadt Wien. Heuer wurde Fritzenwallner in Niederösterreich mit dem Preis für Performance ausgezeichnet und vom Land Salzburg erhielt er das Jahresstipendium für bildende Kunst. Er lebt und arbeitet in Wien

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September 2013:
Wang Jixin – aus der Serie „Jingdezhen“
2012; C-Print auf Hartschaumplatte, ca. 80 x 120 cm

Jingdezhen ist eine Stadt in der chinesischen Provinz Jiangxi und hat eine lange Vergangenheit von über 1700 Jahren der Porzellan-Herstellung. Sie war bekannt als Porzellan-Hauptstadt Chinas.
Seit den 90er Jahren wurden dort alle öffentlichen Porzellanbetriebe geschlossen, da sie sich im globalen Wettbewerb der Massenproduktion nicht positionieren konnten.
Seither gibt es immer wieder Versuche von Privaten, dort Porzellan zu produzieren.
Wang Jixin ist seit 2005 immer wieder für längere Aufenthalte in Jingdezhen gewesen, von 2006-2008 hatte er sogar eine Wohnung und ein Atelier dort. In seiner Serie „The Lost Glory“ hat er den Verfall der Fabriken fotografiert und gemalt und nun auch mit einem Video, das das Leben der einstigen, nun arbeitslosen Fabrikarbeiter dokumentiert, ergänzt.
Selbst im Verfall, wenn Pflanzen über die Tellerberge wuchern, die Fensterscheiben zerbrochen und Dächer löchrig sind, spürt man noch die einstige Bedeutung dieses Ortes.

Wang Jixin wurde am 29. August 1966 in Rizhao, am Gelben Meer in der Provinz Shandong geboren und lebte später in der Provinz Heilongjiang im Nordosten Chinas. 1993 und 1994 studierte er Malerei an der Zentralen Akademie der feinen Kunst in Peking.
2009 erhielt Wang Jixin ein Stipendium, verbunden mit einem Studien- und Arbeitsaufenthalt im Atelier des Landes Salzburg im Künstlerhaus. Seither ist er fast jedes Jahr für ein bis drei Monate in Salzburg gewesen und lebt und arbeitet seit Sommer 2013 hier.





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August 2013:
Elisabeth Wörndl – „High Line New York“

Die Salzburger Fotokünstlerin Elisabeth Wörndl zeigt seit Mitte der 90er Jahre in verschiedenen Ausstellungen in Salzburg und auswärts ihre Arbeiten, die sich viel mit dem Menschen, der Person, oft auch dem eigenen Körper befassen. Ein zweites Thema, das Elisabeth Wörndl immer wieder aufgreift, ist die Natur, die Umgebung und vor allem Blumen und Pflanzen. Für eine Ausstellung im Höribachhof am Mondsee hat sie den dortigen Garten dokumentiert.
Bei mehreren New York Aufenthalten hat die Künstlerin die ehemalige Hochbahnstrecke immer wieder in verschiedenen Jahreszeiten fotografiert. Elisabeth Wörndl faszinierte, wie die Natur sich das Terrain zurückerobert und, wie der Mensch dann wieder in die Natur eingreift. Die High Line ist eine 2,33 km lange Hochbahntrasse im Westen von Manhattan (Chelsea), die in den vergangenen Jahren zu einer Parkanlage, dem High Land Park, umgebaut wurde. Diese Parklandschaft spielt als Pilotprojekt eines neuen, grünen, gesellschaftlichen Bewusstseins in New York eine wichtige Rolle.
Elisabeth Wörndl fotografierte den Park gleich nach der Eröffnung im Juni 2009 und nach der Öffnung des zweiten und des letzten Teilabschnitts 2010 und 2011.
Ein Einblick in diese digitale Farbfoto-Serie ist bis Ende August im Raiffeisen-Kunstfenster am Alten Markt zu sehen.

Wie viele Fotokünstler arbeitet Elisabeth Wörndl oft in Serien, beschäftigt sich länger mit einem Thema. Die Künstlerin reist viel, hatte in den vergangenen Jahren einige Atelier-Stipendien des Landes Salzburg – mehr dazu in der Biographie:

Elisabeth Wörndl
www.elisabeth-woerndl.com
1960 in Salzburg geboren
lebt und arbeitet in Salzburg und Mondsee
Studium an der Glasgow School of Art
Zahlreiche Auslandsaufenthalte, u.a.:
2013 London, 2011 und 2012 Luxemburg, 2011 Mexico City
Ausstellungen im In- und Ausland
Werke in öffentlichen und privaten Sammlungen

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Juli 2013:
Matthias Herrmann – „Textpieces_James Taylor“
12.XII.1997, Analoger C-Print, 25 x 20 cm

In seiner Serie „Text Pieces“ präsentiert sich Matthias Herrmann in verschiedenen Rollen und Inszenierungen. Dazu verwendet er diverse Zitate von Persönlichkeiten, die er wertschätzt, aber auch Aussagen von Politikern und anderen wichtigen Leuten, die ihn zum Schmunzeln anregen.
Die Fotos scheinen primär von erotischen Selbstdarstellungen geprägt. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch ein ironischer Umgang mit sexuellen Rollenbildern bzw. Rollenklischees unserer Gesellschaft und dem Selbstportrait.

Matthias Herrmann wurde 1963 in München geboren, lebt und arbeitet in Wien. Er war bis 1988 als Balletttänzer tätig und begann 1988 ein Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien.
1999 wurde Herrmann Präsident der Wiener Secession und erhielt 2006 eine Professur an der Akademie der bildenden Künste in Wien, die er bis 2012 innehatte. 2005 wurde sein Werk mit dem Preis für Bildende Kunst der Stadt Wien ausgezeichnet und ganz aktuell, im Juni 2013 mit dem Otto-Breicha-Preis für Fotografie des Museums der Moderne, Salzburg.



Fotosammlung des Bundes/Österreichische Fotogalerie/Museum der Moderne Salzburg



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Juni 2013:
Bernhard Lochmann –
aus der Serie „Gewinnzone“
2013, Lithographie und Kaltnadelradierung, 74 x 54 cm

Preisträger des Slavi Soucek Preises für Druckgraphik des Landes Salzburg

Seit 1996 arbeitet Bernhard Lochmann regelmäßig in der Grafischen Werkstatt im Traklhaus. Als Drucktechniker hilft er bei der Produktion für andere Künstler; vor allem aber sind sehr viele eigene Werke dort entstanden. Vorwiegend sind seine Lithografien narrativ, erzählen Geschichten – oft ironisch und mit kritischem Blick auf die Gesellschaft. Obwohl Bernhard Lochmann kaum Serien druckt, weist der Querschnitt durch seine Lithografien oft seriellen Charakter auf. Dies kommt daher, dass viele Bildmotive immer wieder auftauchen. Lebendig wirkende Büsten, gefangen in ihrer Bewegungsunfähigkeit bevölkern viele Bilder. Füße, oft mit Holzklötzen unter den Sohlen sieht man häufig; manchmal wirken diese Fußklötze behindernd, manchmal sogar bedrohlich. Manche der wiederkehrenden Motive entwickeln sich ständig weiter; so wurden aus einfachen Holzbalken allmählich Galgenmotive, aus denen wiederum Wegweiser entstanden sind.

In seinen neuesten Bildern verarbeitet Bernhard Lochmann das Thema „Finanzkriese“. Nicht speziell auf die Situation in Salzburg bezogen, sondern in allgemeinerer Form. „To big to fail“ kann man häufig in seinen Drucken lesen – wie z.B. Banken oder große Firmen, denen der Konkurs droht und die durch öffentliche Hilfe gerettet werden, da zu viele andere Aspekte mitspielen. Eine große Serie unter dem Titel „Gewinnzone“ beschäftigt sich mit der Konsumwelt. Hasen und Fische sind häufige Protagonisten in seinen Bildern, sie geraten in die diversen Geschichten, die erzählt werden, eher unverhofft und unwissend.

Für sein kontinuierliches Druckgraphisches Werk hat Bernhard Lochmann 2013 den Slavi Soucek Preis des Landes Salzburg erhalten. Die Jury schlug einstimmig Bernhard Lochmann für diese Auszeichnung vor.

Bernhard Lochmann wurde 1972 in Kufstein geboren, Seit seinem Studium am Mozarteum (1991–1999) lebt er in Salzburg. 1995 hat er das Slavi Soucek Grafik Stipendium erhalten; seitdem arbeitet er regelmäßig und viel in der Grafischen Werkstatt im Traklhaus.

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Mai 2013:
Irene Andessner – „Irene/Maria Andeßner„
2011, Duratrans in Leuchtkasten, 160 x 124 cm

Irene Andessner hat bis jetzt ungefähr 160 Rollenporträts geschaffen. In diesen Farbfotografien inszenierte sich die Künstlerin als verschiedene historische Frauenpersönlichkeiten.
2011 entstand eine Serie zu Maria Andeßner, einer weitschichtigen Verwandten. Diese wohlhabende Salzburger Bürgerin (1833-1906) war eine der ersten weltreisenden Frauen, die alle fünf Kontinente bereist hat. In Berichten an die „Salzburger Zeitung“ hielt sie ihre Eindrücke und Erfahrungen fest. Maria Andeßner reiste großteils alleine, was zur damaligen Zeit noch ungewöhnlicher war.
Irene Andessner hat dieses Porträt als Maria Andeßner im Globenmuseum der Nationalbibliothek in Wien aufgenommen. Das Kostüm wurde aus Stadtplänen und Karten handgefertigt, Salzburg als Zentrum direkt über dem Herz. Das Porträt der Reiseschriftstellerin Maria Andeßner vor dem Hintergrund antiker Globen erhält somit besondere Aussagekraft.
Der hier abgebildete Leuchtkasten ist bis Ende Juli auf der Festung Hohensalzburg im Raum für aktuelle Fotokunst zu sehen.

Seit 2011 bespielt die Galerie im Traklhaus mit der Festung Hohensalzburg dort einen Ausstellungsraum mit Fotokunst. Es werden Arbeiten von Künstlern, mit denen bereits im Traklhaus zusammengearbeitet wurde, gezeigt. Die Künstler/innen orientieren die Auswahl ihrer Fotografien auch nach diesem touristisch genutzten Bereich der Festung.
Neben dem Museum mit historischem Schwerpunkt wird aktuelle, zeitgenössische Kunst präsentiert.
Irene Andessner hat Fotos und historisches Material vom Geburtsort von Maria Andeßner in Eberschwang in Oberösterreich bis zu Aufnahmen der Salzburger Orte, wo diese Frau im 19. bis Anfang 20. Jahrhundert gelebt hat, ausgewählt.

Irene Andessner
geboren in Salzburg, lebt und arbeitet in Wien
1978-85 Akademien der bildenden Künste in Venedig und Wien
1982/83 Arbeitsstipendium Rom
1988-2000 Atelier in Köln





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April 2013:
Robert Jelinek – „SoS GATE - TERRITORIAL PHANTOM„
Kunst im Öffentlichen Raum am Waagplatz, Zugang zum Traklhaus
2-teiliger Kanaldeckel; Gusseisen, Ø 80 cm

State of Sabotage (SoS) - wurde 2003 auf der unbewohnten finnischen Insel Harakka vom österreichischen Künstler Robert Jelinek als souveräner Staat gegründet. Im Jahr darauf begann er, diplomatische Beziehungen zu anderen Staaten aufzubauen und es erfolgten der Aufbau der SoS-Kunstsammlung und Kooperationen mit Künstlern und Botschaftseröffnungen in mehreren Ländern. Noch vor seinem Bestehen wurde die Auflösung des Staates SoS eingeplant und ein zeitliches Ziel fixiert. Der 30. August 2013, der zehnte Jahrestag wird nicht nur ein runder Geburtstag, sondern vielmehr ein Ablaufdatum, ein Schlussakt.

Der State of Sabotage (SoS) hat eigene Kanaldeckel, die seit 2004 in verschiedenen Städten installiert wurden und so mehrere Städte durch ein virtuelles Kanalsystem miteinander verbinden. Kanaldeckel haben in jeder Stadt/Gemeinde ihre eigenen Kennzeichen, die durch Aufschrift und historische Wappen wiederum ein staatlich organisiertes Leit- und Versorgungssystem signalisieren. Der SoS Staat ist überall. Anhand eigener Kanaldeckel vollzieht sich die Unterwanderung in bestehende Systeme, eine Aufhebung staatlich geregelter Bodengüter und Grenzziehungen. Der SoS Kanaldeckel ist staatliche Grenzverschiebung, neue Staatsmarkierung (SoS) und künstlerische Skulptur. Am 21. März 2013 wurde der neu verlegte SoS Gate am Waagplatz präsentiert. Dieser ist der letzte SoS Kanaldeckel auf der Welt.

SoS Kanaldeckel von Wien bis Bregenz (2003-2013):
Von Robert Jelinek wurde auch ein Projekt entwickelt, in Österreich auf einer Route von Ost nach West, von Wien bis Bregenz, in allen Bundesländern einen SoS Kanaldeckel fix zu platzieren, u.a.:
Wien – Toter Grund/Donausinsel, 2010
St.Pölten – Akta Verein, 2012
Linz – OK Zentrum, 2004
Salzburg – Waagplatz 1a (Galerie im Traklhaus), 2013
Hall in Tirol – Stromboli, 2007
Innsbruck – Kunstraum, 2013
Bregenz – Kunsthaus Bregenz, 2013

Robert Jelinek wurde 1970 in Pilsen geboren, lebt und arbeitet in Wien.
Studium an der Hochschule für industrielle und künstlerische Gestaltung Linz (Malerei und Graphik, visuelle Gestaltung), an der Kunstakademie Düsseldorf (Freie Kunst) und an der Akademie der bildenden Künste Wien (Malerei und Graphik).
Diverse Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland.

Mehr Fotos finden Sie unter www.salzburg.gv.at/kultur-traklhaus-sos_gate.htm

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März 2013:
Manfred Nisslmüller – Gedanken zu „Brosche“

Die Auseinandersetzung mit dem Begriff des „Schmückens“ und der „Theorie des Schmuckes“ steht am Anfang aller von Manfred Nisslmüller gefertigten Schmuckobjekte. Er ist ein Schmuck-Denker, jemand der hinterfragt und aus seinen Gedanken heraus neue Formen findet.

In seinem Werk nimmt die Beschäftigung mit der Brosche viel Raum ein. „Man kann irgendeinen Gegenstand nehmen, hinten eine Nadel anbringen und schon hat man eine Brosche“ – formulierte der Künstler in einem Gespräch.
Einer im Handel gekauften anonymen Brosche hat der Künstler alles weggeschnitten, was nicht für die Funktion – also zum Halten der Nadel – notwendig ist. Die übrig gebliebene reduzierte Form ist das neue Kunstwerk.
Eine andere Brosche zeigt eine große schwarze Masse mit langer Nadel. „Hier habe ich alles falsch gemacht“ so Manfred Nisslmüller. „Diese Brosche hat ca. ein halbes Kilo ist also zu schwer zum Tragen. Eine Brosche soll schmücken, das hier ist ein unschöner Klumpen. Die Nadel soll fein sein und geschützt, damit sie das Gewand und den Träger nicht verletzt, hier habe ich eine lange, dicke Nadel ohne Sicherung montiert.“
Aber auch eine „Unform“ wird vom Künstler bewusst gestaltet.
Einer anderen handelsüblichen Brosche (siehe Abbildung) hat er eine große graue Kunststoffkugel vorgesetzt. Ist die Brosche noch immer schmückend?

Manfred Nisslmüller ist 1940 in Wien geboren wo er lebt und arbeitet. Von 1954 bis 1958 Ausbildung zum Goldschmied-Gesellen in der Werkstätte Wilhelm Bauer in Wien. Danach bald die Reduzierung der beruflichen Tätigkeit und der Beginn der Auseinandersetzung mit der Bildenden Kunst. 1967 erste eigene Entwürfe und Realisierungen von Schmuck-Stücken. Folglich erste Einzelpräsentationen und Beteiligungen. Parallel dazu vorrangig Ausstellungen mit Zeichnungen, Skulptur, und später auch Malerei. Ab 1985 wieder verstärkt Aktivität im Bereich Schmuck, was sich dann zum heutigen Schwerpunkt der künstlerischen Tätigkeit entwickelte. 1969 erhielt er den Diamond International Award, USA und 1992 den Würdigungspreis der Republik Österreich.



Nisslmüller-Brosche



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Februar 2013:
Gunda Gruber – „Mit Zähneklappern und dampfenden Grüßen, Dein G.“
eine raumbezogene Installation zu Georg Trakl

Die Kulturabteilung hat 2012 zum fünften Mal einen Preis für Skulptur, Plastik und Objekt vergeben. Die Preisträgerin Gunda Gruber hat das Angebot, ein Kunstwerk im Zugang zum Geburtshaus des Dichters zu präsentieren, angenommen. Die Skulptur bleibt bis Ende 2015 dort installiert.

Die Arbeit ist eine dreidimensionale Collage aus diversen Materialien wie Siebdruck, Digitaldruck, Holz (ausgesägt und bemalt), Acryl auf Leinwand und einer Wandzeichnung. Ausgangspunkt sind wiederkehrende Motive und künstlerische Herangehensweisen in der Lyrik von Georg Trakl. Die Einzelteile der Installation werden zu einem zusammenhängenden Ganzen miteinander und an der Wand verschraubt.

Die Künstlerin zur Arbeit:
Ein fragil wirkendes Ganzes, eine aus dem rechten Winkel gefallene Konstruktion aus Fragmenten der traklschen Lebenswelt – ein Stück Mönchsberg mit Stiege (traumartig ins negativ verkehrt), ein Gittertor vom Friedhof St. Peter (als psychedelisch verzerrtes Schattenbild), sich zu einem Dickicht verdichtende Weinranken, die aus der Wand hervorquellen (das Wirtshaus, der Rausch), die Spiegelung einer gegenüberliegenden Eingangstüre zur Traklwohnung (nächtlich und geheimnisvoll), eine tiefblaue Fläche, ein kulissenhaftes Fenster (das die Durchlässigkeit zwischen innen und außen betont), und Textzeilen aus Briefen von Georg Trakl.

Gunda Gruber wurde 1971 in Salzburg geboren, wo sie lebt und arbeitet. Sie studierte an der Hochschule Mozarteum in Salzburg und an der Akademie der Bildenden Künste in Wien.
2009 erhielt sie das Jahresstipendium für bildende Kunst des Landes Salzburg. 2012 wurde sie für die hier vorgestellte Arbeit mit dem Skulpturenpreis des Landes ausgezeichnet.
Mehrere Atelieraufenthalte in Oakland/USA, Budapest, Sardinien, Warschau, Frankfurt und Berlin. www.gunda-gruber.at

Mehr zum Salzburger Skulpturenpreis unter:
www.salzburg.gv.at/skulpturenpreis.htm

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Jänner 2013:
Michael Kienzer –
Fassade des Operationstraktes der Chirurgie West

Der renommierte österreichische Künstler Michael Kienzer gestaltete die Fassade des Operationstraktes der Chirurgie West an der Seite zur Aiglhof-Kreuzung, indem er eine flächenmäßig sehr große Glasarbeit installierte.
Die Glasplatten dieses architektonischen Verbindungselementes wurden auf der Innenseite mit Siebdruck bedruckt. Kienzer wählte dafür Zitate von Paracelsus (1493-1541), dem Namenspatron des Universitätsklinikums der PMU.

Der Künstler zu dieser Arbeit:
„Die Überlagerung von Worten und Texten in meinen Glasobjekten verdichtet diese in dreidimensional wahrnehmbare Objekte. Das vollständig lesbare Zitat von Paracelsus in dem es heißt, dass ‚... ich die Kunst suchen muss, nicht sie mich ...‘, erklärt diese Absicht nahezu schlüssig. Die Worte und Texte die ich dabei verwende, reflektieren das Objekt selbst und den Ort.
Für die Chirurgie West bediene ich mich daher verschiedener Zitate von Paracelsus, der sowohl zu Salzburg wie auch zur Medizin Bezüge herstellt. Die von mir gewählten Zitate haben bis heute ihre Gültigkeit und Aktualität behalten. Gerade seine Aussagen über Kunst sind dabei verblüffend modern und das Zitat zur Medizin ist sehr bekannt und immer noch wahr und von Bedeutung.“ (Michael Kienzer)

Paracelsus-Zitate:

Über die Kunst:
Die Kunst geht keinem nach, aber ihr muss nachgegangen werden; darum habe ich Fug und Verstand, dass ich sie suchen muss, nicht sie mich.
Wenn ein Ding auf den Eigennutz gerichtet wird, werden die Künste und auch das Werk gefälscht. Die Kunst und die Werke müssen aus der Liebe entspringen, sonst ist nichts Vollkommenes da.

Über die Wirtschaft:
Der Geiz differiert gar wenig vom Stehlen.
Über die Medizin:Das grundlegende Prinzip der Medizin ist die Liebe.

Michael Kienzer wurde 1962 in Steyr geboren, studierte Bildhauerei an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, wo er lebt und arbeitet. 2001 erhielt er den Otto Maurer Preis. 2005/2006 hatte er eine Gastprofessur an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Seit 1984 viele Ausstellungen im In- und Ausland. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit Objekten, Installationen und Zeichnungen und thematisiert Begriffe wie Raum, Zeit, Fläche und Verdichtung.

Dieses Kunstwerk von Michael Kienzer wurde vom Fonds Bauen und Kunst initiiert. Weitere Werke zu Kunst am Bau in Salzburg finden Sie unter www.kunstambau.at



Kunstwerk Michael Kienzer

2012



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Dezember 2012:
Kay Walkowiak – „Kranich“
2007/2011, Installation (Metall, Kunststoff)

Das Objekt Kranich von Kay Walkowiak ist eine stille Arbeit über das beständige menschliche Begehren, Grenzen zu überschreiten. Durch die Verbindung einer Schaukel mit Parabolspiegeln verweist das Objekt auf den Moment der Schwerelo-sigkeit:
Das Schaukeln vermittelt am höchsten Punkt ein Gefühl der Schwerelosigkeit, bevor die Schwerkraft einen wieder zum Boden zieht.
Informationen werden von der Erde zu den Satelliten im Weltall, also in die Schwe-relosigkeit gesendet, bevor sie von dort aus wieder auf die Erde zurückkommen.

Der Künstlerin beschäftigt sich in seinen raumgreifenden Skulpturalen mit den Fra-gen menschlichen Verhaltens: Wer handelt unseren Körper? Sind unsere Handlun-gen aktiv gesetzt oder vielmehr Re-Aktionen, Handlungsmuster der Gewohnheit, die sich stets automatisch fortwährend reproduzieren?

Kay Walkowiak wurde 1980 in Salzburg geboren und studierte an der Universität Wien, an der Akademie der bildenden Künste bei Eva Schlegel und an der Universi-tät für angewandte Kunst in Wien bei Erwin Wurm. Er erhielt Stipendien und Preise wie der Theodor Körner Preis bzw. ein Auslandsstipendium für die Tokio Zokei Universität in Japan. Der Künstler lebt und arbeitet in Wien. www.walkowiak.at

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November 2012:
Ingrid Schreyer – „Vieh. Wald. Feld“
2012, Keim-Silikatfarben auf Sichtbeton

Im Sommer 2012 hat Ingrid Schreyer die Wände im Stiegenhaus des Neubaus der Landwirtschaftlichen Fachschule Tamsweg gestaltet. Der Fonds für Kunst am Bau hat dafür einen geladenen Wettbewerb ausgeschrieben, den die Künstlerin mit ihrem Konzept für sich entschieden hat.
Auf den Sichtbetonwänden ist auf drei Stockwerken ein, der Ausbildung entsprechendes Bildprogramm als Wandzeichnung/-Malerei entfaltet, das man sich auch als begehbares Buch denken könnte: Viehzucht ist im Erdgeschoß durch Mutterkuh mit Kalb, Schaf und Tigerhengst repräsentiert; Forstwirtschaft im mittleren Stockwerk durch einen überlebensgroßen Ameisenhaufen, ein Wegenetz von Forststraßen, einen gefällten Baum und Forstarbeiter und Ackerbau im untersten Geschoß in Gestalt zweier asteroidartiger „Eachtling“ (die speziellen Lungauer Kartoffeln), deren zugehörige Kartoffelkäfer ein Roggenfeld flankieren.

Alle Bilder sind mit feinem Pinsel vorwiegend in graublau und braungrau an die Wand gemalt und wirken sehr filigran.

Ingrid Schreyer wurde 1973 in Radstadt geboren, 1991–1997 studierte sie an der Hochschule Mozarteum, wo sie seit 1998 einen Lehrauftrag hat. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Salzburg





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Oktober 2012:
Alfred Haberpointner – ohne Titel
gehacktes Objek, 1999
Espenholz, Acryl, Höhe 73 cm, Ø 64 cm
aus der Sammlung des Landes Salzburg

In seiner Bildhauerei untersucht Alfred Haberpointner das Zusammenspiel von Handwerk, Form und Inhalt. Der Künstler konzentriert sich in seinem Schaffen hauptsächlich auf wenige, meist geometrische Formen: Kugel, Kegel, Ei, Oval und Quadrat. Sein bevorzugtes Material ist Holz, er verwendet jedoch auch Blei und andere Metalle. Das Holz bearbeitet er durch Hacken, Sägen und Schlagen und erzeugt so eine spezielle Oberfläche, deren Bandbreite von samtiger Erscheinung bis hin zu groben Furchen reicht. Die Struktur des Holzes, bei der harte und weiche Stellen abwechseln, führt dazu, dass je nach Holzart und Werkzeug diverse Muster entstehen Auch der Handwerkliche Prozess wird so in die Arbeit mit eingebunden.

„Haberpointners Ansatz ermöglicht die Überwindung des Klischees von traditioneller Holzbildhauerei und führt Lösungen vor, die über die Aura des Materials und den Effekt des manuellen Eingriffs hinaus als Sinnbilder existentieller Befindlichkeit zu wirken vermögen.“ (Berthold Ecker)

Alfred Haberpointner
www.haberpointner.net
1966 in Salzburg geboren. 1986-91 studierte er an der Hochschule für Gestaltung in Linz. Zahlreiche Preise und Stipendien z.B. 1990 Förderungspreis der Hochschule für Gestaltung Linz, 1997 Theodor-Körner-Preis, 2001 Förderungspreis, Land Oberösterreich und Auslandsstipendien in Paris und New York und zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Der Künstler lebt und arbeitet in Ebenau bei Salzburg und Linz

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September 2012:
Barbara Musil – „Les Immortelles“
2012, Fotoserie

Die Fotoserie „Les immortelles“ entstand während eines viermonatigen Arbeitsaufenhaltes der Künstlerin in Paris. Das Land Salzburg vergibt jedes Jahr Atelierstipendien im Ausland, für die sich Salzburger Künstlerinnen und Künstler bewerben können. Eines dieser Auslandateliers ist in der Cité des Arts in Paris, wo die Künstlerin von Februar bis Mai 2012 gewohnt hat.

Barbara Musil zu ihrer Arbeit:
Auf Streifzügen durch weitläufige Friedhofsanlagen in und um Paris haben mich unter anderem zahlreiche aufgelassenen Sektoren mit verwildernden Gräbern zu interessieren begonnen. Bei ausführlicher Betrachtung dieser Freiräume offenbart sich ein bemerkenswertes Geschehen: In den verlassenen Zonen beginnt sich der übriggebliebene künstliche Blumenschmuck aus Textil, Kunststoff und Keramik mit seinen lebendigen Vorbildern, die das Terrain zurückerobern, zu vermischen. „Unkraut“, Kunstblumen und Reste gezüchteter Kulturpflanzen die ohne Pflege überlebt haben gedeihen in seltsamer Koexistenz. „Natürlich“ und „künstlich“ sind nicht mehr eindeutig voneinander zu trennen. Wer sind die Unsterblichen: Die unzerstörbaren Industrieprodukte oder die immer und überall wiederkehrenden lebendigen Siedler?

Barbara Musil wurde 1972 in Salzburg geboren. Sie studierte Humanmedizin in Graz (Pro-motion 1998). Nach dem abgeschlossenen Arztstudium studierte sie von 1998 – 2005 an der Kunstuniversität Linz (experimentelle Gestaltung).
Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u. a. den ersten Preis beim Kurzfilmfestival (2005), das österreichische Staatsstipendium für Bildende Kunst (2010) und das Jahresstipendium des Landes Salzburg 2012. Arbeitsaufenthalte u. a. in Berlin, Cluj/Rumänien, Vilnius/Litauen, Tallinn/ Estland, Tenno/Italien, Istanbul, Gmunden und Paris. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Wien und Linz





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August 2012:
Kurt Kaindl –
aus der Serie „aus Rauris“
1982/83, schwarz–weiß Fotografie
27,5 x 27,5 cm

Kurt Kaindl:
Als ich 1982 und 1983 zu den Rauriser Malertagen eingeladen war, nahm ich mir vor, mit meiner Kamera ein möglichst umfangreiches und ausgewogenes Bild dieses Tales zu schaffen. Die großartige Natur- und Kulturlandschaft sollte ebenso sichtbar werden, wie die auch damals schon problematischen Entwicklungen im Tourismus. Aber wie wahrscheinlich schon viele Künstler vor mir, war ich überwältigt von der Schönheit des Gesehenen und es fiel mir bei der Zusammenstellung der Ausstellung und des dazu gehörigen Bildbandes „Innergebirg“ (Salzburg 1986) dementsprechend schwer, auch kritische Bilder in meinem Material zu finden. So wollte ich wenigstens am Cover ein Foto zeigen, das diesen kritischen Ansatz thematisiert. Ich entschied mich für das Foto eines Hirschkopfes mit Geweih, der als Trophäe auf den außen liegenden Gepäckträger eines VW Käfers gebunden war. Mir erschien diese Transportart und Zurschaustellung eher befremdlich und zudem deutete das deutsche Kennzeichen auf dem Auto einige der vorhandenen Probleme in diesem Tal an.

Einige Zeit nach Erscheinen des Buches erhielt ich einen Brief aus dem deutschen Ort, woher das Auto auf dem Buchcover stammte und ich befürchtete schon eine Beschwerde eines Jägers, der sich bloßgestellt sah. Doch zu meiner Überraschung enthielt der Brief eine Bestellung einer ansehnlichen Zahl von Büchern und die Meinung des Jagdgastes, dass ich die außerordentliche Qualität des erlegten Wildes wohl erkannt hätte und mich daher entschlossen habe, diese herrliche Trophäe als Cover und damit Leitbild meines Buches zu verwenden. Er hat die Bücher jedenfalls pünktlich bezahlt.

Kurt Kaindl
1954in Gmunden geboren
Studium der Germanistik sowie Publizistik und Kommunikationswissenschaft in Salzburg, parallel dazu Ausbildung als Fotograf, u.a. durch Kurse am Salzburg College
1981Gründung der Galerie Fotohof, gemeinsam mit anderen Fotografen
Lehraufträge zur Geschichte und Theorie der Pressefotografie an den Universitäten Salzburg, München, Bamberg und der Georgia State University in Atlanta sowie dem „Kuratorium für Journalistenausbildung“ und am Studiengang „Multimedia Art“ der Fachhochschule Salzburg
lebt als Fotograf und freier Medienwissenschafter in Salzburg.

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Juli 2012:
David Moises – „Cosas de plata“
2012, diverse Metalle

Die vorgestellte Arbeit von David Moises entstand während seines Atelieraufenthaltes in Mexiko.
Seit 1987 organisiert die Kulturabteilung des Landes Salzburg ein erfolgreiches Atelier-Austauschprogramm, das immer wieder in andere, neue Destinationen erweitert werden konnte. Die Künstler bewerben sich auf die jährlich folgende Ausschreibung, eine Fachjury wählt aus den Bewerbungen aus.

Die Galerie im Traklhaus zeigte im Sommer 2012 in zwei aufeinander folgenden Ausstellungen die Ergebnisse dieses Austauschprogrammes; Arbeiten, die von den Künstler von ihren jeweiligen Auslandsaufenthalten „mitgebracht“ wurden.
www.salzburg.gv.at/traklhaus_ausstellung_2012_7.htm

Seit 2003 kann im Rahmen dieses Programmes ein Salzburger Künstler für drei Monate nach Mexico reisen. 2012 war David Moises dort.

Der Titel „Cosas de Plata“ lautet übersetzt „Dinge aus Silber“. Der Künstler hat auf Flohmärkten und in Geschäften silberne Gegenstände gesucht und gekauft, sogenannte „Readymades“. Die Idee dahinter war, „Aztekensilber“ in einer neuen, modernen Form zu sammeln.
Die spanischen Eroberer waren geblendet vom Gold- und Silberreichtum des aztekischen Volkes. Das Metall Silber ist auch heute noch eines der wichtigsten Rohstoffe Mexikos. David Moises setzt sich mit Geschichte und Wirtschaft des Landes auseinander und hinterfragt durch die Zusammenstellung der unecht versilberten Gegenstände die Hintergründe und den Wert des Edelmetalls.

David Moises
www.davidmoises.com
1973 in Innsbruck geboren
Studierte 1995-2002 an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz und an der Humboldt Universität in Berlin
Preise u. a.: Jahrespreis Salzburger Kunstverein (2001), Ars Electronica-Preis (2004), Jahresstipendium des Landes Salzburg (2006), Preisträger bei Jeune Création Européenne (2007) lebt und arbeitet in Wien





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Juni 2012:
Erich Gruber – „Platzwart“
2012, Mischtechnik auf Wand
Haus der Natur

Für die mit Martin Gredler gemeinsame Ausstellung „Ältere Modelle/Wilde Hunde“, 2011 in der Galerie der Stadt Salzburg, Vogelhaus haben die Künstler in den Jahren zuvor intensiv im Haus der Natur gearbeitet und die dortigen Exponate als Vorlage für ihre Bilder verwendet. Die Künstler hatten dafür auch die Genehmigung, in den Depots des Museums zu arbeiten. Im selben Jahr folgte auch die gemeinsame (Erich Gruber und Martin Gredler) Ausstellung „Gestalt und Wesen“ im Haus der Natur.
Aus dieser Zusammenarbeit entstand der Wunsch des Museumsdirektors Dr. Norbert Winding, diese beiden Künstler mit einem Auftrag für Kunst am Bau zu betrauen.

Erich Gruber wählte für seine Arbeit ein Blindfenster an der Hausfassade, welches sich nun im gläsernen Stiegenhaus befindet. Aus diesem Fenster schaut ein Affe auf den darunter liegenden Platz hinunter. Es handelt sich um einen sogenannten Kleideraffen, der in einer Vitrine im Museum zu sehen ist. Dieser nachdenklich blickende kleine Affe taucht in den Bildern des Künstlers immer wieder unter verschiedenen Namen auf.

Der Künstler wollte, dass einerseits von Außen zu sehen ist, was sich im Haus befindet, andererseits wollte er auch einem der Exponate die Möglichkeit geben in die Welt rauszuschauen. Erich Gruber wählte für die Gestaltung absichtlich eine einfache Umrissform für den Kopf mit großen Augen, so dass der Passant von unten eindeutig erkennen kann, dass hier jemand herunterschaut. Erst wenn man im Stiegenhaus von Innen auf den Affen blickt, erkennt man die kleinen Eigenheiten, etwa dass ein Auge etwas größer ist als das andere, oder dass die Haut über dem rechten Auge etwas eingerissen ist.

Durch seine Namensgebung als „Platzwart“ erhält dieser auch eine Aufgabe. Er ist zuständig für die fachgerechte Instandhaltung des Platzes und muss für Ordnung sorgen.

Erich Gruber
www.erichgruber.at
1971 in Schwarzach geboren, aufgewachsen in Bischofshofen
1995–98 Hochschule Mozarteum, Dieter Kleinpeter
1999 Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst, Uwe Bremer
2001 Slavi Soucek Anerkennungspreis
Auslandsaufenthalte in Motovun, Kroatien und Warschau, Polen
lebt und arbeitet in Salzburg

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Mai 2012:
Jakob Gasteiger – „Stromboli“

Bilder aus Dispersionsfarbe und Sand von der Vulkaninsel Stromboli auf Karton, je 50 x 37 cm
aus der Sammlung des Landes Salzburg

Der gleichnamige Vulkan ist ständig aktiv. In unregelmäßigen Abständen (wenige Minuten bis stündlich) kommt es aus mehreren Krateröffnungen zu größeren und kleineren Eruptionen. Der Künstler hat dort direkt am Kraterrand übernachtet und das Material, den Vulkansand mitgenommen und in seine Bilder eingearbeitet.
Der Bildträger (Karton) war ursprünglich die Bodenabdeckung in seinem Atelier.

Ein Teil der Serie entstand direkt auf der Insel, weitere dann im Anschluss in seinem Atelier in Wien. Die abstrakten Bilder sind aus geometrischen Flächen, meist Rechtecken aufgebaut. Einige zeigen auch Dreiecke, die eine Assoziation zum Vulkan direkt erzeugen. Auch wichtige Kompositionselemente, die Gasteiger auch heute noch verwendet, wie zwei nebeneinander liegende Rechtecke mit abgestufter Schattierung, tauchen in diesem Frühwerk bereits auf.
Die schwarze Farbe ergibt sich aus dem Material des schwarzen Vulkansandes.

Mitte der 80er Jahre hat der Künstler begonnen, ältere Bilder mit großteils dunklen Ölfarbenschichten zu übermalen und dann zeichnend breitere oder schmälere Linien einzufurchen. Hauptsächlich hat sich Gasteiger auf eine Farbe pro Bild beschränkt und diese Malweise in den vergangenen mehr als 25 Jahren perfektioniert.

Bereits in diesen frühen Arbeiten beginnt der Künstler mit diversen Materialien (hier Sand) als Bildmaterial zu arbeiten. In den neueren Arbeiten verwendet der Künstler Farben, die aus Stoffen, wie sie für Skulptur verwendet werden, bestehen (wie zum Beispiel Aluminium, Kupfer, Eisen und auch Glas). Mit seinen selbst gefertigten Malmaterialien (eine Art von großen Kämmen) trägt er sie auf die Leinwände auf.

Jakob Gasteiger
wurde 1953 in Salzburg geboren, lebt und arbeitet seit 1975 in Wien. 1992 hat er ein Staatsstipendium für bildende Kunst erhalten. 1990 wurde er mit dem Faistauer-Preis für Malerei des Landes Salzburg ausgezeichnet. Aus diesem Anlass hat die Galerie im Traklhaus 1992 eine Ausstellung mit Arbeiten auf Papier und Leinwand organisiert. In Salzburg waren Gasteigers Bilder seit 1983 in Galerien und Museen ausgestellt. Außerdem hatte er viele Präsentationen im Ausland, regelmäßig in Amsterdam, in New York und auf internationalen Messen. www.jakobgasteiger.com





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April 2012:
Maurizio Nannucci – Licht-Installation
am und vor dem Petersbrunnhof (Schauspielhaus)
Erzabt Klotz Straße 22, 5020 Salzburg

Buchstaben aus blauem und rotem Plexiglas, innen Neonröhre an der Dachtraufe, sowie 20 Beleuchtungskörper unter blauem und rotem Glas in den Boden eingelassen.

Der international renommierte Licht- und Konzeptkünstler Maurizio Nannucci hat für die „Elisabethbühne“ im Petersbrunnhof eine Lichtinstallation geschaffen.
Zwei Leitsätze, die von den Mitarbeitern des Schauspielhauses ausgesucht wurden, sind in blauen und roten Leuchtbuchstaben am Dach zu lesen:
„Der mögliche Entwurf des Unmöglichen“ und „Mehr als das Auge sehen kann“.

Zusätzlich hat Nannucci den Zugangsweg mit im Boden versenkten Lichtpunkten markiert, um die Besucher des, üblicherweise nach Einbruch der Dunkelheit frequentierten Theaters, zum Eingang zu leiten, der von der Straße abgelegen ist.

Die Verbindung von Sprache, farbigem Licht und den ausgewählten Sätzen soll auf die Nutzung der Gebäude als Kulturzentrum hinweisen und die Besucher zu den Veranstaltungen führen. Die Sinnsprüche sollen die Menschen zum Nachdenken anregen, vor allem über das, was Kulturarbeit ist und leistet.

Maurizio Nannucci wurde 1939 in Florenz geboren. Mit seinen Neoninstallationen wurde er weltweit bekannt. Bereits mehrmals war er bei der Biennale Venedig und auf der documenta in Kassel vertreten.
http://www.maurizionannucci.it/

Ab Anfang April 2012 wurden 16 Kunstwerke im öffentlichen Raum in Salzburg und 14 Kunstwerke in den Landeskrankenanstalten unter dem Projekt „Komm hör Kunst“ in einer ganz neuen Art „beschriftet“. Über einen QR-Code, der in den Beschriftungen integriert wurde, können Interessierte mit ihrem Smartphone weitere Informationen zu den Kunstwerken hören. www.kommhoer.at

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März 2012:
Tobias Pils – ohne Titel
2011, Mischtechnik auf Leinwand, 202 x 145 cm

Alle drei Jahre wird vom Land Salzburg der Anton Faistauer Preis verliehen.
Diese Auszeichnung für Malerei wurde 2011 bereits zum 14. Mal österreichweit für Künstler und Künstlerinnen unter 40 Jahren ausgeschrieben. Der Preisträger war Tobias Pils.
Ein Bild aus der Anwärter-Ausstellung im Traklhaus wurde für die Sammlung des Landes erworben.

Die Bilder von Tobias Pils sind wie Grisaillemalerei in verschiedenen Grautönen gestaltet. Sie lassen dem Publikum Spielraum für eigene Auslegungen, sind absichtlich uneindeutig. Jeder Betrachter kann sie, ausgehend von individuellen Erfahrungen, frei interpretieren. Der Künstler baut seine Malerei aus Flächen und Schichten auf, in die er graphische Elemente integriert und sie zu einer Gesamtheit verarbeitet. Seine Malerei entsteht aus einer spontanen Entscheidung während des Arbeitsprozesses.

Tobias Pils
www.tobiaspils.com
1971 in Linz geboren, lebt und arbeitet in Wien
1990-1994 Akademie der bildenden Künste Wien
1994 Otto Mauer Preis

Ausstellungen/Beteiligungen (Auswahl):
2011 Jack Hanley Gallery, New York
2010 Rezan Has Museum, Istanbul
2009 Gironcoli Museum, St. Johann bei Herberstein
2008 Genia Schreiber University Gallery, Tel Aviv
        Tresor Ba Kunstforum, Wien
2007 Lentos Kunstmuseum, Linz
        Museum Stift Admont





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Februar 2012:
KunstSportGruppe hochobir – „KSGh Worldtour“
2010, C-Prints auf Hartschaumplatte
120 x 80 cm

Seit Ende November kann die Galerie im Traklhaus auf Einladung der Verwaltung der Festung Hohensalzburg dort einen zusätzlichen Raum bespielen. Die KunstSprotGruppe hochobir stellt als erstes dort aus. Zu sehen sind Arbeiten aus mehreren Fotoserien. Einen Schwerpunkt bildet die Serie „Worldtour“, die 2008 und 2010 im Minimundus, der kleinen Welt am Wörthersee entstand.
In dieser Fotoserie sieht man die Künstler Golf spielen mit Miniaturgolfschläger auf der Akropolis in Athen und Einsstockschießen mit Mini-Eisstöcken am Petersplatz in Rom. Durch die Kameraperspektive scheint es, als wäre die Minimundus-Version des Eifelturmes mit den Künstlern darauf viel größer als er es in Wirklichkeit ist. Bei einem Besuch der Ausstellung erfahren Sie, was sich die Gruppe in Sydney oder Toronto ausgedacht hat.

Allen Fotoserien und Interventionen ist gemein, dass sie die gegebenen Besonderheiten des jeweiligen Ortes in spontaner Bildfindung nutzen und nur durch Größenverschiebungen (z.B. Miniatur-Sportgeräte oder Gebäude) Irritation erzeugen. Computergesteuerte Nachbearbeitungen oder Retuschen sind dabei sträflich verboten, die digitalen Aufnahmen des begleitenden Fotografen Ferdinand Neumüller werden lediglich lichttechnisch optimiert, entstehen aber ausschließlich analog.

Die KunstSportGruppe hochobir wurde 2004 gegründet mit einem „Basislager“ in Klagenfurt (in Sichtweite zum Hochobir, einem Berg unmittelbar an Grenze zu Slowenien). Der Hochobir als Namenspatron steht dafür, dass die Künstlergruppe wie dieser gerne in Kärnten wurzelt aber noch lieber darüber hinaus blickt.
www.kunstsportgruppehochobir.at

Heiko Bressnik, * 1961 in Villach, Kärnten
Uwe Bressnik, * 1961 in Villach, Kärnten
Richie Klammer, * 1964 in Obervellach, Kärnten
Patrick Pilsl, * 1964 in Neuulm, Schwaben
Ferdinand Neumüller, * 1953 in Graz, Steiermark
Die Künstler leben in Wien, Berlin und Klagenfurt

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Jänner 2012:
Martin Oberascher – „Textual Sculpture“
2009, Gefrästes Uriol oder Styrodur beschichtet, Kupferrohre, ca. 2 x 7 x 2 Meter

Bis Ende 2012 war die Skulptur im Durchgang zum Traklhaus installiert und befindet sich nun auf der Festung Hohensalzburg. Das Kunstwerk zeigt ein verschlungenes Wortgeflecht, das an Wand und Decke befestigt ist.

Die Skulptur nimmt direkten Bezug auf seinenursprünglichen Aufstellungsort im Geburtshaus des Dichters Georg Trakl.
Oberascher versucht, unterschiedliche Gesichtspunkte, die das Leben und Schaffen Georg Trakls beschreiben, zu einem Objekt zu vereinen. Trakls Gedicht „Verfall“ wurde als Konzept für die Rauminstallation herangezogen.

Ausgangspunkt der Arbeit war es, eine charakteristische Choreografie des Fallens zu schaffen, die sich mit den spezifischen Örtlichkeiten des Eingangs zum Traklhaus auseinandersetzt.
Der Betrachter beschreitet vom Eingang her den Zyklus des Verfallens. Die Rauminstallation beginnt in einer geschützten Nische, wo ein Körper in embryonaler Stellung erwacht und über verschiedene Bewegungsmuster, die ihm zweitweise Halt geben, letztlich unaufhaltsam in den Tod stürzt. Die Fallrichtung beruht hier jedoch nicht auf Gravitation, sondern auf dem zeitlichen Abschreiten des Betrachters am Objekt (Der Körper fällt nicht von oben nach unten, sondern von vorne nach hinten).
Die Bewegungsabläufe einzelner Körperteile wie Hand, Knie, Fuß oder Kopf werden durch weiße Kupferrohre dargestellt. An diesen Kupferrohren, genannt „Raumspuren“, sind die einzelnen Zeilen von Trakls Gedicht aufgefädelt.

Martin Oberascher
studierte Architektur an der Technischen Universität, Wien und an der MgGill Univerity in Montreal.
Seinen Abschluss machte er an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Danach studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien.
2007 gründete er gemeinsam mit 3 Kollegen die Architektengruppe „soma“, die den Kulturpavillon „White Noise“ entworfen hat, der von Ende März bis Anfang Juni 2011 auf dem Mozartplatz aufgestellt war.



2011



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Oktober 2011:
Bertram Hasenauer – „Ewe“
2011, Acryl auf Holz, 130 x 104 cm

Das Bild „Ewe“ zeigt eine Frau, von der nur das Gesicht und die Arme zu sehen sind. Der restliche Körper verschwindet im Weiß des Hintergrundes. Das Fehlen jeglichen Raumes vermittelt ein Gefühl von Ewigkeit und Stille. Die Figur neigt den Kopf etwas nach unten und hat die Augen geschlossen, sie wirkt melancholisch, introvertiert, tritt in keinerlei Beziehung zum Betrachter. Durch die Auflösung, bzw. das Nichtvorhandensein des Körpers wird diese Zurückgezogenheit noch vertieft.
Hasenauers Bilder zeigen vor allem menschliche Figuren vor einem monochromen, weißen oder manchmal auch dunklen Bildhintergrund. Dargestellt sind eher junge Menschen, die in einer Zeitlosigkeit erstarrt sind und meist melancholisch und abwartend wirken. Oft sind die Personen auch nur von hinten abgebildet.

Am 1. Oktober 2011 wurde Bertram Hasenauer mit dem großen Kunstpreis des Landes Salzburg ausgezeichnet:
„Bertram Hasenauer hat in zwei Jahrzehnten eine unverwechselbare künstlerische Handschrift, die international verstanden wird, entwickelt. Das Menschenbild wird anonym, ein Distanzieren vom Betrachter, keine unmittelbare Kommunikation findet statt. Innerhalb der neuen malerischen Figuration hat er eine eigene Position: Er erzählt keine Geschichten, dokumentiert jeweils einen Augenblick.” (Begründung der Jury, die Bertram Hasenauer für den großen Kunstpreis vorgeschlagen hat)

Bertram Hasenauer
www.bertramhasenauer.com
1970 in Saalfelden geboren, lebt und arbeitet in Berlin
1992–97 Akademie der Bildenden Künste, Wien (A), Diplom Mag art
1996–97 Universität der Künste, Berlin (D), Erasmus Austausch Programm
1997–98 Central Saint Martins College of Art & Design, London (GB), MA Fine Art
1997 Arbeitsstipendium, Bundeskanzleramt Wien, Abteilung Kunst
1998, 99, 2009 Auslandsstipendien in Berlin, Krakau und Paliano (Rom)
2005 Staatsstipendium für Bildende Kunst, Bundeskanzleramt Wien, Abteilung Kunst
Anton Faistauer Anerkennungspreis für Malerei, Salzburg
2006 ART ARWARD 2006, Förderpreis für Malerei, Strabag Wien
2008 Georg Eisler Preis für Malerei

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September 2011:
Markus Schinwald – Biennale Venedig

Markus Schinwald - der erste Salzburger Künstler im Österreich-Pavillon bei der Biennale in Venedig.

Der Künstler hat im Hoffmann-Pavillon ein Labyrinth eingezogen, welches den Oberkörper der Besucher verdeckt, unten aber die Beine frei lässt (siehe Foto). In diesen Gängen tauchen Altmeister-Portraits auf, die Markus Schinwald „falsch restauriert“ hat, in dem Sinne, dass ihre Gesichter nun Verbände und Prothesen tragen.

Mehr auf der Österreichischen Biennale-Homepage: www.labiennale.at/

Markus Schinwald
1973 in Salzburg geboren
Studium an der Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung, Linz, Meisterklasse „Experimentelle, Visuelle Gestaltung“ bei Prof. Herbert Lachmayer
Studium der Kulturwissenschaften an der Humboldt Universität, Berlin
2000 Schindler-Stipendium, MAK, Los Angeles
2005 Hilde Goldschmid Preis des Landes Tirol
         T-Mobile Award
2007 Wilfried-Skreiner Preis, Graz
         Preis der Stadt Wien für bildende Kunst
2008 großer Kunstpreis, Land Salzburg
lebt in Wien und Los Angeles






© VBK, Wien, 2011

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August 2011:
Jim Dine – „Untersberg mit Rabe“
1994, Einzelstudie einer 3-teiligen Serie, Radierung, 178 x 125 cm, Privatbesitz


Das Motiv Berg spielte bis zum Sommer 1993 im Werk des amerikanischen Pop-Art Künstlers keine Rolle. Erst seit seinem Aufenthalt als Lehrender an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg ist Landschaft ein Thema in seinen Bildern.
In einem Erker des Geyerturms im südlichen Festungstrakt mit weiter Aussicht auf das Moor und den in 10 km Entfernung monumental aufragenden Untersberg fand der Künstler ein Atelier. Hier arbeitete er bis zum Ende des dreiwöchigen Kurses mit großformatigen Papieren, Kohle, Kreide und Acryl und schuf eine ganze Serie mit dem Berg als Bildgegenstand.

Der Künstler behielt für die gesamte Serie den gleichen Blickwinkel auf den Berg bei, ebenso wählte er stets den gleichen Ausschnitt – die steil aufragende Gipfelzone. Die konsequente Verwendung des Hochformates hebt die Massivität des Salzburger Hausberges noch hervor.

In seinem New Yorker Studio wurde diese Serie fortgesetzt und ergänzt. Charakteristisch für Dine’s Werk ist die Einbeziehung von Schrift und Sprache. Der Rabe begegnet uns im Werk von Jim Dine immer wieder, mehr oder weniger rätselhaft. Gemeinsam mit der Eule symbolisiert der schwarze Vogel Tod und Weisheit.
Vermutlich hat der Künstler im Zusammenhang mit dem Untersbergmotiv den Mythos aufgegriffen, wonach tief im Inneren des Untersberges Kaiser Karl und seine edlen Gefährten schlafend um einen Tisch versammelt seien. Alle hundert Jahre, wache er auf, und wenn er sieht, dass immer noch die Raben um den Berg fliegen, dann schläft er ein weiteres Jahrhundert.

Jim Dine
1935 in Cincinnati, Ohio geboren, lebt seit 1985 in New York
1954–58 University of Cincinnati, Boston Museum School und Ohio University in Athen
1964, 78 Biennale in Venedig
1968, 77 documenta, Kassel

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Juli 2011:
Andrew Phelps –
aus „Der Sextant“
1994, SW-Foto, 78 x 192 cm
aus der Sammlung des Landes Salzburg

Das Bild zeigt in beeindruckender und höchst dynamischer Weise einen  Kormoran kurz bevor er ins Meer eintaucht um einen Fisch zu fangen.
Der Künstler hat eine Serie von insgesamt 20 Bildern einer Reise am Meer gewidmet. Die Serie ist entstanden während Andrew Phelps 1994 in einem Kajak die Küste Mexikos entlang paddelte. Er war 70 Tage unterwegs und hat immer wieder den Horizont als konstantes Motiv fotografiert. Auch in seinen aktuellen Arbeiten, wo oft Landschaft thematisiert wird,  ist der Horizont als Bildgegenstand häufig zu finden.

die Fotografie wurde 1995 vom Land Salzburg angekauft und somit in die Kunstsammlung des Landes aufgenommen.

Andrew Phelps
1967 in Mesa, Arizona, USA geboren
lebt seit 1990 in Salzburg
1986–91 Arizona State University (B.F.A. Fotografie)
1989–90 Salzburg College
seit 1994 Lehraufträge am Salzburg College und an der FH Salzburg
2000 Staatstipendium für Fotografie, Bundesministerium Österreich
2005 Jahresstipendium Land Salzburg
www.andrew-phelps.com






Foto: Herman Seidl

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Juni 2011:
Werner Reiterer – ohne Titel

Kunst am Bau, Bezirksgericht Salzburg, 1999–2001.
Manipulierter Peitschenmasten, manipulierter Fahnenmasten.
Technische Assistenz: Thomas Sandri.

Das gesamte Projekt besteht aus zwei Teilen. Zum einen eine gewöhnlich wirkende Straßenlaterne, ein sogenannter Peitschenmasten zwischen Bezirksgericht und Künstlerhaus und einem am Dach des Gebäudes aufgestellten Fahnenmasten (auf der Seite Hellbrunnerstraße).

Die Straßenlaterne reagiert auf Bewegung, bei Herantreten eines Passanten beginnt er um seine eigene Achse zu rotieren. Sie bleibt dabei voll funktionstüchtig und unterscheidet sich auch optisch nicht von den anderen Laternen.
Auch dem Fahnenmasten auf dem Dach wurde eine zusätzliche Funktion übertragen. Die Fahne übersetzt mit ihrer Position die Bewegung des hausinternen Aufzugs. Fährt ein Beamter vom Erdgeschoss in den letzten Stock, so bewegt sich die Fahne vom Mastfuß zum hochgelegenen Mastende. Die Fahne überträgt somit gebäudeinterne Aktivitäten in den öffentlichen Raum.

Beide Interventionen in Summe sollen das Gebäude und den öffentlichen Platz in seiner „Realität“ kippen. Gewöhnliche und alltäglich wirkende Dinge die normalerweise nicht mehr beachtet werden erwecken plötzlich das Interesse der Passanten.
„Der Betrachter wird gegenüber dem gesamten Ensemble misstrauisch, vermeintliche Indizienketten werden geknüpft, Antworten nur selten gefunden.“ so der Künstler.

Weitere Info auch unter:
www.kunstambau.at/content.php?id=1003&m_id=1003&page_cp=0&sr=6

Werner Reiterer
1964 in Graz geboren, lebt und arbeitet in Wien
1984–88 Studium der Grafik an der Akademie der bildenden Künste Wien (Prof. Maximilian Melcher)
2002 Kunstpreis der Stadt Graz

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Mai 2011:
Florian Gruber – „Vertikale Spannungen“
2009, 4.0 Klanginstallation, 7 Minuten

Im Hof des Traklhauses
Eigentum der Georg Trakl Forschungs- und Gedenkstätte

Aus der Zisterne im Hof des Traklhauses steigen vier Masken empor, hinter denen jeweils ein Lautsprecher montiert ist.
Die Vorführung beginnt mit Glockenläuten (aufgenommen vom Salzburger Dom) im inneren der Zisterne. Anschließend sind vier Gedichte von Georg Trakl zu hören, deren Strophen jeweils aus einem anderen Lautsprecher und somit einer anderen Höhe kommen. Diese zusätzliche Rhythmisierung der Gedichte durch abspielen aus vier verschiedenen Raumhöhen erzeugt eine eigene Spannung beim zuhören.

Folgende Gedichte Georg Trakls sind zu hören:
- Die schöne Stadt (gelesen von Böckmann)
- Die Raben (gelesen von Quadflieg)
- Grodek (gelesen von Otto Sander)
- Verfall (gelesen von Hans Weichselbaum)

Florian Gruber bezieht sich in dieser Arbeit auf die strenge Erziehung und geistige Befreiung Georg Trakls. Das Aufsteigen der Lautsprecher nach oben versinnbildlicht das Streben des Künstlers nach geistlicher und künstlerischer Selbstverwirklichung.

Das Kunstwerk wurde nach einer Ausstellung in der Galerie im Traklhaus von der Georg Trakl Forschungs- und Gedenkstätte angekauft und ist jeweils im Rahmen der Führung durch die Gedenkstätte zu hören.
Beginn der Führungen Mo – Fr jeweils um 14 Uhr.
Nähere Informationen unter: www.georg-trakl.at

Florian Gruber:
in Mittersill geboren (1980), lebt jetzt in Wien. Besuchte die School of Audio Engineering, München. Dann studierte er Experimentelle Medienkunst und medienübergreifende Kunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien.
www.transmedia.at



Traklhaus, 2009, Installation von Florian Gruber



Bild White Noise

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April 2011:
White Noise – Kunstpavillon am Mozartplatz

Das Architekten-Team zu white noise als innovative Architektur:
„Ziel des Entwurfes war es, durch das innovative Design einen zeitgenössischen Pavillon zu schaffen, der ein selbstbewusstes Aushängeschild für die lebendige, gegenwärtige Kunstproduktion Salzburgs sein kann. Der Pavillon soll neugierig machen und zum Betreten und Auseinandersetzten einladen.
Mittels Schichtung von sich auskreuzenden Stäben zu einer 3-dimensionalen Struktur entsteht durch einfache Mittel eine komplexe Struktur, die sich je nach Betrachter-Standpunkt und Lichtverhältnissen ständig verwandelt. Die Struktur des Pavillons ist nicht mit einem Blick erfassbar, sondern seine unterschiedlichen Erscheinungen und Effekte werden erst im räumlichen Erleben, Herumgehen, Betreten und Benutzen vom Betrachter entdeckt. Der Pavillon ist keine eindeutige Form, sondern eine flimmernde Präsenz, die unsere visuelle Wahrnehmung als aktiven und kreativen räumlichen Prozess thematisiert.“

Mit diesem innovativen Design hat Salzburg einen zeitgenössischen Kunstpavillon, der ein selbstbewusstes und zukunftweisendes Aushängeschild für die lebendige gegenwärtige Kunstproduktion in diesem Land ist.
White Noise ist durch sein eindrucksvolles, innovatives Design bereits Kunst im öffentlichen Raum. Die mobile Architektur wird auch einen Beitrag leisten zu mehr Bewusstsein für Baukultur nicht nur in der Salzburger Innenstadt, sondern außerhalb von Ballungszentren.

soma
www.soma-architecture.com
Das Architekturbüro gibt es seit 2007 (seit 2009 als soma ZT GmbH).
Die Mitglieder sind: Martin Oberascher, Stefan Rutzinger, Kristina Schinegger, Günther Weber.

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März 2011:
Thomas Baumann – „Stimono“

„STIMONO“ heißt die Skulptur des Salzburger Künstlers Thomas Baumann, die seit Herbst 2010 vor dem Landestheater an der Schwarzstraße steht.

Mittels LED Technik werden Geräusche, die im Theaterinneren entstehen, vor dem Gebäude visualisiert. Handlungen auf der Bühne werden in die Raster eines LED Systems übertragen. Je nach Geräuschspegel und Aktivität zeigen sich unterschiedliche Strukturen in der Glasskulptur durch Aufleuchten der LEDs.
Die Arbeit spiegelt somit den inneren Ablauf des Hauses nach außen und lässt das Theater als pulsierenden, lebendigen Ort sichtbar werden. So kann beispielsweise die Geräuschku-lisse von Proben, Aufführungen oder Applaus nach außen hin gespiegelt und im Kunstob-jekt sichtbar werden, aber auch technische Bautätigkeiten zeigen sich dort.

„Das Haus soll als ein Organismus, als eine große lebendige Skulptur verstanden werden. Neben der seitens der Auftraggeber erwünschten Verstärkung der Präsenz des Hauses im Stadtraum werden auch die Menschen des Hauses in dem Kunstwerk thematisiert, die Personen im Haus mit ihrer Präsenz und Aktivität werden Teil der Installation“, sagt Thomas Baumann.


Thomas Baumann
1967 geboren in Altenmarkt im Pongau
1985-1992 Akademie der bildenden Künste, Wien (Max Melcher, Bruno Gironcoli)
lebt und arbeitet in Wien