Coronavirus-Maßnahmenpakete

Wirtschaft und Tourismus


​Die Corona-Krise stellt neben vielen anderen Lebensbereichen auch unsere heimische Wirtschaft vor eine nie gekannte Herausforderung. Um die Wirtschaft in dieser schwierigen Situation zu unterstützen und existenzbedrohende Liquiditätsengpässe der betroffenen Unternehmungen möglichst zu verringern, arbeiten von der Bundes- und Landesregierung abwärts viele Institutionen und Einrichtungen eng abgestimmt an Lösungen, die den Unternehmen durch diese Krise helfen sollen.

Anbei dürfen Ihnen Informationen und wesentliche Ansprechpartner und deren unterstützende Maßnahmen genannt werden (sämtliche Hinweise sollen Ihnen als Hilfestellung dienen; für die Richtigkeit der Angaben wird keine Gewähr geleistet).

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Wachstumsprogramm für Kleinbetriebe durch das Land Salzburg


  • Seit 15.5.2020 gibt es wegen der Corona-Krise eine erhöhte Investitions-Anschubförderung. Anträge können eingereicht werden bis 31.12.2020 bzw. bis zur Ausschöpfung des Budgets.
  • Die Verwendungsnachweise sind bis 31.12.2021 vorzulegen.
  • Gefördert werden kann die Durchführung von eigen- oder kreditfinanzierten materiellen Investitionen, die dazu dienen:
    • bauliche oder maschinelle Verbesserungen und/oder Erweiterungen zu erwirken
    • neue oder verbesserte Produkte oder Dienstleistungen anzubieten bzw. Produktionsverfahren anzuwenden
    • in Tourismus- oder Freizeitbetrieben eine Saisonverlängerung, die Gewinnung neuer Zielgruppen, Qualitätsverbesserungen im Betrieb oder die Schaffung bzw. Verbesserung von Unterkunftsmöglichkeiten bzw. Aufenthaltsräumen von MitarbeiterInnen zu erzielen
    Immaterielle Investitionen können nur gefördert werden, wenn sie für die Nutzung von materiellen Wirtschaftsgütern notwendig sind.
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ÖHT-Garantie mit Zinsübernahme durch das Land Salzburg

  • Besicherung von Überbrückungsfinanzierungen der Hausbanken mit Haftungen der ÖHT (Österreichische Hotel- und Tourismusbank GmbH) und der Kostenübernahme der einmaligen ÖHT-Bearbeitungsgebühr und der Haftungsprovision.
  • Bundeshaftung i.H.v. 80 % für Überbrückungsfinanzierungen mit einer Laufzeit von 36 Monaten, Haftungssumme max. EUR 400.000.
  • Für den 80 %-igen Haftungsanteil des Bundes werden seitens der Banken keine weiteren Sicherheiten eingefordert.
  • Das Wirtschaftsressort des Landes Salzburg hat sich darüber hinaus bereit erklärt, die anfallenden Zinsen für den von der ÖHT behafteten Kredit in Form eines Zuschusses aus Landesmitteln zu übernehmen (Beiblatt zum ÖHT-Haftungsansuchen). Das ausgefüllte und von Unternehmen und kreditfinanzierender Bank unterzeichnete Beiblatt zum ÖHT-Haftungsansuchen ist an folgende Mail-Adresse zu übermitteln: wirtschaftsfoerderung@salzburg.gv.at
  • Antragsberechtigt sind Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) der Tourismus- und Freizeitwirtschaft
  • Voraussetzung für die Übernahme einer Haftung für einen Überbrückungskredit ist ein erwarteter Rückgang der Umsatzerlöse von mindestens 15 % im Vergleich zum Vorjahr.
  • Überbrückungsfinanzierungen dürfen nur zur Abdeckung kurzfristiger Verbindlichkeiten für betriebsbedingte Aufwendungen herangezogen werden.
  • Die Antragstellung erfolgt nach Abstimmung mit der Hausbank über das ÖHT-Onlineportal.
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Für weitere Fragen zum Coronavirus-Maßnahmenpaket für den Tourismus (z.B. Aussetzungen der Tilgungen der ÖHT-Kredite, etc.) wenden Sie sich an: Österreichische Hotel- und Tourismusbank GmbH (ÖHT) - Hotline 0720 301 355, E-Mail: hotline@oeht.at

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Stundung der Tourismusbeiträge nach dem Salzburger Tourismusgesetz

Jene Unternehmen, welche aufgrund der Corona-Krise ganz besonders betroffen sind und wesentliche Einbußen erleiden, können über ein begründetes Ansuchen, die mit 31.5. des Jahres vorgegebene Frist für die Abgabe der Beitragserklärung 2020 auf 30.11.2020 erstrecken lassen. Der am 15.06.2020 fällige Tourismusbeitrag kann über ein begründetes Ansuchen bis zum 15.01.2021 gestundet bzw. in Raten beglichen werden. Nebenansprüche werden nicht vorgeschrieben. Die Anträge können formlos über den Onlinezugang zur Einreichung der Beitragserklärung oder per email landesabgabenamt@salzburg.gv.at gestellt werden.


Das für die Einhebung der Tourismusbeiträge zuständige Landesabgabenamt wird alle Beitragspflichtigen in einem gesonderten Schreiben, welches gleichzeitig mit der Beitragserklärung versendet wird, darüber informieren.


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aws-Garantie

  • Unterstützt werden Betriebsmittelfinanzierungen (z.B. Wareneinkäufe, Personalkosten) sowie Finanzierungen für die Stundung von bestehenden Kreditlinien an gesunde Unternehmen, die aufgrund der gegenwärtigen „Coronavirus-Krise" über keine oder nicht ausreichende Liquidität zur Finanzierung des laufenden Betriebes verfügen bzw. deren Umsatz- und Ertragsentwicklung durch Auftragsausfälle oder Marktänderungen beeinträchtigt ist. Die Maßnahme darf nicht zu einer bloßen Umschuldung führen, sondern muss der Sicherung und Erweiterung der Liquidität dienen.
  • Bis zu 80 % eines Kredites von bis zu EUR 2,5 Mio pro KMU (inkl. Verflechtungen)
  • Garantielaufzeit max. 5 Jahre
  • Antragsberechtigt sind KMUs
  • Ausgeschlossen sind Betriebe der Tourismus- und Freizeitwirtschaft (für sie gibt es die ÖHT-Garantie)
  • Weiterer Ausschlussgrund: Unternehmen, die im der Antragstellung vorausgegangenen Wirtschaftsjahr die URG-Kriterien erfüllen (Vermutung des Reorganisationsbedarfs, das heißt, Eigenmittelquote weniger als 8 % und fiktive Schuldentilgungsdauer mehr als 15 Jahre) und Unternehmen, die die gesetzlich vorgesehenen Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens auf Antrag der Gläubiger erfüllen.
  • Der Antrag wird durch die finanzierende Bank bei der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) eingereicht.
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Corona-Hilfsfonds mit 15 Milliarden Euro


Der Corona-Hilfsfonds besteht aus zwei unterschiedlichen Maßnahmen für von COVID-19 betroffene Unternehmen:

1. Garantie der Republik mit 90% Haftung für die Kreditsumme (auch für große Tourismusunternehmen)
  • Die Garantie der Republik deckt 90% der Kreditsumme ab.
  • Ansprechpartner für die Unternehmen ist immer die Hausbank.
  • Die ersten Gelder können ab 8. April beantragt werden.
  • Die Laufzeit liegt bei 5 Jahren und kann um weitere 5 Jahre verlängert werden


 2. Zuschuss von bis zu 75% von bestimmten Betriebskosten
  • Der Zuschuss ist steuerfrei und muss nicht zurückbezahlt werden.
  • Er umfasst folgende Fixkosten: Mieten, Versicherungsprämien, Zinsaufwendungen, vertragliche Zahlungsverpflichtungen die unkündbar oder betriebsnotwendig sind, Lizenzkosten, Strom-, Gas-, Telefon- und Internetkosten sowie Unternehmerlohn
  • Wenn diese binnen 3 Monaten 2.000 Euro übersteigen, zahlt der Bund:
    • 40 – 60% Ausfall: 25% Ersatzleistung
    • 60 – 80% Ausfall: 50% Ersatzleistung
    • 80-100% Ausfall: 75% Ersatzleistung
  • Vorraussetzungen:
    • Umsatzeinbruch von zumindest 40%
    • Unternehmen müssen sämtliche zumutbaren Maßnahmen setzen, um die Arbeitsplätze zu erhalten
  • Registrierung ab 15.4. über das Online-Tool des AWS - bis 31.12.2020 möglich.
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Härtefonds auf 2 Mrd. Euro aufgestockt


Dieses Förderungsprogramm bietet ein Sicherheitsnetz für besondere Härtefälle und wird von der WKÖ abgewickelt. In der ersten Phase erfolgten bereits Auszahlungen mit bis zu 1.000 Euro. Aktuell wurden bereits mehr als 100.000 Anträge bei der Wirtschaftskammer gestellt. Die ersten 80 Mio. Euro sind bereits ausbezahlt.



Härtefallfonds mit Phase 2 ausgeweitet:

  • Verdoppelung auf 2 Mrd. Euro
  • Zumindest selbstständige Tätigkeit in den letzten Jahre
    • Keine Verdienst-Obergrenze als Eintrittskriterium
    • Aufnahme von Jungunternehmerinnen und Jungunternehmern mit einer Gründung nach 01.01.2020
    • Mehrfachversicherungen sind kein Ausschlusskriterium mehr
  • Damit sollen die härtesten Folgen des Corona-Virus auf die Unternehmen zumindest zum Teil ausgeglichen werden.
  • Die Beantragung startet ab 16. April 2020. Dabei wird eine Auszahlung von bis zu 2.000 Euro monatlich für 3 Monate (max. 6.000 Euro) ermöglicht. Eventuelle Auszahlungen aus Phase 1 werden gegengerechnet.
  • NEU: Auch Privatzimmervermieterinnen und -vermieter von privaten Gästezimmern im eigenen Haushalt mit höchstens 10 Betten sind antragsberechtigt.

Die Wirtschaftskammer ist darüber hinaus wichtige Anlaufstelle für Fragen von Unternehmen und ist unter der Nummer 0590900 4352 erreichbar. Zahlreiche Informationen und die Antworten auf häufig gestellte Fragen stehen auch auf der Webseite der Wirtschaftskammer zur Verfügung.


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COVID-19-Kurzarbeitsmodell


Neue Webseite des BMAFJ bündelt Informationen zu Corona-Kurzarbeit


  • Bei betriebswirtschaftlicher Notwendigkeit kann auf Basis einer Sozialpartnervereinbarung eine Kürzung der Arbeitszeit von 10 – 90 % beantragt werden. Im Durchrechnungszeitraum kann diese sogar phasenweise auf 0 % gesenkt werden.
  • Der entstandene Entgeltausfall wird durch das AMS in Form einer Kurzarbeitsbeihilfe so ausgeglichen, dass sich ein Nettogehalt von 80 – 90 %, gestaffelt nach Einkommenshöhe, ergibt. Ebenfalls ersetzt werden dem Arbeitgeber die anteiligen Arbeitgeber-Sozialversicherungsbeiträge bereits ab dem ersten Monat.
  • Schnelle Bearbeitung: Die Sozialpartner haben zugesagt, ab Abschluss der Gespräche auf betrieblicher Ebene (Vorliegen einer unterschriftsreifen Betriebsvereinbarung/Einzelvereinbarung) eine Sozialpartnervereinbarung innerhalb von 48 Stunden zu ermöglichen.
  • Förderdauer: Zunächst drei Monate, bei Bedarf kann das Modell um weitere drei Monate verlängert werden.
  • Die Auszahlung der Kurzarbeitsbeihilfe erfolgt im Nachhinein pro Kalendermonat nach Vorlage und Prüfung der Teilabrechnung. Die Möglichkeit einer kurzfristigen Zwischenfinanzierung in einer wirtschaftlichen Notlage und bei Vorliegen des AMS-Bescheids wurde von Regionalbanken in Kulanz bereits angekündigt und soll verhindern, dass die Unternehmen in Vorleistung gehen müssen.
  • Vor Beginn der Kurzarbeit sind Alturlaube und Zeitguthaben möglichst zur Gänze zu konsumieren.
  • Der Beschäftigtenstand muss während der Kurzarbeit und mindestens 1 Monat darüber hinaus aufrechterhalten werden.
  • Eine Antragstellung erfolgt beim AMS und kann rückwirkend ab 1. März gestellt werden.
  • Mehr Informationen und Antragstellung


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Finanzamt

  • Herabsetzung der Einkommen-/Körperschaftsteuervorauszahlungen: Um die Liquidität der Unternehmen zu verbessern, können die Vorauszahlungen für die Einkommens- oder Körperschaftsteuer bis auf null herabgesetzt werden. Ergibt sich daraus für das Jahr 2020 eine Nachforderung, werden Anspruchszinsen (Nachforderungszinsen) automatisch nicht erhoben.
  • Zahlungserleichterungen (Stundung oder Ratenzahlung): Der Zeitpunkt der Entrichtung von Abgaben kann bis 30. September 2020 hinausgeschoben werden (Stundung) oder es kann die Entrichtung in Raten bis 30. September 2020 beantragt werden.
  • Nichtfestsetzung von bereits festgesetzten Säumniszuschlägen: Wurde für eine nicht fristgerecht entrichtete Abgabe ein Säumniszuschlag festgesetzt, können betroffene Unternehmen beantragen, dass dieser storniert wird.
  • Fristerstreckung für die Abgabe von Jahressteuererklärungen für 2019: Für die Jahressteuererklärungen 2019 Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer und Feststellung der Einkünfte (§ 188 BAO) wird die Frist allgemein bis 31. August 2020 erstreckt.
  • Nichtfestsetzung von Verspätungszuschlägen: Zinsen für nicht fristgerecht abgegebene Erklärungen werden bis zum 31. August 2020 automatisch nicht verhängt.
  • Zoll/Verbrauchsteuern/Altlastenbeitrag: Diese Regelungen gelten auch für die Einhebung der Verbrauchsteuern und des Altlastenbeitrags. Auch im Bereich des Zolls werden Stundungszinsen und Säumniszuschläge bei konkreter Betroffenheit auf einen Betrag bis zu Null Euro herabgesetzt bzw. nicht festgesetzt. Entsprechende Anträge werden von den Zollämtern sofort bearbeitet.


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Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS)

  • Alle SVS-Versicherten, die durch den Corona-Virus mit finanziellen Einbußen rechnen oder durch Erkrankung bzw. Quarantäne betroffen sind, erhalten von der SVS Unterstützungen.
  • Stundung der Beiträge, Ratenzahlung der Beiträge, Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage, gänzliche bzw. teilweise Nachsicht der Verzugszinsen


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Österreichische Gesundheitskasse

  • Ausständige Beiträge werden nicht gemahnt.
  • Eine automatische Stundung erfolgt, wenn Betriebe von der "Schließungsverordnung" oder einem Betretungsverbot betroffen sind.
  • Sonstige Betriebe mit Corona-bedingten Liquiditätsproblemen können bei der ÖGK formlos um Stundung ansuchen.
  • Ratenzahlungen werden formlos akzeptiert.
  • Es erfolgen keine Eintreibungsmaßnahmen.
  • Es werden keine Insolvenzanträge gestellt.
  • Diese Maßnahmen gelten bis auf weiteres, voraussichtlich aber zumindest für die Beitragszeiträume Februar, März und April 2020. Klarstellende gesetzliche Regelungen sind geplant und demnächst zu erwarten.
  • Mehr Informationen und Antragstellung


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Dringende Suche nach Arbeitnehmern

Auf sofort.jobs.at können Betriebe und Organisationen ab sofort und kostenlos die notwendigen Jobs inserieren. Arbeitsuchende finden auf der Plattform schnell und unkompliziert Jobmöglichkeiten, um in dieser herausfordernden Situation mitzuhelfen: z. B. Regalauffüllung, digitale Dienstleistungen oder Call Center.