Eindrücke und Erfahrungen

Hier finden Sie Eindrücke von DIALOG-Veranstaltungen und Erfahrungen, die mit DIALOG 2019 gemacht wurden.

Buchpräsentation: "Integration und Migration: Mythen und Fakten"


In der Reihe „Zukunftsbuch“ veranstaltete die Robert-Jungk-Bibliothek im Rahmen von DIALOG 2019 eine Buchpräsentation, bei der AutorInnen des Sammelbandes den großen Mythen zu Integration und Migration einen Faktencheck unterzogen.

Der Herausgeber des Buches, Max Haller (Akademie der Wissenschaften), stellte dem Publikum Strategien der politischen und medialen Kommunikation vor, die Fakten zum Thema Migration stark verzerren: Etwa,wenn eine selektive Auswahl und die Hervorhebung einzelner Fakten die Realität verzerren. Beispiel: Einseitige Berichterstattung über "Ausländerkriminalität", während statistisch kein Zusammenhang zwischen Migration und Kriminalitätsrate nachgewiesenwerden kann.

JBZ Veranstaltung Faktencheck Migration© Birgit Bahtic-Kunrath
Sylvia Hahn (Universität Salzburg) widmete sich dem Mythos, dass es noch nie so viel Migration wie heute gegeben hätte – tatsächlich ist Migration jedoch ein Phänomen, welches die Menschen seit Anbeginn ihrer Geschichte begleitet. Gleichzeitig wurden MigrantInnen vom sesshaften Teil der Bevölkerung immer mit Skepsis betrachtet – Sesshaftigkeit galt als respektabel, Wanderung als zweifelhaft, so Hahn.

Der Frage, ob ein hoher Ausländeranteil in Schulen die Qualität der Bildung senke, widmete sich Johann Bacher (Johannes Kepler Universität Linz). Tatsächlich weist Johann Bacher nach, dass ab einem Überschreiten des MigrantInnenanteils von ca. einem Drittel in einer Schule die Lesekompetenz sinkt. Fazit: Schulen sollen gut durchmischt sein, etwa durch flexible Schuleinschreibung, zudem brauche es eine adäquate Finanzierung von „Brennpunktschulen“ (Bacher sprach von „sozialindizierter Ressourcenzuteilung“) sowie klare Zielvorgaben für die Schulen.

Der letzte Vortrag des Abends widmete sich dem Thema Islam. Wolfgang Aschauer (Universität Salzburg) plädierte für eine differenzierte Sichtweise: So gebe es einzelne Communities, die sehr religiös seien (TschetschenInnen, SomalierInnen, AfghanInnen), andere, in denen ein pragmatischer Zugang zur Religion vorherrsche. Bei MuslimInnen mit österreichischer Staatsbürgerschaft sei die Religiosität gering ausgeprägt.

Im Anschluss an die Vorträge gab es zahlreiche Fragen und Beiträge aus dem zahlreich erschienen Publikum - 75 Personen lauschten den Ausführungen - etwa zur Verbesserung der Situation an Schulen. Es war ein spannender und bereichernder Abend, der viele verzerrte Bilder gerade rückte. Danke an alle ReferentInnen und Partner!

Die Nachlese im Detail finden Sie hier.

Das lesenswerte Buch ist um 18,90 €uro in Buchhandlungen erhältlich.



akzente Salzburg Jugenddialoge 2019

Wie kann „Integration“ funktionieren und was braucht es für ein besseres „Miteinander“?
Im Rahmen von „DIALOG 2019 – Der Salzburger Weg der Integration“ diskutierten insgesamt 557 Jugendliche in Mittersill (06.05.2019), St. Johann im Pongau (07.05.2019), Tamsweg (08.05.2019), Neumarkt (20.05.2019), Salzburg Stadt (21.05.2019) und Hallein (22.05.2019).


akzente Jugenddialoge Mittersil© J.Schindlegger
Das Format „Salzburger JugendDialog“ ermöglicht jungen Menschen sich mit einem bestimmten Thema intensiv zu beschäftigten. 2019 stand das Thema „Integration“ im Mittelpunkt. Als Experten waren Omar Khir Alanam  und Jad Turjman bei allen Veranstaltungen mit dabei.  Omar Khir Alanam kam Ende 2014 als Flüchtling nach Graz. Er ist Autor des Buchs „Danke: Wie Österreich meine Heimat wurde“, in dem er von seinem Leben in Syrien, von Flucht, Ankunft und seinem Leben in Österreich erzählt.

Jad Turjman ist 2015 nach Österreich gekommen und lebt in Mattsee. In seinem im Februar 2019 erschienenen Buch „Wenn der Jasmin auswandert“ erzählt er, wie er Flucht, Migration und Ankommen bzw. Integration aus persönlicher Sicht erlebt hat.

akzente Jugenddialoge Neumarkt© akzente Salzburg
Nach den Experteninputs zu Beginn der einzelnen Veranstaltung setzten sich die teilnehmenden Jugendlichen in fünf Workshops mit unterschiedlichen Themenbereichen auseinander (z.B. Interkulturelles Zusammenleben, Ehrkulturen, Solidarität, EU-Politik etc.). Das Interesse der Jugendlichen zeigte sich vor allem auch in den abschließenden Podiumsdiskussionen. Die SchülerInnen nutzten zahlreich die Möglichkeit, Fragen direkt oder anonym via Smartphone-App an die anwesenden Experten zu stellen.


Lesung: Wenn der Jasmin auswandert. Die Geschichte meiner Flucht.

Der syrische Autor Jad Turjman liest im ganzen Bundesland aus seinem Buch

Jad Turjman ist der Autor der Stunde. In Kooperation mit DIALOG 2019 hält der syrische Autor zahlreiche Lesungen in Salzburgs Gemeinden ab:


Am 19. Mai stellte Turjman sein Buch den BerufsschülerInnen des BLS Hallein vor.

Lesung Turjman LBS Hallein© akzente Salzburg

Vor einem höchst konzentrierten Publikum wurden von den SchülerInnen Fragen nach den eindrücklichsten Erlebnissen der Flucht, Kontakte nach Syrien und was der Autor am meisten vermisse gestellt. Fragen konnten auch via SMS und WhatsApp gestellt werden.






Lesung Turjman Saalfelden© Bildungszentrum Saalfeld


Am 5. Mai 2019 fanden 78 Besucher*innen den Weg ins Bildungszentrum Saalfelden, um der berührenden Geschichte von Jad Turjman zuzuhören. Nach Fragen aus dem Publikum, die sich viel darum drehten, wie Herr Turjman in seinem neuen Leben in Österreich angekommen sei und ob er daran denke, wieder nach Syrien zurückzugehen sowie einer kurzen Erzählung eines anderen syrischen Flüchtlings zur Traumatisierung seines Sohnes ging der Abend mit lang anhaltendem Applaus für den Autor zu Ende.



Gar 130 Personen besuchten die Lesung im Mattsee, die dieses Mal musikalisch mit arabischen Klängen untermalt war.
Lesung Turjman Mattsee© KBW Mattsee
















Auch im Pongau beeindruckte Jad Turjman mit seiner Geschichte: Am 23. März besuchten über 50 Interessierte die Lesung in Radstadt und zeigten sich tief beeindruckt und berührt.
Lesung Jad Turjman Radstadt© Copyright
Zur Einleitung wurde eine Bilddokumentation über die viereinhalb-jährigen Betreuungsaktivitäten der INITIATIVE-FLÜCHTLINGSHILFE-RADSTADT gezeigt. Die Lesung wurde von Josef Schneider moderiert. Im Anschluss wurde bei einem reichhaltigen Buffet noch lange diskutiert.






Kuppelgespräche im Pongau: Die EU im Dorfgespräch

Gespräche über die Zukunft der Gemeinden, Regionen und Europa: Angeregt durch ein Gespräch über den Brunnen am Dorfplatz als Begegnungsort in früherer Zeit kam die zündende Idee des mobilen Angebots der Holzkuppel. Diese wurde im Zuge der EU-Wahlen gebaut und Anfang Mai 2019 in Pongauer Gemeinden aufgebaut. Unter der Holzkuppel sollen Menschen zusammenkommen, die für die Gemeinde, die Stadt, die Region und für Europa etwas bewirken wollen.

Kuppelgespraech© European Public Sphere; Queerbeet

Ausschlaggebendes Thema war Europa und die Kulturvielfalt in der Gemeinde. Zwei Themenbereiche dominierten die Gespräche: Migration und Klimawandel – Phänomene, die vor Ort zu spüren sind, aber in einem größeren Kontext bearbeitet werden müssen. Bessere dörfliche Infrastruktur, Arbeits- und Ausbilungsplätze waren weitere Themen.
Ob positiv oder negativ – die Meinungen dürfen und sollen in einem Gespräch auseinandergehen. Das ist auch der Sinn eines Dialoges. Der gemeinsame Konsens bestand darin, dass Europa ein Friedensprojekt ist und auch weiterhin für friedliches Miteinander sorgen kann und soll.


Gruppenfoto Kuppelgespraeche© European Public Sphere; Queerbeet

Dorfgastein, Bischofshofen und Radstadt waren die drei Kuppelorte mit insgesamt ca. 60 GesprächspartnerInnen. Vom Schneeregen bis zum Sonnenschein – diskutiert wurde trotzdem und damit hat die Kuppel sein Ziel erreicht: Öffentlich miteinander reden, denn meistens ist es eine Mitte die uns eint.
Die Kuppelgespräche wurden vom Projekt Querbeet und von European Public Sphere in den Pongau gebracht, in Kooperation mit DIALOG 2019.

Hier können Sie ein Kurzvideo zu den Kuppelgesprächen ansehen.

Hier geht es zum Blogeintrag von European Public Sphere, die gemeinsam mit Querbeet die Kuppelgespräche intitiiert und durchgeführt hat.



Das Projekt „open heart“ der KIJA Salzburg gewinnt den MigAward der Integrationswochen


Zum siebenten Mal wurde Mittwoch, 10. April 2019, in Wien der MigAward vergeben. In der Kategorie "Bundesländer" gewann das kija-Projekt "open.heart" den ersten Preis.
"open.heart" ist ein professionell begleitetes Patenschaftsprojekt zwischen unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten und ehrenamtlichen Patinnen und Paten.

Gewinner MigAward 2019© AMH by Albin Melez
Der MigAward ist der einzige Preis, der ausschließlich von Migrantinnen und Migranten vergeben wird.

DIALOG 2019 gratuliert herzlich!

DIALOG 2019 ist Partnerin der Integrationswochen. Die Integrationswochen in Salzburg finden bis 10. Mai 2019 in der Strob-Galerie statt.






Migrationsdialoge mit der afghanischen Botschafterin, H.E. Khojesta Fana Ebrahimkhel

Migrationsdialog mit der afghanischen Botschafterin und LR Andrea Klambauer in St. Virgilim Bild: Landesrätin Andrea Klambauer und H. E. Khojesta Fana Ebrahimkhel, Botschafterin Afghanistan 1.4.2019© virgil/maria schwarzmann

Am 1. April stand im Rahmen der Migrations-Dialoge in St. Virgil die Menschenrechtssituation in Afghanistan im Zentrum.