Grundsätze und Kriterien

zur Förderung von Entwicklungsprojekten durch das Land Salzburg

Vorbemerkung

Projektförderung ist wesentlicher Bestandteil der Entwicklungspolitik des Landes Salzburg, die nicht nur im Interesse der ProjektpartnerInnen, sondern auch im Interesse des Landes gelegen ist. Dies gilt in gleichem Maße für die entwicklungspolitische Bewusstseinsbildung. Das Land Salzburg nimmt seine Verantwortung gegenüber benachteiligten Ländern und Gesellschaften wahr. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur internationalen Friedens-, Umwelt- und Sozialpolitik und damit auch für eine Investition in eine zukunftsfähige globalisierte Welt. Das Land Salzburg stellt deshalb Mittel für Auslandsprojekte und für Bildungs- und Informationsarbeit im Inland zur Verfügung.

Grundsätze für Auslandsprojekte

  1. Durch das Projekt soll über die Befriedigung der Grundbedürfnisse hinaus ein Zugewinn an Möglichkeiten zur Lebensbewältigung sowie die politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Eigenständigkeit der Bevölkerung gestärkt werden.
  2. Das Projekt soll vorrangig die Aktivitäten der Zivilgesellschaft vor Ort fördern, und zwar im Hinblick auf die besondere Berücksichtigung der Situation von Frauen und auf einer demokratischen, ökologischen und konfliktvermindernden Entwicklung.
  3. Maßnahmen zum aktiven Klimaschutz, Anpassungen an den Klimawandel sowie Projekte zur Information über Aspekte des Klimaschutzes werden prioritär behandelt.
  4. Im Rahmen des Projektes ist regionale und lokale Zusammenarbeit mit Personen, Einrichtungen und Institutionen, die bereits Erfahrungen in der Projektumsetzung vor Ort vorweisen können, zentral.
  5. Das Projekt soll im Einklang mit den internationalen Nachhaltigkeitszielen (UN-Ziele, Sustainable Development Goals SDG, https://www.un.org/sustainabledevelopment/sustainable-development-goals/ stehen und darüber hinaus von der Perspektive im Sinn des Gemeinwohls (Teilhabe, geteilte Verantwortung, gemeinsames Gut) geleitet sein.
  6. Das Projekt muss durch begleitende Informations- und /oder Bildungsaktivitäten auch einen Widerhall im Land Salzburg finden.

Grundsätze für Bildungs- und Informationsarbeit im Inland

Für die Bildungs- und Informationsarbeit gilt:

  1. prozesshaftes Lernen vor einmaligen Ereignissen
  2. längerfristige vor punktuellen Vorhaben
  3. demokratisches, dialogisches, partnerschaftliches, offenes Lernen vor frontalen Veranstaltungen
  4. vernetztes vor linearem Lernen
  5. zu Offenheit und Toleranz erziehendes Lernen mit Einbeziehung kontroversieller Standpunkte vor "der einen entwicklungspolitischen Wahrheit"
  6. aktivierendes Lernen vor reiner passiver Teilnahme
  7. zu kritischem, ganzheitlichem Denken anregendes Lernen vor moralisierender und appellierender Beeinflussung
  8. Einbettung von spezifischen Themen im allgemeinen entwicklungspolitischen Kontext

Diese Grundsätze orientieren sich an der „Strategie Global Citizenship Education / Globales Lernen“ der Strategiegruppe Globales Lernen:
http://www.globaleslernen.at/fileadmin/user_upload/PDF/Strategie/Strategie_Neu_Jaenner_2019_25012019.pdf

Zum Umgang mit Bildern und Botschaften in der entwicklungspolitischen Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit wird zur Orientierung der „Leitfaden – code of Conduct“ der Arbeitsgemeinschaft Globale Verantwortung empfohlen:
https://www.globaleverantwortung.at/images/doku/coc_leitfaden_endversion.pdf

Kriterien für alle Projekte

  1. AntragstellerInnen müssen ihren Sitz im Land Salzburg haben.
  2. AntragstellerInnen können mehrere Projekte einreichen, wobei für die pro Jahr und AntragsstellerIn gewährte(n) Förderung(en) eine Höchstsumme von insgesamt 20.000 Euro gilt (jeweils für Auslands- und Inlandsprojekte, ausgenommen Schwerpunktsetzungen des Landes).
  3. Das Projekt soll mindestens einem nachhaltigen Entwicklungsziel/SDG zugeordnet werden können.
  4. Das Projekt muss einen wesentlichen Anteil an Eigenmittel vorsehen.
  5. Möglichkeiten der inhaltlichen und finanziellen Kontrolle durch externe Personen müssen gegeben sein.
  6. Von der Planung bis zur Durchführung muss ein hoher Grad an Beteiligung der Zielgruppen angestrebt werden, und zwar gleichermaßen von Frauen und Männern.
  7. Projekte, die die unterschiedlichen Geschlechtsverhältnisse („Gender-Aspekt“) außer Acht lassen, können nicht berücksichtigt werden.