Energiegemeinschaften

Gemeinsam Energie produzieren: Gemäß diesem Motto ist es bereits seit einigen Jahren möglich, dass Bewohnerinnen und Bewohner eines Mehrfamilienhauses den auf ihrem Gebäude erzeugten Strom in Abhängigkeit ihres Verbrauchsprofils direkt in ihrer Wohnung nutzen können (Gemeinschaftliche Erzeugungsanlage gemäß ELWOG 2010; §16a).

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Ab 1. Jänner 2021 wird es durch den Erlass des in der Erarbeitung befindlichen Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) dann wahrscheinlich möglich sein, diesen Strom auch anderen Interessenten (private Personen, Gebietskörperschaften, KMUs) in gewisser regionaler Entfernung zur Verfügung zu stellen und dadurch den Anteil an lokal erzeugter und genutzter Energie noch weiter zu steigern. Für den Aufbau einer so genannten Erneuerbaren-Energie-Gemeinschaft sind zumindest folgende zwei Voraussetzungen zu erfüllen: Alle Teilnehmer hängen an einem gemeinsamen Transformator (Nähe Kriterium) und die Teilnehmer sind über eine Organisationsform vertraglich miteinander verbunden.

Eine weitere Ausbaustufe, welche ab 1. Jänner 2021 wahrscheinlich möglich ist, sind so genannte Bürgerenergie-Gemeinschaften. Bei solchen Anlagen wird es dann möglich sein, dass sich Bürgerinnen und Bürger unabhängig von ihrem Wohnort an der Errichtung und dem Betrieb einer Großanlage zur Stromerzeugung (z.B. Windkraftanlage, Photovoltaikanlage) beteiligen und den von diesen Anlagen erzeugten Strom direkt, also in Echtzeit, selber nutzen können.

Vorteile für Gemeinden

Gemeinden, welche den Aufbau von Energiegemeinschaften aktiv unterstützen, leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, dass ihre Gemeinde / ihre Region unabhängiger in der Wärme- und Stromversorgung wird. Die sichere und nachhaltige Wärme- und Stromversorgung nimmt ­– neben der Versorgung der Haushalte mit sauberen Trinkwasser ­– einen immer höheren Stellenwert ein. Auch leisten Energiegemeinschaften einen wesentlichen Beitrag dazu, dass privates Kapitel in der Region bleibt und zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

Vorteile für Bauträger

Bauträger haben bisher nur die Möglichkeit gehabt, Strom aus Photovoltaikanlagen innerhalb eines Objektes zu verteilen; Überschüsse mussten, mit finanziellen Abstrichen, in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Mit der neuen gesetzlichen Regelung können Bauträger nun Strom aus Photovoltaikanlagen (aber auch Wärme aus Wärmeerzeugungsanlagen) auch anderen Nutzern ­­– über Grundstücksgrenzen hinweg – zur Verfügung stellen. Bauträger können somit auch anderen Haushalten oder Betrieben erneuerbare Energie aus lokaler Produktion zur Verfügung stellen, ohne zusätzliche Anlagen errichten zu müssen. Auch die Entwicklung und Bereitstellung von Liegenschafts-übergreifenden Mobilitätslösungen wird nun erleichtert.

Vorteile für Bürgerinnen und Bürger

Viele Umfragen zeigen, dass das Bewusstsein für Klimaschutz stetig steigt und sich Personen aus allen Schichten aktiv an der Energiewende beteiligen möchten. Durch die Beteiligung an einer Energiegemeinschaft können zukünftig auch Bürgerinnen und Bürger, welche in einer Miet- oder Eigentumswohnung leben, einen aktiven und sichtbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Im Gegensatz zu bisherigen Modellen (z.B. Bezug von Ökostrom), wird nun eine Verbindung zu einer realen (Nachbarschafts)Anlage hergestellt und somit auch ein Bezug, Austausch oder die Speicherung von Ökostrom in Echtzeit und in Abhängigkeit der gemeinsam verbauten Anlagen, ermöglicht.

Sie haben Fragen?

Das Land Salzburg stellt auf dieser Homepage laufend aktuelle Informationen zum Thema „Energiegemeinschaften" bereit und informiert über einen Newsletter über die neuesten Entwicklungen. Anmeldung zum Newsletter unter: energiegemeinschaften@salzburg.gv.at

Darüber hinaus steht ihnen das SIR - Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen für weitere Fragen zur Verfügung. Kontakt: Oskar Mair am Tinkhof, 0662/623455-32, energiegemeinschaften@salzburg.gv.at