Landwirtschaftliche Fachschule Winklhof/Oberalm

Neubau Schülerheim


Landwirtschaftliche Fachschule Winklhof, Neues Schülerheim© Land Salzburg

Bauherr: Land Salzburg, vertreten durch das Amt der Salzburger Landesregierung

Projektentwicklung: Arch. Dipl.- Ing. Erich Wenger  (Fachreferent 6/05)

Projektmanagement: Ing. Karl Eberhard Linhuber  (Projektleiter, Referat 6/03)
Christian Buttinger (E- Technik, Referat 6/03)
Ing Joachim Weinberger (Referat 6/03)

Planung: ARGE Lechner-Lechner-Schallhammer, Salzburg
Dipl.-Ing. Josef Koppelhuber, Rottenmann (Statik)
TB Karres, Salzburg (HKLS)
TB Herbst, Salzburg (Elektro)
Energie-Schwarzenbacher/Struber, Salzburg (Bauphysik)
TB Golser, Oberalm (Brandschutz)
TB Strobl, Seekirchen (BauKG)

Örtliche Bauaufsicht: ATUM Projektentwicklungs- u. Management GmbH, Hallein

Projektbeschreibung:

Im Rahmen einer Neuorganisation des Wohnens der SchülerInnen wurde als erste Maßnahme im Jahr 2011 das Schlossgebäude für ca. 50 Schüler umgebaut. In weiterer Folge wurde vom Team der Projektentwicklung Hochbau für ca. 40 Mädchen und die im bestehenden Zwischentrakt untergebrachten 12 Burschen eine neue Lösung erarbeitet, die sich an der Nordseite zwischen Schloss und Schulgebäude anbot. Dazu wurde ein geladener Wettbewerb mit sieben Teilnehmern ausgeschrieben, aus dem die Architekten Lechner/Lechner/Schallhammer als Sieger hervorgingen.

Das Neugebäude erhilt durch eine bewusste Distanz zum Schloss (im ersten Obergeschoß nur Verbindung über eine Brücke) und das funktionell bedingte Andocken am Schulgebäude mit neuem Eingangsbereich an der Westseite und Durchsicht eine Eigenständigkeit, mit der die bestehende Typologie verstärkt wird.

Die Freizeitbereiche für die Schüler sind in einer dem Hof zugewandten Oran­gerie mit größtmöglicher Gemeinwohlorientierung untergebracht. Diese dient auch als Eingangsbereich für die Schule, als Bindeglied zum nördlichen Schul­areal, sowie als witterungsgeschützter Bereich zum Hof hin für Kommunikation, Ausstellungen, Präsentationen, Feste, Spiele etc.

Anstatt das Dachgeschoß des Schulbestandes auszubauen, wurden zwei Klassenzimmer im Erdgeschoß des geplanten Neubaus errichtet. Der be­ste­hen­de Treppenlauf im Schulgebäude blieb unberührt. Ein neues Stiegenhaus mit Aufzug wurde im Neubau als fugenbildendes Element kreiert, das zwischen dem Verbindungsbau der Orangerie und dem Schülerheim sitzt. Die Zimmer­auf­tei­lung ist streng zweihüftig, mit Blick zum Schlenken nach Osten und zum Unters­berg nach Westen. Durch einen Fensterbereich in Form eines Erkers zum Sitzen und Liegen sowie mit zwei seitlichen Fenstern ist für die Heimbewohner eine intime Wohnatmosphäre erzeugt worden.
Die Fassade besteht aus einer vertikalen Holzschalung. Die Fassadenelemente erzeugen mit ihrer Abschattung einen diffusen Lichteinfall und eine spezielle Wohnstimmung. Die Schüleraufenthaltsräume liegen als kommunikative Bin­de­glie­der zwischen der Orangerie und den Zimmern. Die oberirdischen Bauteile wurden im konstruktiven Holzbau errichtet, um den SchülerInnen auch in Aus­stat­tung und Oberflächen das landwirtschaftliche Produkt Holz zu ver­gegen­wär­tigen und mit sichtbaren Massivholzplatten ein besonderes Wohlfühlklima zu schaffen. Das Objekt stellt durch den realisierten Passivhausstandard eine energetisch optimierte, nachhaltige Bauweise dar.

 
Projektdaten:
Nutzfläche (NF): 1.107 m²
Netto-Grundrissfläche (NGF): 1.480 m²
Bruttorauminhalt (BRI): 6.655 m³
 
Projekttermine:
Baubehördliche Bewilligung: 26. Juni 2013
Baubeginn:      5. August 2013
Baufertigstellung: 5. September 2014
Inbetriebnahme: 8. September 2014
​Feierliche Eröffnung:14. November 2014​
 
Errichtungskosten: gerundet € 3.620.000,-- inkl. 20% Ust.
davon entfallen auf die Einrichtung rund € 253.000,-
Projektstatus: 14. November 2014