Lebensmittel – Lebensgrundlagen

Eine der grundlegenden Aufgaben der Landwirtschaft besteht in der Produktion von qualitativ hochwertigen, gesunden und sicheren Lebensmitteln im Einklang mit der Natur.

Getreidefeld
© Wimmer
Damit sind der Landwirtschaft von der Gesellschaft wichtige Lebensgrundlagen, wie z.B. Boden oder Grundwasser, zur Bewirtschaftung, Erhaltung und Pflege übergeben. Aufgrund jahrhundertlanger Erfahrung sind die Salzburger Bauern in der Lage, diese ihr überantworteten Lebensgrundlagen nachhaltig zu bewirtschaften und für die kommenden Generationen zu bewahren. Die Bereiche Lebensmittel und Lebensgrundlagen sind also sehr eng mit der landwirtschaftlichen Produktion verwoben und können nicht getrennt von dieser umfassend betrachtet werden.

Jeder Landwirt in unserem Land ist verpflichtet, bei der Produktion von Lebensmitteln eine Fülle von Rechtsvorschriften einzuhalten, die seit dem Jahr 2000 in der Europäischen Union einheitlich unter dem Begriff der „guten landwirtschaftlichen Praxis im üblichen Sinn“ zusammengefasst sind. Die „gute landwirtschaftliche Praxis im üblichen Sinn“ enthält somit Vorgaben für die Pflanzen- und Tierproduktion, von der Saatgutqualität bis hin zu Tierschutz-vorschriften, und außerdem die Verpflichtung, Produktionsmethoden anzuwenden, die den jeweils regionalen Besonderheiten entsprechen. Mit der Einhaltung der umfassenden Rechtsvorschriften, die ständig den Erfordernissen der Zeit angepasst werden und der Beachtung regionsspezifischer Produktionsmethoden sind die Landwirte in der Lage, die von der Gesellschaft an die Landwirtschaft gestellten Erwartungen zu erfüllen.

Davon kann man sich jederzeit überzeugen, wenn z.B. Qualitätsprodukte aus Salzburger Landwirtschaft gekauft werden oder wenn man durch die gepflegte Kulturlandschaft im Land reist. Viele Gäste aus dem In- und Ausland wissen die vielfältigen Leistungen der Bauern zu schätzen, auch wenn diese Leistungen von der Gesellschaft mancherorts als selbstverständlich angesehen werden.

8.500 Salzburger Betriebe beteiligen sich an ÖPUL


Neben der Einhaltung der „guten Landwirtschaftlichen Praxis im üblichen Sinn“ nimmt in Salzburg auch ein Großteil der Landwirte am „Österreichischen Programm für eine umweltgerechte und den natürlichen Lebensraum schützende Landwirtschaft (ÖPUL) teil, dessen Verpflichtungen zum Teil weit über die „gute landwirtschaftliche Praxis“ hinausgehen. Von den rund 10.000 land- und forstwirtschaftlichen Betrieben in Salzburg beteiligen sich rund 8.500 am ÖPUL und von diesen nehmen wiederum mehr als 3.400 Betriebe an der Maßnahme biologische Wirtschaftsweise teil.  Ein Wert, der absolut gesehen, von keiner anderen Region Europas erreicht wird und Licht auf das hohe Niveau der heimischen Produktionsstandards wirft. Aber nicht nur in der biologischen Landwirtschaft werden in der Produktion höchste Qualitätsstandards angestrebt.

Eine Gesellschaft, die – berechtigterweise - die Produktion qualitativ hochwertiger, gesunder und sicherer Nahrungsmittel sowie eine gepflegte Kulturlandschaft von der Landwirtschaft einfordert, muss sich jedoch darüber im Klaren sein, dass diese hohen Qualitätsstandards in der landwirtschaftlichen Produktion und die zusätzlichen Leistungen zur Bewahrung der historisch gewachsenen Kulturlandschaft von unseren Bauern nicht ohne entsprechende finanzielle Gegenleistung erbracht werden können.