Autor:
Lucas Kröll/Gerhard Scheidler,
Fotos:
Alexander Kranabetter, Franz Neumayr, Melanie Hutter
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Umwelt

Gute Luft und stürmische Damen

Das Jahr 2020 wird für viele Menschen besonders in Erinnerung bleiben. Die Corona-Pandemie hat die Menschen vor ungewohnte Herausforderungen gestellt und viele Bereiche des Lebens nachhaltig verändert. Doch auch in diesem Zusammenhang gibt es positive Entwicklungen zu berichten: Die Maßnahmen gegen Covid-19 haben die Luftqualität in Salzburg nämlich deutlich verbessert.
 

Lockdowns, Ausgangsbeschränkungen und flächendeckendes Home-Office: Die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung haben das Mobilitätsverhalten der Menschen stark verändert und das zeigt sich nun auch in den Luftgütewerten: 2020 wurden erstmals landesweit alle Grenzwerte für alle Schadstoffe deutlich eingehalten.

Das Klima atmet durch

Die Konzentration von Stickstoffdioxid (NO2) war im Dezember beispielsweise so niedrig, wie seit 30 Jahren nicht mehr - Kein Wunder, gilt doch der Straßenverkehr als größte Quelle für das schädliche Gas. Doch auch außerhalb der Lockdowns haben sich die Werte verbessert. „Der ausbleibende Urlaubsreiseverkehr während der Sommermonate hat sich vor allem an den Messstationen entlang der Tauernautobahn positiv ausgewirkt", so Alexander Kranabetter, Leiter des Referats Immissionsschutz des Landes.

Die markant bessere Luftqualität ist eindeutig eine Auswirkung der Beschränkungsmaßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie.
Alexander Kranabetter, Leiter des Referats Immissionsschutz des Landes

Stürme „verblasen" den Feinstaub

Dass ein Sturmtief nicht nur für abgeknickte Bäume und abgedeckte Häuser gut ist, zeigen die Beobachtungen vom vergangenen Februar: Die „vier stürmischen Damen" Petra, Sabine, Yulia und Bianca sorgten zwar teils für Orkanböen, senkten allerdings die Monatsmittelwerte des Feinstaubs im Salzburger Zentralraum um mehr als die Hälfte sowie um rund 30 Prozent in den Gebirgsgauen.

Raclette und Fondue statt Böller und Raketen

Außergewöhnlich verlief 2020 auch die Silvesternacht. Durch den weitgehenden Verzicht auf Feuerwerke gab es um den Jahreswechsel kaum erhöhte Feinstaubwerte. Während beispielsweise in der Silvesternacht 2018 in der Stadt Salzburg Feinstaubwerte von über 480 Mikrogramm pro Quadratmeter gemessen wurden, lagen die Messspitzen vergangenes Silvester in der Landeshauptstadt unter 30 Mikrogramm pro Quadratmeter. Landesweit wurde die höchste Feinstaubkonzentration zur Jahreswende in Zell am See mit 94 Mikrogramm pro Quadratmeter gemessen. „Diese Werte bestätigten, dass der Verzicht auf Feuerwerke einen positiven Effekt auf die Luftqualität hat", betont Kranabetter. REP_210112_140 (luk/mel)

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Stickoxide: Geruchlos, aber gefährlich

Stickoxide, abgekürzt als NOx, sind in Städten Luftschadstoff Nummer eins. Die giftigen Gasmischungen entstehen vor allem, wenn Öl, Gas, Holz oder Kohle verbrannt werden, etwa zum Heizen oder um Strom zu erzeugen. Insbesondere alte Dieselmotoren stoßen verhältnismäßig viel Stickstoffdioxid (NO2) aus. NO2 kann in Konzentrationen von mehr als 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft zu akuten Entzündungen der Atemwege führen. Langfristig kann dies Asthma und Bronchitis auslösen.