PRO SALZBURG Landeskulturstiftung


Gründung

Mit der Gründung der Pro Salzburg Landeskulturstiftung im Frühjahr 2006 wurde eine Initiative gestartet, die sich insbesondere der Kinder- und Jugendförderung annimmt. Das Stammkapital von mehr als 1,1 Millionen Euro wird bestmöglich veranlagt. Das Vermögen basiert auf einer Barzuwendung der Stifterin Gertraud Ruckser-Giebisch, einer einmaligen Einlage des Landes Salzburg und einem Beitrag der Deutschen Bank.

Die Stifterin Gertraud Ruckser-Giebisch stellt 500.000 Euro für Kultur-Sponsoring zur Verfügung, v.l.: LH-Stv. Dr. Wilfried Haslauer, Gertraud Ruckser-Giebisch, Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller, LH-Stv. Dr. Othmar Raus

Stiftungszweck

Zweck der Landeskulturstiftung ist die Finanzierung und Unterstützung von nationalen und internationalen künstlerischen, baulichen und denkmalpflegerischen, wissenschaftlichen und sozialen Anliegen, die in Land und Stadt Salzburg umgesetzt werden. Die Stiftung soll jedoch keinesfalls die laufende, normale Kulturförderung des Landes ersetzen. Zusätzlich gefördert werden künftig vor allem nachhaltige Projekte, die auf Grund ihrer Eigenart nicht in die üblichen Förderschemata passen.

Gertraud Ruckser-Giebisch, die bereits seit Jahren künstlerische und soziale Projekte in Salzburg unterstützt, hat sich zur Errichtung der Stiftung entschlossen, um in Zukunft sicherzustellen, dass die von ihr eingebrachten Gelder jene Institutionen und Personen erhalten, die anhand qualitätvoller Projekte förderungswürdig sind. Begünstigte können natürliche oder juristische Personen oder Personenvereinigungen sein, die ihren Sitz beziehungsweise Wohnsitz im Land Salzburg haben. Die gemeinnützige Tätigkeit der Stiftung wird aus den jährlichen Erträgen des veranlagten dauerhaft gewidmeten Stiftungsvermögens und aus sonstigen Zuwendungen an die Stiftung finanziert.


Vorstand, Stiftungsbeirat und Geschäftsführung

Der Stiftungsvorstand besteht aus Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller als Vorsitzende der Stiftung, Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Othmar Raus, Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer sowie der Gründerin Gertraud Ruckser-Giebisch selbst.

Der Stiftungsbeirat wird den Vorstand bei der Auswahl und Bestimmung jener Projekte beraten, die Zuwendungen aus Geldern der Stiftung erhalten. Der Beirat setzt sich aus Vertretern des öffentlichen, kulturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens, Dr. Hans Berginz, LH-Stv. aD Gerhard Buchleitner, LAbg. Dr. Bernd Petrisch und Gertraud Ruckser-Giebisch, zusammen. Die Mitglieder des Stiftungsrats sind, ebenso wie alle Vorstandsmitglieder, ehrenamtlich tätig.

Die Abwicklung der laufenden Geschäfte der Stiftung erfolgt durch das Amt der Salzburger Landesregierung. Die Geschäftsführung handelt im Auftrag und im Namen des Vorstandes.


Förderungen

Die Förderungen der PRO SALZBURG Landeskulturstiftung werden in einem Zweijahresrhythmus mit alternierenden Themenschwerpunkten vergeben. In der ersten Ausschreibung unterstützt die Landeskulturstiftung qualifizierte künstlerische Projekte im Kinder und Jungendbereich, die der Vermittlung von Musik – unter besonderer Berücksichtigung zeitgenössischer und aktueller Musik - gelten.



Projekte 2008/2009

Die Projekte wurden vom Stiftungsbeirat (Jury) bewertet und dem Stiftungsvorstand zur Entscheidung vorgelegt. Aus insgesamt 47 eingereichten Projekten wurden in einem mehrstufigen Auswahlprozess zehn Projekte durch den Stiftungsbeirat ausgewählt. Im Stiftungsbeirat sind der frühere Landeshauptmann-Stellvertreter Gerhard Buchleitner, Dr. Hans Berginz von der Kulturabteilung des Landes, LAbg. Dr. Bernd Petrisch und Gertraud Ruckser-Giebisch vertreten. Durch das Stammkapital von 1,11 Millionen Euro, basierend auf einer einmaligen Einlage der Salzburger Mäzenin Gertraud Ruckser-Giebisch, sowie Beiträgen des Landes Salzburg aus Einnahmen des Mozart-Jahres und der Deutschen Bank als Sponsor, können für die diesjährigen ausgewählten Projekte 100.000 Euro vergeben werden. Das Unterstützungsvolumen für die einzelnen Projekte beträgt zwischen 3.000 und 18.000 Euro. Der Themenbogen der Projekte reicht von Erarbeitungen aktueller Musiktheaterprojekte, Konzertaufführungen und Klanginstallationen bis zu Musik- und Tanzworkshops. Dabei nehmen neue Zugänge zu Musik, aktives Musizieren, der lustvolle Umgang mit Musik, Tanzen, Singen und Improvisieren einen besonders hohen Stellenwert ein. Alle Projekte zeichnen sich somit durch einen erlebnisorientierten Zugang zur zeitgenössischen Musik aus und ermöglichen Kindern und Jugendlichen aktive und praxisbezogene Begegnungen und Fragen zu Musik und Kunst. In den Jahren 2008 und 2009 werden diese Projekte zu sehen, zu erleben und zu erfahren sein. Folgende zehn Projekte wurden von der Jury ausgewählt:

Culture Space Pilot – Kulturworkshops für Lehrlinge (2008 und 2009)

Lehrlinge sind eine Jugendgruppe, die in kulturellen Weiterbildungsangeboten kaum oder gar nicht einbezogen wird. Die ARGEkultur und die Arbeiterkammer Salzburg haben mit dem Projekt Culture Space Pilot ein Programm erstellt, das genau für diese Zielgruppe maßgeschneidert ist. Seit 2005 werden kontinuierlich Workshops in zeitgenössischen Kulturströmungen angeboten: Breakdance, Streetdance, Radio, HipHop, Rap und DJ Culture stehen für Lehrlinge in Salzburg kostenlos zur Verfügung.

Nachdem sich das Projekt in den vergangenen drei Jahren bewährt hat, wird ab Frühjahr 2008 Culture Space Pilot um ein wesentliches Element erweitert mit dem Ziel, Kulturworkshops für Lehrlinge auch in den Salzburger Gemeinden anzubieten, besonders im Pinzgau und im Pongau. In Zusammenarbeit mit Akzente Salzburg werden ausgewählte Workshops präsentiert. Damit wird 150 Jugendlichen im Pinzgau und Pongau in den nächsten beiden Jahren ein einzigartiges Kulturprogramm unentgeltlich in ihrer Region angeboten und ein wesentlicher Impuls zu Eigenkreativität und Selbstorganisation gesetzt. Zusammengeführt werden die Workshops am Ende jedes Semesters zur Abschlussveranstaltung in der ARGEkultur – eine Möglichkeit Gelerntes einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, aber auch Kontakte zu knüpfen und Interessengemeinschaften neu zu bilden.

Das Projekt Culture Space Pilot stellt mit dieser Erweiterung auf die Gemeinden im Land Salzburg eine deutliche Verbesserung des qualitativ hochwertigen Kulturangebots für Lehrlinge dar. Dieses, in den vergangenen Jahren erfolgreich in der ARGEkultur entwickelte und erprobte Konzept, entspricht den Bedürfnissen der Jugendlichen und unterstützt eine individuelle Entwicklung der Kreativität unter professionellen Bedingungen.

(Projektträger: ARGEkultur Gelände Salzburg in Kooperation mit der Arbeiterkammer Salzburg und Akzente Salzburg, weitere Informationen)

aspekteSPIELRÄUME (5. bis 9. März 2008)

Eine zentrale Säule für das neue Profil der 1977 gegründeten aspekteSALZBURG wird erstmals im Jahr 2008 geboten: die aspekteSPIELRÄUME. Kinderkonzerte, kleine Musiktheaterprojekte und offene Proben sollen Kindern im frühen Alter (ab 18 Monaten) erste Erfahrungen mit fremden Klängen und Rhythmen ermöglichen. Dies in direktem Kontakt zu anerkannten Interpret/innen Neuer Musik, die sprachlich fantasievolle Präsentationen in faszinierenden Szenerien integrieren.

Das diesjährige aspekteFESTIVAL ist der Start für folgende Projekte:

  • Pierrot Backstage (5. März 2008, 11.00 Uhr, Universität Mozarteum): Ein theatralisches Konzert mit Liedern von Eisler und Schönberg mit Hermann Beil, Sylvie Rohrer und dem Merlin Ensemble.
  • KinderUni (5. März 2008, 17.00 Uhr, Universität Mozarteum): Ein Seminar für Interpretation Neuer Musik, das Ohren öffnet.
  • Die magische Klangwelt von George Crumb Makrokosmos III (8. März 2008, 15.00 Uhr, Universität Mozarteum): Die abenteuerliche Klangexpedition für neugierige Ohren (Quattro Mani/Alice Rybak & Susan Grace, Pianoforte; Michael Mitterlehner/Rizumu Sugishita, Percussion).
  • A House full of Music (9. März 2008, 15.00 Uhr, Haus der Natur): John Cage hat hier seinen Traum verwirklicht: Musik aus allen Epochen und Stilrichtungen erklingt gleichzeitig in verschiedenen Räumen.

In Planung:

  • Plis Sons / Musiktheater für die Kleinsten (Laurent Dupont/Marie Franchina): Eine Reise zur Entdeckung der Sinne. In einem Universum von Papier werden durch Bewegung und Klänge Gefühle geweckt, mit Poesie kann man die Welt für sich entdecken. Diese Produktion wurde bereits im Jänner 2007 an der Opéra National de Paris aufgeführt.
  • Der Josa mit der Zauberfidel / Konzert für Kinder nach Bilderbuchtexten von Janosch.
  • TraumKlang / Stücke aus verschiedenen Stilrichtungen werden gespielt und mit einer erfahrenen Vermittlerin werden die Aspekte von Traum und Musik unter die Lupe genommen.

(Projektträger: aspekteSALZBURG, weitere Informationen)

Hip Hop goes Theatre (29. und 31. März 2008)

Am 29. März 2008 findet im Landestheater Salzburg ein urbaner Theaterabend statt. Künstler der Stadt Salzburg präsentieren ihr Können aus dem Bereich Hip Hop, Breakdance, MCing (Rappen/Sprechgesang), DJing, Beatboxing und Graffiti. In zwei Akten werden verschiedene Tanzshows in Form von Kurztheaterstücken dargeboten und von Rappern sowie Beatboxern unterstützt. Das Ziel dieses Abends ist es, Aufmerksamkeit für diese Kunstrichtungen zu erlangen und Transparenz in das eindimensionale Klischee der Hip-Hop-Kultur zu bringen. Durch den Abend führt die ORF-Moderatorin Barbara Rett. Am 31. März sind eine Schülervorstellung sowie eine zweite Abendvorstellung geplant.

Im ersten Teil treten Gruppen wie "Unknown Artists" (Break me Amadeus), "Potpourri" (Stimulus), das "Streetdance Center" (Danceperanto), "DNK Movement" und Beatboxer auf. Zweiter Teil und Höhepunkt des Theaterprojekts ist die Compagnie "Nobulus" (formerly known as "Moving Shadows", gegründet 1999), welche mittlerweile zu den kreativsten und vielseitigsten Formationen der Welt gehört. Ihr Stück "Out of the Shadow" feiert an diesem Abend seine Österreichpremiere und wurde bereits in gekürzter Form in Braunschweig, London und San Francisco aufgeführt. Die international begeisterten Pressereaktionen zeugen vom Erfolg.

"Out of the Shadow" handelt von einer Reise durch Raum und Zeit und führt die Zuschauer in die dunkelsten Tiefen der menschlichen Seele. In großen und gewagten Bildern erzählen der Choreograph Alexander Wengler und seine Tänzer die Geschichte von Liebe, Sünde, Gewalt und Vergebung. Die Bewegungssprache urbaner Tänze wie Breakdance, Popping und Locking mischen sich dabei mit neuen Partnering-Techniken, welche die Körper der Darsteller zu verschiedensten Gebilden, Maschinen und Lebewesen verschmelzen lassen.

(Projektträger: Verein "urban foundation", weitere Informationen)

Kinderfestspiele (14. bis 21. Mai 2008)

Die 2007 von Elisabeth Fuchs gegründeten Salzburger Kinderfestspiele haben das Ziel, Kindern möglichst früh Zugang zur klassischen Musik zu verschaffen. Bereits im ersten Jahr verzeichnete das einwöchige Festival mehr als 3.000 begeisterte große und vor allem kleine Besucher. Grund genug, beim zweiten Festival von 14. bis 21. Mai 2008 im amadeus terminal 2 des Salzburg Airport auf Altbewährtes zu setzen.

Auch im heurigen Jahr können Kinder Orchesterkonzerte erleben, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Zwei Schauspieler führen spielerisch durch das Programm, erzählen Geschichten zu den Werken, erklären Grundbegriffe der klassischen Musik und binden die jungen Zuhörer immer wieder aktiv ins Geschehen ein. Da wird getanzt, gesungen und im Rhythmus gestampft. Hauptthema dieses Jahres ist "Karneval der Tiere".

Um Kinder zu ermutigen, selber ein Instrument zu erlernen und ihnen bei der Auswahl des Instruments Hilfestellung anzubieten, gibt es sowohl bei den Workshops als auch vor und nach den Familienkonzerten die Möglichkeit, sämtliche Orchesterinstrumente auszuprobieren. Jedes Jahr stehen bei den Kinderfestspielen auch Kinder selber auf der Bühne. Das Musik-RG Akademiestraße wird unter der Leitung von Fritz Höfer ein neues Musical (Text: Wolfgang Wiener, Musik: Kuno Trientbacher) exklusiv für die Kinderfestspiele einstudieren.

(Projektträger: Verein Kinderfestspiele, weitere Informationen)

Mozarteum Orchester initiiert neues Jugendprojekt (Herbst 2008)

Der österreichische Komponist Kurt Schwertsik wurde vom Mozarteum Orchester Salzburg beauftragt, ein Werk für professionelles Orchester und Jugendorchester zu schreiben. Die Komposition wird im Herbst 2008 vom Mozarteum Orchester und dem Salzburger Landes-Jugendorchester zu Uraufführung gebracht. Die Erlebbarkeit eines neuen Werks für junge Musiker/innen und deren jugendliches Publikum steht im Mittelpunkt des Projektes. Die jungen Musiker musizieren mit den Profis, zuerst in gemeinsamen Proben und dann im Konzert.

Kurt Schwertsik hat sich stark für die Integration neuer Musik in das österreichische Konzertleben eingesetzt. Seine Musik ist geprägt von einer heiter-ironischen Art, die sich jeder Form der übertriebenen Ernsthaftigkeit widersetzt. Die Förderung durch die Pro Salzburg Landeskulturstiftung ergänzt u.a. die Förderungen durch die Ernst von Siemens-Kulturstiftung und Mercedes-Benz Österreich.

(Projektträger: Mozarteum Orchester, weitere Informationen)

Frohnburg-Projekt (2008 und 2009)

Leonidas Kavakos und die Camerata Salzburg haben als Kammerorchester von Weltklasse die Notwendigkeit erkannt, im Bereich Jugendarbeit aktiv zu handeln. Durch eine langjährige Partnerschaft mit den sozial integrativen Einrichtungen des Evangelischen Diakonievereins Salzburg übernimmt die Camerata Salzburg soziale Verantwortung. Die Entwicklung eines speziellen Konzepts soll Kindern aus verschiedenen sozialen Schichten und mit unterschiedlichsten Behinderungen eine nachhaltige Wertevermittlung und einen Zugang zur klassischen und zeitgenössischen Musik ermöglichen.

Als Leitfaden für die Umsetzung wird ein Jahresthema in den Einrichtungen des Diakonievereins gewählt. Vom Kindergarten, der Volks- und Hauptschule bis zum Polytechnikum werden die jeweiligen Workshops und Programme altersgerecht entwickelt. Das Frohnburg-Projekt soll zu einer qualitativen Weiterentwicklung in der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit beitragen und als Vorbild für andere Institutionen dienen. Durch Probenbesuche, Gespräche mit Musikern und Pädagogen und gemeinsames Musizieren werden Kindern und Jugendlichen Schwellenängste genommen.

Camerata-Musiker besuchen regelmäßig in unterschiedlich besetzten Ensembles Kindergarten und Volksschule des Diakonievereins. Von einem Camerata Musiker eigens komponierte Werke werden in einem Orchesterworkshop in der Hauptschule erarbeitet und aufgeführt. Workshops in der Volksschule intensivieren die Beziehung der Musiker mit den Kindern und geben den Volksschülern die Möglichkeiten, ihr musikalisches Wissen zu vertiefen.

(Projektträger: Camerata Salzburg, weitere Informationen)

Improvisation für Kinder von sechs bis zehn Jahren (2008 und 2009)

Bei dem Projekt handelt es sich um eine Workshopreihe, die unter dem Motto "Kinder als Improvisationskünstler" steht. Einzig und allein der Wunsch nach gemeinsamem Musizieren und Improvisieren zählt. Es spielt keine Rolle, ob die Kinder eine musikalische Vorbildung besitzen. Wichtig ist die Vermittlung von Improvisation bei der Vertonung von Musikgeschichten wie Abenteuer in der Zeitmaschine" oder "Von Sonnenschein und Wolkenbruch" und damit verbunden die Umsetzung von Emotionen wie Gefahr, Spannung, Freude.

Unter der professionellen Leitung des Musikers und Komponisten Max Kickinger wird zu Beginn jedes Workshops die Handhabung der eingesetzten Instrumente wie Schlagzeug, Posaune, Synthesizer, Bass, Gitarre, Schläuche und ORFF-Instrumentarium erklärt. Die Workshops sind kostenlos und wenden sich an Teilnehmer/innen aus Stadt Salzburg und Umgebung mit einer Begrenzung auf maximal 15 Kinder pro Einheit.

(Projektträger: Verein JAZZBASE, weitere Informationen)

Hör mal – "neue" Musik für Kinder und Jugendliche (2008 und 2009)

Das im Mozart-Jahr in Radstadt begonnene Projekt "Hör mal" findet aufgrund der großen Resonanz und des großen Erfolges seine Fortsetzung. Die Lust und Neugierde am Experimentieren, Suchen und "Selbstkomponieren" stehen im Mittelpunkt. Traditionelle Hörgewohnheiten werden durch neue Hörerlebnisse erweitert, das Spiel am Instrument wird durch neue Spieltechniken bereichert, ungewohnte Notenschriften werden entziffert und interpretiert. Die so gewonnenen Erfahrungen und Erlebnisse und die aktive Auseinandersetzung schaffen einen Zugang zum gegenwärtigen Kunst- und Kulturgeschehen.

Das von der Komponistin Elisabeth Harnik und der Pianistin Anneliese Schneider angeregte Projekt gliedert sich in zwei Teile:

  • "Hör mal" ist für Kinder von sieben bis zehn Jahren, die die Klangwelten ihrer Umgebung erforschen und in Form bildnerischer Gestaltungen auf ihre Hörerlebnisse aufmerksam machen.
  • "Erfinden und Interpretieren von neuer Musik" richtet sich an Schüler/innen des Musikum zwischen 10 und 18 Jahren.

(Projektträger: Anneliese Schneider, DASZENTRUM Radstadt, weitere Informationen)

Zauber der Stille (2008/2009)

Das Projekt "Zauber der Stille" macht Kinder von sechs bis zwölf Jahren auf verschiedenen Ebenen mit dem Phänomen "Stille" vertraut, um danach die Klänge der Musik zu erleben und mit gesteigertem Bewusstsein hören zu können. Das Konzept gibt Raum für verschiedenste kreative kleine und große Detail-Projekte, die alle auf ihre Weise Kinder zur zeitgenössischen Musik hinführen. Dabei ergeben sich zahlreiche kreative Felder zwischen Musik und anderen Kunstsparten: Eine Theaterproduktion im Toihaus, weiterführende Workshops und Auftragskompositionen mit zeitgenössischen Komponisten.

Am Anfang begegnen Kinder in einer Theatervorstellung dem rätselhaften Wesen "Stille" und seiner starken Zauberkraft. Doch die Stille hat sich zurückgezogen und schmollt, weil sie das Gefühl hat, nicht mehr gebraucht zu werden. In weiteren Projekten in und außerhalb der Schule, mit Lehrern und/oder in Workshops mit verschiedenen Künstlern finden die Kinder Töne, Melodien, Bilder, Farben, Geschichten, welche die Stille beschwören und sie wieder hervor-locken.

(Projektträger: Toihaus – Theater am Mirabellplatz in Zusammenarbeit mit Kunsthaus Nexus, Saalfelden, weitere Informationen)

Musik belebt – Musik bewegt (Mai 2009)

2009 wird zum fünften Mal das bereits von der Stadt Salzburg mit dem Kinder- und Jugendkulturförderungspreis ausgezeichnete Musikfest "Musik bewegt – Musik belebt" stattfinden. Organisiert und initiiert von Monika Radauer-Sigl und Christa Musger vertreten sie das Musikum Salzburg sowie die AGMÖ Salzburg (Arbeitsgemeinschaft Musikerziehung Österreich) in einem harmonischen Zusammenwirken beider Institutionen.

Ziel des Musikfestes ist es, alle Musikförderungsinstitutionen zu "bewegen" und ihre Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Die wunderbare Kulisse dazu stellt die Stadt Salzburg mit den einzigartigen Innenhöfen, Festsälen, Kirchen und anderen barocken Orten. Es geht dabei nicht um Konkurrenz, sondern um engagierte musikpädagogische Basisarbeit und deren Vielfalt. 2009 soll ein besonderer Akzent auf die zeitgenössische Musik gesetzt werden. Sowohl im "klassischen" als auch im populären Bereich wird intensiv mit der IG Komponisten und den "Akzenten/Theater der Jugend" zusammengearbeitet. So wird erstmals versucht, Workshops mit in Salzburg lebenden Komponist/innen zu vermitteln, um der "hippen" Szenerie einen breiten Raum einräumen.

An einem Samstag im Mai verwandelt sich Salzburgs Innenstadt zu einer einzigartigen Klangimpression, an deren Gestaltung die Musikalische Früherziehung ebenso beteiligt ist, wie alle Volksschulen, Hauptschulen, Gymnasien, das Musikum von Stadt und Land Salzburg, sowie die Pädagogische Hochschule und die Musikuniversität Mozarteum.

Das Projekt bietet dem staunenden Publikum kostenlos rund 84 Stunden Musik auf höchstem Niveau an 15 bis 20 unterschiedlichen Orten der Innenstadt. Volksmusik und Renaissancetanz, Orchesterklänge und Big Band, Rapper oder Blechbläserensembles, unterschiedliche Schulchöre oder Soundmixer, alles wird auf diesem Fest geboten und kann gehört werden.

"Musik bewegt – Musik belebt" findet seit dem Jahr 2000 alle zwei Jahre statt. Bis jetzt haben rund 8.000 begeisterte Kinder und Jugendliche aktiv teilgenommen und das Projekt erreichte eine Vielzahl an Hörer/innen.

(Projektträgerinnen: Christa Musger und Monika Sigl, weitere Informationen)