Forschungsstelle Residenzgalerie

Die Sammlung des Landes Salzburg in der Residenzgalerie

​Die Alt-Meister-Sammlung des Landes Salzburg wird in der Residenzgalerie im DomQuartier Salzburg präsentiert und umfasst Gemälde europäischer Malerei des späten 16. bis 19. Jahrhunderts. Schwerpunkte bilden die niederländische Malerei des 17., italienische, französische und österreichische Malerei des 17. und 18. sowie österreichische Meisterwerke des 19. Jahrhunderts.
Rembrandt Betende alte Frau

Die Forschungsstelle Residenzgalerie widmet sich der wissenschaftlichen Bearbeitung der Gemälde des Altmeister-Bestandes des Landes Salzburg in der Residenzgalerie.

Forschungsprojekt
Das umfangreiche Projekt startete 2016 mit den wertvollsten Gemälden der niederländischen Malerei aus dem Umkreis Rembrandts (1620er – 1640er Jahre) und widmet sich – davon ausgehend – in den kommenden Jahren der tonalen Malerei der Leidener und Haarlemer Schule, zu der die wertvollsten Gemälde des Landesbestandes zählen.


Projektthema
Die besondere Wirkung tonaler Malerei, die in einer speziellen Manier in diesem Umfeld entwickelt und in einem bestimmten kurzen Zeitraum praktiziert wurde, ist eine einzigartige Erscheinung der niederländischen Kunstgeschichte. Ihre Vertreter entwickelten besondere Arbeitsweisen zur Herstellung dieser sphärischen Licht- und Raumverhältnisse im Bild mit besonderer sinnlicher Stimmung und Ikonografie.
Die unterstützenden naturwissenschaftlichen Recherchen widmen sich in ihren Untersuchungsmethoden der Frage nach der Identifizierung (Röntgenfluoreszenz, Infrarot) und Herkunft der verwendeten Pigmente (Massen-Spektrometrie).
Basierend auf diesen Ergebnissen können im Bereich der Kunstwissenschaften Rückschlüsse auf Maltechnik, Wahl der Malmaterialien, Entstehungsort und sogar Datierung der einzelnen Gemälde gewonnen werden.


Forschungsergebnisse
In einem ersten Teil des Forschungsprojektes brachte eine umfassende wissenschaftliche Bearbeitung des Gemäldes „Betende alte Frau“ von Rembrandt van Rijn 2016 neue Einsichten zu Arbeitsabläufen und Materialwahl, und schärfte den Blick auf neue Aspekte der kunstgeschichtlichen Betrachtung. Fragen zu Malmaterialien, Textur, Bildgattung (Tronie), Besonderheiten seiner Charakterstudien, Werkstattablauf, zeitgenössische Rezensionen, kulturhistorischer Hintergrund und Rembrandts Künstlerumfeld in seiner Heimatstadt Leiden wurden dabei recherchiert. Die technischen Daten sind seit März 2017 in der Rembrandt-Datanbank für die internationale Forschung zugänglich.


Rembrandt-Datenbank
Diese englischsprachige Datenbank wird vom RKD (Rijksbureau voor Kunsthistorische Ducumentatie), dem Niederländischen Institut für Kunstgeschichte, betrieben und ist für alle frei zugänglich. Sie enthält Forschungsmaterial zu Rembrandts Gemälden, unterschiedlicheste technische Aufnahmen, Restaurierberichte, Biographisches uvm.

Link: http://www.rembrandtdatabase.org/Rembrandt/painting/38948/old-woman-praying

Publikationen
Im Rahmen dieses Forschungsprojekt werden regelmäßig die neuesten Forschungsergebnisse publiziert.

Gabriele Groschner: Rembrandt. Ausstellungskatalog Residenzgalerie im DomQuartier Salzburg, 2016 (dt./engl.)

Bestellung auf der Webseite des DomQuatrier Salzburg:
http://residenzgalerie.at/Commerce-Detailansicht.94.0.html?&cHash=093ee6c56390da0de28193fb39bb9b07&tx_commerce_pi1[catUid]=2&tx_commerce_pi1[showUid]=236





Publikationsreihe „Hinter der Farbe“

„Hinter der Farbe“ stellt jeweils zwei Gemälden von zwei Künstlern aus dem Alt-Meister-Bestand des Landes Salzburg in ihrem besonderen Verhältnis als kreative Künstlerkooperationen vor.
Diese Reihe erscheint im Residenz Verlag.

Gabriele Groschner: Zwei junge Wilde der Malerei und die Überwindung der Bildfläche. Figurenporträts von Rembrandt van Rijn und Jan Lievens, Salzburg 2018
ISBN  978 3 7017 3444 3
Bestellung/ Leseprobe auf der Webseite des Residenz Verlages:
https://www.residenzverlag.com/buch/zwei-junge-wilde-der-malerei-und-die-uberwindung-der-bildflache?_translation=de

Das bekannteste und wertvollste Bild der Sammlung, Rembrandts „Betende alte Frau“, ist innerhalb der Rembrandt-Forschung eine Besonderheit, da auf eine vergoldeten Kupferplatte gemalt, und ist eines der ersten Werke, das seine experimentelle und innovative Malweise zeigt. Sein Künstlerkollege, Jan Lievens, der im Salzburger Bild ein feinsinniges Porträt seines Bruders, einem Schulkollegen Rembrandts, zeigt, galt seinen Zeitgenossen ebenfalls als Wunderkind. Heute noch gibt diese einmalige Künstlersymbiose der Forschung Rätsel auf.
In einer Gegenüberstellung ihrer Lebenssituation und künstlerischen Ambitionen zeichnen die zeitnah entstandenen Gemälde – unterstützt durch Ergebnisse technischer Untersuchungen – ein Bild der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts.

2019: Geplante Publikation (Residenz Verlag) der Forschungsergebnisse zu den kostbaren Stillleben-Gemälde der niederländischen Maler Jan de Heem und Cornelis de Heem aus der Landessammlung

2020/21: Geplante Publikation (Residenz Verlag; Auszüge in Online-Ausgaben) zu den Forschungsergebnissen der Leidener und Haarlemer Landschaftsmaler aus der Landessammlung

 
Blog
Hyptheses ist ein Blogportal für Geistes- und Sozialwissenschaften. Es enthält Beiträge, die von einer wissenschaftlichen Redaktion ausgewählt werden.
Das Hypotheses-Wissenschaftsblog „Tonale Malerei“ begleitet und dokumentiert die wissenschaftliche Bearbeitung der Gemälde der Leidener und Haarlemer Schule. Untersucht werden und zur Diskussion stehen Biografisches, Techniken, Maltheorien der Künstler, Methodik, Untersuchungsergebnisse und Publikationstexte.
http://tonalmalerei.hypotheses.org/


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