Colloredoschlössl / Sudhaus

Hallein

"Colloredo-Sudhaus" um 1908
© Keltenmuseum Hallein

An der Nordeinfahrt in die Stadt Hallein erhebt sich zwischen dem Abhang des Dürrnbergs und der Salzach der wuchtige und von zwei mächtigen Türmen flankierte Bau des sogenannten Colloredoschlössls im typisch klassizistischen Stil. Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo erbaute im Jahre 1798 das  "Colloredo-Sudhaus" als zentrales  Lager und Verwaltungsgebäude  der Hallelner Salzproduktion, nachdem seit dem Mittelalter mehrere Sudhäuser in Hallein existiert hatten. Die damit verfolgte Absicht eines Zentralisierung der Salzproduktion wurde nicht erreicht,  weil das Sudhaus offensichtlich Konstruktionsmängel aufwies, die sich auch bei einem bald erfolgten Umbau nicht beheben ließen, sodass man 1803 die Salzproduktion einstellte. Danach diente das Gebäude verschiedenen Zwecken, u. a. als Betraum für die evangelische Gemeinde Hallein (wahrscheinlich bis 1919). 1919 gründeten Halleiner Bauern in Form einer Genossenschaft im Colloredo-Sudhaus eine Textilfabrik, die Flachs und Schafwolle zu Loden, Decken und Leinenwaren verarbeitete. Die Übernahme der unter massiven Konkurrenzdruck geratenen Firma durch ein Osttiroler Unternehmen konnte die Einstellung der  Produktion in den 1930er Jahren nicht verhindern.

Derzeit wird die Anlage zu Wohnzwecken und als Lokalität für Geschäfte genutzt.

Adresse:
Schifferplatz 3
5400 Hallein