Leistungen

Unterstützung und Hilfestellung

Das Ausmaß der Unterstützung und Hilfestellung wird auf die individuellen Bedürfnisse, auf das momentane Befinden, auf das Alter, auf den Pflegebedarf und auf die körperliche Konstitution der einzelnen Person abgestimmt. Vorhandene Ressourcen der BewohnerInnen sollen erhalten und gefördert werden, die BewohnerInnen sollen sich selbstwirkend erleben können. Die höhergradige Mehrfachbehinderung der BewohnerInnen erfordert intensive Zuwendung, flexible Zeitgestaltung und langsames Tempo bei den Unterstützungsleistungen. Bei Bedarf wird Einzelbetreuung geleistet, insbesondere wenn BewohnerInnen Verhaltensweisen mit Eigen- und Fremdgefährdung zeigen.

 

Förderung von sozialen und emotionalen Kompetenzen durch vertrauensbildende Beziehung

Zuwendung, Empathie und intensive Beziehungsangebote durch das Betreuungspersonal sind notwendige Voraussetzungen, um das Befinden und den aktuellen Gesundheitszustand eines Bewohners bzw einer Bewohnerin einschätzen zu können. Das entwicklungsorientierte Beziehungsangebot ist von Wertschätzung, Respekt, Vertrauen und Anteilnahme geprägt. Den BewohnerInnen wird vermittelt, dass die Betreuungspersonen verlässlich für sie da sind.

Nach dem personenorientierten Ansatz wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch Fähigkeiten und Stärken besitzt, die er zur Bewältigung seiner Lebensaufgaben nutzen kann. Die BewohnerInnen erfahren Erfolgserlebnisse, indem sie Angebote erhalten, die ihnen Spaß machen und die auf ihre individuellen Vorlieben und Fähigkeiten abgestimmt sind. 

Durch Zuwendung und verlässliche Beziehung werden die BewohnerInnen in ihren sozialen und emotionalen Kompetenzen (wie zB Fähigkeit zur Kontaktaufnahme, Rücksichtnahme, Geduld, Ausdauer) unterstützt. Jedem Bewohner und jeder Bewohnerin steht zudem eine eigene Bezugsperson zur Seite.

 

Förderung der Kommunikation und der kognitiven Fähigkeiten

Die BewohnerInnen werden in der Kommunikation unterstützt und gefördert mit dem Ziel, dass sie sich selbst besser mitteilen können, dass sie besser verstanden werden und dass sie ihre Umwelt besser verstehen können. Es wird darauf geachtet, dass sich die BewohnerInnen als „aktiv" erleben können und zugleich nicht überfordert werden. Die Förderung der Kommunikation und der kognitiven Fähigkeiten findet im gesamten Alltag statt.

Der Behinderungsgrad der BewohnerInnen verlangt eine besonders intensive Auseinandersetzung mit geeigneten Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten im Bereich der Kommunikation und des Lernens. Abstimmung der Vorgangsweisen in den Teams und laufende Weiterbildung des Betreuungspersonals machen dies möglich.

Es werden individuell geeignete Methoden der „Unterstützten Kommunikation" und basaler Kommunikation eingesetzt.

 

(Päd)agogische Alltagsbegleitung und Aktivierung

Die BewohnerInnen erhalten Sicherheit durch verlässliche, Halt gebende Rahmenbedingungen und nachvollziehbare Abläufe in ihrem täglichen Umfeld. Sie erhalten Begleitung und Unterstützung in allen Lebensbereichen wie zB bei der Körperpflege, beim Kleiden, bei Haushaltsaktivitäten, bei der Fest- und Feiergestaltung, bei der Urlaubs- und Freizeitgestaltung.

Durch aktivierende Angebote und Tätigkeiten erfolgt Förderung in der Grob- und Feinmotorik sowie in sämtlichen Wahrnehmungsbereichen. Angebote im sozialen Umfeld werden genutzt und ausgebaut. Wegen des hohen Behinderungsgrades der BewohnerInnen ist für die Nutzung dieser Angebote jeweils eine intensive Begleitung durch Betreuungspersonal erforderlich.

 

Gesundheits- und Krankenpflege

Für jeden Bewohner und jede Bewohnerin wird eine individuelle Pflegeplanung erstellt. Die unterschiedlichen Pflegehandlungen werden von ausgebildetem Pflegepersonal durchgeführt.  Die Gesundheits- und Krankenpflege erfolgt in Zusammenarbeit mit niedergelassenen ÄrztInnen und Krankenhäusern.

Auch ein erhöhter Pflegeaufwand, der sich aus höhergradigen mehrfachen Behinderungen, aus zusätzlichen  Erkrankungen oder am Lebensende ergeben kann, wird im gewohnten Wohnumfeld durch das vertraute Betreuungspersonal geleistet. Dadurch wird den BewohnerInnen größtmögliche Kontinuität geboten.