Naturschutzbehördliches Verfahren

Vor Rechtskraft der naturschutzbehördlichen Bewilligung darf mit dem Vorhaben nicht begonnen werden. Auch das Vorliegen einer anderen behördlichen Berechtigung kann diese Bewilligung nicht ersetzen.

Geschützte Gebiete und Objekte sind insbesondere

  • Naturdenkmäler
  • geschützte Landschaftsteile, Landschaftsschutzgebiete, Naturschutz gebiete bzw. Europaschutzgebiete
  • geschützte Lebensräume wie Moore, Sümpfe, Quellfluren, Bruch- und Galeriewälder sowie sonstige Begleitgehölze an Gewässern
  • Fließgewässer einschließlich gestauter Bereiche und Hochwasserabflussgebiete
  • Tümpel
  • alpines Ödland einschließlich Gletscher und Umfeld
  • Feuchtwiesen sowie Trocken- und Magerstandorte mit jeweils mehr als 2.000 m² Fläche.


Unter die naturschutzrechtliche Bewilligungspflicht gemäß § 25 NSchG fallen insbesondere

  • die Gewinnung von Bodenschätzen
  • die Errichtung/wesentliche Änderung von Camping- und Golfplätzen, von Sport-, Lager-, Ablagerungs-, Abstell- und Parkplätzen
  • die Anlage/wesentliche Änderung von Schipisten, Sommerrodelbahnen, Straßen und Wegen sowie alle geländeverändernden Maßnahmen auf einer Fläche von insgesamt mehr als 5.000 m²
  • die Errichtung/wesentliche Änderung von Flugplätzen, Materialseilbahnen und Aufstiegshilfen
  • die Errichtung von oberirdischen Hochspannungsleitungen über 36 kV Nennspannung
  • die Errichtung/wesentliche Änderung von Motorsport- und Beschneiungsanlagen
  • unter bestimmten Voraussetzungen das Aufsuchen und Gewinnen von Mineralien und Fossilien
  • die Errichtung/wesentliche Änderung von Windkraftanlagen

Darüber hinaus sind Eingriffe in geschützte Lebensräume nach § 24 NSchG (Moore, Sümpfe, Quellfluren, Bruch- und Galeriewälder, oberirdische fließende Gewässer, 20-2000 m² große natürliche oder naturnahe Gewässer, Feuchtwiesen sowie Trocken- und Magerstandorte über 2000 m², alpines Ödland), in Naturdenkmäler und Geschützte Landschaftsteile naturschutzbehördlich bewilligungspflichtig

Weiters sind diverse Maßnahmen in Landschafts- bzw. Seenschutzgebieten nach der Allgemeinen Landschaftsschutzverordnung – ALV bewilligungspflichtig.

Dasselbe gilt für Ausnahmebewilligungen nach dem Pflanzenarten- und Tierartenschutz (§ 34 NSchG).

Für Maßnahmen in Naturschutzgebieten, Europaschutzgebieten sowie u.a. für bezirksüberschreitende Maßnahmen ist die Landesregierung zuständig.

Anzeigepflichtige Maßnahmen gemäß § 26 NSchG sind:

  • die dauernde Beseitigung von Busch- und Gehölzgruppen
  • die Errichtung/wesentliche Änderung von Entwässerungsanlagen auf Flächen innerhalb von Feuchtbiotopen mit einer Fläche über 5.000 m²
  • die Errichtung, Aufstellung oder Anbringung von privaten Ankündigungen zu Reklamezwecken
  • alle nicht unter § 25 fallenden geländeverändernden Maßnahmen auf Almen und in der Alpinregion
  • die Errichtung/erhebliche Änderung von frei stehenden Antennentragmastenanlagen, soweit sie nicht von der Regelung des § 10 des Salzburger Ortsbildschutzgesetzes erfasst sind oder auf zur Autobahn gehörigen Grundflächen stehen
  • der Betrieb von Laser-Einrichtungen für Vorführzwecke außerhalb von Bauwerken

Die Erledigung eines Bewilligungsantrages erfolgt durch Bescheid der Naturschutzbehörde.

Ein Anzeigeverfahren wird durch Kenntnisnahme durch die Naturschutzbehörde oder durch Ablauf einer Frist von drei Monaten ab vollständiger Einbringung der Anzeige positiv abgeschlossen.

Unter Vereinfachte Verfahren gemäß § 49 NSchG fallen:

Maßnahmen einfacher Art, für die keine aufwändigen Projektunterlagen notwendig sind. Dazu sind der Behörde jedenfalls eine Beschreibung des Vorhabens, Name und Anschrift des Betreibers und des Grundeigentümers, gegebenenfalls dessen schriftliche Zustimmung, sowie eine Bezeichnung der vom Vorhaben berührten Grundstücke mitzuteilen.

Vorhaben einfacher Art ohne aufwändige Unterlagen können in Form des "vereinfachten Verfahrens" behandelt und durch einen Aktenvermerk der Naturschutzbehörde abgeschlossen werden. Ebenfalls die Erledigung in dieser vereinfachten Form ist möglich, wenn für die Maßnahme auch eine Bewilligung nach anderen als naturschutzrechtlichen Bestimmungen erforderlich ist und die Naturschutzinteressen in diesem behördlichen Verfahren berücksichtigt werden (zB forstrechtliche Bewilligung einer Forststraße, wasserrechtliche Bewilligung eines Brückenbaues u. ä.). Mehr Informationen dazu finden Sie im Internet unter http://www.salzburg.gv.at/naturschutz.

ÖPUL:

Werden aufgrund einer vorliegenden Bewilligung vorhandene Landschaftselemente im Sinn des ÖPUL beeinträchtigt oder zerstört, können von der AMA bestehende ÖPUL-Förderungen zurückgefordert werden, wenn die im naturschutzbehördlichen Bescheid vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen (Ersatzleistungen) auf einer betriebsfremden Fläche verwirklicht werden.

Die Kosten für ein naturschutzrechtliches Verfahren können sich aus Kommissionsgebühren, Verwaltungsabgaben sowie allfällige andere Gebühren ergeben.

Weitere Informationen und nähere Auskünfte erhalten Sie bei der Naturschutzbehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat Salzburg, Amt der Salzburger Landesregierung).


Bezirkshauptmannschaft Hallein
Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung
Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau
Bezirkshauptmannschaft Tamsweg
Bezirkshauptmannschaft Zell am See
Magistrat Salzburg
Amt der Salzburger Landesregierung

Formular

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