Förderung der naturnahen, extensiven Bewirtschaftung von Teichen


Was wird gefördert?

  • Erhaltung und Verbesserung der teichwirtschaftlich genutzten, naturschutzfachlich wertvollen Flächen und Strukturen und der damit verbundenen Biodiversität, insbesondere in Bezug auf jene Tier- und Pflanzenarten, die durch die FFH- bzw. Vogelschutzrichtlinie geschützt sind (Natura-2000-Gebiete),
  • Umsetzung von naturnahen, extensiven und ressourcenschonenden Bewirtschaftungsformen mit positiven Auswirkungen auf die Schutzgüter Boden, Wasser und Klima („Naturschutz durch nachhaltige Fischproduktion“) sowie zur Bewahrung einer speziellen traditionellen vielfältigen Kulturlandschaft mit unterschiedlichsten Funktionen (Kultur, Tourismus, Produktion, Wasserhaushalt etc.),
  • Ausweitung der extensiven Bewirtschaftung von Teichen zur Steigerung der nachhaltigen, qualitativ hochwertigen Karpfenproduktion.
Warum wird gefördert?

Die Maßnahmen dieser Sonderrichtlinie dienen der Verwirklichung bzw. Umsetzung der spezifischen Ziele im Rahmen der Priorität der Union zum Schutz und Wiederherstellung der aquatischen Biodiversität, Stärkung der aquakulturrelevanten Ökosysteme und Förderung einer ressourcenschonenden Aquakultur. Ebenfalls sollen Aquakulturen mit einem hohen Grad an Umweltschutz, sowie Aquakulturvorhaben, welche die Erhaltung und die Verbesserung der Umwelt und der biologischen Vielfalt sowie die Erhaltung der Landschaft und der traditionellen Merkmale der Aquakultur einbeziehen, gefördert werden. Diese Maßnahmen unterstützen auch wesentlich die Umsetzung der „Österreichischen Strategie zur Förderung der nationalen Fischproduktion – Aquakultur 2020“ im Bereich der Karpfenteichwirtschaft.

Wer wird gefördert?
  • natürliche Personen,
  • juristische Personen, sofern die Beteiligung von Gebietskörperschaften 25 % nicht übersteigt,
  • im Firmenbuch eingetragene Personengesellschaften, sofern die Beteiligung von Gebietskörperschaften 25 % nicht übersteigt
  • deren Zusammenschlüsse (im Folgenden Personenvereinigungen), sofern die Beteiligung von Gebietskörperschaften 25 % nicht übersteigt,

    mit Niederlassung in Österreich, die einen land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb mit Teichwirtschaft im eigenen Namen und auf eigene Rechnung bewirtschaften und deren förderfähige Teichfläche in Österreich liegt.
Wie wird gefördert?

Art der Förderung

  • Die Förderung wird in Form von jährlichen Prämien für die „förderfähige Teichfläche“ gewährt.
  • Die Förderung soll Kosten und Einkommensverluste, die durch die Einhaltung der Auflagen für die extensive und naturnahe Bewirtschaftung der Teiche entstehen, ausgleichen.

Ausmaß der Förderung

  • Die jährliche Prämie beträgt 300 EUR pro ha förderfähige Teichfläche.
Wo wird gefördert?

Einreich- und Bewilligungsstelle (BST):

Amt der Salzburger Landesregierung
Referat 4/08: Ländliche Entwicklung und Bildung
Fanny-von-Lehnert-Straße 1
5020 Salzburg
E-Mail: laendliche.entwicklung@salzburg.gv.at
Tel.: 0662/8042-DW 2368
Fax: 0662/8042- 762368

Wann wird gefördert?

Damit ein Projekt gefördert werden kann, muss ein Antrag auf Fördermittel gestellt werden. Jedem Antrag ist eine unterschriebene Verpflichtungserklärung anzuschließen.Die Abgabe und Entgegennahme eines Förderantrages stellt keine automatische Genehmigung oder Förderzusage dar und es besteht kein Anspruch auf Förderung. Das Eingangsdatum des Förderantrages gilt als frühest möglicher Zeitpunkt für die Anerkennung von Kosten. Vorhaben, die bereits vor der Antragstellung begonnen wurden, werden nicht gefördert. Jegliche Ausgaben seitens des Förderungswerbers bis zu einer allfälligen schriftlichen Förderzusage durch die Bewilligungsstelle, erfolgen auf eigene finanzielle Verantwortung. Über weitere notwendige projektspezifische Beilagen, die für das Genehmigungsverfahren erforderlich sind, informiert Sie die Bewilligungsstelle.

Förderungsvoraussetzung:

  • Das Antragsformblatt muss in der Zeit vom 01. Oktober 2015 bis spätestens zum 30. November 2015 bei der jeweiligen Förderstelle eingebracht werden.
  • Der Einstieg in die Maßnahme ist nach dem 30. November 2015 nicht mehr möglich.
  • Mindestteilnahmefläche 1 ha förderfähige Teichfläche (in Österreich liegend) im 1. Jahr der Verpflichtung
  • Bestätigung der zuständigen Naturschutzbehörde des Landes über den naturschutzfachlichen Wert der Teichanlage. Für Teichanlagen, deren naturschutzfachlicher Wert bereits im Rahmen vorhergehender ÖPUL-Programme durch eine Projektbestätigung der zuständigen Naturschutzbehörde des Landes dokumentiert wurde, gilt diese Projektbestätigung weiterhin für die gesamte Verpflichtungs- und Vertragsdauer.

Förderungsverpflichtungen:

  • Ein Mindestbesatz von 50 kg Karpfen pro ha Teichfläche zumindest in jedem zweiten Jahr; ein ausschließlicher Besatz mit Karpfen ist nicht zulässig (Ausnahme: Brutvorstreck- und Brutstreckteiche);
  • Eine Abfischung muss zumindest in jedem zweiten Jahr erfolgen;
  • Die Intensitätsstufe 1 (Jahresproduktion von 1.500 kg/ha Teichfläche) AEV Aquakultur darf nicht überschritten werden;
  • Die Düngung ist nur mit organischen Düngemitteln zulässig;
  • Die Fütterung ist nur mit Getreide, Mais oder Leguminosen zulässig; Mischfutter (Alleinfutter) ist innerhalb des Kalenderjahres ausschließlich bis 31. Mai und ab 1. September sowie zur Aufzucht der Karpfenbrut zulässig;
  • Unbeschadet der Einhaltung naturschutzrechtlicher Auflagen und Verpflichtungen darf die Verlandungszone einer Teichanlage nur bis auf ein Mindestausmaß von 5 % der förderfähigen Teichfläche der Teichanlage entfernt werden;
  • Der Schnitt von Röhricht ist nur abschnittsweise und nur zwischen dem 1. September und dem 15. Februar des Folgejahres zulässig;
  • Die Gehölzpflege ist nur zwischen dem 1. September und dem 15. Februar des Folgejahres zulässig;
  • Die Ausbringung von Brannt- oder Hydratkalk zur Teichbodendesinfektion ist bei unbespannten Teichen – mit Ausnahme zur Desinfektion in der Fischgrube und Restwasser- nicht zulässig;
  • Die Ausbringungsmenge von Brannt- oder Hydratkalk darf bei bespannten Teichen in der Zeit vom 31. Mai bis zum darauf folgenden 1. September insgesamt maximal 300 kg/ha Teichfläche und Jahr betragen, davon maximal 100 kg/ha Teichfläche je Gabe;
  • Das Aussetzen, Halten und Füttern von Mastgeflügel ist verboten;
  • Jede öffentliche Nebennutzung des Teiches oder des Teichufers ist – mit Ausnahme der Duldung einer traditionell bestehenden nachweislich nicht kommerziellen Nebennutzung geringen Ausmaßes zu Badezwecken - verboten; Angeln ist nur für den Eigenbedarf und zur Probeabfischung zulässig;
  • Grabungen, Baggerungen oder die Errichtung von baulichen Anlagen sind nur nach Zustimmung durch die zuständige Naturschutzbehörde des Landes zulässig; davon ausgenommen ist die Entfernung von Schlamm aus der Fischgrube zur Schlammaustragsverringerung in den Vorfluter und behördlich vorgeschriebene Maßnahmen;
  • Der Einsatz von Medikamenten ist nur nach tierärztlicher Verschreibung zulässig; von einem Tierarzt angeordnete Maßnahmen im Krankheits- oder Seuchenfall, aus Tierschutzgründen oder anderen besonderen Fällen sind von den aufgeführten Einschränkungen und Auflagen nicht berührt, sind aber zu dokumentieren;
  • Ein Teichbuch mit Aufzeichnungen über Datum, Art und Menge der eingesetzten Fische, der Abfischtermine und -ergebnisse, Datum, Art und Menge der eingesetzten Futtermittel, Düngemittel und Medikamente sowie Datum und Umfang des Röhrichtschnittes und der Gehölzpflege ist zu führen.
Weiteres Folder der Landwirtschaftskammer Österreich (pdf, 473KB)
Downloads

Antragsformular (xlsx, 2.620 KB)

Beiblatt (xlsx, 62,6 KB)

Sonderrichtlinie des BMLFUW (pdf; 332 KB)