Logo Land Salzburg
von A bis Z
  

Mauerläufer

Die Vögel sind hauptsächlich im alpinen Bereich anzutreffen

Mauerläufer	  Bildquelle: www.birdnet.de

Mauerläufer                                     Bild:www.birdnet.de

Diese Vogelart ist unscheinbar und nur beim Klettern gut erkennbar

Mauerläufer gehören als einzige Art der gleichnamigen Familie der Mauerläufer an. Sie sind mit etwa 15-17 cm größer als ein Haussperling, besitzen lange, abgerundete Flügel, einen kurzen Schwanz und einen langen, dünnen abwärts gebogenen Schnabel ähnlich dem Baumläufer. Diese Vögel haben eine charakteristische rote Flügelfärbung  und sind daher leicht erkennbar.  Im Schlichtkleid sind sie an Bauch und unterer Brust grau schattiert, der Schwanz besitzt eine dunkle Grundfärbung mit weißer Querstreifung. Die männlichen Vögel haben im Prachtkleid eine schwarze Kehle, die sowohl beim Weibchen im Prachtkleid  als auch beim Männchen im Schlichtkleid fehlt. Das Jugendkleid ist dunkel aschgrau. In ihrem Lebensraum (Fels) sind die Vögel durch ihre Gefiederfärbung gut getarnt. Beim Klettern und im Flug werden die roten Flügelteile jedoch gut sichtbar.

Der Mauerläufer hat einen charakterischen Flug

Leicht erkennbar ist der Mauerläufer seinen leichten, flatternden Flug. Seine unregelmäßigen Flügelschläge wirken schmetterlingsartig („Schmetterlingsvogel“). Er fliegt Felswände von unten an, die er mit erstaunlicher Geschwindigkeit hinaufklettert. Während des Kletterns öffnet er ruckartig die Flügel und die roten Teile werden sichtbar. Sie stürzen sich von oben herab, um an einem benachbarten Wandabschnitt wieder aufzusteigen.

Man findet die Vögel an großen Felswänden

Mauerläufer sind Einzelgänger; sie sind Strich- und Standvögel. Im Winter bleiben sie im Brutgebiet, ziehen aber in die Täler in das Alpenvorland und in Städte, wo sie sich in Gebäuden und Türmen aufhalten. In der Stadt Salzburg kann man die Art an bestimmten Felsen des Mönchsbergs, z.T. auch der Festung und an den Kirchen der Altstadt beobachten. Ihr Lebensraum sind große Felswände in den Gebirgen in Höhenlagen von 1000 – 3000 m vor. Mauerläufer sind weit verbreitet, doch nirgends häufig. Nach Angaben von SLOTTA-BACHMAYR und WERNER (2005) beträgt die aktuelle Populationsgröße in Salzburg derzeit 140 Brutpaare. In Salzburg findet man diesen Vogel im gesamten Alpenraum, sofern größere Felswände vorhanden sind. Die Nahrung der Vögel besteht aus Insekten, deren Entwicklungsstadien, Asseln, Tausendfüßler und Spinnen, die er mit seinem langen, sondenartigen Schnabel aus Gesteinsritzen herauszieht. Flüchtende Tiere fängt er auch im Flug.

Mauerläufer brüten im April bzw.Mai

Die Vögel sind Brutvögel Europas und Asiens und führen eine monogame Saisonehe;  sie brüten in Spalten und steil aufragenden Felswänden. Das Nest wird häufig in feuchten Wandbereichen angelegt; es besteht aus Moos, Tierhaaren und feinen Wurzeln. Legebeginn ist Ende April bis Anfang Mai. Sie haben eine Jahresbrut. Mauerläufer legen 3-5 relativ  große, weiße, dotterreiche Eier. Diese werden vom Weibchen bebrütet, die Brutdauer beträgt etwa 3 Wochen. Nach etwa 28-30 Tagen Nestlingszeit verlassen die Jungen das Nest; während dieser Zeit werden sie von beiden Eltern gefüttert. Wiesel und Steinmarder sind Nestfeinde des Mauerläufers sind  Als Hochgebirgsbrütern steht den Vögeln nur eine kurze Brutzeit zur Verfügung, da die Vegetationsperiode in dieser Höhe spät beginnt. Aus diesem Grund kann ein Brutpaar nur einmal im Jahr Junge aufziehen.  Zur Aufzucht der Jungen benötigen Mauerläufer entsprechend große Reviere, in denen sie nach Futter suchen. Die Stimme der Vögel ist das gesamte Jahr über, aber nicht häufig zu hören. Ihre Rufe sind ein feines, pfeifendes“tui“, der Gesang besteht aus einer Reihe von Pfeiftönen, denen ein Pfiff folgt.

Rufe des Mauerläufers

Die Vögel genießen landesweiten Schutz

Mauerläufer zählen im Bundesland Salzburg zu den vollkommen geschützten Arten nach der Tier- und Pflanzenartenschutzverordnung 2001. Die Vögel sind gefährdet; nach ZULKA (2005) ist die Bestandessituation selten,  die Bestandsentwicklung gleichbleibend, seine Areale sind stabil, die Habitatverfügbarkeit der Art ist gering. Die Entwicklung der Mauerläuferhabitate ist gleich bleibend. Eine direkte, anthropogene Beeinflussung scheint nicht gegeben zu sein. Zur Sicherung seiner Vorkommen ist nach der Definition von Schnittler & Ludwig (1996) erhöhte Verantwortlichkeit gegeben.

Literatur




Weiterführende Links:

Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung

Rote Liste gefährdeter Tierarten

Abfrage - Rote Listen

Ursachen für die Gefährdung der Tiere

Vogelschutz-Richtlinie

Bonner Konvention

Biodiversität in Österreich

Birdlife

Umweltbundesamt

Kostenloser Suchmaschineneintrag
Locations of visitors to this page


Rückfragen: Mag. Michael Hubka