Projekte 2010
Beschreibungen der Siegerprojekte
Kategorie Feuer:
Bauteam 4 GmbH, Anif (Plusenergie Ausstellungsgebäude Selmer in Köstendorf)
Ziel war die Errichtung des rund 300 Quadratmeter großen Ausstellungsgebäudes als "Haus der Zukunft" mit Stromerzeugung aus Sonnenenergie und Regenwassernutzung. Modernste Solartechnik, effiziente Energienutzung durch Raumbelüftung mit Wärmerückgewinnung sowie Sole-Erdregister für Luftvorwärmung bzw. Naturkühlung und Regenwasserspeicherung machen dies möglich. Das Ergebnis ist ein kostengünstiges, behagliches Passivhaus, das keine Energiekosten verursacht, kein CO2 ausstößt und mehr Energie erzeugt als es verbraucht. Dieses Plusenergie-Ausstellungsgebäude entspricht schon heute dem Stand der EU-Gebäuderichtlinie 2020.
Kategorie Luft:
Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft, Salzburg (Solarwärmepumpe)
Thermische Solaranlagen werden heute üblicherweise so ausgelegt, dass ein "solarer Deckungsgrad" von 15 bis 20 Prozent für Raumheizung und Warmwasserbereitung erzielt wird. Eine Erhöhung dieses Deckungsgrades ist technisch zwar möglich, jedoch mit einem verhältnismäßig hohen Aufwand verbunden. Mit der Integration einer "Solarwärmepumpe" in den Solaranlagenkreis kann nun jedoch bei relativ geringen Mehrkosten eine Erhöhung des Solarertrages auf 33 bis 50 Prozent erreicht werden.
Kategorie Jugend:
HTBLA Salzburg Projektteam Herbst/Winkler (Konzeption zur Einsparung fossiler Energie durch Closed Loop Recycling)
Ziel dieses Projektes war es, eine große Menge an Erdgas, das zur Beheizung des Werkes der Firma Sony benötigt wird, einzusparen und durch erneuerbare Energie zu ersetzen. Schüler der HTL Salzburg wollen dies durch eine Biomasseanlage realisieren, wobei die gesamte Logistik und die Aufbereitung der Holzabfälle zum verbrennungsfertigen Gut bis hin zur Wärmeerzeugung geplant wurden. Es werden rechnerisch eine Einsparung der Erdgasmenge um zirka 90 Prozent, eine CO2-Reduktion von zirka 480 Tonnen/Jahr und eine erhebliche Kostenersparnis erreicht, sowie ein wesentlicher Beitrag zum Umweltschutz geleistet.
Kategorie Erde: Kleinvolumige Bauten wie Einfamilienhaus:
Neubau: Familie Fuchs, St. Johann/Pongau
Das private Wohnhaus wurde als Passivhaus realisiert. Die Kelleraußenwände wurden mit einer Teichfolie abgedichtet, sodass die darunterliegende 18 cm dicke Wärmedämmung nicht durch das fünf Grad Celsius kalte Grundwasser durchgespült werden kann. Im ganzen Haus befindet sich eine Betonkernaktivierung, die mittels thermischer Solaranlage aufgeheizt wird. Eine Photovoltaikanlage sorgt für Strom. Das Brauchwasser wird zur WC-Spülung geleitet und erst dann fließt es in den Kanal. Die von der Sonne manchmal zu wenig zur Verfügung gestellte Wärme, wird mit Fernwärme aus Biomasse ergänzt.
Kategorie Erde: Kleinvolumige Bauten wie Einfamilienhaus:
Sanierung: Wolfgang Bieber von A++ Energieoptimierung mit Sanierung eines Reihenhauses auf Passivhausstandard
Das Reihenhaus aus dem Baujahr 1950 bietet eine Bruttogeschoßfläche von 144 Quadratmetern. Mit einem umfassenden Sanierungskonzept wurde die bestehende Öl-Zentralheizung gegen eine Stückholz-Biomasse-Zentralheizung und einen Pufferspeicher samt hygienischer Warmwasserbereitung sowie eine Solaranlage ausgetauscht. Die Gebäudehülle wurde thermisch saniert und eine Betonkernaktivierung nachträglich integriert. Eine Komfort-Wohnraumlüftung rundet das Gesamtkonzept ab.
Kategorie Erde: Großvolumige Bauten wie z.B. Mehrfamilienhäuser
Neubau: Heimat Österreich gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft m.b.H., Salzburg (Kleßheimerallee 1)
Das in den frühen 1970er-Jahren errichtete Bank- und Bürogebäude wurde im Niedrigenergiehausstandard mit entsprechender Wärmedämmung und kontrollierter Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung saniert. Bei der Umgestaltung in 18 Wohneinheiten wurde ein zweigeschoßiger Anbau hinzugefügt. Die Energieversorgung erfolgt über einen Anschluss an das Fernwärmenetz der Salzburg AG. Ein Pufferspeicher sorgt für Spitzenlastabdeckung. Die einzelnen Wohnungen werden über ein Mikro-Nahwärmenetz versorgt, Warmwasser wird im Durchlaufprinzip über so genannte Wohnungsstationen bereitgestellt. Großzügige Dachterrassen ermöglichen städtische Wohnqualität.
Kategorie Erde: Großvolumige Bauten wie z.B. Mehrfamilienhäuser
Sanierung: Gemeinde Koppl, Energieautarke Volksschule Koppl – Ökostromproduzent und Wärmelieferant
Von 2003 bis 2009 arbeitete die Gemeinde Koppl an der Verwirklichung eines ganzheitlichen Energiekonzepts für die Volksschule Koppl und für den gesamten Ortskern. Mit der Installation einer 255 Quadratmeter großen Photovoltaik-Anlage wurde die Volksschule "stromautark". Anschließend erfolgte der Bau eines Biomasse-Mikronetzes, dessen Heizzentrale sich im Keller der Volksschule befindet und das insgesamt sechs Gebäude mit umweltfreundlicher Wärme versorgt. Als letzter Schritt wurde die Volksschule thermisch und brandschutztechnisch saniert sowie barrierefrei gemacht. Der zusätzliche Einbau einer Lüftungsanlage sorgt bei Lehrern und Schülern für mehr Wohlbefinden und größere Konzentrationsfähigkeit. Die Energieeinsparung nach der Sanierung liegt bei errechneten 42 Prozent.
Der Energy Globe wurde heuer bereits zum elften Mal vergeben, insgesamt beteiligen sich weltweit mehr als 100 Staaten und jährlich werden mehr als 800 Projekte prämiert.


