Frauenzahlen 2007 - Die Salzburgerinnen aus dem Blickwinkel der Statistik


Kurzfassung

Bereits zum achten Mal erscheint die Broschüre "Frauenzahlen" als gemeinsame Publikation des Landesstatistischen Dienstes und des Büros für Frauenfragen & Chancengleichheit des Landes Salzburg. Demografische Gegebenheiten und statistische Daten über die wichtigsten Lebensbereiche wurden hier bewusst aus weiblicher Sicht aufbereitet und im Zeit- und Geschlechtervergleich dargestellt. Damit liefert diese Informationsbroschüre Grundlagen, Daten und Fakten für eine effiziente Frauenpolitik im Land Salzburg.

Die aufbereiteten Daten bringen eindrucksvoll die positiven Entwicklungen in verschiedenen Bereichen zum Ausdruck, vor allem im Bildungswesen; sie zeigen aber auch, dass es nach wie vor Bereiche gibt, in denen Nachholbedarf besteht.

Beim Ausbildungsniveau, bei der höchsten abgeschlossenen Ausbildung, haben die Frauen nicht nur deutlich aufgeholt, sie haben die Männer sogar überholt. So gibt es inzwischen anteilig mehr Frauen, die zumindest über Maturaniveau verfügen, als Männer. Der Anstieg der weiblichen Schülerzahlen an allgemein- und berufsbildenden höheren Schulen sowie die starke Zunahme von Studienabschlüssen durch Frauen werden dazu beitragen, dass sich diese Tendenz zukünftig weiter fortsetzt.

Im Berufsleben hinterlassen diese Tendenzen beim Bildungsniveau bislang allerdings noch keine ausgeprägten Spuren: Nach wie vor gibt es absolut und in Prozent deutlich weniger Frauen als Männer, die als Fach- oder Vorarbeiter tätig sind, und auch merklich weniger Frauen in gehobenen Angestelltenpositionen. Allerdings scheint sich auch hier eine Trendwende anzukündigen: In den letzten fünf Jahren war die Zunahme bei den Frauen prozentuell größer als bei den Männern.

Positiv ist wohl auch zu sehen, dass die Erwerbsquote der Frauen, also der Anteil der Frauen im erwerbsfähigen Alter, die über ein eigenes Einkommen verfügen, in den letzten fünf Jahren um fast fünf Prozentpunkte auf exakt 76 % gestiegen ist. Weiters ist gerade im Hinblick auf die gestiegene Erwerbsquote der Frauen als erfreulich hervorzuheben, dass sich die Zahl der Kinderbetreuungseinrichtungen in diesem Zeitraum von 353 auf 387 erhöhte, was es den Frauen erleichtert, Familie und Beruf unter "einen Hut" zu bringen. Der Anteil der Kinder in Kinderbetreuungseinrichtungen mit einer berufstätigen Mutter ist denn auch von 62,9 % im Jahr 2001 auf 66,8 % im Jahr 2005 gestiegen.

Es gibt aber auch Daten, die einen Stillstand in der Entwicklung – zu Ungunsten der Frauen – signalisieren und einen noch immer bestehenden Nachholbedarf deutlich machen. Vor allem die Einkommenssituation, wo Frauen als Arbeiterinnen auf gerade eben zwei Drittel der männlichen Löhne kommen und als Angestellte 56 % des Gehalts ihrer männlichen Kollegen verdienen, ist nach wie vor ein Problembereich. Die Einkommensdisparität hat sich damit im Verlauf der letzten fünf Jahre sowohl bei den Arbeiterinnen als auch bei den Angestellten sogar noch verstärkt. Allerdings ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass 43 % der Frauen – im Unterschied zu 5 % bei den Männern - nur teilzeitbeschäftigt sind, daher auch weniger verdienen und dass die Zahl der teilzeitbeschäftigten Frauen seit z.B. dem Jahr 2000 um gut ein Drittel zugenommen hat.

Bei der Frauenquote in der Politik hat sich an der Spitze sehr viel getan. Erstmals in der Geschichte des Landes Salzburg steht der Landesregierung eine Frau als Landeshauptfrau vor und gibt es drei Frauen in der siebenköpfigen Landesregierung. Weiters werden drei der 119 Gemeinden von Bürgermeisterinnen "regiert". Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass der Frauenanteil im Landtag und in den Gemeindevertretungen insgesamt de facto stagniert.

Auch in den Gremien der gesetzlichen Interessensvertretungen sind die Frauen noch deutlich in der Minderzahl. Der Frauenanteil beträgt im Präsidium der Wirtschaftskammer 25 %, im Vorstand der Landwirtschaftskammer 28,6 %, der Ärztekammer 16,7 % und im Vorstand der Industriellenvereinigung findet sich keine einzige Frau – dafür wird seit 2004 die Geschäftsführung von einer Frau wahrgenommen. Besser ist die Situation bei der ArbeitnehmerInnenvertretung. Der Landesvorstand des Gewerkschaftsbundes besteht zu einem Drittel aus Frauen und im Präsidium der Arbeiterkammer beträgt der Frauenanteil 35,7 %.


Im Folgenden die wichtigsten Ergebnisse in Kürze:


Bevölkerung

Gemäß Einwohnerstandsermittlung auf Basis des zentralen Melderegisters lebten zum Jahresende 2005 im Land Salzburg 272.257 Frauen; das entspricht einem Anteil von 51,5 % der Gesamtbevölkerung. 11,9 % der Frauen waren ausländischer Nationalität; der bei weitem überwiegende Teil, nämlich 43,5 %, stammt aus den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien (ohne Slowenien). Bei den Männern war der Ausländeranteil mit 12,8 % geringfügig höher.

Eingeschränkt auf Frauen im Alter von 20 oder mehr Jahren waren im Jahresdurchschnitt 2005 exakt 55,4 % der Frauen verheiratet und rund ein Viertel (25,1 %) ledig; weitere 12,0 % der Frauen dieser Altersschicht waren verwitwet und 7,5 % geschieden.

Die weitaus überwiegende Anzahl der insgesamt rund 146.600 Familien im Jahresdurchschnitt 2005 wurde durch Ehepaare bzw. Lebensgemeinschaften gebildet (rund 128.500 bzw. 87,7 %). Der Großteil der insgesamt rund 18.100 Teilfamilien (das sind allein erziehende Mütter oder Väter mit Kindern) entfällt auf allein erziehende Mütter, nämlich rund 15.200 bzw. 84,0 % aller Teilfamilien; rund 6.800 bzw. 44,7 % dieser allein erziehenden Mütter hatten zumindest ein Kind unter 15 Jahren zu versorgen.

Im Jahr 2005 wurden im Land Salzburg 5.278 Kinder lebend geboren, um 2,9 % weniger als 5 Jahre zuvor. Das sind durchschnittlich 1,44 Kinder pro Frau, um 2,9 % mehr als 2000, oder 46 Geburten pro 1.000 Frauen im Alter von 15 bis unter 45 Jahren (die Zunahme der durchschnittlichen Geburtenzahl pro Frau im 5-Jahresvergleich soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass im längerfristigen Vergleich die Geburtenzahl pro Frau deutlich gesunken ist).

2.150 Frauen sind im Jahr 2005 gestorben, um 3,4 % weniger als 2000; nahezu drei Viertel aller Todesfälle, und damit etwas mehr als bei den Männern mit knapp zwei Drittel, waren in Summe auf nur zwei Ursachen zurückzuführen, und zwar auf Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems (46,8 %) und auf bösartige Neubildungen bzw. Krebs (24,6 %). Auch hier ist ein relativierender Hinweis angebracht: Im längerfristigen Vergleich ist die Zahl der Sterbefälle noch leicht gestiegen; zukünftig wird sie hingegen ganz erheblich zunehmen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen lag im Jahr 2005 bei 82,5 Jahren und war damit um 5,5 Jahre höher als jene der Männer.

Mit 2.307 Eheschließungen im Jahr 2005 ging die Zahl der Verheiratungen im Vergleich zum Jahr 2000 um 2,8 % zurück; seit dem Jahr 2001 ist jedoch (erfreulicherweise) eine steigende Tendenz zu beobachten, die im Vergleich zum Jahr 2001 zu einer Zunahme um 14,1 % geführt hat. Auch die Zahl der Ehescheidungen war 2005 geringer als im Jahr 2000; sie sank um 8,4 % auf 1.057. Die "Heiratsbilanz", d. h. der Überhang der Eheschließungen über die Zahl der Scheidungen, verminderte sich innerhalb von zehn Jahren von rund 2.100 im Jahr 1995 auf nur noch 1.250 im Jahr 2005.

Das durchschnittliche Heiratsalter bei Erst-Ehen betrug im Jahr 2005 bei den Frauen 29,5 Jahre, bei den Männern 32,0 Jahre; das durchschnittliche Scheidungsalter der Frauen lag bei 40,0 Jahren, das der Männer bei 42,8 Jahren.


Bildung

Im Jahresdurchschnitt 2005 wiesen 32,0 % der Frauen ab 15 Jahren lediglich den Abschluss der Pflichtschule auf, 28,1 % hatten anschließend eine Lehre absolviert. Damit ist der Anteil jener Personen, die keine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung abgeschlossen haben, bei Frauen immer noch um rund 10 Prozentpunkte höher als bei Männern (21,6 %), der Anteil jener Frauen, die (nur) über einen Lehrabschluss verfügen (28,1 %) jedoch um 19 Prozentpunkte niedriger als bei den Männern (47,3 %). Fast doppelt so viele Frauen (17,6 %) als Männer (9,0 %) wiesen hingegen den Abschluss einer berufsbildenden mittleren Schule auf und der Anteil der MaturantInnen (ohne abgeschlossenes Hochschulstudium) war mit 12,7 % geringfügig höher als bei den Männern (12,1 %). Der Anteil der AkademikerInnen schließlich betrug bei den Frauen 9,6 %, bei den Männern 10,0 %.

Die Schülerinnenzahlen an höheren Schulen haben sich im Schuljahr 2005/2006 gegenüber 2000/2001 deutlich erhöht. Dies betrifft vor allem die berufsbildenden höheren Schulen, die von 5.379 Schülerinnen besucht wurden, um 4,2 % mehr als fünf Jahre zuvor; aber auch die Zahl der Mädchen an der Oberstufe einer allgemein bildenden höheren Schulen hat sich im Fünfjahresvergleich erhöht und stieg um 1,8 % auf 2.955 im Schuljahr 2005/2006. Obwohl die Zunahme bei den Burschen mit 7,5 % (AHS-Oberstufe) bzw. 6,4 % (BHS) noch stärker ausgefallen ist, besuchen inzwischen anteilig mehr Mädchen eine AHS-Oberstufe oder eine BHS als Burschen.

4.951 der insgesamt 9.485 Studierenden (eingeschränkt auf ordentliche HörerInnen mit österreichischer Staatsbürgerschaft) aus dem Land Salzburg an österreichischen wissenschaftlichen Universitäten im Wintersemester 2005/2006 waren weiblichen Geschlechts; das entspricht einem Frauenanteil von mehr als 50 %, konkret 52,2 %. Verglichen mit 2000/2001 hatten 2005/2006 um 13,5 % Frauen weniger inskribiert (dabei ist zu berücksichtigen, dass nach den zwischenzeitlich eingeführten Studiengebühren die Zahl der Studierenden generell und bei den Männern mit einem Minus von 20,1 % noch deutlich stärker zurückgegangen ist).

Deutlich erhöht hat sich hingegen im Fünfjahresabstand die Zahl der Studienabschlüsse: 682 Frauen beendeten im Studienjahr 2004/2005 ein Studium an einer österreichischen wissenschaftlichen Universität mit einer Promotion oder einem Diplom, um 56,1 % mehr als 1999/2000.

Von den 358 Studierenden aus dem Land Salzburg an österreichischen Universitäten der Künste im Studienjahr 2005/2006 waren 217 (60,6 %) Frauen, um 7,7 % weniger als 2000/2001 (Männer: - 10,8 %). Von 59 Studienabschlüssen im Jahr 2004/05 an künstlerischen Universitäten entfielen 36 (61,0 %) auf Frauen, um 50,0 % mehr als 1999/2000.

Der Vergleich der Frauenanteile bei den Studierenden und bei den Studienabschlüssen macht deutlich, dass offensichtlich mehr Frauen als Männer das Studium auch erfolgreich abschließen.

Im Bereich der Erwachsenen-/Weiterbildung dominieren klar die Frauen: 25.131 Frauen besuchten im Wintersemester 2005/2006 Kurse an den großen Einrichtungen der Erwachsenen-/ Weiterbildung; das sind 68,3 % aller KursbesucherInnen.


Erwerbstätigkeit/Arbeitsmarkt

Rund 126.800 bzw. 47,6 % der insgesamt rund 266.500 Frauen im Jahresdurchschnitt 2005 (eingeschränkt auf Frauen in Privathaushalten) waren erwerbstätig, d. h. selbstständig oder unselbstständig (auch geringfügig) beschäftigt, Mithelfende, arbeitslos oder in Elternkarenz.

9,6 % der Frauen (in Privathaushalten) waren ausschließlich als Hausfrauen tätig, 19,6 % waren in Pension und 23,2 % galten als "sonstige erhaltene Personen" (davon sind rund 92 % Kinder im Vorschulalter, Schülerinnen oder Studentinnen).

Die Erwerbsquote, berechnet als Anteil der Erwerbstätigen an den Personen im Alter zwischen 15 bis unter 60 Jahren, betrug bei den Frauen 76,0 % (Männer: 88,5 %) und lag damit um 4,8 Prozentpunkte höher als fünf Jahre zuvor (Männer: + 0,5 Prozentpunkte).

Bemerkenswert ist, dass 74,2 % aller Mütter mit Kindern unter 15 Jahren im Erwerbsleben standen; bei den allein erziehenden Müttern – wenig überraschend – sogar 84,6 %.

Als Selbstständige waren im Jahresdurchschnitt 2005 rund 12.100 Frauen tätig, das sind 36,0 % der Selbstständigen insgesamt und um 39,5 % mehr als 2000. Von den rund 108.200 als Unselbständige im Erwerb stehenden Frauen (um 8,0 % mehr als 2000), waren 22,9 % als Arbeiterinnen, 72,2 % in einem Angestelltenverhältnis und 4,9 % als Beamtinnen tätig. Der Arbeiteranteil ist damit bei den Männern mit 41,9 % deutlich höher als bei den Frauen.

43,2 % der im Jahresdurchschnitt 2005 insgesamt rund 122.500 beschäftigten Frauen (ohne Kinderbetreuungsgeldbezieherinnen) waren teilzeitbeschäftigt, hatten also ein Beschäftigungsausmaß von weniger als 36 Stunden (darunter 27,9 % weniger als 25 Stunden). Die Zahl teilzeitbeschäftigter Frauen ist im Fünfjahresabstand damit deutlich, und zwar um 34,8 %, angestiegen.

70,7 % der teilzeitbeschäftigten Frauen sind verheiratet, hingegen lediglich 41,3 % der vollzeitbeschäftigten. Dass der Anteil teilzeitbeschäftigter Männer deutlich niedriger ist, bedarf kaum der Erwähnung. Lediglich 5,3 % der Männer bezeichnen sich als teilzeitbeschäftigt bzw. haben ein Beschäftigungsausmaß von weniger als 36 Stunden (darunter 3,4 % weniger als 25 Stunden).

Zwar dominieren die Frauen im Lehrberuf ganz allgemein, indem fast zwei Drittel (68,0 %) aller LehrerInnen im Schuljahr 2005/2006 weiblichen Geschlechts waren, allerdings endet diese Dominanz bei der Geschlechtsaufteilung der Schulleitungsposten: Exakt die Hälfte der 384 Schulen im Land Salzburg werden von Frauen geleitet. Während nahezu zwei Drittel der Volksschulen im Land Salzburg, konkret 68,4 %, weiters 52,0 % der Sonderschulen und immerhin 35,6 % der Hauptschulen und polytechnischen Lehrgänge (in Summe gesehen) von Frauen geleitet werden, sind es bei den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen nur 30,2 % und in den allgemein bildenden höheren Schulen lediglich 24,0 %; in den Berufsschulen gibt es bei 13 Direktoren keine einzige Frau in Leitungsfunktion.

Die Zahl der Arbeitsplätze, die unselbständig beschäftigte Frauen einnehmen, ist im Jahresdurchschnitt 2005 gegenüber 2000 um 5,4 % auf rund 96.800 angestiegen. Die Zunahme war damit deutlich höher als bei den Männern mit + 0,3 % - Ausdruck bzw. Folge der überproportionalen Zunahme der Erwerbstätigkeit, aber auch der Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse der Frauen. Gut zwei Drittel aller weiblichen Arbeitsplätze entfallen in Summe auf nur fünf von insgesamt 14 Wirtschaftsabteilungen, und zwar auf die Bereiche "Handel; Instandhaltung/Reparatur" (21,3 %), "öffentliche Verwaltung, Landesverteidigung, Sozialversicherung" (15,3 %), "Beherbergungs- und Gaststättenwesen" (11,8 %), "Realitätenwesen, unternehmensbezogene Dienstleistungen (10,2 %) und "Sachgütererzeugung" (9,8 %).

Nach wie vor gibt es nicht unerhebliche Einkommensunterschiede zwischen unselbständig beschäftigten Frauen und Männern. Die Hälfte der als Arbeiterinnen tätigen Frauen verdiente im Jahr 2005 monatlich brutto (inkl. Sonderzahlungen) weniger als € 1.359 (Männer: € 2.059), und die Hälfte der Frauen in einem Angestelltenverhältnis weniger als € 1.723 (Männer: € 3.065). Als Erklärung ist anzuführen, dass anteilig weniger Frauen als Männer in höherwertigen Funktionen tätig sind und vor allem, dass Frauen – wie bereits ausgeführt – in wesentlich höherem Ausmaß nur teilzeitbeschäftigt sind.

5.341 Frauen, um 24,6 % mehr als 2000, waren im Jahresdurchschnitt 2005 arbeitslos; das entspricht einer Arbeitslosenrate von 4,9 % (Männer: 5,3 %).

Am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen waren im Erwerb stehende Frauen – wie auch Männer - in den Wirtschaftsabteilungen "Beherbergungs- und Gaststättenwesen" sowie "Bauwesen" mit Arbeitslosenraten von 14,7 % (Männer: 13,0 %) bzw. 6,5 % (Männer: 11,2 %). In absoluten Zahlen gesehen findet sich die zweithöchste Zahl weiblicher Arbeitsloser (nach dem "Beherbergungs- und Gaststättenwesen" mit rund 1.960 Arbeitslosen) im Wirtschaftsbereich "Handel/Instandhaltung" mit rund 1.130 arbeitslosen Frauen.


Soziales/Gesundheit

Insgesamt erhielten im Jahr 2005 im Land Salzburg 6.863 Personen Zuwendungen aus Mitteln der Sozialhilfe, darunter 2.045 allein unterstützte Frauen (29,8 % aller unterstützten Personen) und 1.472 hauptunterstützte Frauen (21,4 %).

3.581 Frauen lebten zu Jahresbeginn 2005 in den 73 Senioren- und Pflegeheimen im Land Salzburg; das sind 75,5 % aller Heiminsassen. 93,4 % der Frauen in Senioren- und Pflegeheimen sind 70 Jahre oder älter.

An 12.851 Frauen (Männer: 6.480) wurde im Jahr 2005 Pflegegeld ausbezahlt, darunter an 3.635 Frauen Pflegegeld der Pflegestufen 4 bis 7, d.h. für stark pflegebedürftige Frauen.

14,1 % der Pflegegeldbezieherinnen waren jünger als 60 Jahre (Männer: 33,9 %), 9,0 % waren 60 bis 70 Jahre (Männer: 15,0 %) und 76,9 % waren älter als 70 Jahre (Männer: 51,1 %).

150.808 PatientInnen aus dem Land Salzburg wurden im Jahr 2004 in österreichischen Krankenhäusern stationär behandelt, davon 82.742 Frauen (54,9 %), um 11,1 % mehr als 1999; 898 dieser Frauen sind im Krankenhaus verstorben.

Die Zahl der berufsausübenden Ärztinnen ist seit 1999 bis zum Stichtag Oktober 2005 um 24,9 % auf 849 gestiegen (diese Zahlen werden nicht jedes Jahr erhoben; daher ist auch kein 5-Jahresvergleich möglich); damit beträgt der Frauenanteil nunmehr 35,8 %. Nur zwei der insgesamt 105 PrimarärztInnen im Land Salzburg sind Frauen.


Sicherheit

513 Frauen waren im Jahr 2005 Opfer von Körperverletzungen; weiters waren 36 Frauen Opfer einer Vergewaltigung, 23 einer geschlechtlichen Nötigung, 3 eines Mordes oder Mordversuchs und 46 eines Raubes.

Im Land Salzburg wurden im Jahr 2005 insgesamt 322 Betretungsverbote (Aussprache eines befristeten Haus-/Wohnungsverbots für den/die Lebenspartner/in) durch die Exekutive verfügt; nur 5,0 % dieser Betretungsverbote betrafen Frauen.


Politik und Interessenvertretungen

Erstmalig – mit der Landtagswahl 2004 – steht der Landesregierung eine Frau vor, gibt es eine Landeshauptfrau im Land Salzburg und erstmalig in der Geschichte des Landes Salzburg beträgt die Frauenquote in der Landesregierung mehr als 40 % weil drei Frauen vier Männern gegenüberstehen.

Mit Stand Frühjahr 2007 waren 12 von 36 Abgeordneten zum Salzburger Landtag weiblichen Geschlechts, das ergibt eine Frauenquote von 33,3 %. In der vorangegangenen Legislaturperiode (Stand: Februar 2004) gab es noch 13 weibliche Landtagsabgeordnete (36,1 %).

Unter den 9 Abgeordneten zum Nationalrat aus dem Land Salzburg finden sich drei Frauen, und (nur) eine der vier VertreterInnen des Landes Salzburg im Bundesrat ist weiblich. Vor fünf Jahren war allerdings noch in keinem dieser beiden Vertretungskörper eine Frau aus dem Land Salzburg vertreten.

Auf Basis der 2.019 GemeindevertreterInnen berechnet, die einer der im Landtag vertretenen Parteien angehören (insgesamt sind es 2.116), errechnet sich bei 382 Frauen (Stand: Frühjahr 2007), die ein Gemeindevertretungsmandat innehaben, eine Frauenquote von 18,9 %. Verglichen mit der vorangegangenen Funktionsperiode (mit Stand: Dezember 2002) hat sich die Frauenquote in den Gemeindevertretungen damit nur um 0,8 Prozentpunkte erhöht. Drei der 119 Gemeinden haben eine Bürgermeisterin, werden somit von Frauen "regiert".

Auch in den Gremien der gesetzlichen Interessensvertretungen sind die Frauen noch deutlich in der Minderzahl, wie bereits einleitend ausgeführt wurde. Der Systematik halber sei nochmals festgehalten: Der Frauenanteil beträgt im Präsidium der Wirtschaftskammer 25 %, im Vorstand der Landwirtschaftskammer 28,6 %, der Ärztekammer 16,7 % und im Vorstand der Industriellenvereinigung findet sich keine einzige Frau – dafür wird seit 2004 die Geschäftsführung von einer Frau wahrgenommen. Besser ist die Situation bei der ArbeitnehmerInnenvertretung. Der Landesvorstand des Gewerkschaftsbundes besteht zu einem Drittel aus Frauen und im Präsidium der Arbeiterkammer beträgt der Frauenanteil 35,7 %.



Rückfragen: Dr. Gernot FILIPP