"Die Sanierung des Wallersees"
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Hydrobiologische Bilanz
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1. Die limnologische Entwicklung des Wallersees 1977 – 1999
Limnologische Untersuchungen Ende der 70er- und am Beginn der 80er-Jahre wiesen den See als nährstoffreiches Gewässer mit starkem sommerlichem Algenwachstum im Freiwasser aus, der Lebensraum für die Fische reichte im Spätsommer nur bis 4 m Wassertiefe.
Sommerliche Algenblüten verminderten die Sichttiefe auf Werte unter 2 m. Gesamtphosphorgehalte von 70 mg/m³ wurden gemessen. Limnologische Entwicklung des Wallersees von 1977 bis 1999.
In den Jahren 1981/82 war der Trend ähnlich, die Phosphorspitzen etwas geringer. Dichte Wolken von gepanzerten Geißelalgen färbten das Wasser braun. Fische mieden diese Algenwolken.
Die Untersuchungen 1998/1999 zeigten trotz der starken Niederschläge im Frühjahr 1999 eine wesentliche Reduktion des Phosphorghaltes im See, eine stark verminderte Algenbildung im Sommer, bei welcher die Panzergeißelalgen nicht mehr dominant waren. Die Sichttiefe stieg wieder an und der Sauerstoff für die Fische reichte auf 12 m Tiefe.
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2. Ursache und Wirkung
In der Studie Vorlandseen wurde 1983 erkannt, dass die Probleme des Nährstoffeintrages vornehmlich aus der noch mangelhaften Abwasserentsorgung stammten, aber auch landwirtschaftliche Probleme insbesondere beim Management des Wirtschaftsdüngers zu diffusen Nährstoffverlusten führten.
Die gestrafften Bemühungen über eine rasche Sanierung der Abwasserentsorgung und über die für Österreich beispielgebende "Düngeverordnung Wallersee" führten nach wirksam werden der Maßnahmen zu einer deutlichen Verbesserung der Gewässergüte des Sees.
Die Zeitreihe der Sanierungsmaßnahmen veranschaulicht deren Auswirkungen auf die Nährstoffbilanz des Sees. Die Ursache dafür ist der deutliche Rückgang der zugeführten Nährstoffmenge aus den Zubringern, wie die Phosphorbilanzen von 1981/82 und 1998/99 beweisen.
Waren es 1981/82 noch 8,3 Tonnen Phosphor, die den See erreichten, so betrug die Zulauffracht 1998/99 nur noch 3,2 Tonnen Phosphor im Jahr, eine Reduktion um 64%!
Die Basis für die Umsetzung der Düngeverordnung Wallersee wurde mit großem Einsatz der betroffenen Landwirte, mit Hilfe der Landwirtschaftskammer und der Gemeinden vor allem in den Jahren 1992/93 durch den Bau von beträchtlichem Grubenraum gelegt. Damit wurde es den Landwirten möglich, ihren Wirtschaftsdünger bestimmungsgemäß zu den für das Wachstum der Pflanzen richtigen Zeiten einzusetzen und damit effektiv zu nützen.
Sichtbares Zeichen der Umsetzung sind weiße Schneeflächen im Winter.
Die Prognose zur limnologischen Entwicklung des Wallersees im Band 2 des "Projektes Vorlandseen" aus dem Jahr 1986 ließ bei Durchführung der notwendigen abwassertechnischen Maßnahmen im Einzugsgebiet des Sees und bei Einhaltung einer Düngedisziplin eine beträchtliche Verbesserung der Gewässergüte erwarten. Veränderung der Trophielage des Wallersees im Zeitraum 1981 und 1999.
Dass die Prognose von 1986 nicht nur erreicht, sondern bis 1999 so weit übertroffen werden konnte, dass der Wallersee nunmehr im Bereich einer mäßigen Nährstoffbelastung liegt, ist ein Erfolg der intensiven Bemühungen um die Seenreinhaltung in Verfolgung des 15-Punkte-Programmes.
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3. Wirkung und Ursache, Problemfelder
Fehlende Ufersammler
Dass heute immer noch Uferabschnitte des Wallersees mit dichten Zotten von fädigen Grünalgen bewachsen sind, hat seine Ursache in der dort noch fehlenden Abwasserkanalisation. Der Reinhalteverband Wallersee-Süd ist aufgerufen, in den Bauabschnitten Wallersee-Zell und Henndorf/Marienhalbinsel die Ufersammler möglichst rasch zu errichten, um diese jedermann bekannten Missstände endlich zu beseitigen.
Die Erfassung dieses Abwasserdirekteintrages in den See hat unbedingten Vorrang vor sicherheitstechnischen Maßnahmen wie der zweiten Seeleitung in Henndorf.
Golfplatz Altentann
Der Vergleich der Nährstoffbilanzen aus dem Henndorfer Bach aus den Jahren 1982 mit 1999 belegt, dass eine beträchtliche Verringerung der spezifischen Phosphorfrachten pro Quadratkilometer und Jahr mit der Abwasserkanalisation erreicht wurde.
Die spezifischen Stickstoff-Frachten blieben trotz des beträchtlichen Düngemitteleinsatzes am Golfplatz gleich. Ein beispielgebendes Be- und Entwässerungssystem, welches in enger Zusammenarbeit mit dem Gewässerschutz des Amtes verwirklicht wurde, sowie ein mit großer Erfahrung nun sparsam durchgeführter Düngemitteleinsatz und die natürliche Alterung der neu angelegten Rasenflächen ermöglichten dieses Ergebnis.
Egelseen
Die Egelseen sind nach wie vor stark nährstoffbelastet, obwohl bereits eine deutliche Reduktion beim Phosphoraustrag 1999 festgestellt werden konnte.
Trotz des beträchtlichen Erfolges mit der Abwasserentlastung der Egelseen durch die teilweise Kanalisation von Unternberg in den Jahren 1993/94 verbleibt zwischen Unternberg und Schleedorf sowie an den Osthängen des Buchberges noch ein kanaltechnisch zu erfassendes Nährstoffpotential.
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4. Die Wiederanhebung des Seespiegels, ein Jahrtausendprojekt
Es ist soweit!
Wenn der Zufluss zum Wallersee im Dezember 1999 / Jänner 2000 ausreichend ist, wird die Abflussblende eingesetzt, welche künftig auch den Mittelwasserstand des Wallersees vor den großen Spiegelabsenkungen etwa auf die Höhe vor den Absenkungen 1959 und 1972 wieder anheben wird.
Damit werden erstmals wieder die ehemals ausgedehnten Flachuferbereiche des Sees aktiviert und ausgedehnte, für die Ökologie des Sees wichtige neue Lebensräume geschaffen. Die ehemals ausgedehnten Schilfflächen um den See sollten wieder neu erstehen und eine natürliche Pufferzone zwischen See und Umland bilden.
Die neue Qualität der Uferbereiche des Sees wird besonders dem heimischen Fischbestand zugute kommen, der Vogelwelt und dem Niederwild neue Strukturen und Lebensräume bieten.
Mit großer Spannung wird beobachtet, ob die Hechte im März ihre lange verlorenen Laichplätze wieder aufsuchen werden.
Die Reduktion der Nährstoffzufuhr zum See bildete weiters die notwendige Voraussetzung dafür, dass mit der Anhebung des Seespiegels wieder ökologisch funktionale Uferstrukturen geschaffen werden können. Damit kann der Wallersee dem Druck der vielfältigen Nutzungen wieder ein hohes Regenerationspotential entgegensetzen und Biotopstrukturen entwickeln, welche der natürlichen Beschaffenheit des Sees und seiner Uferbereiche mit deren ursprünglichem Tier- und Pflanzenbestand nahe kommen.
Die derzeit laufenden Anstrengungen um die Revitalisierung des Wenger Moores werden den Lebensraum Wallersee weiter in seiner Ursprünglichkeit und Widerstandskraft stärken.
Bei diesem für den Natur- und Gewässerschutz wichtigen Folgeprojekt für den Wallersee arbeiten die Betroffenen und die Betreiber bereits gemeinsam an der Realisierung.
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5. Die Sorge um den Wallersee vereint
So vielfältig wie die Ursachen der in den Jahren bis 1990 immer weiter zunehmende Zerstörung des Lebensraums Wallersee waren, so vielfältig waren die Sanierungsmaßnahmen. Manches steht noch aus.
Die Sorge um den See vereinte die Anrainer, die Gemeinden, die Politik und die Behörden.
Die vielen notwendigen Sanierungsschritte machten die sonst in solchen Fällen üblichen Schuldzuweisungen mundtot, da jeder irgendwie betroffen war. Und so gelang, was bislang einmalig ist:
Eine Region hat den Ernst der Lage Ende der 80er-Jahre erkannt und sich selbst geholfen.
Die wiedererlangte Güte des Sees ist das sichtbare Zeichen für 10 Jahre Trendumkehr !

