Gewässergüte Grundwasser
Pestizide
Pestizide werden in der Landwirtschaft, im Forst, im Hausgarten, auf Parkplätzen, auf Schienentrassen aber auch im Stall und im Haushalt gegen Pflanzenschädlinge, Unkräuter und gegen lästige Insekten eingesetzt. Pestizide haben einen Nachteil: Sie werden im Grundwasser sehr lange nicht abgebaut. Ab einer gewissen Konzentration wird das Grundwasser dann nicht mehr trinkbar. Viele Pestizide sind akut fischgiftig, wenn sie ins Wasser gelangen.
Einer der verbreitetsten Unkrautvernichter war das Atrazin. Noch 1991 wurden Österreichweit 401 Tonnen dieses Wirkstoffes in Verkehr gebracht. Seit 1994 ist Atrazin verboten. Trotzdem zeigen die Ergebnisse des großen Salzburger Messnetzes noch immer Atrazinbelastungen an einigen Messstellen. Diese Belastungen sind lokal eng begrenzt. Über die vergangenen Beobachtungsjahre ist ein deutlich abnehmender Trend feststellbar.
Chlorid
Jeden Winter müssen die Straßen mit Streusalz behandelt werden, um die Eisdecke zu lösen. Vor allem mit der Abwaschung der Salze von den Straßen kommen sie als anthropogene Belastung in das Grundwasser. Das Problem mit der dadurch ansteigenden Chloridkonzentration ist, dass diese nur durch Verdünnung beseitigt werden kann. Das bedeutet, dass es zu keinem natürlichen Abbau der Chloridbelastung kommt. In Salzburg verzeichnen wir bereits, vor allem entlang der Autobahnen und stark frequentierten Straßen hohe Chloridbelastungen im Grundwasser. Durch Tausalze können auch Oberflächengewässer belastet werden.
Das Problem mit Chloridbelastungen im Grundwasser ist, dass sie Schwermetalle aus dem Boden lösen können, die dadurch ins Grundwasser gelangen. Derartige Auswirkungen sind derzeit noch nicht nachweisbar.
Außerdem schmeckt stark chloridbelastetes Wasser nicht.
Die Vorsorgewerte für Chlorid im Grundwasser liegen nach der Grundwasserschwellenwertverordnung bei 60 mg/l. Ab einer Konzentration von 200 mg pro Liter kommen auch die korrosiven Eigenschaften des Chlorids, die einen Angriff von Eisen und Beton bewirken, zum Tragen. Hohe zur Zeit in Salzburg gemessene Werte liegen bei steigender Tendenz um 40 mg pro Liter, Spitzenwerte über 100 mg kommen vereinzelt vor.
Probleme und Untersuchungen
Der Gewässerschutz befasst sich neben den Routineüberwachungen auch mit den derzeit aktuellsten Fragestellungen wie den Auswirkungen von hormonell aktiven Substanzen auf die Gewässer, den Schadstoffen aus dem Straßenverkehr und speziellen Pestiziden als Unkrautvernichter.
Hormonell aktive Substanzen
Hormonell aktive Substanzen finden sich in Medikamenten, in großem Umfang in Industriechemikalien aber auch in Haushaltsreinigern. Bei Anreicherungen in Gewässern können sie zum Beispiel bei Fischen zu einer Verschiebung der Geschlechtsverhältnisse (Verweiblichung) führen, beim Menschen wird ein Zusammenhang mit verschiedenen Krebserkrankungen vermutet.
Erste Untersuchungen zeigen, dass derartige Substanzen auch im Salzburger Grundwasser in geringen Spuren nachweisbar sind.
Auswirkungen des Straßenverkehrs
Mögliche Belastungen aus dem Straßenverkehr werden an den Regenwasserrückhaltebecken entlang stark befahrener Straßen sowie im Grundwasser untersucht.
Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei Zusatzstoffe im Treibstoff (MTBE), welche die Klopffestigkeit verbessern und die Kohlenmonoxidbelastung verringern.
In den USA wird MTBE bereits seit Ende der 70iger Jahre bis 15 Vol-% dem Kraftstoff zugegeben. Aufgrund der schlechten biologischen Abbaubarkeit und der sehr geringen Adsorbierbarkeit im Aquifer ist es in den USA bereits zu Verunreinigungen von Trinkwasserbrunnen im Abstrom von unterirdischen Leckagen an Tanks mit MTBE-haltigem Kraftstoff gekommen.
Der Effekt dieses Stoffes auf das Grundwasser ist, dass es schon in geringsten Konzentrationen sehr geruchsintensiv wirkt und dadurch das Trinkwasser ungenießbar wird.
In Österreich wird weniger MTBE dem Kraftstoff zugesetzt, die Sicherheitsbestimmungen für Tankanlagen sind wesentlich strenger, trotzdem werden Vorsorgeuntersuchungen begonnen.
Unkrautvernichter
Ebenfalls untersucht wird zur Zeit das Vorkommen von sogenannten Glyphosaten im Grund- und Oberflächenwasser. Diese sind vor allem in bestimmten Unkrautvernichtungsmitteln enthalten. Unkrautvernichter mit diesen Wirkstoffen werden in der Landwirtschaft aber auch von den Österreichischen Bundesbahnen verwendet. Der Wirkstoff soll auch giftige Eigenschaften für Bodenlebewesen wie Bakterien und Pilze haben.

