Einzelwasserversorgungsanlagen
Salzburg ist stolz auf sein Trinkwasser. So manch Einer trinkt trotzdem Ungenießbares!
Wasser ist für jeden Menschen lebensnotwendig! Für durchschnittlich 0,3 Cent pro Liter (Vergleich: Ein Liter Tafelwasser kostet rd. 30 Cent) wird derzeit einem Großteil der Salzburger Bevölkerung Trinkwasser in bester Qualität direkt ins Haus zugestellt. Dort kann dieses Wasser genutzt und schließlich wieder verschmutzt in ein Ableitungssystem eingeleitet werden. In diesen 0,3 Cent sind alle Leistungen - von der Wassergewinnung, der Wasserspeicherung, der Wasserverteilung bis hin zur Abwasserableitung, der Abwasserreinigung und der Klärschlammentsorgung -enthalten.
Doch nicht jeder kann in den Genuss einer öffentlichen Wasserversorgung kommen. Geschätzte 17.000 Salzburger Haushalte müssen aus eigenen Quellen und Brunnen ihren Durst löschen. Viel zu oft lässt die Qualität des hauseigenen Wassers allerdings zu wünschen übrig. Während die öffentlichen Trinkwasserversorgungsanlagen einer umfassenden behördlichen Kontrolle unterliegen, ist dies für Einzelwasserversorgungsanlagen nicht der Fall. Eine Untersuchungspflicht für Einzelwasserversorgungsanlagen besteht nämlich nur
- bei landwirtschaftlichen Direktvermarktern
- wenn Abgabe an Dritte erfolgt (z.B. Vermietung, Tourismus)
- bei milchliefernden Landwirtschaftsbetrieben
- bei Neubau von Gebäuden nach Bautechnikgesetz
Viele dieser Einzelwasserversorgungsanlagen werden zwar sorgsam gepflegt. Eine gar nicht so kleine Zahl der Anlagen ist allerdings unzureichend geschützt und schlecht oder nicht gewartet. Im Zeitraum April 1997 bis November 2010 wurden 2600 Trinkwassereinzelversorgungsanlagen untersucht und dabei die Trinkwasserqualität von insgesamt 5000 Haushalten überprüft. Das ernüchternde Ergebnis: Bei 50 % der für Trink- bzw. Nutzwasserzwecke verwendeten Hausbrunnen und Quellen lagen bauliche und/oder installationstechnische Mängel vor. 3 % der untersuchten Hausbrunnen und Quellen waren aus chemisch-physikalischer Sicht, satte 38 % aus bakteriologischer Sicht nicht genusstauglich!
Die Qualität des Wassers aus Hausbrunnen bzw. Quellen wird vor allem durch einen schlechten baulichen und installationstechnischen Zustand der Anlage sowie durch Verunreinigungen des Grundwassers im Einzugsgebiet beeinträchtigt. Die häufigste Ursache für die schlechten Ergebnisse der Bakteriologie liegt in der schlechten baulichen Ausführung der Brunnen bzw. Quellfassungen.
Dabei sind Abhilfemaßnahmen meist sehr einfach: Oft würde es genügen, die Quellfassung oder den Brunnen so abzudichten, dass keine (möglicherweise) verunreinigten Oberflächenwässer eindringen können. Ein Schutzgebiet sollte eingezäunt werden, um Tier und Mensch den Zutritt und damit die Möglichkeit der Verunreinigung zu verwehren. Be- und Entlüftungen sind in Brunnen und Sammelschächte einzubauen und mit einem Insektengitter abzudecken (oder wer möchte die Spinne, die Schnecke, den Frosch in seinem Trinkwasser wissen). Und dass im unmittelbaren Einzugsgebiet einer Quelle oder eines Brunnens nicht gedüngt oder gespritzt werden soll, versteht sich eigentlich von selbst.
Die wichtigste Maßnahme, die es zu setzen gilt, ist es das Bewusstsein für die eigene Wasserversorgungsanlage zu schärfen und die Verantwortung dafür deutlich zu machen.

