Logo Land Salzburg
von A bis Z
  

Biomonitoring

Mit den verschiedenen Verfahren des Biomonitorings können eine Vielzahl von Luftschadstoffen gleichzeitig erfasst werden. Dabei werden externe Einflüsse, das Zusammenwirken mehrerer Schadstoffe und Klimafaktoren mit einbezogen sowie Aussagen über Auswirkungen auf die belebte Umwelt ermöglicht.

  

Schwermetalluntersuchungen mit Weidelgraskulturen

Für die Erfassung von anorganisch- und organisch chemischen Luftschadstoffen auf die Vegetation wird im Bundesland Salzburg seit den 1990er Jahren die Standardisierte Graskultur eingesetzt. Dabei findet die Nutzgrasart Welsches Weidelgras (Lolium multiforum italicum Sorte Lema) in einem normierten Verfahren europaweit während der Vegetationsperiode von Mai bis September ihren Einsatz. Die Beprobung der Graskulturen erfolgt ebenso wie bei der Stauberfassung durch den Bergerhoff-Becher alle 28 (+/-2) Tage. Ein Projekt "Europaweites Netzwerk zur Beurteilung der Luftqualität mit Bioindikatoren" im Rahmen des Programms LIFE Umwelt 1999 der Europäischen Kommission vergleicht die Ergebnisse der Weidelgraskulturen in insgesamt 8 europäischen Ländern. Im Bundesland Salzburg wird derzeit ein Dauermessnetz von zehn Stationen an repräsentativen Standorten betrieben.

Schwermetalluntersuchungen durch Weidelgraskulturen zeigt in Salzburg niedrige Belastung

Die mittleren Bleiwerte (rote Balken) zeigten dabei 1997 bis 2005 eine relativ konstante Belastung im Bereich von 0,56 bis 2,80 mg Blei pro kg Trockensubstanz. Die Cadmiumwerte (blaue Balken) schwankten von 0,05 bis 0,79 mg Cadmium/kg. Die Richtwerte der österreichischen Futtermittelverordnung (40 mg Blei bzw. 1 mg Cadmium pro kg Trockensubstanz) wurden bei weitem unterschritten. Das Weidelgrasverfahren in Salzburg zeigt also insgesamt eine niedrige bis sehr niedrige Belastung mit Schwermetallen

 

Ozon-Biomonitoring mit dem Indikatorfächer

Ozonbelastungen während der Vegetationsperiode können bereits vor dem Auftreten sichtbarer Schäden die Photosyntheseleistung und den Stoffwechsel der Pflanzen so verändern, dass Wachstum und Ertrag deutlich gestört bzw. reduziert werden. Durch Photooxidantien wie z.B. Ozon verursachte Schäden werden als Nekrosen bzw. beschleunigte Blattalterung an den Blättern der eingesetzten Bioindikatoren Tabak, Buschbohnen und Klee sichtbar. Als Wirkungsgröße werden die makroskopisch sichtbaren Blattschäden herangezogen. Aus vielen Untersuchungen ist bekannt, dass die verschiedenen Pflanzenarten sehr unterschiedlich auf Ozon reagieren. Eine Klärung der Zusammenhänge zwischen der gemessenen Ozonkonzentration der Luft und den auftretenden Pflanzenschäden ist äußerst schwierig, da weitere Faktoren, wie etwa der Wetterverlauf, die Empfindlichkeit der Pflanzen wesentlich beeinflussen.

Ozon-Biomonitoring mit dem Indikatorfächer

Die Ermittlung der Blattschädigung von Pflanzen ergibt sich aus dem prozentuellen Anteil der abgestorbenen Blattfläche, dargestellt von 0 - 100 % auf der y-Achse. Die x-Achse hingegen beschreibt wiederum die zeitliche Entwicklung der sichtbaren Schäden, eingeteilt in acht zu vergleichende Expositionsperioden. Die Schädigung der Tabakpflanzen in der Stadt Salzburg (siehe Bild) gestaltete sich über die vergangenen Jahre (2000/blau, 2001/grün, 2002/orange, 2003/rot, 2004/gelb und 2005/violett) äußerst unterschiedlich.